Kinder- und Jugendhilfe in der Praxis - DE
Hier gibt's Infos zur Kinder- und Jugendhilfe in der Praxis in der Bundesrepublik Deutschland. Mehr lesen unter
Jugendverbandsarbeit
Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit
Überregionale Jugendverbände
Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit
Jugendverbandsarbeit ist ein Sozialisationsfeld, das sich durch Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Selbstbestimmung auszeichnet. Jugendverbandsarbeit hat neben Erziehung und Bildung, Geselligkeit und Freizeitgestaltung, sowie Hilfen und Beratung die Aufgabe, die Interessen von Jugendlichen in allen Bereichen gegenüber Staat und Gesellschaft zu vertreten. Dies bedeutet Querschnittspolitik, nämlich Einmischung in alle politischen Prozesse und Entscheidungen, die die Interessen junger Menschen berühren.
Die Jugendverbände verstehen sich als Zusammenschlüsse von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und leisten ihre Arbeit eigenverantwortlich ohne staatliche Einflussnahme. Sie werden aus öffentlichen Mitteln finanziell gefördert. Grundlage ihrer Arbeit ist die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Die Arbeit der Jugendverbände ist ihrem Anspruch nach in erster Linie Erziehungs- und Bildungsarbeit. Sie erfolgt jedoch im Gegensatz zur schulischen Bildung prinzipiell auf freiwilliger Basis ohne den Leistungs- und Notendruck der Schule. In diesem Zusammenhang wird von außerschulischer Jugendarbeit oder außerschulischer Jugendbildung gesprochen.
Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland derzeit mehr als 90 überregionale Jugendverbände, die das gesamte Spektrum jugendlicher Interessen und Aktivitäten widerspiegeln. Die Vielfalt des Verbandswesens ist überaus groß und der Organisationsgrad der Jugendlichen vergleichsweise hoch. Man schätzt, dass etwa ein Viertel aller Jugendlichen in den Verbänden organisiert ist, das heißt über sechs Millionen (ausgenommen Deutsche Sportjugend). Dennoch ist in der Bundesrepublik die Tendenz zu beobachten, dass sich immer weniger Jugendliche (eine Ausnahme sind die Sportvereine) in Verbänden organisieren und bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren.
Überregionale Jugendverbände
Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland derzeit mehr als 90 überregionale Jugendverbände. Hier einige Beispiele (ohne qualitative Wertung):
Deutsche Sportjugend (Jugendabteilung des Deutschen Sportbundes, mitgliedstärkster Jugendverband in Deutschland)
Deutscher Bundesjugendring - DBJR, Arbeitsgemeinschaft von bundesweit tätigen Jugendverbänden (derzeit 22 Jugendverbände, 16 Landesjugendringe und 5 Anschlussverbände
Im Ring Politischer Jugend (RPJ) sind politische Jugendorganisationen vertreten, die den im Bundestag vertretenen Parteien nahe stehen oder Untergliederungen der Parteien sind. Sie übernehmen abwechselnd den Vorsitz:
- Deutsche Jungdemokraten/innen - Junge Linke
- Grüne Jugend
- Junge Liberale
- Jungsozialisten in der SPD
- Junge Union Deutschlands
Politische Bildung
Im Rahmen der außerschulischen Jugendbildung spielt in der Bundesrepublik Deutschland die politische Jugendbildung eine große Rolle. Sie soll insbesondere den jungen Menschen Kenntnisse über Gesellschaft und Staat vermitteln, die Urteilsbildung über politische Vorgänge und Konflikte ermöglichen, zur Wahrnehmung der eigenen Rechte und Interessen ebenso wie der Pflichten und Verantwortlichkeiten gegenüber der Gesellschaft befähigen sowie zur Mitwirkung an der Gestaltung einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und Staatsordnung anregen.
Es gibt die unterschiedlichsten Träger der politischen Jugendbildung in Deutschland. Einige von ihnen haben sich zu einer gemeinsamen Initiative der Träger politischer Jugendbildung (GEMINI) zusammengefunden. Zur GEMINI gehören der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB), der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (AuL), die Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke (AksB), der Deutsche Volkshochschulverband, die Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung und der Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum e.V.
Link
www.bpb.de/ - Website der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)
Kulturelle Bildung
Die außerschulische kulturelle Jugendbildung ist ein wichtiger Bereich für die Entwicklung junger Menschen. Aus diesem Grund haben sich die Fachorganisationen der außerschulischen kulturellen Jugendbildung in Deutschland zum Ziel gesetzt, die kulturelle Bildung der Jugend umfassend zu fördern.
Außerschulische kulturelle Bildung leistet ihren spezifischen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit und erschließt jungen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben der Gesellschaft. Sie befähigt zum differenzierten Umgang mit Kunst und Kultur, ermutigt zu eigenem gestalterisch-ästhetischen Handeln in den Bereichen Musik, Tanz, Rhythmik, Spiel, Theater, Literatur, bildende Kunst, Architektur, Film, Fotografie, Video, Medien und Computer. Außerdem fördert sie Phantasie und Kreativität, entwickelt Urteilsfähigkeit, Kritikfähigkeit und Toleranz gegenüber eigenen und fremdem kulturellen Erscheinungsformen in ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen, bietet sinnvolle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und der bewussten und aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Situation.
Einen umfassenden Überblick über die Verbände und Institutionen in der Bundesrepublik Deutschland, die in diesem Bereich tätig sind, gibt das Handbuch Kinder- und Jugendpolitik. Kinder- und Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland. Strukturen, Institutionen, Organisationen, das IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. herausgegeben hat. Das Buch kann man über die Website des IJAB > Bestellservice > Bücher, Broschüren und Flyer für Fachkräfte bestellen.
Das Dach einer Vielzahl (derzeit 48) von bundesweiten Fachverbänden, Institutionen und Landesvereinigungen der kulturellen Kinder- und Jugendbildung ist die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung.
Links
- Stellungnahme der Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder (Kinderkommission) zum Thema Kinder und Kultur (7. April 2008)
- Link zur Potenzialstudie zu Kinder- und Jugendprojekten der PriceWaterhouseCoopers-Stiftung (Juni 2007)
- www.bpb.de/themen/PBRT2Y - Dossier "Kulturelle Bildung" der Bundeszentrale für politische Bildung
Sport
Sport spielt bei deutschen Jugendlichen nach wie vor eine sehr große Rolle. Das belegt allein schon die Mitgliederzahl der Deutschen Sportjugend, die bei etwa neun Millionen liegt. Es sind also mehr als ein Drittel der Jugendlichen unter 27 Jahren in einem Sportverein tätig, die meisten davon sicherlich mehr aktiv denn passiv. Die Deutsche Sportjugend im Deutschen Sportbund (dsj) wirkt jugend- und sportpolitisch. Sie will zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beitragen, die Befähigung zum sozialen Verhalten fördern und Kinder und Jugendliche zu gesellschaftlichem Engagement anregen. Jugendarbeit im Sport ist Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Auf dieser Grundlage unterbreitet die dsj vielfältige Angebote auch über den sportpraktischen Bereich hinaus, die allen Kindern und Jugendlichen offen stehen.
Außerschulischer Kindersport im Verein, in kommerziellen Einrichtungen oder informellen Bewegungsszenen hat heutzutage neben dem Schulsport für die meisten Kinder die größte Bedeutung für die Einübung sozialen Verhaltens im Freundeskreis. Kinder aus den neuen Bundesländern beteiligen sich weniger am vereinsorganisierten Sport als Kinder aus den alten Bundesländern.
Über die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund am organisierten Sport gibt es keine bundesweiten Erhebungen. Schätzungen auf der Basis von Erhebungen in einzelnen Bundesländern gehen von fünf bis zehn Prozent junger Menschen aus, die organisiert Sport betreiben.
Die wohl beliebteste Sportart in Deutschland ist Fußball, das auch immer mehr von Mädchen und jungen Frauen gespielt wird. Fast zwei Millionen Jugendliche unter 18 Jahren sind in Fußballvereinen registriert, davon in der Altersgruppe sieben bis 14 Jahre bereits zirka 180 000 Mädchen.
Weitere beliebte Sportarten sind (nach Mitgliederzahlen) Turnen, Tennis, Handball, Schwimmen, Leichtathletik, Tischtennis, Volleyball, Basketball und Badminton sowie im Winter insbesondere das Skifahren. Außerhalb von Vereinen fahren Jugendliche in Deutschland sehr viel Rad oder betreiben Inline-Skating.
Die Ausstattung mit Sportstätten ist im Allgemeinen recht gut. Vielen Städten und Gemeinden fehlt aber zunehmend das Geld für die Instandhaltung oder Modernisierung der Anlagen. Bei öffentlichen Sportstätten wie etwa Halfpipes für Skater betätigen sich immer öfter private Sponsoren am Bau der Anlagen.
(Quellen: Deutsche Sportjugend; Erster Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht, Schorndorf 2003)
Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder
Jugendsozialarbeit in der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet alle Angebote, Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen für junge Menschen, die diese darin unterstützen, einen Platz als anerkanntes und verantwortliches Mitglied der Gesellschaft zu finden. Im Zentrum der Aktivität stehen dabei die berufsbezogenen Hilfen für junge Menschen, bei denen durch Beratung und sozialpädagogisch orientierte Angebote und Hilfen insbesondere soziale Benachteiligungen und individuelle Beeinträchtigungen ausgeglichen werden sollen.
Des Weiteren unterstützt und fördert Jugendsozialarbeit junge Menschen in ihrer schulischen und beruflichen Bildung, ihrer Eingliederung in die Arbeitswelt und Gesellschaft und in ihrer beruflichen Entwicklung.
Jugendsozialarbeit in Deutschland umfasst und verbindet Leistungen verschiedener Art. Sie ist zunächst Teil der Kinder- und Jugendhilfe und als solche im Kinder- und Jugendhilfegesetz enthalten. Darüber hinaus ragt sie in Bereiche anderer gesetzlicher Regelungen hinein, aus denen sie teilweise finanziert wird oder auf deren Gestaltung und Entwicklung sie Einfluss nimmt. Hier sei insbesondere das Arbeitsförderungsgesetz genannt.
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit ist ein bundesweiter Zusammenschluss der Träger und Einrichtungen der Jugendsozialarbeit. Ziel des Kooperationsverbundes ist es, die Lobbyarbeit für benachteiligte junge Menschen in Gesellschaft und Politik fachlich fundiert weiter zu intensivieren. Der Kooperationsverbund strebt eine enge Zusammenarbeit mit allen in dem Bereich der Jugendsozialarbeit tätigen Organisationen und Institutionen an. Neben den Trägern der Jugendhilfe sind Arbeitgeber, Gewerkschaften, Wissenschaft, Bundesministerien und die Agentur für Arbeit zentrale Ansprechpartner bei den zukünftigen Vorhaben des Verbundes.
Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche
Die kirchliche Jugendarbeit in Deutschland versteht sich als ein spezifisches Angebot, das sich an einem christlichen Menschenbild orientiert. Die kirchliche Jugendarbeit will dabei "im selbstlosen Dienst den Jugendlichen zu gelebtem Christsein motivieren und befähigen." (Kirchlicher Jugendplan der Diözese Würzburg) und hat den Erziehungsanspruch jungen Menschen ein christliches Menschenbild und eine Beziehung zu Gott als Quelle für ein gelungenes Leben zu vermitteln. Kirchliche Jugendarbeit will dabei Jugendliche in ihrer Entwicklung zu starken Persönlichkeiten fördern, sie zu einer positiven Einstellung begleiten, die sich am Handeln an der Botschaft Jesus Christus ausrichtet.
Die klassische Form, um mit Kindern und Jugendlichen diese Ziele zu verwirklichen, ist die Jugendverbandsarbeit. Die katholische Jugendarbeit wird größtenteils vom Dachverband des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) organisiert, die in Gruppenstunden, Zeltlagern und Projekten lebensnahe Gemeinschaft und christliche Werte zu vermitteln versucht. Mitglieder im BDKJ sind unter anderem die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg, die Christliche ArbeiterInnen Jugend (CAJ), die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB), und viele andere. Der BDKJ versteht sich als ein Träger kirchlicher Jugendarbeit in Kreisen, Diözesen, Bundesländern und im Bundesgebiet. Durch seine Mitgliedsverbände wirkt der BDKJ in den Pfarreien und an anderen Orten der kirchlichen Jugendarbeit.
Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (aej) ist der Zusammenschluss der Evangelischen Jugend in Deutschland. Als Dachorganisation vertritt die aej die Interessen der evangelischen Jugend auf Bundesebene gegenüber Bundesministerien, Fachorganisationen und internationalen Partnern, hat 36 Mitglieder und repräsentiert mehr als 1,2 Millionen junge Menschen. Zu den Mitgliedern der aej zählen die Jugendarbeiten der Landeskirchen der EKD, die Jugendarbeiten der Freikirchen, das Jugendwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) und viele mehr.
Von den gegenwärtig etwa 3,2 Millionen Muslimen in Deutschland sind etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche. Moscheevereine bieten unter anderem Sprachkurse für Vorschulkinder, Computerkurse, Sportkurse, gemeinsame Freizeitaktivitäten etc. an. (Quelle: Wie erreicht Familienbildung und -beratung muslimische Familien? Eine Handreichung. BMFSFJ, 2008, www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=113808.html, 4.11.08)
Links
www.aagb.net – Website des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. (AAGB), einer Selbstorganisation von Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren, die dem alevitischen Glauben angehören, und Anschlussverband des Deutschen Bundesjugendrings
de.wikipedia.org/wiki/Kirchliche_Jugendarbeit - Übersicht von Organisationen, die die Jugendarbeit der Freikichen durchführen
Literatur
Kirche und Jugend – ein Vergleich kirchlicher Jugendarbeit in Deutschland und Tschechien. In: Miteinander – Spole?n?. Arbeitshilfe für deutsch-tschechische Jugendbegegnungen, Jugendhaus Düsseldorf 2000.
Die Ameise, die Biene und das Leben. IMAME UND IHRE ROLLE IN DER JUGENDARBEIT. Beitrag von Marfa Heimbach im Newsletter "Jugendkultur, Religion und Demokratie. Politische Bildung mit jungen Muslimen" Nr. 18/August 2010
Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
In der Bundesrepublik Deutschland kommt über ein Viertel (27 %) der Kinder und Jugendlichen unter 25 Jahren aus Familien mit Migrationshintergrund. (Quelle: de.statista.org/statistik/daten/studie/1448/umfrage/anteil-der-familien-mit-migrationshintergrund-nach-kinderanzahl/, letzter Zugriff 3.11.08)
Die neue Bundesregierung von CDU/CSU und FDP unterstützt verbindliche bundesweit vergleichbare Sprachstandstests für alle Kinder im Alter von vier Jahren und bei Bedarf eine verpflichtende gezielte Sprachförderung vor der Schule sowie darüber hinausgehende unterrichtsbegleitende Sprachprogramme.
Statuslose und Flüchtlingskinder haben es ungleich schwerer in der Bundesrepublik. Teilweise greifen hier verschiedene normative Rahmenbedingungen. Kinder und Jugendliche mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland sind teilweise von der allgemeinen Schulpflicht ausgeschlossen, da die Eltern auf politisches Asyl warten, die Familien in Deutschland nur geduldet sind oder sie keinerlei Aufenthaltsstatus haben. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt sind Flüchtlingskinder mit unsicherem Aufenthaltsstatus nicht schulpflichtig. Sie haben lediglich ein Schulbesuchsrecht.
Kinder und Jugendliche, die in Deutschland eine Duldung besitzen, können an Kinder- und Jugendreisen teilnehmen. Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) hat auf seiner Hauptausschusssitzung im September 2005 einstimmig eine Stellungnahme verabschiedet, in der es um die Situation von jugendlichen Flüchtlingen in der Jugendarbeit geht. Der DBJR weist darauf hin, dass die Themen „Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft“ und „interkulturelle Öffnung“ zentrale Themen sind, deren Implementierung jedoch manchmal an gesetzlichen Rahmenbedingungen scheitert. Infos: www.dbjr.de/index.php?m=4&pid=77&UID=77218fb1fa31502cfe52f08b87fc81e3
Um die Chancen junger Ausländer/-innen auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern, hat das Bundesbildungsministerium (BMBF) zehn berufliche Qualifizierungsnetzwerke (BQN) gestartet. Handwerkskammern, Gewerkschaften, Schulen und Betriebe sollen künftig enger zusammen arbeiten, um junge Migrant(inn)en zu fördern und bei der Suche nach einem Arbeitsplatz zu unterstützen. Das Ministerium will mit dem Programm der „wachsenden Benachteiligung junger Migrantinnen und Migranten entgegen wirken“. Derzeit absolvieren nur rund 39% der Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Ausbildung im dualen System, bei deutschen Jugendlichen sind es nach Auskunft des BMBF mehr als 60%. Mehr Informationen: www.kompetenzen-foerdern.de
(Quellen: terre des hommes Deutschland e.V., www.tdh.de/content/materialien/download/index.htm, 2.5.05; Deutscher Bundestag, www.bundestag.de/bic/presse/2005/pz_050322.html, 2.5.05)
Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung hat den schlechten Ausbildungsstand von Migrantenkindern als hochalarmierend bezeichnet. Seit Mitte der 90er Jahre sei der Anteil ausländischer Jugendlicher in Ausbildung kontinuierlich gesunken. Danach beträgt die Ungelernten-Quote in dieser Gruppe 40%, bei den deutschen Jugendlichen dagegen nur 12%. Insgesamt leben in Deutschland 14 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Dazu zählen Ausländer, Aussiedler, Eingebürgerte und wieder aus dem Ausland zurückgekehrte Deutsche. Jedes vierte Neugeborene habe ein ausländisches Elternteil, jede fünfte Eheschließung sei binational.
(Quelle: www.integrationsbeauftragte.de/download/Memorandum_Endfassung.pdf, September 2005)
Im sportlichen Bereich werden durch das Bundesprogramm Integration durch Sport unter anderem junge Spätaussiedler/-innen und andere Zuwanderer/-innen durch Integrationsmaßnahmen mit breiten- und freizeitsportlicher Ausrichtung gefördert.
Eine spezielle Beratung für jugendliche und junge erwachsene Neuzuwanderinnen und Neuzuwanderer bis 27 Jahre wird kostenlos durch die Jugendmigrationsdienste angeboten. Die Jugendmigrationsdienste beraten und betreuen vor allem die nicht mehr schulpflichtigen jungen Neuzuwanderinnen und Neuzuwanderer vor, während und nach den Integrationskursen (Sprachkurs und Orientierung über Land und Leute). Sie ermitteln mit ihnen gemeinsam ihre Stärken und Defizite und stellen mit ihnen einen Integrationsplan für die Eingliederung in den Ausbildungsmarkt oder für den Besuch weiterführender Schulen auf. Bei den Jugendmigrationsdiensten werden auch Kontakte zu einheimischen Jugendlichen und zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund hergestellt, die schon länger im Land sind.
Verschiedene Verbände der Jugendarbeit haben Projekte zur interkulturellen Öffnung und Förderung der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund initiiert, zum Beispiel:
- Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e. V. (BAG EJSA): bundesweites Projekt „TANDEM - Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“. Ziel des Projektes ist es, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Zugänge zu außerschulischen Bildungsangeboten der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit zu eröffnen und ihre Einbindung in ehrenamtliche Strukturen zu fördern. Zu diesem Zweck wurden Partnerschaften zwischen Projektträgern der Evangelischen Jugend an acht Standorten und den Jugendmigrationsdiensten vor Ort initiiert. Die Aktionen der Projektpartner reichen von Tanz- und Theaterprojekten über interkulturelle Konfliktmediation bis hin zu Kurzfreizeiten für Kinder und Jugendliche.
- Bayerisches Jugendrotkreuz: Projekt „Die Mischung macht’s… Take part!“. Ziel ist die Interkulturelle Öffnung des Verbandes. Im Projekt werden zum einen die Jugendrotkreuzlerinnen und Jugendrotkreuzler für interkulturelle Themen und Vielfalt sensibilisiert und zum anderen über verschiedene Aktivitäten Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund für das Jugendrotkreuz begeistert. Mit den neu erreichten Jugendlichen sollen Angebote einer gemeinsamen Jugendarbeit entwickelt werden. Die Interkulturelle Öffnung wird auf den verschiedenen Ebenen des Verbandes thematisiert. Schwerpunktmäßig wird das Projekt zunächst in vier Regionen (Aichach-Friedberg, Augsburg Stadt, Landshut und München) durchgeführt.
Weiterführende Links
www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/2012-01-31-nap-gesamt-barrierefrei.html - Nationaler Aktionsplan Integration der deutschen Bundesregierung
www.bpb.de/themen/TI50RA,0,Bildung_und_Integration.html - Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Bildung und Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
http://dip.bundestag.de/btd/16/048/1604818.pdf - Antwort der Bundesregierung vom 23.3.07 auf die Große Anfrage der FDP vom 17.5.06 zur beruflichen Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
http://bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationen,did=164794.html - Dossier des BMFSFJ "Familien mit Migrationshintergrund" (2010)
www.fruehe-chancen.de - Förderprogramm der Bundesregierung zur Sprach- und Integrationsförderung in Schwerpunkt-Kitas
www.dsj.de/downloads/Publikationen/2010/Expertise_ISS_final_2010.pdf - Expertise (September 2010) zur Förderung des Engagements benachteiligter Jugendlicher mit Migrationshintergrund im organisierten Sport der Deutschen Sportjugend
Jugendinformation
Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendmedien
Internationale Kooperationen
Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche
Ende der Sechzigerjahre haben sich in der Jugendinformation im System der kommunalen Jugendarbeit Jugendinformationszentren hervorgetan, die vorwiegend eine allgemein informierende und beratende Funktion übernehmen. Mit dem Ziel gegründet, bei der Lösung von persönlichen Schwierigkeiten und Problemen junger Menschen behilflich zu sein, stehen sie Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie bestimmten Zielgruppen zur Verfügung und bieten Beratung in verschiedensten Problem- und Konfliktsituationen an. Entweder sie informieren und beraten direkt in den Bereichen Drogen, Alkohol, Schule, Aids, Kultur, Freizeit, Reisen etc. oder sie verweisen auf andere, fachspezifische Beratungsstellen.
Das erste dieser spezifischen Jugendinformationszentren wurde 1967 in München eröffnet, andere folgten bald, so dass es mittlerweile in vielen, meist größeren Städten solche Info- und Beratungsstellen für Jugendliche gibt.
Natürlich findet Jugendinformation nicht nur dort statt, sondern auch in den vielen Ämtern, Jugendzentren, bei Jugendverbänden, innerhalb von Selbsthilfegruppen, in der Jugendpresse sowie in der Jugendforschung.
Die Informationsvermittlung im Jugendbereich orientiert sich an der dezentralen und föderativen Struktur der Bundesrepublik Deutschland. Die Informationsstellen befinden sich vor Ort auf lokaler, kommunaler, regionaler und Landesebene über die gesamte Bundesrepublik verteilt und sind so für jeden Jugendlichen erreichbar. Insgesamt ist die Bedeutung der Jugendinformation in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die neuen Medien bieten große Möglichkeiten, eine Vielzahl an Jugendlichen zu erreichen. Seit September 2004 ist das nationale Jugendportal Netzcheckers (http://www.netzcheckers.de) online.
Das Projekt Jugendserver ist Ende 2004 nach sechsjähriger erfolgreicher Laufzeit beendet worden. Es wurde weiterentwickelt zum Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.
Die Plattform Jugendinfonetz.de wurde als Informationsquelle für Fachkräfte in der Jugendinformation aufgebaut. Jede Einrichtung in Deutschland die sich mit dem Thema Jugendinformation beschäftigt hat die Möglichkeit, sich aktiv an der Gestaltung von jugendinfonetz zu beteiligen.
Kinder- und Jugendmedien
Jugendmedien haben in der Bundesrepublik immer eine große Rolle gespielt: Aus der 1956 ursprünglich als Fernsehzeitung gegründeten Bravo entwickelte sich ein Blatt, das seit Jahrzehnten den Nerv der jungen Leserschaft trifft. Andere Jugendzeitschriften wie Pop Rocky und Popcorn sind längst zu Medien-Dinosauriern geworden.
Vor allem in den Siebzigerjahren befreiten sich die Medien auch von dem pädagogischen Mief der Wirtschaftswunder-Zeit. Selbst in so konservativen Fernsehanstalten wie dem ZDF wurden Jugendmagazine wie direkt möglich, die im Sender wegen der Themen und ihrer Aufbereitung regelmäßig für Zündstoff sorgten.
In den Achtzigerjahren stagnierten die Jugendmedien. Sowohl aus den Zeitschriftenredaktionen als auch aus den Rundfunkstationen kam nicht all zu viel Innovatives. Seit Beginn der Neunzigerjahre aber ist der Jugendmedienmarkt wieder in Bewegung gekommen: Viele neue Zeitschriftentitel wurden erfolgreich auf dem Markt platziert. Außerdem entdeckten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkstationen durch das plötzliche Auftreten von privater Konkurrenz wieder die Zielgruppe Junge Leute.
Typisch für den Jugendmedienmarkt ist eine große und schnelle Dynamik. Manche Magazine oder Zeitschriften entstehen urplötzlich neu, begleiten einen neuen Jugendtrend eine Zeitlang und verschwinden dann genauso schnell, wie sie entstanden sind. Der Trend ist nicht mehr in und schon verlieren die Jugendlichen, aber vor allem die Sponsoren das Interesse.
Trotz der elektronischen Medien lesen die jungen Leute weiterhin Zeitschriften. Die Musiksender VIVA und MTV nehmen den Jugendmagazinen zwar Werbekunden weg, aber keine Leser/-innen. Dafür spricht auch eine deutliche Auflagensteigerung der Jugendzeitschriften seit 1990: Die Auflagenzahlen lagen 1995 bei 4,8 Millionen, 1991 waren es noch 3,5 Millionen (rund 14 Millionen junge Leute zwischen 14 und 26 Jahren bilden in Deutschland die Kern-Zielgruppe für Jugendmedien).
Besonders erfolgreich waren in den letzten Jahren die so genannten Mädchenzeitschriften. 1988 begann mit Bravo Girl die Erfolgswelle dieser Zeitschriftensparte. Sie ermöglichte Titel wie Brigitte Young Miss, ein Blatt, das 1990 zunächst als Sonderheft der Frauenzeitschrift Brigitte erschien. Neuere Kindermagazine sind: Dein Spiegel - Einfach mehr wissen (für Kinder ab 8 Jahren), GEOlino (für 8- bis 14-Jährige), GEOmini (für Kinder ab 5 Jahren), National Geographic World (für 7- bis 13-Jährige).
Nicht nur der Zeitschriftenmarkt ist in den Neunzigerjahren in Bewegung gekommen. Seit Gründung der Privatradios mit ihren Angeboten für ein überwiegend junges Publikum und dem großen Erfolg der Musik-TV-Sender MTV und VIVA, die von den jungen Leuten wie Radio genutzt werden, musste das öffentlich-rechtliche Radio (die ARD-Rundfunksender) reagieren, um die jugendlichen Hörer/-innen zu halten. Besonders erfolgreich war und ist dabei Eins Live vom Westdeutschen Rundfunk. Der aus dem DDR-Jugendsender DT 64 hervor gegangene MDR-Jugendkanal Sputnik agiert erfolgreich. Weitere Jugendsender im Bereich der ARD mit steigenden Marktanteilen unter den 14- bis 29-Jährigen sind beziehungsweise waren N-joy (NDR), SWF3 und Fritz (RBB).
Die Fernsehsender scheinen von allen Medien das größte Problem mit der Zielgruppe Jugend zu haben: Kaum einer für Jugendliche konzipierten Sendung ist ein langes Leben beschieden. Jugendliche sind für die TV-Macher die schwierigste aller Zielgruppen: Ganze 96 Minuten verbringen die 14- bis 16-Jährigen nach einer Studie des WDR täglich vor dem Fernsehen. Damit sind sie die Gruppe der Deutschen, die am wenigsten fernsieht. Ein großer Teil von ihnen nutzt regelmäßig die Angebote der beiden Musiksender MTV und VIVA. Diese Sender genießen unter jungen Leuten den Ruf, Trendsetter zu sein. Die Musik, die Sprache und die Art der Mache sind Teil der Jugendkultur.
(Große Teile dieses Textes stammen von Ulrich Kalhöfer.)
Die KidsVerbraucheranalyse 2010 (KidsVA) zum Medien- und Konsumverhalten 6- bis 13-jähriger Kinder und Jugendlicher konstatiert, dass trotz der zunehmenden Nutzung elektronischer Medien die Lust am Lesen geblieben ist. Die Analyse ist repräsentativ für 6,2 Millionen deutschsprachige Kinder zwischen 6 und 13 Jahren. Die für die Studie befragten 44 Kinderzeitschriften haben 4,35 Millionen regelmäßige Leser/-innen, das entspricht 70,2 Prozent aller 6- bis 13-Jährigen. Drei von vier Kindern (4,7 Millionen) verwenden inzwischen zu Hause einen Computer und mehr als 67 Prozent (4,2 Millionen) waren schon einmal Online. 28 Prozent dieser User sind sogar täglich im Internet unterwegs.
Quelle: KidsVerbraucherAnalyse 2010, http://www.ehapa.de/ehapa/content/e7/e36/e37/e9119/, 4.3.2011)
Die KIM-Studie 2010 zur Mediennutzung von Kindern des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) zeigen, dass 57 Prozent der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren das Internet nutzen. Die Studie belegt dabei eine deutliche Zunahme der Nutzung sozialer Netzwerke. Im Zuge der Verbreitung von Online-Communities geben die Kinder auch verstärkt persönliche Daten von sich selbst und anderen preis. 6- bis 13-Jährige verbringen durchschnittlich 24 Minuten pro Tag im Internet. Die Affinität zu PC und Onlinediensten nimmt dabei mit dem Alter deutlich zu. Insgesamt ist das Fernsehen aber weiterhin das zentrale Medium für Kinder: Drei Viertel der 6- bis 13-Jährigen sehen bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 98 Minuten pro Tag jeden oder fast jeden Tag fern. (Quelle: http://www.mpfs.de)
Linkliste des Jugendpresseclub e.V. zu Kinder- und Jugendmedien in Deutschland: www.jugendpresseclub.de/links.html
Wissenschaftliche Studie von Michael Haller (Leipzig) zum Thema "Next generation media – mit oder ohne Print? – Ziele und Strategien für eine Wiederbelebung der Lesekultur durch Printmedien bei Kindern und Jugendlichen" (Mai 2009): Zusammenfassung hier (pdf, 190 kb) ...
Kinderradiogeschichte in der Bundesrepublik Deutschland: http://www.ifak-kindermedien.de/pdf/Kinderradiogeschichte.pdf
Kinderhörspiele: http://www.hdm-stuttgart.de/ifak/medienwissenschaft/renaissance_hoermedien/kinderhoerspiele.pdf
Leseverhalten von Jungen: http://www.ifak-kindermedien.de/pdf/Jungen_lesen_anders.pdf
Internationale Kooperationen
Die Bundesrepublik Deutschland ist Mitglied bei Eurodesk, dem europäischen Jugendinformationsnetzwerk mit Informationen zu den Themen Jugend, Ausbildung, Bildung, Mobilität in Europa sowie zu Förderprogrammen. Die bestehende Datenbank wird von jedem Netzwerkpartner mit nationalen Daten ergänzt. In Deutschland ist Eurodesk bei IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. angesiedelt.
IJAB ist Mitglied bei ERYICA (European Youth Information and Counselling Agency), dem Zusammenschluss der Jugendinformationsangebote auf europäischer Ebene.
Kinder- und Jugendreisen
Reiseverhalten der Kinder und Jugendlichen
Jugendherbergen und andere Jugendunterkünfte
Reisetipps und -informationen
Reiseverhalten der Kinder und Jugendlichen
Heranwachsende in Deutschland können aus einer großen Anzahl von Angeboten auswählen. Junge Leute organisieren ihre Reise am liebsten selbst. Rund drei Viertel der 14- bis 19-Jährigen unternehmen jährlich eine längere Urlaubsreise. Spanien und Frankreich liegen als Urlaubsziele ganz weit vorne. Spontane Reisewünsche der jungen Leute werden vielfach durch preiswerte Last-minute-Flüge befriedigt. Reiseentscheidungen werden nach der Lektüre von Reise- und Jugendzeitschriften oder nach Gesprächen mit Freunden und Freundinnen getroffen. Jugendliche möchten im Urlaub vor allem Spaß haben, etwas erleben und neue Leute kennen lernen.
Jugendliche reisen entweder allein, mit Freunden oder mit der Familie oder sie buchen sich in Clubs ein, die jugendgemäße Wunscherfüllung versprechen. Kommerzielle Veranstalter legen marktforschungsgestützte Jugendprogramme auf und verzeichnen damit bei deutschen Jugendlichen hohe Steigerungsraten.
Steigende Nachfrage besteht im Zusammenhang mit dem großen Druck auf dem Arbeitsmarkt auch bezüglich von Reisen und Auslandsaufenthalten mit praktischem oder weiterbildungsrelevantem Bezug. Durch Auslandserfahrung möchten besonders Abiturienten mit Studienwunsch ihre Chancen verbessern. Es gibt immer mehr Anbieter von Au-pair-Reisen, Sprachreisen, Praktika und Jobs im Ausland etc. Im bundesweiten Durchschnitt verbringen nur 5% aller Schüler/-innen der Sekundarstufe II ein Schuljahr im Ausland. In Hamburg ist die Anzahl der Ausgetauschten wesentlich höher und erreicht an einigen Schulen sogar zweistellige Werte. Eines der Bundesländer mit geringer Quote von Austauschschüler(inne)n ist Bayern. Aufgrund des Abiturs nach 12 Schuljahren, das in einigen Bundesländern bereits möglich ist und in anderen eingeführt wird, wird zukünftig ein geringeres Interesse erwartet, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen. Begründet wird dies damit, dass das Schuljahr in jedem Fall wiederholt werden muss, da die erbrachten Leistungen im Ausland in Deutschland in der Regel nicht anerkannt werden.
(Quelle: www.schueleraustausch.de)
forsa-Umfrage der Allianz zu Jugend-Reisetrends: www.allianzdeutschland.de/presse/news/news_2008-05-07.html (11.2.09)
Jugendherbergen und andere Jugendunterkünfte

Zurzeit gibt es in Deutschland 604 Jugendherbergen. Die Häuser des Deutschen Jugendherbergsverbands sind an allen touristisch interessanten Orten zu finden. Einige Beispiele: 50 Häuser sind in Burgen und Schlössern untergebracht. Die meisten Jugendherbergen sind auch für Familien geeignet und bieten Sportmöglichkeiten auf eigenem Gelände. Viele Häuser sind für Rollstuhlfahrer geeignet. Je nach Lage und Komfort werden Jugendherbergen in vier Kategorien eingestuft; die Übernachtungspreise inklusive Frühstück liegen zwischen 15 und 25 Euro. Mehr Informationen beim Hauptverband des Deutschen Jugendherbergswerks.
Preisgünstig übernachten kann man auch in über 400 Häusern der Naturfreundejugend Deutschlands. Ein Verzeichnis aller Häuser sowie weitere Hinweise auf der Homepage der Naturfreundejugend.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugendferiendienste e.V hat in Zusammenarbeit mit SOKEV eine CD-ROM herausgegeben, die mehr als 5000 nichtgewerbliche und selbstverwaltete Gruppenunterkünfte in Deutschland enthält. Dort kann man auf jeden Fall fündig werden. Die Datenbank nennt sich GrukiD.
Eine weitere Datenbank zu Gruppenunterkünften in Deutschland (Deutsches Zentralverzeichnis) ist bei der Redaktion Vademecum erhältlich.
Reisetipps und -informationen
Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über ein sehr gut ausgebautes Eisenbahnnetz. Insbesondere die Verbindungen zwischen den großen Städten sind sehr gut. Kleinere und Nebenstrecken werden demgegenüber seltener befahren. Insgesamt ist das Image der Deutschen Bahn in den letzten Jahren durch Einsparungszwänge und Umstrukturierungen etwas unter Druck geraten.Über die Vergünstigungen der Deutschen Bahn für Kinder und Jugendliche kann man unter www.bahn.de informieren. Auch einen Fahrkartenbestellservice gibt es dort.
Weitere Informationen: www.germany-tourism.de
Weitere Informationen zu Deutschland für junge Leute auf dem Europäischen Jugendportal.
Internationale Jugendarbeit
Zentrale Einrichtungen und Organisationen
Zusammenarbeit mit Deutschland
Internationale Zusammenarbeit
Zentrale Einrichtungen und Organisationen
Folgende Einrichtungen und Organisationen sind auf Bundesebene von Bedeutung:
- Deutsch-Französisches Jugendwerk
- Deutsch-Polnisches Jugendwerk
- Ostseesekretariat für Jugendangelegenheiten
- Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch - Tandem
- Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch ConAct
- Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gGmbH
Der internationale Austausch von Führungskräften, Mitarbeitern und Fachkräften der Jugendarbeit findet mit dem Ziel des fachlichen Erfahrungsaustauschs statt. Die Verantwortung hierfür liegt entweder bei entsprechenden Fachorganisationen oder bei IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Als Teil eines Netzwerkes von europäischen Nationalagenturen fungiert die Deutsche Agentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION. Sie ist beauftragt, die Europäische Kommission und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bei der Umsetzung des Förderprogramms JUGEND IN AKTION, das auch den Europäischen Freiwilligendienst umfasst, in Deutschland zu unterstützen.
Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR), die Deutsche Sportjugend (dsj) und der Ring Politischer Jugend (RPJ) bilden das Deutsche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit (DNK). Das DNK vertritt die deutschen Jugendorganisationen in den verschiedenen Strukturen der multilateralen Jugendzusammenarbeit (zum Beispiel im Europäischen Jugendforum) und arbeitet mit internationalen Institutionen wie der Europäischen Union, dem Europarat und den Vereinten Nationen zusammen. Nähere Informationen zum DNK: www.dbjr.de/dnk.
Die multilaterale Zusammenarbeit erhält durch das zusammenrückende Europa für die Ju-gendverbände eine zunehmende Bedeutung, ebenso wie die Forderung nach Schaffung geeigneter Beteiligungsstrukturen Jugendlicher über Zusammenschlüsse im Rahmen des gesamteuropäischen Einigungsprozesses.
Zusammenarbeit mit Deutschland
Siehe Internationale Zusammenarbeit sowie das entsprechende Kapitel bei den anderen Ländern.
Internationale Zusammenarbeit
Im Mittelpunkt der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit in Deutschland stehen die Förderung und Unterstützung von Begegnungsprogrammen für Jugendliche und Fachkräfte der Jugendarbeit. Hierbei geht es nicht zuletzt darum, andere Länder, Völker und Kulturen kennen zu lernen, um dadurch einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten, um Verständnis für andere aufzubauen und den eigenen Standort besser beurteilen zu können. An zentraler Stelle stehen in diesem Zusammenhang die Förderung des europäischen Bewusstseins und der europäischen Zusammenarbeit.
Durch die Mitwirkung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in den Gremien der europäischen jugendpolitischen Zusammenarbeit auf der Ebene der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und des Europarates, durch die bestehenden bilateralen Vereinbarungen über jugendpolitische Zusammenarbeit sowie durch die Arbeit der gemischten Fachausschüsse für die bilaterale Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit anderen Staaten im jugendpolitischen Bereich wird die internationale Jugendpolitik der Bundesrepublik Deutschland umgesetzt.
Derzeit gibt es Regierungsabkommen und Vereinbarungen mit zirka 30 Ländern, die in bilateralen Gremien eine Abstimmung über die Richtlinien für den Austausch mit dem betreffenden Land sowie über Art und Umfang des Austauschs herbeiführen. Neben den reinen Austausch- und Begegnungsprogrammen gibt es Sonderprogramme für Aus- und Weiterbildung sowie für besonders herausgehobene Themen und Bereiche.
Die Programme werden in der Regel von freien Trägern der Jugendarbeit durchgeführt, vor allem von Jugendverbänden, Bildungsstätten sowie anderen Organisationen und Institutionen der Jugendbildung und Jugendsozialarbeit, von Trägern internationaler Jugendgemeinschafts- und Sozialdienste (Workcamps) und auch von kommunalen Behörden.
Besondere Länderschwerpunkte waren in der Vergangenheit Frankreich, die Länder der Europäischen Union und nach 1989 die Länder Mittel- und Osteuropas mit dem großen Nachbarland Polen an der Spitze. Gute Kontakte bestehen aber auch zu Ländern in Übersee (Japan) sowie einigen Ländern Lateinamerikas (Chile). Neu ist die Zusammenarbeit mit China.


