Kultur und Lebensformen

In der Bundesrepublik Deutschland lebten Ende 2005 zirka 26,2 Millionen junge Menschen unter 30 Jahren. Die Wohnsituation von Jugendlichen ist im europäischen Vergleich relativ gut. Junge Deutsche reisen sehr gerne und viel ins In- und Ausland.

Die 15. Shell-Jugendstudie 2006 stellt heraus: Jugendliche haben ein hohes Maß an Bewusstsein für die großen Themen der Gesellschaft. Sie stellen sich den Herausforderungen, suchen eine Lösung und lassen sich dabei nicht entmutigen. Jugendliche heute haben großen Respekt vor der älteren Generation. Sie sehen ihre Zukunftsaussichten heute als ungewisser als noch vor vier Jahren. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Familie wieder stärker an Bedeutung. 72 Prozent der Jugendlichen sind der Meinung, dass man eine Familie braucht, um wirklich glücklich leben zu können. Fast drei Viertel der befragten Jugendlichen (73 Prozent) von 18 bis 21 Jahren leben noch bei ihren Eltern. Die aktuelle Studie zeigt, dass die Jugendlichen heute über ein stabiles Wertesystem verfügen.

Jugendliche aus sozial besser gestellten Elternhäusern besuchen aussichtsreichere Schulformen als Jugendliche aus sozial schwierigeren Verhältnissen. Diese finden sich häufig an Hauptschulen und Sonderschulen und erzielen auch in der anschließenden Ausbildung nicht die Resultate, die ihrem Potenzial entsprechen.

Junge Frauen haben im Bereich der Schulbildung die jungen Männer überholt und streben auch zukünftig häufiger höherwertige Bildungsabschlüsse an – ein Trend, der sich bereits in der Shell Jugendstudie 2002 angedeutet hatte. 2006 streben 55 Prozent der befragten Mädchen das Abitur an, hingegen nur 47 Prozent der Jungen.

Die aktuelle Shell Jugendstudie zeigt allerdings, dass die meisten Jugendlichen in Deutschland nach wie vor eine nur mäßige Beziehung zu kirchlich-religiösen Glaubensvorgaben haben. In der Gruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat „echte“ Religiosität noch einen starken Rückhalt. 52 Prozent der ausländischen Jugendlichen glauben an einen persönlichen Gott, gegenüber nur 28 Prozent der deutschen Jugendlichen.

Mehr Informationen: www.shell-jugendstudie.de

Das Markenbewusstsein der 6- bis 13-Jährigen ist weiterhin stark ausgeprägt. Bei Nicht-Food-Produkten zeigt sich dies sehr deutlich bei Sportschuhen, Taschen und Ranzen, Bekleidung und Jeans, Schulsachen und Handy.
Der Konsum von Süßem ist insgesamt im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen. Schokoriegel sind wieder beliebter geworden. Dagegen hat sich Mineralwasser inzwischen zum größten Durstlöscher entwickelt.
Am liebsten verbringen Mädchen und Jungen ihre Freizeit mit ihren Freunden. Mädchen hören noch am liebsten Musik und fahren Rad. Die Jungs bevorzugen außer dem Radfahren noch das Fußballspiel. 4,0 Millionen Kinder lesen regelmäßig Kinderzeitschriften, 70 % der Eltern lesen mit.
Mehr dazu unter www.ehapa-media.de/pdf_download/Praesentation_%20KVA08.pdf

Link
pressenetzwerk.de/index.php - Artikel zu Jugend + Kultur 2008 „Jung, bunt, vielseitig“ von Jörg Wild (Pressenetzwerk für Jugendthemen)

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Das Statistische Bundesamt hat für den Juni 2011 in Deutschland 430 000 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren ohne Job registriert. Das entspricht einer Quote von 9,1 Prozent. 

(Quelle: www.destatis.de)

Kriminalität

Bei den Jugendlichen sind es insbesondere die männlichen Jugendlichen, die straffällig werden. Die Verstöße, die von Jugendlichen begangen werden, sind in der Hauptsache Bagatelldelikte wie Schwarzfahren, Beleidigungen, Raufereien, Kauf von Haschisch, Stehlen, Sachbeschädigung oder kleine Einbrüche.

2003 waren 5,4% aller erfassten Tatverdächtigen Kinder bis 14 Jahre, 23% Jugendliche und Heranwachsende (14 bis 21 Jahre) und 22,8% Erwachsene im Alter von 21 bis 30 Jahre. Bei den deutschen (nichtdeutschen) Tatverdächtigen sind 5,8% (3,9%) Kinder bis 14 Jahre, 13,6% (9%) Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, 10,8% (9,6%) Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren sowie 10,9% (15%) junge Erwachsene zwischen 21 und 25 Jahren. Kinder und Jugendliche weisen bei den deutschen Tatverdächtigen einen höheren Prozentanteil auf, bei den nichtdeutschen ist der Anteil der jungen Erwachsenen und Erwachsenen höher. Insgesamt ist der Anteil der tatverdächtigen Kinder seit 2000 zurückgegangen. In 2003 sank der Anteil der tatverdächtigen deutschen Kinder um 6,8%, der nichtdeutschen Kinder um 2,4% im Vergleich zum Vorjahr.

Die häufigste von deutschen (104 757) sowie nichtdeutschen (21 601) Kindern bis 14 Jahre begangene Straftat war im Jahr 2003 der Ladendiebstahl (48 811 Delikte bei deutschen Kindern, Rückgang von 10,2% zu 2002; 9889 Delikte bei nichtdeutschen Kindern, Rückgang von 4,1% zu 2002). An zweiter und dritter Stelle bei deutschen Kindern liegen Sachbeschädigung und Körperverletzung, bei nichtdeutschen Kindern Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Sowohl deutsche als auch nichtdeutsche Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren fielen 2003 am häufigsten durch einfachen Diebstahl auf, gefolgt von Ladendiebstahl und Körperverletzung. In der Altersgruppe 18 bis unter 21 Jahre begingen deutsche Heranwachsende am häufigsten Rauschgiftdelikte (Zunahme von 1,8 % zu 2002), gefolgt von Betrug (Zunahme von 12,2% zu 2002) und Körperverletzung (Zunahme von 4,1% zu 2002). Nichtdeutsche 18- bis unter 21-Jährige verstießen am häufigsten gegen das Ausländer- und Asylverfahrengesetz (Rückgang von 15,3% zu 2002), es folgen Betrugsdelikte und Körperverletzung (Zunahme von 4,9% zu 2002). Insgesamt gab es in der Altersgruppe 14 bis unter 21 Jahre bei den deutschen Tatverdächtigen eine Zunahme von Straftaten von 2,5% gegenüber 2002. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen dieser Altergruppe war die Anzahl mit -5,4% rückläufig.

Bei den tatverdächtigen jungen Erwachsenen ist in 2003 ein Anstieg um 6,1% gegenüber 2002 zu verzeichnen. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen gibt es insgesamt einen Rückgang der Straftaten mit -4,1%. In einzelnen Bereichen ist der Anstieg der Straftaten jedoch beträchtlich, vor allem bei Vergehen gegen das Waffengesetz (deutsche Tatverdächtige: +91,2% gegenüber 2002, nichtdeutsche: +104% gegenüber 2002). Zunahmen gab es auch bei Rauschgiftdelikten, insbesondere im Zusammenhang mit Cannabis, sowie bei Körperverletzung.

In Frankfurt/Main waren 2003 55% der tatverdächtigen Jugendlichen und 58,3% der 18- bis 21-Jährigen nichtdeutscher Herkunft. Auch bei den tatverdächtigen nichtdeutschen Kindern hat Frankfurt/Main den höchsten Anteil von 50,3% vor München (40%), Köln (38,5%), Stuttgart (38,3%) und Mannheim (34,3%). In den Großstädten der neuen Bundesländer spielen nichtdeutsche minderjährige Tatverdächtige keine größere Rolle (Chemnitz 6,4%, Leipzig 4,6%, Erfurt und Potsdam je 4%, Dresden 2,5%).
(Quelle: Bundeskriminalamt, www.bka.de/pks/pks2003/index2.html, 29.4.05)

Drogen

Bezüglich des Konsums illegaler Drogen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommt die Wiederholungsbefragung Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2008 zu dem Schluss, dass der Anteil der Jugendlichen, die Drogen probiert haben, in der Altergrupps 12 - 17 im Zeitraum von 2004 bis 2008 zum ersten Mal seit über 20 Jahren zurückgegangen ist; bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren stagniert er zum ersten Mal seit knapp 20 Jahren. Mehr dazu lesen unter http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention/?sub=56

Laut Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010 ist der Alkoholkonsum Jugendlicher rückläufig. 2010 wurde der niedrigste Stand seit den 70er Jahren verzeichnet. Jedoch ist das so genannte Binge-Trinken (Rauschtrinken) immer noch weit verbreitet. Mehr dazu lesen unter http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention/?sub=60

 

Link
www.bmg.bund.de/ministerium/leitung/drogenbeauftragte/drogenbeauftragte.html - Website der Drogenbeauftragten der Bundesregierung mit Hinweisen zum aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung