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China-Special

Bild: Brandenburgische Sportjugend

2006 wurde die Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Jugendbereich zwischen dem Bundesjugendministerium und dem Allchinesischen Jugendverband unterzeichnet. Wie haben sich Kooperationen im Jugendbereich in diesen zehn Jahren (weiter)entwickelt und welche Perspektive bietet der deutsch-chinesische Jugend- und Fachkräfteaustausch? Das China-Special stellt erfolgreiche Austauschaktivitäten vor und möchte gleichzeitig Impulse und Tipps für die Entwicklung neuer Kooperationsprojekte geben und die Vernetzung der Akteure untereinander fördern. Dies dient auch der Sichtbarmachung der Austauschaktivitäten im Jugendbereich mit Blick auf das für 2016 vereinbarte „Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch“.

Willkommen bei den Länderinfos CHINA

Chinesisches Boot im Hafen von Hong Kong.
Chinesisches Boot im Hafen von Hong Kong.Bild: © Cozyta / fotolia.com

Die Länderinformation CHINA wird derzeit vollständig überarbeitet!

Der Text gliedert sich in folgende vier Kapitel:

Im Impressum erhalten Sie Informationen über Erstellungsdatum, Verfasser/-in und Ansprechpartner/-in.

* Anmerkung der Redaktion 
Da es in der Volksrepublik China keine unabhängigen Statistikbüros und damit auch keine unabhängige Datenerhebung gibt, ist die Datenlage zu China zum Teil schwierig. Chinesische Quellen sind aufgrund dessen mit entsprechender Vorsicht zu betrachten. Um deutlich zu machen, aus welcher Quelle die Informationen stammen, sind alle verwendeten Zahlen und Daten in diesen Länderinfos deshalb mit detaillierten Quellenangaben belegt.

Allgemeine länderkundliche Informationen - China

Auswahl relevanter Links, die einen allgemeinen Überblick über Land und Leute geben:

Grunddaten

Chinesische Flagge
Chinesische FlaggeBild: © davorr / fotolia.com

Einwohner: 1,39 Milliarden (Schätzung 2017)

Hauptstadt: Peking (Beijing)
   weitere große Städte: Chongqing, Shanghai, Tianjin,  
   Guangzhou, Wuhan,  

Amtssprache: Hochchinesisch wird von etwa 70 % der Bevölkerung gesprochen, daneben unter anderem Fujian-, Hunan- und Guangdong-Dialekte, Hakka sowie 55 Minderheitensprachen (zum Bespiel Mongolisch, Tibetisch, Uigurisch)

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner/-in: rund 8582 USD (Stand 2017)

 

Altersstruktur
2000
2025
0-4 Jahre: 94 475 500 (7,4 %) 81 227 110 (5,6 %)
5-9 Jahre: 103 368 052 (8,1 %) 90 684 949 (6,2 %)
10-14 Jahre:125 227 009 (9,9 %)  95 581 253 (6,6 %)
15-19 Jahre: 102 943 613 (8,1 %)87 452 799 (6,0 %)
20-24 Jahre: 95 658 196 (7,5 %)80 392 579 (5,5 %)
25-29 Jahre:118 459 154 (9,3 %)91 395 417 (6,3 %)
30-34 Jahre:124 817 278 (9,8 %)99 835 922 (6,9 %)
Gesamt:1 268 853 362 (100 %)1 453 123 817 (100 %)

Im Jahr 2016 waren 17,7 % der Bevölkerung Chinas unter 15 Jahre alt und 10,1 % 65 Jahre und älter (Quelle: Statistisches Bundesamt 2018). Damit hat die chinesische Bevölkerung zwar noch nicht den Alterungsgrad westeuropäischer Länder erreicht, jedoch stellt auch in China der durch Ein-Kind-Politik und höhere Lebenserwartung beschleunigte Alterungsprozess der Gesellschaft zunehmend eine Herausforderung dar. 

Lebenserwartung: Frauen: 77,7 Jahre; Männer: 74,6 Jahre (2015), (Quelle: Statistisches Bundesamt 2018)

Bevölkerungswachstum: 0,41 % (2017) (Quelle: CIA World Factbook 2018)

Verwaltung: Sozialistische Volksrepublik
Zentralregierung in Peking, 22 Provinzen, fünf autonome Regionen sowie vier regierungsunmittelbare Städte (Peking, Tianjin, Shanghai, Chongqing) und zwei Sonderverwaltungsregionen (Hongkong, Macao)

Staatsoberhaupt: Präsident Xi Jinping (Amtsantritt: 14. März 2013)

Regierungschef: Premierminister Li Keqiang (Amtsantritt: 15. März 2013) 

Religion: Atheistische Staatsideologie; verbreitete Religionen sind der Buddhismus (etwa 10 %), der Taoismus, der Islam (1-2 %) und das Christentum (3-4 %). Daneben ist der alte chinesische Volksglaube sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der im westlichen Verständnis eher Sozialethik als Religion ist, beeinflusst die moralischen Verhaltensweisen der Chinesen.

Sonstige Daten:
-Inflationsrate: 2 % (2016, Quelle: Bundesamt für Statistik 2018)
-Arbeitslosenquote: etwa 4,7 % (2016, Quelle: Bundesamt für Statistik 2018) in städtischen Gebieten, hohe Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung in ländlichen Gebieten 

Internationale Mitgliedschaften: Vereinte Nationen (von 1945 bis 1971 Republik China (heute Taiwan), seit 1971 VR China) und UN-Sonderorganisationen, Weltbank (1945), Internationaler Währungsfonds (1945); Asiatische Entwicklungsbank – ADB (1986), Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation – APEC (1991), Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit – SCO (2001), Welthandelsorganisation – WTO (2001).

Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen

Hier gibt's Infos zu den Grundlagen und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in China. Mehr lesen unter 

Relevante Gesetze

Chinesische Mauer
Chinesische MauerBild: © jonasginter / fotolia.com

Während des Mao-Regimes bis Ende der 1970er existierten keine speziellen Gesetze für Kinder und Jugendliche. Allerdings sahen einige gesetzliche Regelungen wie beispielsweise das Heiratsgesetz einen besonderen Schutz für Minderjährige vor. Im Zuge des Wandels der Volksrepublik China entstanden in den letzten drei Jahrzehnten entsprechende rechtliche Regelungen.

Es gibt in China nach wie vor kein einheitliches Rechtssystem für die Kinder- und Jugendhilfe. Das Rechtssystem für die Kinder- und Jugendhilfe stützt sich derzeit auf die Verfassung; maßgeblich ist hierbei neben anderen Gesetzen und Verordnungen das Gesetz der VR China zum Schutz von Minderjährigen (Neufassung aus dem Jahr 2006).

Verfassung der Volksrepublik China
Die Ehe, Familie, Mütter und Kinder genießen gemäß Artikel 49 der chinesischen Verfassung den Schutz des Staats. Eltern sind verpflichtet, Kinder unter dem Alter von 18 Jahren zu betreuen und erziehen.

Artikel 46 der Verfassung Chinas (1982) legt fest, dass es Aufgabe des Staates ist, die moralische, intellektuelle und physische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Des Weiteren stehen Kinder nach Artikel 49 unter staatlichem Schutz und ihre Misshandlung ist verboten. Artikel 49 besagt ebenfalls, dass Eltern verpflichtet sind, unmündige Kinder zu pflegen und zu erziehen, und dass erwachsene Kinder verpflichtet sind, ihre Eltern zu unterhalten und zu unterstützen.

Gesetz zum Schutz von Minderjährigen (1992, und Neufassung aus dem Jahr 2006)

Das Gesetz zum Schutz von Minderjährigen wurde im September 1991 vom Nationalen Volkskongress verabschiedet und trat am 1. Januar 1992 in Kraft. Es ist das erste Gesetz der Volksrepublik, das explizit den Jugendschutz zum Thema hat, und stellt einen wichtigen Schritt für den Kinder- und Jugendschutz des Landes dar. Im Jahr 2006 wurde das Gesetz neu aufgelegt.

Das Gesetz zum Schutz von Minderjährigen präzisiert die in der Verfassung festgelegten Zielsetzungen. Als Minderjährige gelten dabei alle Personen unter 18 Jahren. Ziel des Gesetzes ist es, 
• die körperliche und mentale Gesundheit von Minderjährigen zu fördern, 
• ihre gesetzlichen Rechte und Interessen zu gewährleisten,
• ihre moralische, intellektuelle und körperliche Entwicklung zu fördern sowie 
• die Minderjährigen zu Nachfolger(inne)n der sozialistischen Sache zu erziehen.

Neben den staatlichen Organen und Einrichtungen sind die Familie, die Schule und die Gesellschaft explizit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen verpflichtet. Die Kommunistische Jugendliga, die Frauenverbände, Gewerkschaften, Jugend- und Studierendenverbände sowie die Jungpioniere und andere soziale Organisationen sind darüber hinaus aufgefordert, die Regierung beim Jugendschutz zu unterstützen. 

Nach dem Gesetz sind Eltern unter anderem dazu verpflichtet, ihre Kinder zu beaufsichtigen und zu schützen, sie nicht zu misshandeln, gegen ihren Willen zu verheiraten oder zum Schulabbruch zu zwingen. Eltern und andere Aufsichtspersonen, die dagegen verstoßen, machen sich strafbar.

Neben der Gewährleistung des Unterrichts sind die Schulen aufgefordert, den minderjährigen Schüler(inne)n Hilfen für ihr Leben mit auf den Weg zu geben. Das Recht der Minderjährigen auf eine schulische Ausbildung ist zu respektieren. Schüler/-innen dürfen deshalb nicht willkürlich von der Schule verwiesen werden. Körperliche Bestrafung und alle anderen Aktivitäten, die die Würde der Kinder und Jugendlichen verletzen können, sind verboten.

Chinesisches Haus
Chinesisches HausBild: © Elwynn / fotolia.com

Gesetz zu den Schutzpflichten der Gesellschaft (1991)
Die Regelungen des Gesetzes zu den Schutzpflichten der Gesellschaft sind vielfältig und reichen von der Förderung sozialer und kultureller Aktivitäten für Minderjährige über Rauchverbote in Klassenräumen bis zum Verbot der Vertreibung jugendgefährdender Medien an Jugendliche. Des Weiteren legt das Gesetz fest, dass Jugendliche erst ab einem Alter von 16 Jahren eingestellt werden dürfen und im Alter zwischen 16 und 18 Jahren bei der Arbeit besonderen Schutzbestimmungen unterliegen.

Minderjährige unter 14 Jahren gelten als nicht strafmündig. Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren werden nur für schwere Straftaten wie Mord, Vergewaltigung oder Drogenhandel verantwortlich gemacht und erhalten mildere Strafen. Minderjährige zwischen 16 und 18 Jahren gelten als voll strafmündig, erhalten aber mildere Strafen. So soll beispielsweise die Todesstrafe bei Jugendlichen unter 18 Jahre nicht angewandt werden. 

Bei der Polizei und vor Gericht genauso wie im Strafvollzug werden Minderjährige getrennt von Erwachsenen behandelt. Alle Gerichtsverfahren, die Minderjährige betreffen, sind nicht öffentlich zu verhandeln. 

Der vollständige Text des Gesetzes auf Englisch ist unter http://en.chinacourt.org/public/detail.php?id=228&k_title=youth&k_content=youth&k_author zu finden.

Gesetz zur Vorbeugung jugendlicher Straftaten (1999)
Das Gesetz ist eine Reaktion auf die starke Zunahme der Jugendkriminalität in China und spiegelt den sozialen und politischen Willen wider, das Jugendstrafsystem zu legalisieren und zu definieren. 

Die Bekämpfung von Kriminalität wird in dem Gesetz als Aufgabe für alle gesellschaftlichen Kräfte beschrieben und die Bemühungen darum in drei Stufen eingeordnet:

  1. Alle Jugendlichen sollten Ziel von rechtlicher und moralischer Erziehung sein, bevor sie in kriminelle Aktivitäten verstrickt werden können. 
  2. Jugendliche, die kleinere Delikte begangen haben, sollten entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen erfahren, um schlimmere Straftaten zu vermeiden. 
  3. Rückfällig gewordene Jugendliche sind Ziel besonderer Vorbeugungsmaßnahmen, um eine tiefe und chronische Verstrickung in kriminelle Aktivitäten zu verhindern. 

Das Gesetz der Volksrepublik China zur Schulpflicht (1986, Neufassung aus dem Jahr 2006) gewährleistet, dass alle Kinder in China Anspruch auf neun Jahre kostenlosen, verpflichtenden Schulunterricht haben. Die Erstfassung dieses Gesetzes stammt aus dem Jahr 1986 (damals Bildungsgesetz (Englische Version)). Der Staat ist zur Errichtung eines Systems einer neunjährigen Schulpflicht verpflichtet. Der Staat, die Gemeinschaft, Schulen und Familien sind gemäß diesem Gesetz verpflichtet, das Recht auf die verpflichtende Schulbildung von Kindern und Jugendlichen im Schulalter zu schützen. Der Staat darf für schulpflichtige Schüler/-innen kein Schulgeld verlangen und ist verpflichtet, ein System von Beihilfen einzurichten, um den Schulbesuch armer Kinder zu unterstützen. Lokale Volksregierungen auf verschiedenen Ebenen sind verpflichtet, für alle Kinder und Jugendlichen im Schulalter Bedingungen zu schaffen, die ihnen einen Schulbesuch und die Erfüllung ihrer Schulpflicht ermöglichen. Wo schulpflichtige Kinder und Jugendliche nicht an einer Schule angemeldet sind und die verpflichtende Schulbildung nicht erhalten (außer Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Krankheit oder anderen besonderen Umständen von ihrer kommunalen Volksregierung vom Schulbesuch befreit sind), hat die jeweilige lokale Volksregierung die Eltern oder Vormunde dieser Kinder oder Jugendlichen zu ermahnen und kritisieren und wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, um den Schulbesuch dieser Kinder oder Mündel anzuordnen.

Weitere Gesetze, die den Schutz von Kindern und Jugendlichen berühren:

  • Adoptionsgesetz 
  • Arbeitsgesetz 
  • Gesetz über Lehrer/-innen 
  • Gesetz zum Schutz der Rechte und Interessen von Frauen 
  • Gesetz zum Schutz von Menschen mit Behinderungen 
  • Gesetz zur Gesundheitsfürsorge für Kinder und deren Mütter 

sowie diverse Regelungen für die Umsetzung dieser und anderer relevanter Gesetze.

Die Volksrepublik China hat 1991 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet und zu deren Umsetzung das Nationale Programm für die Entwicklung von Kindern verabschiedet.

Link
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=China - Wiki zu Kinderrechten in China

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Altersbezogene gesetzliche Regelungen

Schulpflicht

  • Beginn der Schulpflicht: 6 Jahre 
  • Ende der Schulpflicht: 15 Jahre 

Mündigkeit

  • Bedingte Strafmündigkeit: 14 Jahre 
  • Volle Strafmündigkeit (aber mildere Strafen): 16 Jahre 
  • Volljährigkeit: 18 Jahre  

Arbeit

  • Erlaubnis eingestellt zu werden (mit besonderen Schutzbestimmungen): 16 Jahre 

Führerschein

  • PKWs, Motorräder: 18 Jahre 
  • kleine Busse, LKWs: 21 Jahre 
  • Traktoren: 24 Jahre 
  • große Busse: 26 Jahre 

Weiteres

  • Beginn der drei- bis vierjährigen Wehrpflicht für Männer: 18 Jahre 
  • aktives und passives Wahlrecht: 18 Jahre 
  • Erlaubnis zum Kauf von alkoholischen Getränken: 18 Jahre 

Anders als in Deutschland wird der Begriff "Jugendliche/-r" in China zum Teil recht weit interpretiert. So werden beispielsweise in Statistiken des Ministeriums für Arbeit und Soziale Sicherheit Personen bis 35 Jahre in die Kategorie "Jugendliche" eingeordnet. Die Altersgrenze für die Nominierung von Personen als "verdienstvolle jugendliche Einzelmitglieder" der Kommunistischen Jugendliga liegt gar bei 40 Jahren. Es gibt allerdings Diskussionen über diese weite Auslegung der Altersgrenze. – Ein Beitrag zu dieser Debatte findet sich unter http://blogs.wsj.com/chinarealtime/2008/04/22/youth-day-whats-age-got-to-do-with-it/?mg=blogs-wsj&url=http%253A%252F%252Fblogs.wsj.com%252Fchinarealtime%252F2008%252F04%252F22%252Fyouth-day-whats-age-got-to-do-with-it

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Finanzierung

Yuan Banknoten
Yuan BanknotenBild: moerschy / pixabay.com

Staatliche Förderung

In China erhalten verschiedene Organisationen von der Zentralregierung, von Lokalregierungen oder staatlichen Stellen finanzielle Unterstützung. Es gibt allerdings keinen eindeutigen Betrag, der jährlich für die Kinder- und Jugendarbeit aufgewendet wird, und die Finanzierung ist von Provinz zu Provinz und Stadt zu Stadt unterschiedlich.

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Es existieren verschiedene Stiftungen und wohltätige Organisationen, deren Arbeit sich auf die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen konzentriert, und die Zahl der nationalen und internationalen Stiftungen zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in China ist insbesondere in den letzten Jahren gewachsen.

China Youth Development Foundation (Stiftung zur Entwicklung der chinesischen Jugend/CYDF)
Die China Youth Development Foundation ist der Förderung der Kapazitäten und Kompetenzen junger Menschen verpflichtet und möchte ein Umfeld schaffen, das dem Wachstum junger Menschen zuträglich ist. Sie stellt hierfür Hilfsangebote bereit und vertritt die Interessen und sozialen Anliegen junger Menschen. Die CYDF lancierte im Oktober 1989 das Projekt Hoffnung, eines der größten und einflussreichsten philanthropischen Programme Chinas. Das Projekt Hoffnung sammelte bis 2013 insgesamt 9,757 Milliarden RMB Yuan (von denen die CYDF 3,167 Milliarden aufbrachte), unterstützte über 4,9 Millionen finanziell benachteiligte Schüler/-innen (Primar- und Sekundarstufe) und Studierende in ländlichen Gebieten und errichtete 18.335 Hoffnungs-Grundschulen und etwa 20.604 Hoffnungs-Minibüchereien.

China Child and Teenagers’ Fund (China-Fonds für Kinder und Teenager/CCTF)
Der China Child and Teenagers’ Fund war die erste nationale wohltätige Stiftung des Landes. Der CCTF arbeitet unter der Aufsicht des Allchinesischen Frauenverbands (ACWF) und erhielt vom Ministerium für Zivilangelegenheiten der VR China mit 5A die höchste Bewertung, die für Stiftungen in China erreichbar ist. Aufgabe des CCTF ist die Betreuung, Förderung, Erziehung und Bildung von Kindern und Teenagern in China sowie die Unterstützung der Regierung in der Verbesserung der Bildungs- und Sozialsituation von Kindern und Teenagern. Der CCTF verwaltet vier philanthropische Markenprojekte: das Projekt Frühlingsknospe sowie die Projekte Sicheres und gesundes Wachstum, Glückliches Zuhause für Kinder und HELLO Kids.

Children’s Hope Foundation (Stiftung Hoffnung für Kinder) Die Children’s Hope Foundation fördert den Respekt für das Leben, indem sie bedürftigen Kindern ein Zuhause, Gesundheit und Hoffnung bietet.

China Charities Aid Foundation for Children (China-Stiftung Hilfe für Kinder) Die 2009 gegründete China Charities Aid Foundation for Children unterstützt obdachlose Kinder und Jugendliche, Waisen (auch Waisen mit HIV/Aids) und Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf.

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Fußnoten

1 Vgl. Zhang, Ye: China’s Emerging Civil Society, in: The Brookings Institution - Center for Northeast Asian Policy Studies, 2003, S. 17. (Abruf: 28.01.09)

Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Chinesische Schriftzeichen.
Chinesische Schriftzeichen.Bild: quillau / pixabay.com

n In der Volksrepublik China gibt es kein Ministerium, das explizit für Jugendfragen verantwortlich ist. In China erbringen verschiedene staatliche Ministerien und Stellen Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche und tragen für die Kinder- und Jugendarbeit Verantwortung. Eine zentrale Stellung innerhalb der politischen Struktur des Landes nimmt der Allchinesische Jugendverband (All China Youth Federation - ACYF) ein, der gleichzeitig auch als Dachverband von chinesischen Jugendorganisationen fungiert. Die Kommunistische Jugendliga ist zentrale Mitgliedsorganisation des Allchinesischen Jugendverbandes, was den Allchinesischen Jugendverband dazu befähigt, bei allen jugendspezifischen Fragen auf allen Ebenen Einfluß zu nehmen. (Weitere Informationen zur Kommunistischen Jugendliga unter Jugendarbeit > Jugendverbandsarbeit

Ebenso übernimmt der ACYF die Koordinierung der Regierungsaufgabe in Jugendfragen und Jugendpolitik. Zu den Aufgaben zählen die Förderung der Umsetzung von Gesetzen und Politiken zum Schutz der Rechte und Interessen von jungen Menschen und als Pilotaufgabe der Aufbau von Serviceeinrichtungen. Zudem ist der ACYF von der chinesischen Regierung mit dem Recht betraut worden, Verträge und Kooperationen mit internationalen Organisationen sowie nationalen Jugendringen und Regierungsstellen im Ausland abzuschließen. – Weitere Informationen unter Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte sowie auf der Homepage des Allchinesischen Jugendverbands unter www.qinglian.org/YouthFederation/index/201311621.htm (Kurzversion auf Englisch unter www.acyf.org.cn).

Das Ministerium für Zivilangelegenheiten der VR China, das für Angelegenheiten der Sozialverwaltung zuständige Ministerium beim Staatsrat, erbringt Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und Senioren auf nationaler, lokaler und Gemeinschaftsebene. Das Ministerium hat die folgenden Hauptaufgaben:

  • Erarbeitung von Entwicklungsplänen und Politiken für zivile Angelegenheiten
  • Management der Registrierung und Begleitung sozialer Gruppen, Fonds und privater „Nichtunternehmenseinheiten“
  • Erarbeitung von Strategien für die Katastrophenhilfe
  • Organisation und Koordination von Hilfeleistungen
  • Erarbeitung von Plänen, Politiken und Normen für die Sozialhilfe
  • Bereitstellung von Subventionen für Stadt- und Landbewohner und Erbringung medizinischer und zeitlich befristeter Hilfeleistungen
  • Formulierung von Entwicklungsplänen, Politiken und Normen für Sozialleistungen
  • Entwicklung von Richtlinien für Heiraten, Todesfälle und Bestattungen

Die Behörde für Sozialleistungen und wohltätige Organisationen ist für Sozialdienste für Senioren, Waisen, Menschen mit Behinderungen und andere hilfsbedürftige Gruppen verantwortlich.
Offizielle Website: www.mca.gov.cn

Das chinesische Bildungsministerium ist für das Schul- und Unterrichtswesen sowie für die Umsetzung der Sprachenpolitik im Land zuständig. Unter seiner Führung werden die Leitlinien und Strategien der Regierung umgesetzt. Des Weiteren ist das Bildungsministerium für die Lehrer(innen)ausbildung und die Hochschulen verantwortlich. - Ausführliche Informationen zum Bildungsministerium und dem chinesischen Bildungssystem sind auf der Homepage des Bildungsministeriums unter www.moe.edu.cn/publicfiles/business/htmlfiles/moe/moe_2792 zu finden (auf Englisch).

Alle diese Ministerien und staatlichen Stellen, die in Provinzen, Groß- und Kleinstädten jeweils über Niederlassungen vertreten sind, leisten Jugendarbeit und fördern die Entwicklung junger Menschen. Die Jugendarbeit setzt in verschiedenen Regionen unterschiedliche Schwerpunkte.

Auch beim Nationalen Arbeitsausschuss für Frauen und Kinder beim chinesischen Staatsrat geht es um Kinderthemen. Die Mitgliedsorganisationen dieses Arbeitsausschusses, dem aktuell 33 Ministerien, Kommissionen und NGOs angehören, werden vom Staatsrat gebilligt. Der Ausschuss bildet die Abteilung für Frauen- und Kinderarbeit des Staatsrats, und ihm obliegt die Koordination und Unterstützung staatlicher Stellen bei der Umsetzung von gesetzlichen und sozialpolitischen Maßnahmen mit Auswirkung auf Frauen und Kinder. Der Ausschuss setzt seit seiner Gründung die grundlegende Staatspolitik für die Gleichheit von Frauen und Männern um, befolgt den Grundsatz „Kinder zuerst“ und arbeitet für gute Lebensbedingungen, den Schutz und die Förderung von Frauen und Kindern. (Aufgaben der Ausschusses im Detail als pdf)

Weitere Ministerien mit kinder- und jugendrelevanten Aufgaben:

  • Ministerium für Arbeit und soziale Sicherung (Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsförderung)
  • Ministerium für Gesundheit
  • Justizministerium
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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Junge Frauen springen in die Höhe.
Junge Frauen springen in die Höhe.Bild: 393334 /pixabay.com

Der Staatsrat gab 2001 das Nationale Förderprogramm für Kinder (2001–2010) bekannt. Dieses Programm gab wichtige Zielsetzungen, Strategien und Maßnahmen in den vier Bereichen Kindergesundheit, Bildung, rechtliche Absicherung und Umwelt vor, und wichtige Ziele des Programms wurden bis Ende 2010 erreicht. So haben sich z. B. die Gesundheit und der Ernährungszustand von Kindern stetig verbessert.

Das sich anschließende Nationale Förderprogramm für Kinder http://www.womenofchina.cn/womenofchina/html1/source/1502/997-1.htm(2011-2020) (China National Program for Child Development, in Englisch) legte konkrete Ziele in fünf Bereichen fest: Gesundheit, Schulbildung, soziale Versorgung und Dienstleistung, soziales Umfeld, gesetzlicher Schutz. Es wurde im Einklang mit relevanten Gesetzen und Vorschriften erarbeitet. Es entspricht außerdem den Zielsetzungen des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes, den allgemeinen Zielsetzungen und Anforderungen Chinas wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung sowie der Sachlage der Entwicklung von Kindern in China. Regelmäßig wird überprüft, ob diese Ziele erreicht worden sind. Nach Daten des Nationalen Statistikamtes, die am 27.10.2017 veröffentlicht wurden, wurden manche Ziele bereits 2016 erreicht. (Quelle: Dr. Wei Zhang)

Kampagnen

Die Kinder- und Jugendarbeit konzentriert sich derzeit insbesondere auf die Förderung junger Menschen, u. a. durch Bildung und die Integration junger Migrantinnen und Migranten in Großstädten, sowie auf zurückgelassene Kinder und Jugendliche in ländlichen Gebieten. Chinas nationales Förderprogramm für Kinder erklärt die Umsetzung der Förderstrategie, insbesondere im Umfeld der Bildung, zur Priorität, um den Rechtsanspruch von Kindern auf Bildung zu schützen, eine gleichbleibende Qualität grundlegender öffentlicher Bildungsdienste zu gewährleisten, die Bildung von Kindern aus ethnischen Minderheiten und in von ethnischen Minderheiten besiedelten Regionen zu beschleunigen, wissenschaftliche Orientierungshilfen zur Erziehung von Kindern im Alter von 0–3 Jahren bereitzustellen, den Aufbau der Vorschulbildung für Kinder im Alter von 3–6 Jahren voranzutreiben, die Chancengerechtigkeit für von Migration betroffene Kinder in der verpflichtenden Schulbildung sicherzustellen und vieles mehr. Gleichzeitig sind Tendenzen zum Auf- bzw. Ausbau einer umfassenden „institutionalisierten“ Unterstützungs…. Zu erkennen.

Im Jahr 2016 haben das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und der Staatsrat Chinas einen mittel- und langfristigen Jugendentwicklungsplan Chinas (2016-2025) (in Chinesisch) aufgestellt, kurz: Jugendentwicklungsplan. In diesem Plan bezieht sich der Begriff „Jugendliche“ auf die Altersspanne 14 bis 35 Jahre.

Der Jugendentwicklungsplan konzentriert sich auf die Themen:

  • Bildung (s. Kapitel BILDUNG unter Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich),
  • Gesundheit (s. Kapitel GESUNDHEIT unter Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich),
  • Partnerschaft und Ehe von Jugendlichen,
  • Gewährleistung der Rechte der Jugendlichen,
  • Kriminalitätsprävention sowie
  • soziale Sicherungssysteme

Beim Thema Partnerschaft und Ehe von Jugendlichen legt der Jugendentwicklungsplan folgende Entwicklungsziele fest: Die Jugendlichen sollen ein moderneres, positiveres und vernünftigeres Verständnis von Partnerschaft und Ehe entwickeln, die Qualität von Eheschließung, Familiengründung für Jugendliche und Reproduktionsmedizin sollen verbessert werden. Ebenso sollen die Jugendlichen bei der Partnersuche und Eheschließung unterstützt werden, d.h. es werden z.B. Veranstaltungen gefördert, die zum Kennenlernen und Austausch unter den Jugendlichen beitragen.

Thema Gewährleistung der Rechte der Jugendlichen: Ziel ist es, Verbrechen wie Kinderhandel und -entführung, sexuellen Missbrauch oder das Aussetzen bzw. die Misshandlung von Minderjährigen streng zu bekämpfen. Der Jugendentwicklungsplan sieht vor, Gesetze und Regelungen in den Bereichen des elektronischen Geschäftsverkehrs, des Schutzes persönlicher Daten des Einzelnen und der Verwaltung der Informationen im Internet zügiger zu erstellen, sowie "Richtlinien zum Schutz der Minderjährigen im Internet" zu verabschieden. Darüber hinaus soll die Verbreitung von Inhalten über Gewalt, Pornographie, Glücksspiel, Aberglaube und Sekten bekämpft werden.

Thema Kriminalitätsprävention: Der Jugendentwicklungsplan sieht vor, die gemäß der Gesetze geforderten Strafen zu vollziehen, um Mobbing und Gewalt in allen Bildungseinrichtungen einzudämmen. Gleichzeitig müssen die Funktionen der Vormundschaft der Familie und die Bildungsfunktion der Schulen und Hochschulen bei der Erziehung hervogehoben werden. Darüber hinaus muss verhindert werden, dass die Kinder und Jugendlichen den Kontakt zur Familie, Schule bzw. Hochschule abbrechen, so dass rechtzeitig, bei abweichendem Verhalten der Jugendlichen, gezielte Präventionsmaßnahmen durchführen zu können.

Thema soziale Sicherungssysteme: Konkrete Maßnahmen sehen vor, den Kindern auf dem Land, die von den Elten bei Verwandten oder der Familie zurückgelassen wurden, tatkräftig zu helfen, um Probleme wie Schulabbruch, Verwahrlosung, psychische Fehlentwicklungen oder fehlender Schutz zu lösen.

Quelle: http://www.nj.gov.cn/xxgk/qzf/gcq/201704/t20170419_4440033.html und Jugendentwicklungsplan (2016-2025)

 

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit setzt die Regierung auf 

  • die Schaffung von Arbeitsplätzen für Jugendliche,
  • die Verbesserung der Arbeitsmarktfähigkeit von Jugendlichen durch bessere Ausbildung und Schulung,
  • die Förderung von Unternehmertum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie 
  • den Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Jugendlichen. 

Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Regierungsmaßnahmen spielt der Allchinesische Jugendverband. Er unterhält rund 650 Arbeitsvermittlungszentren im ganzen Land, die Jugendlichen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern sollen, indem sie bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen helfen. Darüber hinaus gibt es mehr als 100 so genannte "Start Your Business"-Trainingszentren, die junge Menschen beim Erlernen von Gründerfähigkeiten unterstützen und Starthilfe für Jungunternehmen geben. Des Weiteren werden an Universitäten "Know About Business"-Projekte angeboten, die Hochschüler(inne)n schon zu Studienzeiten relevante Kenntnisse über die Geschäftswelt vermitteln sollen. Auch spielt seit einigen Jahren die Informationen und Beratung über Berufswahl, Praktika und Existenzgründung für Jugendliche eine immer größere Rolle. (Informationen zum Beratungsprogramm finden Sie im Kapitel Jugendinformation.)

Weitere Maßnahmen des Allchinesischen Jugendverbands zur Förderung der Jugendbeschäftigung:

  • Modellarbeiter-Kampagne für Jugendliche (Youth Model Worker Campaign) – Kampagne in staatseigenen Betrieben, an der sich bis 2004 rund 40 000 Unternehmen und 30 Millionen junge Arbeiter/-innen beteiligt haben. 
  • Plan zur Aktivierung von fachlichen Kompetenzen von jungen Arbeiter(inne)n (Skill Vitalization Plan for Young Workers). 
  • Kompetenztrainingsprojekt für eine Million junge arbeitlose Arbeiter/-innen (Skill Training Project for a Million Young Laid-off Workers). 
  • Trainingsprojekt in den Bereichen Wissenschaft und Technologie für junge Landwirte (Century-spanned Science and Technology Training Project for Young Farmers). 
  • "Funkele in den westlichen Regionen"-Programm (Sparkle in Western Regions Programme) – Ziel dieses Programms ist es, Jugendliche mit den notwendigen beruflichen Fähigkeiten auszustatten, so dass sie in ihren Heimatregionen im Westen Chinas Arbeit finden. 
  • Plan der eintausend Schulen, eine Million junger Wanderarbeiter/-innen in den Städten zu schulen (Plan of One Thousand Schools to Train a Million Young Migrant Workers in Cities). 
  • Qualitätsentwicklungsplan für Studierende (College Student Quality Development Plan) – Beschäftigungstraining und Coaching für Studierende, um sie besser auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. 
  • Plan zur Förderung von berufsvorbereitenden Praktika für Jugendliche (Pre-employment Internship Plan for the Youth).

Viele Projekte werden in Zusammenarbeit mit dem Youth Employment Network Office China (www.ilo.org/public/english/employment/yen) umgesetzt, das 2005 im Rahmen einer Kooperation des Allchinesischen Jugendverbands mit den Vereinten Nationen, der Weltbank und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eingerichtet wurde.

In Bezug auf die Jugendkriminalität und ihre Bekämpfung bzw. Vorbeugung hat in den letzten Jahren eine Annäherung an Konzepte anderer Länder stattgefunden. So steht bei der Bestrafung junger Straftäter/-innen mittlerweile der mit der Strafe verbundene Erziehungsansatz im Mittelpunkt und die Strafen für Jugendliche fallen entsprechend geringer aus. Darüber hinaus wurde die Präventionsarbeit professionalisiert. Seit 2001 koordiniert eine Führungsgruppe zur Präventionsarbeit im Bereich Jugendkriminalität (Leading Group on Juvenile Delinquency Prevention Work) die Aktivitäten und in allen Provinzen des Landes wurden Einrichtungen zur Umsetzung der Präventionsmaßnahmen aufgebaut. 

Bei der Präventionsarbeit setzt die Regierung auf einen lokalen Ansatz. Seit 2002 wurden im Rahmen des gemeindebasierten Präventionsprojekts "Jugendkriminalität" (Community-based Juvenile Delinquency Prevention Project) zunächst 50 Pilotdistrikte ausgewählt, in denen Mechanismen, Organisationen, Einrichtungen und Arbeitsgruppen zur Präventionsarbeit aufgebaut wurden. Ziel ist es, das Umfeld für Jugendliche unter anderem durch Bildungs- und Freizeitangebote sowie psychologische Dienste zu ändern, um so ein "Abdriften vom rechten Weg" zu verhindern. Dabei wird eng mit den lokalen Behörden, Familien, Schulen und weiteren relevanten Akteuren zusammengearbeitet. 

Ein weiterer Schwerpunkt der chinesischen Kinder- und Jugendpolitik ist der Bereich der Freiwilligendienste. Im aktuellen Fünf-Jahres-Plan der chinesischen Regierung (2011-2015) wird das Potenzial von sozialen Organisationen und freiwilligem Engagement zur Stärkung der lokalen Gemeinschaft hervorgehoben. Für die chinesische Regierung sind dabei drei Punkte besonders wichtig: Methode für ideologische Erziehung, Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft und Element zur Förderung der sozialen Kompetenz der Jugendlichen. 
Die chinesische Regierung führt verschiedene Freiwilligenprogramme im Jugendbereich durch, die zum Teil vom Allchinesischen Jugendverband umgesetzt werden. Informationen zu diesen Programmen finden Sie unter www.acyf.org.cn/2009-12/25/content_3314913.htmhttp://www.acyf.org.cn/2009-12/25/content_3314913.htm
Insbesondere im sozialen Bereich setzt die chinesische Regierung zunehmend auf soziale Organisationen. Diese Organisationen stehen in enger Verbindung zur lokalen Bevölkerung und deren Bedürfnissen und ihre Arbeit basiert in hohem Maße auf freiwilligem Engagement. So ist freiwilliges Engagement zu einem wichtigen Motor der gesellschaftlichen Entwicklung geworden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Kapitel Freiwilliges Engagement.

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das Zentrum für Jugend- und Kinderforschung Chinas (China Youth and Children Research Center - CYCRC) ist ein von der chinesischen Regierung gefördertes nationales Forschungsinstitut, das sich aus verschiedenen untergeordneten Einrichtungen zusammensetzt. Es ist das einzige nationale Institut, das sich bei seiner Forschung auf Kinder und Jugendliche sowie verwandte Themen spezialisiert hat. Ziel ist es, durch theoretische Grundlagen und Informationen die Entwicklung der Jugend in China zu fördern. Das Institut veröffentlicht jährlich mehrere Studien, darunter Berichte über die Situation von Kindern und Jugendlichen in China.

Das Zentrum für Jugend- und Kinderforschung Chinas setzt sich zusammen aus 

  • dem Jugendforschungsinstitut (Youth Research Institute
  • dem Kinderforschungsinstitut (Children's Research Institute
  • dem Forschungsinstitut zur Jugendarbeit (Youth Work Research Institute
  • dem Forschungsinstitut zur Geschichte der Jugendbewegung (Research Institute of the History of Youth Movement
  • dem Institut für Internationale Jugend- und Kinderforschung (Institute of International  Youth and Children Research
  • der Informationsabteilung (Information Department
  • den herausgebenden Büros für das Journal of China Youth Study und das Journal of China Children Study 

Des Weiteren hat das Zentrum einige Forschungs- und Trainingseinrichtungen aufgebaut, die sich mit speziellen Themen und deren Umsetzung beschäftigen, darunter die Büros für Familienbildungs- und Alleinerziehendenforschung und eine Trainingsbasis für junge Militärangehörige. – Die Homepage des Forschungszentrums findet sich unter www.cycs.org (nur auf Chinesisch). 

Treppe in Hongkong mit Comicfiguren.
Treppe in Hongkong mit Comicfiguren.Bild: falco / pixabay.com

Die Stiftung zur Entwicklung der chinesischen Jugend (China Youth Development Foundation - CYDF) wurde 1989 als nicht-staatliche und gemeinnützige Organisation vom Allchinesischen Jugendverband, dem Allchinesischen Studierendenverband sowie der Arbeitskommission der Jungen Pioniere Chinas gegründet. Die Stiftung wirbt um Unterstützung bei in- und ausländischen Organisationen sowie bei Einzelpersonen für die Förderung von chinesischen Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Technologie, Kultur, Gesundheit, Sozialhilfe und Umweltschutz. Des Weiteren setzt sich die Organisation für die Modernisierung des Landes und den Aufbau von Beziehungen zwischen Jugendlichen in aller Welt ein. Das größte und bekannteste Projekt der Stiftung ist das "Projekt Hoffnung", das Schulabbrecher/-innen in armen Gebieten Chinas unterstützt. Partner der Stiftung sind zum Beispiel die International Youth Foundation (www.iyfnet.org), die Weltbank sowie Unternehmen wie Motorola und Coca Cola.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der Allchinesische Jugendverband (ACJV) wurde 1949 als Dachverband chinesischer Jugendorganisationen gegründet. Seine Stellung in der politischen Struktur Chinas kommt der eines Jugendministeriums gleich. Der ACJV ist damit nicht mit einem nationalen Jugendrat nach deutschem Verständnis vergleichbar.

Gegenwärtig hat der Allchinesische Jugendverband 52 Mitgliedsorganisationen (16 landesweite Jugendorganisationen und 36 regionale (provinziale) Jugendräte). Bei Letzteren handelt es sich um Vereinigungen von Jugendorganisationen auf der Ebene von Provinzen, autonomen Regionen oder zentral verwalteten Stadtbezirken. Diese Zusammenschlüsse sind gegenüber dem ACJV weisungsgebunden. Des Weiteren sind die Jugendsektionen der Einrichtungen, die direkt dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und den zentralen Staatsorganen unterstellt sind, Mitglied im ACJV. Gleiches gilt für die Jugendsektionen der zivilen Luftfahrtverwaltung, der nationalen Finanzinstitutionen und der staatseigenen Unternehmen. Darüber hinaus gibt es rund 1800 "verdienstvolle jugendliche Einzelmitglieder" des ACJV auf nationaler und 60 000 ebenso "verdienstvolle jugendliche Einzelmitglieder" auf Provinz- und Lokalebene. Diese haben sich durch herausragende Fähigkeiten (zum Beispiel in Sport, Kultur oder Wissenschaft) ausgezeichnet und werden auf Empfehlung der Mitgliedsorganisationen vom ACJV ausgewählt. 

Unter den Mitgliedsorganisationen des ACJV kommt der Kommunistischen Jugendliga der Volksrepublik China als Kernorganisation eine zentrale Stellung zu. Zwischen ihr und dem ACJV bestehen enge strukturelle und personelle Verflechtungen. So hält die Kommunistische Jugendliga im höchsten Gremium des ACJV die Mehrheit und stellt damit meist den Präsidenten bzw. die Präsidentin. Des Weiteren greift der ACJV für die Umsetzung seiner Aufgaben häufig auf die Strukturen der Kommunistischen Jugendliga auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zurück. – Weitere Informationen zur Kommunistischen Jugendliga im Kapitel Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich.

Das höchste Gremium des Allchinesischen Jugendverbands ist das Nationalkomitee. Es setzt sich aus von den Mitgliedsorganisationen empfohlenen Personen zusammen, die persönlich vom ACJV auf fünf Jahre berufen werden. Die Anzahl der Mitglieder/-innen variiert. Derzeit liegt sie bei etwa 77 000. Das Nationalkomitee wählt eine/-n Präsident/-in und mehrere Vizepräsident(inn)en (derzeit 22), die dem Gremium vorsitzen. Es ist verpflichtet, während seiner Amtszeit zwei Plenarsitzungen abzuhalten. Hauptaufgabe des Nationalkomitees ist es, die wichtigsten Leitlinien für die Arbeit, die Aufgaben und die Aktivitäten des Allchinesischen Jugendverbands festzulegen. 

Zwischen den Sitzungen des Nationalkomitees steht der Ständige Ausschuss dem Allchinesischen Jugendverband vor und ist für die Beschlussfassung und die Kontrolle des Präsidiums zuständig. Seine Mitglieder/-innen (etwa 230) werden vom Nationalkomitee gewählt. Der/die Präsident/-in und die Vizepräsident(inn)en des Nationalkomitees sind qua Amt auch Vorsitzende dieses Gremiums, das einmal pro Jahr tagt. 

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben unterhält der Allchinesische Jugendverband in Peking eine Geschäftsstelle mit rund 200 Mitarbeiter(inne)n. Sie gliedert sich in 13 Abteilungen und wird von einem/einer Generalsekretär/-in und dessen/deren Stellvertreter(inne)n geleitet. Angesichts der Doppelfunktion des ACJV und der Größe des Landes erscheint die Zahl der Mitarbeiter/-innen in der Geschäftsstelle auf den ersten Blick als gering. Hier muss beachtet werden, dass der ACJV für die Ausübung seiner Aufgaben auf die Strukturen der Kommunistischen Jugendliga zurückgreift und ihm somit rund 180 000 hauptamtliche Jugendarbeiter/-innen auf verschiedenen Ebenen bei Bedarf zur Verfügung stehen. 

Abbildung: Organisationsstruktur des Allchinesischen Jugendverbands

Organigramm des Allchinesischen Jugendverbands mit Nationalkomitee an der Spitze, gefolgt vom Ständigen Ausschuss, dem Präsidium und der Geschäftsstelle - Grafik: DIJA
Organigramm des Allchinesischen Jugendverbands mit Nationalkomitee an der Spitze, gefolgt vom Ständigen Ausschuss, dem Präsidium und der Geschäftsstelle - Grafik: DIJA

Laut Satzung hat der Allchinesische Jugendverbands unter anderem folgende Zielsetzungen: 

  • das Banner des Patriotismus und des Sozialismus hochzuhalten,
  • junge Menschen aller ethnischen Gruppen und sozialen Schichten zu vereinen und zu erziehen,
  • sie zu ermutigen, den Marxismus-Leninismus, Mao Zedongs Gedanken, den Sozialismus chinesischer Prägung sowie die moderne Wissenschaft, Technologie und das kulturelle Wissen zu studieren,
  • die legitimen Rechte und Interessen junger Menschen aller ethnischen Gruppen und sozialer Schichten zu repräsentieren und zu gewährleisten,
  • junge Menschen anzuleiten, am sozialen Leben auf aktive und gesunde Weise teilzunehmen, und ihnen Dienste für ihre Entwicklung anzubieten,
  • aktiv die Kontakte und die Vereinigung mit jungen Menschen in Taiwan, Hongkong und Macao sowie mit in Übersee lebenden Chines(inn)en auszuweiten sowie 
  • die Verbindung und die Freundschaft mit jungen Menschen in aller Welt zu stärken.

Die Arbeitsschwerpunkte des Allchinesischen Jugendverbands werden vom Nationalkomitee gemäß den Schwerpunkten der chinesischen Regierung festgelegt. Dabei hat der/die Präsident/-in die Möglichkeit, diese Arbeitsschwerpunkte entsprechend seiner/ihrer Spezialgebiete zu modifizieren, wobei der vorgegebene Rahmen jedoch erhalten bleiben sollte. Ferner richten sich die Programme und Maßnahmen des ACJV im Kern nach den in der Satzung festgeschriebenen Zielen, wie etwa die Förderung der Jugendpartizipation, die gesunde Entwicklung der Jugend oder die Vertretung der legitimen Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen. In diesem Zusammenhang führt der ACJV Programme und Aktivitäten in den Bereichen Beschäftigung, Kultur und Sport, Jugendbeteiligung, Freiwilligendienste und Umweltschutz durch. Darüber hinaus werden Fortbildungen zu den Themen Schutz der Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen, Wissenschaft und Technik angeboten.

Zu den vom Allchinesischen Jugendverband betriebenen Einrichtungen gehören etwa 5000 Jugendpaläste, 1800 städtische und 4000 kommunale Jugendzentren sowie knapp 650 Arbeitsvermittlungszentren für Jugendliche. 

Durch seine Mitgliedsstruktur ist der Allchinesische Jugendverband für etwa 300 Millionen Jugendliche zuständig, die sich überwiegend aus etwa 130 Millionen Jungen Pionieren – der Kinderorganisation der Kommunistischen Partei Chinas (Kinder im Alter von 7-14 Jahren) – und 80 Millionen Mitgliedern der Kommunistischen Jugendliga (Jugendliche im Alter von 14-28 Jahren) zusammensetzen. 

Quellen:
All-China Youth Federation/China Youth and Children Research Center: China Youth Report (1995-2004).
Selbstdarstellungsbroschüre des Allchinesischen Jugendverbandes aus dem Jahr 2005.

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Kinder mit roten Fahnen.
Kinder mit roten Fahnen.Bild: BM10777 / pixabay.com

Jugendverbandsarbeit

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit
Da sich die Rolle und der Stellenwert von nicht-staatlichen Organisationen in Deutshcland und in China stark unterscheidet, können deutsche Vorstellungen von Jugendverbänden nicht einfach mit Jugendorganisationen in China gleichgesetzt werden.

In China waren Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im westlichen Sinne bis in die 1980er Jahre hinein verboten. Stattdessen gab es die parteinahen Massenorganisationen. Auch heute bilden diese Massenorganisationen noch einen wichtigen Bestandteil der chinesischen Politik, da sie als "Transmissionsriemen" zwischen Partei und Gesellschaft fungieren. Es gibt rund 2000 nationale Massenorganisationen, darunter etwa 200, die Geldzuweisungen vom Staat erhalten. Unter diesen 200 Organisationen erfreuen sich der Allchinesische Gewerkschaftsbund, der Allchinesische Frauenverband und - für den Jugendbereich - die Kommunistische Jugendliga eines speziellen politischen Status, der ihnen recht großen Einfluss auf die Gesellschaft gewährt.

Mit dem Wandel des politischen Klimas hat sich der NGO-Sektor in China recht schnell entwickelt. Dabei entstanden auch Organisationen, die nach chinesischem Verständnis als NGO betrachtet werden, aus westlicher Sicht aber zu staatsnah sind und deshalb häufig als GONGOs (Government-Organised NGOs) bezeichnet werden. Dazu wird beispielsweise auch die Stiftung zur Entwicklung der chinesischen Jugend gezählt (siehe Kapitel Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen ). Daneben entwickelten sich in den letzten Jahren viele Organisationen, vor allem auf lokaler Ebene, die von engagierten Bürger(inne)n gegründet wurden (grassroots organisations) und gerade auch Jugendliche ansprechen.

Kommunistische Jugendliga
Die größte und einflussreichste Jugendorganisation Chinas ist die Kommunistische Jugendliga (China Youth Connection, http://en.youth.cn). Sie wurde 1920 als Sozialistische Jugendliga gegründet und erhielt nach mehreren Namensänderungen 1957 ihren heutigen Namen. Sie ist der Jugendverband der Kommunistischen Partei Chinas, in dem rund 75 Millionen Jugendliche im Alter zwischen 14 und 28 Jahren Mitglied sind. Die Kommunistische Jugendliga war ursprünglich eine Eliteorganisation, welche die Nachwuchskräfte bzw. zukünftigen Führungskräfte der Kommunistischen Partei Chinas vorbereitete. Somit waren anfangs die "fortschrittlichen" Jugendlichen ihre Hauptzielgruppe. Heute zählen jedoch auch benachteiligte Jugendliche zu ihrer Zielgruppe.

Laut ihrer Satzung verfolgt die Kommunistische Jugendliga unter anderem folgende Ziele: 

  • Umsetzung der Grundsätze der Kommunistischen Partei,
  • die jungen Menschen in China zu vereinen und sie bei der Befolgung der vier Kardinalprinzipien der Kommunistischen Partei anzuleiten,
  • Förderung der Entwicklung produktiver Kräfte und des sozialen Fortschritts sowie 
  • Heranziehung von Nachwuchs für die Kommunistische Partei Chinas. 

Die Kommunistische Jugendliga unterstützt nach eigenen Angaben das Programm der Kommunistischen Partei und gründet ihr Handeln auf den Marxismus-Leninismus, die Gedanken Mao Zedongs und die Theorien Deng Xiaopings. Dabei besteht eine enge Verbindung zwischen der Kommunistischen Jugendliga und ihrer "Erwachsenenorganisation". Viele Führungspersonen in der Kommunistischen Partei und der chinesischen Regierung hatten zuvor einen Führungsposten in der Jugendliga inne, unter ihnen auch der derzeitige chinesische Staatspräsident Hu Jintao. Jedoch spielt die Kommunistische Jugendliga nicht mehr die Rolle im politischen System der Volksrepublik China, die sie noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts innehatte.

Die Kommunistische Jugendliga verfügt über eine vertikale Organisationsstruktur: Auf nationaler Ebene gibt es die Zentrale in Peking, auf der Provinz-, der Stadt- und der lokalen Ebene sind Basisorganisationen in Form von "Komitees der Jugendliga" in ganz China organisiert. Die Strukturen der Kommunistischen Jugendliga sind sowohl in Schulen und Hochschulen als auch in Betrieben fest angesiedelt, das heißt die "Komitees der Jugendliga" sind sowohl ins Bildungssystem als auch in fast jeder Berufsbranche verankert. 

Höchstes Entscheidungsgremium der Kommunistischen Jugendliga ist der Nationalkongress, der alle fünf Jahre tagt. Zwischen den Sitzungen übernimmt das vom Nationalkongress gewählte Zentralkomitee die Beschlussfassung und gestaltet die Arbeit der Liga. Zur Wahrnehmung der verschiedenen Aufgaben unterhält die Liga eine Geschäftsstelle. Zwischen der Kommunistischen Jugendliga und dem Allchinesischen Jugendverband besteht eine enge Verflechtung - Siehe hierzu auch das Kapitel Kinder- und jugendpolitische Strukturen.

Junge Pioniere
Die nationale Kinderorganisation Chinas sind die Jungen Pioniere. Es handelt sich dabei um eine Massenbewegung, die sich an Kinder zwischen 7 und 14 Jahren richtet und von der Kommunistischen Jugendliga geleitet wird. Jedes Kind in dem entsprechenden Alter ist automatisch Mitglied der Organisation. Die Jungen Pioniere sind das chinesische Pendant der Pionierbewegungen, die in vielen anderen kommunistischen Ländern existieren oder existierten. Kennzeichen der Jungen Pioniere Chinas ist ein rotes Tuch, das um den Hals gebunden wird.

Die Jungen Pioniere spielen eine wichtige Rolle bei der Organisation von außerschulischen Aktivitäten für Kinder. Ihre Hauptfunktion ist es, Kinder zur Teilnahme an Gemeinschaftsaktivitäten und -diensten zu motivieren. Allerdings sehen viele Schüler/-innen und Eltern "die Mitgliedschaft [bei den jungen Pionieren] als unvermeidliche Formalität an oder aber als Gelegenheit zu mehr oder weniger unterhaltsamen Gruppenaktivitäten." (Quelle: Heilmann, Sebastian: Das politische System der Volksrepublik China. Wiesbaden, 2004. S.83.)

Der Verband ist sehr stark strukturiert. Jede Schule bzw. jedes Dorf verfügt über eine Brigade, die wiederum in Schwadronen und Gruppen unterteilt ist. Die Schwadronen korrespondieren in der Regel mit einer Schulklasse, die Gruppen setzen sich aus etwa fünf Schüler(inne)n zusammen. Landesweit gibt es rund 530 000 Brigaden und 15 Millionen Schwadronen. Die erwachsenen Gruppenleiter/-innen stammen entweder aus der Kommunistischen Jugendliga oder der lokalen Lehrerschaft. Höchstes Entscheidungsgremium der Jungen Pioniere ist das Nationalkomitee, das alle fünf Jahre tagt.

Überregionale Jugendverbände 

Neben der Kommunistischen Jugendliga sind derzeit 15 weitere landesweite Jugendorganisationen im Allchinesischen Jugendverband Mitglied:

  • der Allchinesische Studierendenverband (All-China Students’ Federation – ACSF) 
  • die Chinesische Gesellschaft für Jugendkriminalitätsforschung (Chinese Society for Juvenile Delinquency Research – CSJDR) 
  • die Chinesische Gesellschaft für Jugendstudien (Chinese Society for Juvenile Studies - CSJS) 
  • die Chinesische Jugendgesellschaft zur Förderung der Industriellen Entwicklung (Chinese Youth Society for Promoting Industrial Development – CYSPID) 
  • der Chinesische Jugendverband für Netzwerkentwicklung (Chinese Youth Association for Network Development – CYAND) 
  • der Chinesische Verband Junger Arbeiter/-innen in Wissenschaft und Technologie (Chinese Association of Young Science and Technology Workers - CAYSTW) 
  • der Chinesische Verband Junger Freiwilliger (Chinese Young Volunteers Association - CYVA) 
  • der Chinesische Verband Junger Städtischer Unternehmer/-innen (Chinese Association of Young Township Entrepreneurs - CYTE) 
  • der Chinesische Verband Junger Unternehmer/-innen (Chinese Association of Young Entrepreneurs – CAYE) 
  • der Chinesische Verband von Instituten der Jugendarbeit (Chinese Association of Youth Work Institutes – CAYWI) 
  • der Chinesische Christliche Verein Junger Frauen (Chinese Association of YWCAs
  • der Chinesische Christliche Verein Junger Menschen (Chinese Association of YMCAs
  • der Jugendpresseverband Chinas (China Youth Press Association – CYPA
  • der Hauptverband Junger Herausgeber/-innen und Journalist(inn)en (Capital Youth Association of Editors and Journalists – CYAEJ) 
  • der Verband Nationaler Jugendzentren/-paläste Chinas (China National Youth Palace Association – CNYPA) 

Zu einigen der aufgeführten Verbände sind auf der Website der China Youth Connection Kurzbeschreibungen auf Englisch zu finden.

Quellen:

  • "GONGOs" are here to stay, but need to reform and open up", in China Development Brief vom 19. April 2008.
  • Datong, Li: China's Youth League faction: incubus of power? (letzter Zugriff 14. Mai 2014)
  • Heilmann, Sebastian: Das politische System der Volksrepublik China. Wiesbaden, 2004. S.83.

Offene (Öffentliche) Jugendarbeit

Die Konzepte von Jugendarbeit in China und Deutschland sind nicht gleichzusetzen. In China spielt die Schule eine zentrale Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen und die Ganztagsschule strukturiert deren Alltag. Aufgaben der non-formalen Bildung werden häufig von Schule übernommen und außerschulische Angebote werden im Kontext von Schulen organisiert. Viele Schulen sind damit überlastet. Der Ausbau des außerschulischen  Angebots steht daher zunehmend im Fokus u.a. auch um junge Menschen zu motivieren, beispielsweise durch freiwilliges Engagement, Verantwortung zu übernehmen.

Darüber hinaus gibt es spezielle Einrichtungen für außerschulische Bildungsangebote. In China gibt es in fast jeder Gemeinde mindestens eine Freizeiteinrichtung für junge Leute. Vor allem die Jugendpaläste in den Großstädten spielen eine wichtige Rolle bei der Organisation von außerschulischen Aktivitäten im Bereich Kunst, Musik, Literatur und Sport insbesondere an Wochenenden und in den Ferien. Zu den vom Allchinesischen Jugendverband (ACJV) betriebenen Einrichtungen gehören etwa 5000 Jugendpaläste, 1800 städtische und 4000 kommunale Jugendzentren, die Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten sowie mit ihren Angeboten der Entwicklung gesellschaftlicher Werte junger Menschen, der Erziehung und der kulturellen Bildung dienen. Es stehen auch Sozialarbeiter zur Verfügung. In den Städten entstehen riesige moderne Komplexe mit Räumlichkeiten für Aktivitäten in den Bereichen Kunst, Musik, Sport etc.. Die Zielgruppe dieser Jugendpaläste sind 14- bis 35-Jährige.

Im außerschulischen Bildungsbereich liegen die Schwerpunkte des ACJV im Bereich des Ausbaus des Kultur- und Freizeitangebots für junge Menschen sowie auf der sozialen Seite der Bildung. Kommerzielle Organisationen bieten in den Ferien bzw. an den Wochenenden Sommer- und Wintercamps sowie Nachhilfekurse und Hausaufgabenbetreuung an. (Zu den Sommercamps siehe auch in der Rubrik Internationale Jugendarbeit und Mobilität.)

Jugendinformation

Zwei Jugendliche mit Handy.
Zwei Jugendliche mit Handy.Bild: tookapic / pixabay.com

Struktur der Jugendinformation
Bis Anfang der 1980er Jahre erhielten Jugendliche in China Informationen zu Themen wie Berufswahl und Aufklärung hauptsächlich auf zwei Wegen: 

  • über die Kommunistische Jugendliga und ihre Basisorgane auf Provinz-, Stadt- und Stadtteilebene sowie in jeder Schule und Hochschule; 
  • über das danwei-System. 

Beim danwei-System handelt es sich um die Arbeitseinheiten, in denen die Bevölkerung zur Zeit der Planwirtschaftszeit organisiert war. Die danwei waren nicht nur Produktionseinheit, sondern fungierten auch als soziale Gemeinde, politisches Gefüge und Lebensgemeinschaft. Im Zuge der Reform der Arbeitsorganisation hat das danwei-System allmählich an Bedeutung verloren, während gleichzeitig die Kommunen (she qu) bzw. die kommunalen Dienste eine immer wichtigere Rolle spielen. 

Vor diesem Hintergrund versucht die Kommunistische Jugendliga seit einigen Jahren, Jugendpaläste auf kommunaler Ebene aufzubauen. Seit 2003/2004 entstanden zahlreiche Jugendpaläste in den städtischen und ländlichen Kommunen. Sie verfügen zwar offiziell über einen nicht-staatlichen Status, unterliegen jedoch der Leitung und Aufsicht der Kommunistischen Jugendliga.

Die von den Jugendpalästen angebotenen Programme gliedern sich in folgende Bereiche: Schutz der Jugendrechte, Jugendaktivitäten (Sport und Kultur) sowie Information und Beratung.

Spezifische Aufklärung zu Fragen der Gesundheit, Drogen und HIV/AIDS erhalten die Jugendlichen zudem bei den Basisorganen des Gesundheitsministeriums, des Allchinesischen Frauenverbandes, des Ministeriums für Zivilangelegenheiten sowie bei zahlreichen Nichtregierungsorganisationen (in China auch als Grasswurzelorganisation bezeichnet).

Mit dem zunehmendem Problem der Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolvent(inn)en und Wanderarbeiter(inne)n spielt seit einigen Jahren die Informationen und Beratung über Berufswahl, Praktika und Existenzgründung für Jugendliche eine immer größere Rolle. Im Februar 2009 hat die Kommunistische Jugendliga in Peking deshalb das Beratungsprogramm "Informationen über Praktikumsplätze und -stützpunkte für Jugendliche" gestartet. Zielgruppen sind Hochschulabsolvent(inn)en sowie arbeitslose Jugendliche und junge Wanderarbeiter/-innen. Unter anderem wurde eine Online- und Telefonberatung eingerichtet, die Informationen und Beratung über 260 Praktikumsstützpunkte und 6300 Praktikumsplätze für Jugendliche anbietet.

Der Allchinesische Jugendverband verfügt mit der China Youth Press und der China Children Publishing and Press Group über zwei Verlagshäuser, über die er Zeitungen und Magazine herausgibt, darunter die Tageszeitung China Youth Daily mit einer täglichen Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren und das Magazin China Youth mit einer monatlichen Auflage von 400 000 Exemplaren.

Ebenso wie in Deutschland ist der Umgang mit dem Internet für junge Menschen eine Selbstverständlichkeit und aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. In den meisten Gegenden Chinas hat das Internet bei Jugendlichen Fernsehen und Zeitungen als beliebtestes Medium verdrängt.

Es gibt aber nur wenige Webseiten, die speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Informationen anbieten. Diese Lücke schließt die Jugendwebseite, die der ACJV unter en.youth.cn betreibt. Die Seite wurde 1999 gegründet und ist zu 100 % von der chinesischen Regierung finanziert. Die Webseite fördert auch den Kontakt und die Kommunikation chinesischer Studierender mit anderen Studierenden weltweit – 7 % sind internationale Nutzer. So gibt es auch eine englische und eine französische Version, die sich in den Inhalten und Informationen jedoch von der chinesischen Version unterscheidet. Die Webseite wurde insbesondere auch für die Netzwerkbildung im Rahmen des Europäisch-Chinesischen Jahrs der Jugend 2011 genutzt. Bislang bietet die Webseite lediglich Informationen an, der Ausbau zu einer interpersonellen Kommunikationsplattform ist geplant.

Internationale Kooperationen
Im Jahr 2007 haben das Medieninstitut der Qinghua-Universität in China und die Agentur für Wirtschaftsnachrichten in Japan gemeinsam eine Onlinestudie über den Umgang von chinesischen und japanischen Jugendlichen mit Medien durchgeführt. 1200 Jugendliche im Alter von 20 bis 29 Jahren in Peking, Shanghai, Tokio und Osaka wurden dafür online befragt. Laut den Ergebnissen dieser Studie ist das Internet das am stärksten genutzte Medium chinesischer Jugendlicher. Durchschnittlich verbringen sie etwa fünf Stunden pro Tag im World Wide Web. Andere häufig genutzte Medien sind das Handy, der Fernseher und Zeitungen. Das Fazit dieser Untersuchung lautet: Der Abhängigkeitsgrad chinesischer Jugendlicher von Internet und Handy ist höher als der japanischer Jugendlicher. Darüber hinaus hat die Studie gezeigt, dass chinesische Jugendliche ein zu hohes Vertrauen in Internetinformationen setzen. Die Förderung der Medienkompetenz und der Schutz vor den negativen Wirkungen der neuen Medien werden deshalb als eine große Herausforderung für die Zukunft gesehen.

Quellen:

  • Cui, Baoguo; Wang, Shirong: "Untersuchungsbericht über die Situation der Mediennutzung der Jugendlichen in China und Japan", in: Medien Journalist 10/2007. (chinesischsprachige Quelle)
  • Zhang, Wei: Sozialwesen in China. Hamburg, 2005. S.52ff.
  • http://www.bjyouth.gov.cn/gzdt/246733.shtml (Abruf: 16. Februar 2009)

Hinweis: Dieses Kapitel wurde von Dr. Wei Zhang verfasst.

Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich in der Praxis - China

Hier gibt's Infos zu den Aktionsfeldern im Kinder- und Jugendbereich in China. Mehr lesen unter 

Bildung und Beschäftigung

Bildung 
Beschäftigung 

Bildung

Schüler/-innen im Klassenzimmer.
Schüler/-innen im Klassenzimmer.Bild: salinger / pixabay.com

In den vergangenen Jahrzehnten wurde das chinesiche Bildungssystem reformiert und eine flächenendeckende Bildung installiert, die durchschnittliche Schulbesuchsquote und –dauer sind seit Jahren ansteigend und die Ausgaben für Bildung wachsen jährlich. In der Tendenz verbessern sich die Schulen auch auf dem Land und die Regierung ist um Chancengleichheit bemüht. Die Zahl der Analphabeten in China ist im Vergleich zu anderen Schwellenländern extrem niedrig. Chinas Alphabetisierungsrate liegt bei 94,3 Prozent, was das Beherrschen von immerhin mindestens 1.500 Schriftzeichen voraussetzt.

Chinas Bildungssystem zeichnet sich durch eine zentralistische Verwaltung aus. Das Ministerium für Erziehung ist die oberste Bildungsbehörde mit nachgeordneten Regionalämtern/-kommissionen in den 31 Provinzen und speziellen Verwaltungszonen. Regionale Selbstverwaltung wird in bestimmten Bereichen zugelassen. 

In China gibt es eine neunjährige Schulpflicht, die die Grund-  und Mittelschule betrifft. Das "Gesetz über die allgemeine Schulpflicht" (nachzulesen auf englisch unter www.edu.cn/20050114/3126820.shtml) ist zum 1. Juli 1986 in Kraft getreten. Bis Ende 2009 ist die neunjährige Schulpflicht bei 99,7% der Bevölkerung durchgeführt. 
Das aktuelle Schulsystem in China ist das Ergebnis umfassender Reformen seit Beginn der Öffnungspolitik in den späten 1970er Jahren. Mit dem "Beschluss über die Reform des Bildungswesens" aus dem Jahre 1985 entstand ein Bildungssystem, das die Kinder mit Vollendung des sechsten Lebensjahres zum Besuch der sechsjährigen Grundschulzeit und dreijährigen Mittelschule verpflichtet. Im Anschluss daran kann die dreijährige Oberstufe gewählt werden, die eine Aufnahmeprüfung voraussetzt. Der Unterricht erfolgt in Ganztagsschulen. Nach erfolgreichem Bestehen der Oberstufe kann man sich für ein Studium entweder an der Universität (im Normalfall vierjährig) oder an der Fachhochschule (zweijährig) entscheiden. Diejenigen, die keine Oberschule besuchen, können auf eine Fachoberschule bzw. auf eine Berufsfachschule gehen. Die Ausbildung dort dauert zwei bis vier Jahre. Danach folgt in der Regel der direkte Einstieg in das Berufsleben.

Im Jahr 2009 hat sich China im Rahmen der PISA-Studie erstmals den internationalen Vergleichstests gestellt, bei denen chinesische Jugendliche gut abschnitten und den europäischen und amerikanischen Kindern vor allem in den Naturwissenschaften oft voraus sind.  Schüler/-innen aus der ostchinesischen Küstenmetropole Shanghai gelten sogar als die besten der Welt.

Repräsentativ sind die Ergebnisse jedoch nicht und Shanghai steht nicht für ganz China. Landesweit wären die Ergebnisse wohl schlechter ausgefallen, denn in China gibt es ein gewaltiges Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land.
Aufgrund der meist schlechteren Einkommenssituation in ländlichen Regionen verlassen viele Kinder, insbesondere Mädchen, die Schule vor Abschluss der gesetzlichen Mindestschulausbildung, um ihre Familien finanziell zu entlasten und beispielsweise auf den Feldern und in der Landwirtschaft zu helfen. Auch der Analphabetismus ist auf dem Land höher als in den städtischen Gebieten. Schulen in den ländlichen Regionen sind zudem meist schlechter ausgestattet und die Gehälter der Lehrkräfte niedriger, was ein Grund für die häufig geringere Bildungsqualität sein mag. Im Nord- und im Südwesten Chinas kommen zudem durch einen Mangel an Schulen und Lehrer(inne)n infrastrukturelle Probleme hinzu, die einen Schulbesuch erschweren.

In den städtischen Gebieten dagegen sind durch den wirtschaftlichen Aufschwung und als Resultat der Ein-Kind-Politik immer mehr gut situierte Familien in der Lage, durch Investitionen in private Bildungseinrichtungen, ihren Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen. Seit den frühen 1990er Jahren bildete sich in den Städten ein breiter privater Bildungsmarkt heraus und Privatschulen entstanden auf allen Ebenen des Bildungssystems, von der Vorschuleinrichtung bis zur Hochschule. Ein Trend hin zu Privatschulen zeichnet sich ab.

Dabei nimmt der Bildungsbereich einen besonderen Stellenwert innerhalb der Schwerpunktthemen ein. In den letzten Jahren hat die chinesische Regierung zunehmend finanzielle Mittel in das Bildungssystem investiert, um die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche in China zu erhöhen. Zum einen soll der Anteil derjenigen Schüler/-innen, die die neunjährige Grund- und Mittelschule erfolgreich absolvieren, erhöht werden. Zum anderen sollen mehr Jugendliche die Möglichkeit erhalten, weitergehende Schulen zu besuchen. Daneben wurde die berufliche (Aus-)Bildung ausgebaut. 

Eines der größten und bekanntesten Bildungsprojekte ist das "Projekt Hoffnung", das seit 1989 Schulabbrecher/-innen in armen Gebieten Chinas unterstützt, in die Schule zurückzukehren, um zumindest einen Grundschulabschluss zu erwerben. Es wird von der Stiftung zur Entwicklung der chinesischen Jugend getragen. Bis 2004 ist es gelungen, mehr als 2,7 Milliarden Yuan an Spendengeldern für das Projekt einzuwerben und damit rund 2,75 Millionen Kindern die Möglichkeit zu geben, weiter zur Schule zu gehen. Insgesamt wurden rund 10 000 Grundschulen in ländlichen Gebieten gebaut, Mini-Bibliotheken eingerichtet und weitere Schulen mit modernem Equipment ausgestattet. 

Darüber hinaus hat die Stiftung den "Stars of Hope Award Fund" eingerichtet, über den herausragende Schüler/-innen des Projekts Hoffnung unterstützt werden. Mit einem weiteren Fonds wird die Weiterbildung von Grundschullehrer(inne)n im ländlichen China gefördert. Daneben führt der Allchinesische Frauenverband (All-China Women’s Federation) das so genannte "Knospen-Programm" durch, dass die Unterstützung speziell von Mädchen zum Ziel hat.

Der Jugendentwicklungsplan (2016-2025) weist beim Thema Bildung darauf hin, dass das Bildungsrecht der Jugendlichen noch besser durchgesetzt werden und die Differenzen in der grundlegenden öffentlichen Bildung schrittweise ausgeglichen werden sollen, damit die Bildungschancen gerechter werden. Die Arbeitskräfte, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, haben im Durchschnitt eine schulische Erziehung bzw. Bildung von 13,5 Jahren genossen, welche auch die Berufs- und Hochschulausbildung einschließt. Die Bruttoimmatrikulationsquote Chinas nach der Hochschulaufnahmeprüfung muss über 50% liegen. Der Jugendentwicklungsplan sieht viele Entwicklungsmaßnahmen vor, z.B. die Verteilung der Bildungsressourcen muss wissenschaftlich basiert sein. Die Politik soll außerdem dafür sorgen, dass die Bildungsrechte der Kinder bäuerlicher Wanderarbeiter, welche in Städten leben, besser gewährleistet werden, so dass sie in den Städten ihre Schulpflicht erfüllen und an Prüfungen der weiterführenden Schulen teilnehmen können.
Quelle: Jugendentwicklungsplan (2016-2025) (in Chinesisch)

Informationen zum Bildungssystem in China unter www.bildung-weltweit.de

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Beschäftigung

Junge Frau auf Fahrrad im Straßenverkehr.
Junge Frau auf Fahrrad im Straßenverkehr.Bild: hitesh0141 /piaxabay.com

Offene Arbeitslosigkeit ist in China ein relativ neues Phänomen. Verursacht wird sie zum einen durch das Bevölkerungswachstum, das dafür sorgt, dass jedes Jahr zehn Millionen neue Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt strömen. Zum anderen gab es in der Planwirtschaft einen hohen Arbeitskräfteüberschuss im Staatssektor und in der Landwirtschaft, der durch den Wandel zur Marktwirtschaft abgebaut wurde und viele Chines(inn)en "freisetzte". Trotz eines hohen Wirtschaftswachstums konnten nicht ausreichend neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um der Flut von Arbeitsuchenden zu begegnen. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote in städtischen Gebieten offiziell bei etwa 4,1% (Stand 2013). Von Arbeitsmarkexperten wird die seit Jahren recht stabile Quote von etwa 4% allerdings mit Vorsicht betrachtet. Die Arbeitslosenquote der ländlichen Gebiete ist nicht bekannt. Sie wird als deutlich höher eingeschätzt.

Aufgrund der schwierigen Lage hat die Zahl der Arbeitsmigrant(inn)en, die auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Städte gezogen sind, bereits die 150 Millionen überschritten. Schätzungen gehen davon aus, dass noch einmal mindestens 150 Millionen "überschüssige Arbeitskräfte" auf dem Land leben, die keine Arbeit haben oder unterbeschäftigt sind. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird davon ausgegangen, dass der Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung in den nächsten 10 bis 20 Jahren noch weiter ansteigen wird (und damit auch das Missverhältnis zwischen Arbeitskräften und den zur Verfügung stehenden Arbeitsstellen) bis sich Chinas Altersstruktur und damit die Arbeitsmarktsituation grundlegend ändern wird (s.u. Demographischer Wandel).

Besonders betroffen von Arbeitslosigkeit sind Jugendliche und junge Erwachsene unter 35 Jahren. Laut Angaben des chinesischen Ministeriums für Arbeit und soziale Sicherheit machen sie mit 70% den größten Anteil unter den Arbeitslosen aus.Bildung und Beschäftigung

Arbeitslosigkeit ist nicht nur ein Problem der schlechter qualifizierten Personen, sondern zunehmend auch von Hochschulabsolvent(inn)en. Im Zuge massiver Investitionen in das Hochschulwesen ist die Zahl der Universitätsabsolvent(inn)en stark angestiegen: Hatten im Jahr 1998 noch nur 830 000 Chines(inn)en einen Hochschulabschluss in der Tasche, zählte China 2010 schon sechs Millionen Akademiker/-innen.Bildung und Beschäftigung Die Zahl hat sich in zwölf Jahren mehr als versiebenfacht. So schnell hält der Arbeitsmarkt jedoch nicht mit, er kann die Akademiker-Schwemme noch nicht aufnehmen. Viele Hochschulabsolvent(inn)en finden deshalb keinen Job oder nur einen Arbeitsplatz, der weit unter ihrer Qualifikation liegt. Jedoch hat die Generation der heute 20- bis 30-Jährigen, die in der Zeit der wirtschaftlichen Reformen aufgewachsen ist, hohe Erwartungen bezüglich materiellem Wohlstands und Aufstiegschancen. Entsprechend zurückhaltend sind die Hochschulabsolvent(inn)en, wenn sie einfache oder niedrig bezahlte Jobs annehmen sollen.

Fragt man die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst, so beschreiben sie sich als konfus und gestresst, halten sich aber auch für eine Generation, die in Geborgenheit und ohne Enttäuschungen aufgewachsen ist. Sie sind stolz und ehrgeizig. Während ihre Fähigkeit zur Selbstdarstellung meist sehr stark entwickelt ist und sie über ein großes Selbstwertgefühl verfügen, fehlt es vielen gleichzeitig an politischen oder religiösen Überzeugungen. Neben Erfolg im Beruf legen sie großen Wert darauf, das Leben zu genießen.

Gleichzeitig macht sich der Druck der sich verschärfenden Arbeitsmarktsituation bei vielen Jugendlichen bemerkbar. Sie stehen unter großem Lern- und Erwartungsdruck und anders als vorangegangene Generationen müssen sie sich selbst um eine Wohnung und ihren Arbeitsplatz kümmern. Dieser ständige Druck zeigt bereits Auswirkungen. Studien zeigen, dass psychische Probleme (Depressionen, Selbstmordgedanken) unter Jugendlichen zunehmen. Hierzu auch "Psychische Gesundheit" im Kapitel Gesundheit und Wohlbefinden.

Als ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sieht der Staat die Förderung des Unternehmertums unter Jugendlichen an. Sie gilt als wichtiges Instrument zur Entwicklung der Wirtschaft und der Beschäftigungsförderung. Die staatlichen Behörden und chinesischen Jugendorganisationen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Anstrengungen unternommen, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Gründung eines eigenen Unternehmens zu unterstützen. So wurden zahlreiche Programme und Projekte durchgeführt, die sich sowohl an entlassene junge Arbeiter/-innen als auch an Hochschulabsolvent(inn)en richteten. – Weitere Informationen hierzu im Kapitel Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen > Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme.

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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit

Der vom Staatsrat für die Jahre 2011-2010 herausgegebene "Rahmen für die Entwicklung chinesischer Kinder" (The Development Outline for Chinese Children) beinhaltet eine Reihe von Zielen und Aspekten, von denen sich 14 Ziele dem Thema der Gesundheitsversorgung von Kindern widmen. Gefördert werden u.a. eine ärztliche Grundversorgung und Gesundheitsdienstleistungen für Kinder, grundlegende Bildung und medizinische Basisversorgung für Waisenkinder, mehr Adoptionen von Waisenkindern, eine verbesserte Gesundung von behinderten Kindern und eine Absicherung der Kinder- und Jugendhilfe.

Eine Reihe von Maßnahmen zur Gesundheitsversorgung von Kindern einschließlich der Einführung eines kostenlosen Schutzimpfungsprogramms haben den Gesundheitszustand von Kindern bereits stark verbessert.

Die chinesische Jugendschutzpolitik legt einen besonderen Schwerpunkt auf die körperliche und geistige Gesundheit von Jugendlichen. Das Jugendschutzgesetz schreibt vor, dass "Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Nichtsesshaftigkeit, Glücksspiel, Drogenkonsum oder Prostitution bei Minderjährigen verhütet werden müssen und verboten sind(Quelle: www.coe.int/t/dg4/youth/Source/Resources/Forum21/Issue_No14/N14_YP_China_de.pdf).

Psychische Gesundheit

Einer Studie aus dem Jahr 2009 zufolge leiden chinesische Jugendliche zunehmend an psychischen Störungen. Insgesamt wurden 133 Schüler/-innen und Student(inn)en von Schulen und Universitäten in Beijing in persönlichen Interviews befragt. 50% waren mit ihrem Leben unzufrieden. Zwei von zehn Student(inn)en fühlten sich in einer inneren Leere gefangen, 60 Prozent litten unter Einsamkeit.

Nach Untersuchungen der Gesellschaft für Kinder- und Jugendforschung in China leiden 30 Millionen Jugendliche unter 17 Jahren an psychischen Problemen. Angststörungen bei Universitätsstudent(inn)en stiegen zwischen 1992 und 2005 um acht Prozent. Die Zahl der Depressionen stieg um sieben Prozent.

Drogen

Zigaretten
China ist nicht nur der weltgrößte Tabakproduzent, sondern auch der weltgrößte Tabakkonsument. Laut Angaben des nationalen Büros für die Tabakkontrolle lebt in China ein Drittel der Raucher/-innen weltweit. Es wird geschätzt, dass 35,8% der Chines(inn)en, die älter als 15 Jahre sind, rauchen. Die große Mehrheit ist männlich.

Seit den 1990er Jahren hat die chinesische Regierung verstärkte Anstrengungen unternommen, um den Zigarettenkonsum einzugrenzen. Büros zur Tabakkontrolle wurde eingerichtet, die Aktivitäten und Kampagnen zur Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren des Rauchens durchführen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Kindern im Grund- und Mittelschulalter sowie deren Eltern. Darüber hinaus wurden mehrere Gesetze verabschiedet, die Regelungen für das Rauchen festlegen. Des Weiteren ist Werbung für Tabakprodukte seit September 2010 verboten.

Alkohol
Alkohol gehört zu Geschäftsessen genauso wie zur Gastfreundschaft und zu Festlichkeiten. Zudem ist er integraler Bestandteil der Religion und der Traditionellen Chinesischen Medizin. Allerdings verhinderten kulturelle Aspekte, wie zum Beispiel die konfuzianische und taoistische Philosophie des Maßhaltens, in der Vergangenheit allzu starke Exzesse. Deshalb waren Alkoholprobleme in China bis in die frühen 1980er Jahre weniger verbreitet als in vielen westlichen Staaten. Mit der Öffnung des Landes und dem sozialen Wandel hat sich aber auch der Alkoholkonsum verändert. Untersuchungen zeigen, dass der Konsum von Alkohol in den letzten Jahrzehnten, insbesondere auch bei Jugendlichen, stetig zugenommen hat. Allerdings liegt der Pro-Kopf-Konsum immer noch niedriger als in anderen Ländern. 

Der Zugang zu alkoholischen Getränken unterliegt nur wenigen Restriktionen und Kontrollen. Die chinesische Regierung hat zwar 2006 den Verkauf von Alkohol an unter 18-Jährige verboten, jedoch fehlt es an entsprechenden Ausführungsvorschriften.Gesundheit und Wohlbefinden

Illegale Drogen
Nachdem während des Mao-Regimes der Drogenkonsum weitgehend eingeschränkt war, nahm die Zahl der Drogenabhängigen seit den frühen 1980ern stark zu. Die Zahl der Drogenabhängigen wurde 2000 auf 6 bis 8 Millionen geschätzt. Junge Männer, Arbeitslose und nicht sesshafte Bevölkerungsgruppen sind am häufigsten betroffen. Rund 72,2% der 2003 registrierten Drogensüchtigen waren Jugendliche unter 35 Jahren.

Während der Missbrauch traditioneller Drogen wie Opium und Heroin stabil ist, steigt der Konsum synthetischer Substanzen wie Ecstasy und Ketamin an. Letztere sind insbesondere auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. 2007 übertraf der Konsum der "neuen" Drogen in 20 Provinzen, Regionen und Städten den Konsum von Heroin. Eines der größten Probleme ist die schnell wachsende Anzahl von Drogen konsumierenden Schüler(inne)n. Des Weiteren ist die Rückfallquote von 90% nach einem Entzug extrem hoch.

Drogenpräventionsarbeit
Die chinesische Regierung hat in den letzten Jahren zahlreiche Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen gestartet. Dabei wurden Bildungs-, Kultur-, Justiz- und Verwaltungseinrichtungen genauso mobilisiert wie die verschiedenen Massenorganisationen (zum Beispiel Gewerkschaften, Jugend- und Frauenorganisationen). Ziel war es, eine Anti-Drogen-Bewegung aufzubauen. 1997 wurde das Thema Drogenprävention offiziell als Teil des Lehrplans im Rahmen der Kurse zur moralischen Erziehung in den Grund- und Mittelschulen aufgenommen. 

Laut Angaben des Allchinesischen Jugendverbands nimmt die Anti-Drogen-Arbeit eine wichtige Rolle in der Arbeit der Jugendorganisationen ein. In den letzten Jahren haben sich beispielweise lokale Jugendräte unter dem Motto "Jugend, bleib weg von den Drogen!" aktiv am Aufbau "drogenfreier Gemeinden" beteiligt. 

Weitere Informationen zur Drogenpräventionsarbeit finden sich auf der Homepage des Allchinesischen Jugendverbands unter www.acyf.org.cn.

Ende 2014 waren 2,58 Millionen Menschen als Drogennutzer/-innen registriert, von denen 75 % unter dem Alter von 35 Jahren waren. Dies ist allerdings nur die Zahl, die aus offiziellen Statistiken hervorgeht; es gibt noch mehr Menschen, die Drogen nehmen, ohne vom Staat registriert zu sein. Die Drogensucht ist auch für junge Menschen ein großes Problem. Junge Menschen können auf vielfältige Dienstleistungen und Maßnahmen für die Drogenprävention zurückgreifen.

Auch NGOs bieten Dienste zur Drogenprävention an. In Shanghai gibt es z. B. in jeder Gemeinde eine Organisation, die Jugendliche mit Drogenproblemen in der betreffenden Gemeinde unterstützt und ihnen hilft, sich von Drogen zu lösen und ihre Bildung oder Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen. Diese Organisationen, die auf lokaler Ebene von der Jugendliga finanziert werden, arbeiten mit Straßenkomitees, der Justiz, Anwohnerkomitees und der Polizei zusammen, um ihre Dienste und Tätigkeit zu organisieren.

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Sport

In China gibt es kein Sportvereinswesen. Kinder und Jugendliche kommen deshalb vor allem in der Schule mit Sport in Berührung. Laut eigenen Angaben legt die chinesische Regierung großen Wert auf körperliche Bewegung und Sport im Rahmen des Schulunterrichts. Die Schulen verfügen über ausgebildete Sportlehrer/-innen und entsprechende Räumlichkeiten. Jugendsportveranstaltungen finden jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst statt. Die nationalen Sportwettbewerbe der Mittelschulen und Universitäten werden alle vier Jahre veranstaltet. 

Nachdem jedoch in den Medien zunehmend Kritik am chinesischen Bildungssystem laut wurde, es vernachlässige den Sportunterricht und sei an der sich verschlechternden körperlichen Fitness sowie zunehmendem Übergewicht der Schüler/-innen mitverantwortliche, reagierte das chinesische Bildungsministerium im Jahr 2012 mit einer Anordnung, die Schulen zu mindestens eine Stunde Sportunterricht pro Tag verpflichtet. Gleichzeitig hob das Ministerium die Gehälter für Sportlehrer/-innen an und sicherte ihnen verbesserte Sozialleistungen zu. Die schulischen Leistungen des Sportunterrichts sollen stärker bewertet werden, in die Noten des Jahreszeugnisses einfließen und landesweit sollen Schulen Untersuchungen bezüglich der Fitness der Schüler/-innen durchführen und die Ergebnisse an eine nationale Datenbank weitergeben. In Zusammenarbeit mit weiteren zuständigen Ministerien wurde versucht, sportliche Aktivitäten außerhalb der Unterrichtszeiten zu fördern.

Auf www.youtube.com/watch?v=zA4WbXOSWSo finden Sie ein Video zu den Bemühungen der chinesischen Regierung, den Sportunterricht an Schulen zu fördern und den Gesundheitszustand der Schüler/-innen zu verbessern.

Olympisches Dorf in Peking.
Olympisches Dorf in Peking.Bild: KerstinIUBH / pixabay.com

Neben dem Sportangebot in Bildungseinrichtungen fördert die Regierung den Bau von Jugendsportklubs. Die Mittel hierfür kommen aus der nationalen Sportlotterie. Nach Angaben der Regierung werden jährlich etwa 500 Sportklubs eingerichtet.

Der Schwerpunkt der Sportförderung liegt auf dem Leistungssport. Hierfür gibt es landesweit mehrere tausend Sportschulen, in denen talentierte junge Sportler/-innen durch spezielles Training gefördert werden. Es handelt sich in der Regel um Internate, in denen die Kinder und Jugendlichen den größten Teil des Jahres verbringen. 

Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking 2008 wurde zum Teil sehr kritisch über die chinesischen Sportschulen berichtet. Ein Beispiel für einen solchen Berichte ist der Artikel von Hannah Beech: China's Sports School: Crazy for Gold" vom 12.06.2008 (content.time.com/time/magazine/article/0,9171,1813961,00.html).

Wichtigster Akteur im chinesischen Sport ist der Allchinesische Sportverband (All-China Sports Federation, www.sport.org.cn). Ähnlich wie der Allchinesische Jugendverband im Jugendbereich versammelt der Allchinesische Sportverband die wichtigsten Organisationen im Sportbereich unter seinem Dach.

Quellen:

Partizipation und Citizenship

Politische Bildung

Platz des Himmlischen Friedens.
Platz des Himmlischen Friedens.Bild: tangting / pixabay.com

Der Begriff "politische Bildung" wie wir ihn in Deutschland kennen, existiert in China nicht. Stattdessen wird der Begriff si xiang zheng zhi jiao yu ("ideologische politische Erziehung") verwendet. Hierbei steht das erzieherische Wirken im Vordergrund, der Vorgang des Sich-Bildens bzw. der Selbstbildung spielt eine untergeordnete Rolle.

Die Ziele der ideologischen politischen Erziehung befinden sich seit der Gründung der Volksrepublik China in einem ständigen Wandel. Die Veränderungen sind eng verknüpft mit dem sozioökonomischen Wandel sowie dem Wechsel der Führungsgeneration der Kommunistischen Partei Chinas. Gegenwärtig liegt das Ziel in der Stärkung des ideologischen und politischen Bewusstseins der Jugendlichen, was zur Bildung einer harmonischen Gesellschaft beitragen soll. Auf das Individuum bezogen dient die ideologische politische Erziehung nicht nur dem Fortkommen im Schul- und Berufsleben, sondern auch der moralischen und charakterlichen Vervollkommnung des Individuums. 

Im heutigen China beinhaltet die ideologische politische Erziehung folgende thematische Schwerpunkte:

  • Erziehung zur Weltanschauung: Theorien des Marxismus, Dialektischer Materialismus, Historischer Materialismus, Maoismus, Theorien von Deng Xiaoping, das „Drei Repräsentanten“-Konzept1 von Jiang Zemin. 
  • Erziehung zur politischen Anschauung: Grundverhältnisse in China, neuere und gegenwärtige Geschichte Chinas, Grundlinien und Politik der Kommunistischen Partei Chinas, Patriotismus, Kollektivismus, Sozialismus, Politik zur aktuellen Lage. 
  • Erziehung zur Lebensanschauung: Ideale, Lebenswerte, Stärkung des Kampfgeists. 
  • Erziehung zum Rechtsbewusstsein: Sozialistische Demokratie, sozialistisches Rechtssystem, Disziplinierung. 
  • Moralerziehung: Berufsmoral, gesellschaftliche Moral und öffentliche Ordnungen, Moral bei der Liebesbeziehung, der Ehe und dem Familienleben, Moral im Kommunismus. 

Die Hauptakteure im Bereich der ideologischen politischen Erziehung sind die Organe der Kommunistischen Partei sowie der Kommunistischen Jugendliga. Eng verknüpft und verbunden mit der Kommunistischen Jugendliga spielen auch der Allchinesische Jugendverband, der Allchinesische Studierendenverband sowie die Gruppen der jungen Pioniere eine wichtige Rolle. - Für weitere Informationen zur Kommunistischen Jugendliga und den Jungen Pionieren siehe auch das Kapitel Jugendverbandsarbeit.

Aufgrund der dezentralen Struktur der Kommunistischen Jugendliga gibt es sowohl zentral gesteuerte als auch regional bezogene Kampagnen und Projekte. Eine der typischen, regelmäßig durchgeführten Aktionen auf regionaler Ebene ist das Auszeichnen von Vorbildern: Hierbei werden in Schulen, Hochschulen und Betrieben regelmäßig "fortschrittliche" Jugendliche oder "fortschrittliche" Mitglieder der Kommunistischen Jugendliga als Vorbilder für andere Jugendliche gekürt.

Als Beispiel für eine landesweite Kampagne sind die acht Prinzipien zum Stolzsein und acht Prinzipien zum Sich-Schämen zu nennen, die Parteichef und Staatspräsident Hu Jintao in einer Rede aufstellte. Die acht Prinzipien lauten: 

  • Stolz sein auf die Liebe zum Vaterland - Sich schämen für die Gefährdung des Vaterlandes,
  • Stolz sein auf den Dienst am Volk - Sich schämen für den Verrat am Volk,
  • Stolz sein auf das Streben nach Wissenschaft - Sich schämen für die Verdummung,
  • Stolz sein auf fleißige Arbeit - Sich schämen für die Faulheit,
  • Stolz sein auf Solidarität und gegenseitige Hilfe - Sich schämen für die Schädigung der anderen zum eigenen Vorteil,
  • Stolz sein auf Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit - Sich schämen für das Vergessen der Moral zugunsten materieller Interessen,
  • Stolz sein auf Disziplin und Rechtsbewahrung - Sich schämen für die Ordnungs- und Rechtswidrigkeit,
  • Stolz sein auf den Kampfgeist - Sich schämen für Verschwendung und sinnlosen Luxus.

Verbunden mit diesen Prinzipien ist auch der Versuch einer Wiederbelebung des konfuzianischen Gedankenguts, bei dem die traditionellen Werte und die Norm der Humanität im Mittelpunkt stehen. 

Die Partizipation von Jugendlichen an politischen Entscheidungen gestaltet sich eher indirekt durch die Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei bzw. der Kommunistischen Jugendliga.

Freiwilliges Engagement

Der Bereich der Freiwilligendienste bzw. Freiwilligentätigkeit hat in den vergangenen Jahren in China deutlich an Bedeutung gewonnen. Dabei hat nicht nur die gesellschaftliche Bereitschaft und Wertschätzung für freiwilliges Engagement zugenommen sondern auch die politische Anerkennung und Unterstützung. 

Für die Freiwilligenarbeit in China ist die Fachlichkeit von Bedeutung. Es werden überwiegend Freiwillige vermittelt, die eine Fachlichkeit mitbringen, z. B. in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Recht, Agrarwirtschaft.

Häufig handelt es sich bei Freiwilligentätigkeiten um kurzfristige Einsätze, die Freiwilligen helfen dann nach Katastrophen (wie z.B. dem Erdbeben in Sichuan) oder bei Großveranstaltungen. Über 1,5 Millionen chinesische junge Freiwillige haben 2008 bei den Olympischen Spielen und den Paralympics mitgeholfen.

Die Freiwilligen werden insbesondere zu Umweltschutzprojekten oder zur Armutsbekämpfung eingesetzt. Ein populäres Beispiel im Bereich Umweltschutz ist die Mother River Protection Operation, die seit 1999 landesweit 1196 Programme unter Beteiligung von 300 Millionen jungen Freiwilligen durchgeführt hat, mit deren Hilfe eine Fläche von 412 000 Hektar aufgeforstet wurde. Ebenfalls sehr beliebt ist das seit Juni 2003 bestehende Programm Go West, das Student(inn)en für ein bis zwei Jahre in die ärmeren ländlichen Gebiete im Westen und Südwesten Chinas entsendet, damit sie dort Aufbauhilfe in Bereichen wie etwa Bildung, Gesundheit oder landwirtschaftliche Produktionstechnik zu leisten. Im Jahr 2006 waren ca. 20 000 Freiwillige im Rahmen des Programms tätig.
Für derartige Einsätze gibt es zwar kein Geld, aber eine kleine Aufwandsentschädigung. Zudem erhalten die Freiwilligen ein Zertifikat, das Vorteile im Studium bzw. bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche bietet.

Im Bereich der internationalen Freiwilligendienste fördert die chinesische Regierung derzeit vor allem die Entsendung von qualifizierten Fachkräften in Entwicklungsländer in Afrika, Südamerika und teilweise Asien. Die Zahl der Entsendungen liegt bei nur etwa 100 pro Jahr. 
Im Jahr 2002 initiierte der Allchinesische Jugendbund  den Chinese Youth Volunteers Oversea Service Plan mit der Zielsetzung, die internationale Zusammenarbeit, das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft zwischen jungen Menschen in China in anderen Ländern zu fördern.

Im März 2011 wurde Chinas erster nationaler Verband von Organisationen der Freiwilligenarbeit, China Volunteer Association (CVA), gegründet, mit dem Ziel das Management vorhandener Ressourcen im Bereich der Freiwilligentätigkeit in China zu verbessern. An einigen Orten wurden Freiwilligenkoordinationszentren eingerichtet, die Freiwilligenverbände und -organisationen Unterstützung im Bereich des Freiwilligenmanagements sowie bei der Programmentwicklung, Finanzierung, Ressourcenmobilisierung etc. bieten. Laut Angaben der CVA gibt es in China rund 430 000 Freiwilligenorganisationen sowie 190 000 Freiwilligenservicestellen in mehr als zwei Drittel aller Städte und Bezirke sowie an rund 2000 Universitäten des Landes. Rund 50 Millionen Freiwillige stehen insgesamt zur Verfügung, darunter insgesamt 29,5 Millionen registrierte Jugendliche und junge Erwachsene.

Der Chinesische Verband Junger Freiwilliger (Chinese Young Volunteers Association - CYVA, www.chinacsrmap.org), eine Mitgliedsorganisation der Allchinesischen Jugendverbandes, ist die nationale Dachorganisation Chinas für Freiwilligentätigkeit im In- und Ausland. Mittlerweile kann er sich auf 32,8 Millionen eingetragenen Freiwillige und ein umfassendes Organisationsnetzwerk auf nationaler, Provinz-, Kreis- und Gemeindeebene stützen. 
Der Verband koordiniert verschiedene Freiwilligenprogramme mit der Zielsetzung die Motivation bei Jugendlichen zu gesellschaftlichem Engagement zu stärken, Unterstützung bei der Organisation von sozialen Diensten zu leisten und an der Schaffung einer harmonischen Gesellschaft mitzuwirken. Der Einsatz von Freiwilligen konzentriert sich insbesondere auf sechs Schwerpunktbereiche:

  • Armutsbekämpfung,
  • Gemeinwesenarbeit,
  • Umweltschutz,
  • Katastrophenhilfe,
  • Großveranstaltungen sowie
  • Freiwillige im Ausland. 


Weitere Informationen zum Thema bietet der Bericht State of Volunterism in China der Vereinten Nationen. Den kompletten Bericht in englischer Sprache finden Sie als PDF unter www.unv.org/fileadmin/docdb/pdf/2011/corporate/China%20Volunteer%20Report%202011_English.pdf

Ein weiterer Schwerpunkt der chinesischen Kinder- und Jugendpolitik ist der Bereich der Freiwilligendienste. Im Fünf-Jahres-Plan der chinesischen Regierung (2011-2015) wurde das Potenzial von sozialen Organisationen und freiwilligem Engagement zur Stärkung der lokalen Gemeinschaft hervorgehoben. Für die chinesische Regierung sind dabei drei Punkte besonders wichtig: Methode für ideologische Erziehung, Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft und Element zur Förderung der sozialen Kompetenz der Jugendlichen. 
Die chinesische Regierung führt verschiedene Freiwilligenprogramme im Jugendbereich durch, die zum Teil vom Allchinesischen Jugendverband umgesetzt werden. Informationen zu diesen Programmen finden Sie unter www.acyf.org.cn/2009-12/25/content_3314913.htm
Insbesondere im sozialen Bereich setzt die chinesische Regierung zunehmend auf soziale Organisationen. Diese Organisationen stehen in enger Verbindung zur lokalen Bevölkerung und deren Bedürfnissen und ihre Arbeit basiert in hohem Maße auf freiwilligem Engagement. So ist freiwilliges Engagement zu einem wichtigen Motor der gesellschaftlichen Entwicklung geworden.

Quellen:

Hinweis: Dieses Kapitel wurde teilweise von Dr. Wei Zhang verfasst.

 

 

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Fußnote

1. Das konzept der "Drei Repräsentanten" wurde von Staats- und Parteichef Jiang Zemin entwickelt und 2002 in den Statuten der Kommunistischen Partei verankert. Es besagt, dass die Partei "die Entwicklungsbedürfnisse der fortschrittlichen Produktionskräfte Chinas, die Ausrichtung der fortschrittlichen Kultur Chinas und die fundamentalen Interessen der breiten chinesischen Bevölkerung" repräsentiert. Mit den "Drei Repräsentanten" wurden die Ziele und Ideale der Kommunistischen Partei Chinas neu ausgerichtet und ihr Herrschaftsanspruch im beginnenden 21. Jahrhundert formuliert.

Kultur und Kreativität

Flying Dragon
Flying DragonBild: © Chonlapoom Banharn / fotolia.com

Die Grundlinien der allgemeinen Bildung Chinas werden meist mit vier Begriffen zusammengefasst: moralische Erziehung (de yu), intellektuelle Erziehung (zhi yu), physische Erziehung (ti yu) und ästhetische Erziehung (mei yu). In den Bereich der kulturellen Bildung fallen dabei die moralische und die ästhetische Erziehung.

Kulturelle Bildung im Sinne der Erziehung zur traditionellen chinesischen Kultur in engerem Sinne
Für die Formulierung "Erziehung zur traditionellen chinesischen Kultur" existiert keine einheitliche Definition. Parallel werden auch Begriffe wie moralische Erziehung, kultureller Aufbau, Aufbau der geistigen Zivilisation, Qualitätserziehung und Guoxue-Erziehung (Erziehung zu den traditionellen Werten und der traditionellen Kultur Chinas) verwendet. Damit ist gemeint die Vermittlung und Erziehung der traditionellen Werte und Normen Chinas, in deren Mittelpunkt die Wiederbelebung des konfuzianischen Gedankenguts steht. 

Die primäre Quelle für Konfuzius' Lehre Lunyu wird wieder gelehrt bzw. diskutiert. Hintergrund hierfür ist die große gesellschaftliche und politische Herausforderung der Transformation von der Planwirtschaft zur sozialistischen Marktwirtschaft. Dadurch entstand eine Lücke im chinesischen Wertesystem, die bei vielen Jugendlichen zu einem Verlust der Orientierung führte. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, versucht die Regierung nun, die traditionellen Werte und Normen wiederzubeleben und den Aspekt der moralischen Erziehung zu verstärken. 

Im Februar 2004 verabschiedeten der Staatsrat und die Zentrale der Kommunistischen Partei Chinas die "Vorschläge zur Verstärkung und Verbesserung des ideologischen moralischen Aufbaus bei den Minderjährigen". Infolgedessen haben landesweit zahlreiche Kampagnen und Projekte sowohl im schulischen als auch in außerschulischen Bereich stattgefunden. So initiierten das Bildungsministerium, das Zentrale Büro für den Aufbau der geistigen Zivilisation, die Zentrale der Kommunistischen Jugendliga sowie der Allchinesische Frauenverband im März 2008 die Kampagne "Moralische praktische Aktivitäten" mit dem Thema "Ein moralischer Mensch werden". Folgende Inhalte bzw. moralische Werte sollen den Minderjährigen dabei durch ihr eigenes Tun vermittelt werden: 

  • In der Familie: Kampagne "Pietätvoll sein gegenüber Eltern" - Unterstützung bei der Haushaltsarbeit, Verständnis und Dankbarkeit gegenüber den Eltern, Fürsorge für die Eltern, sparsamer Umgang mit Geld. 
  • In der Schule: Kampagne "Harmonische Schule" - Respekt gegenüber den Lehrkräften, Höflichkeit und Ritual, gegenseitige Hilfe und Unterstützung unter den Schüler(inne)n, Hilfsbereitschaft, aktive Mitwirkung bei schulischen Aktivitäten, sorgfältige Bewältigung der Hausaufgaben, liebevolle Behandlung von kollektivem Eigentum, Stärkung des Teamgeists. 
  • In der Gesellschaft: Kampagne "Liebevolles Herz" - Hilfe und Unterstützung in Seniorenwohnheimen und Wohlfahrtseinrichtungen sowie Unterstützung von allein stehenden alten Menschen, Behinderten oder Angehörigen gefallener Soldaten; Kampagne "Kleiner freiwilliger Helfer in Kommunen" - Aktive Mitwirkung beim Aufbau der Kommunen, Umweltschutz, gemeinnützige Aktivitäten; Kampagne "Kleine/-r Botschafter/-in der Zivilisation" - Höfliches Verhalten beim Umgang mit anderen Menschen und im Internet. 

Kulturelle Bildung und Erziehung in China im weiteren Sinne
Die kulturelle Bildung und Erziehung Chinas im weiteren Sinne ist vielfältig und inhaltlich sehr reich. Wie anfangs erwähnt, ist ästhetische Erziehung ein Bestandteil der allgemeinen Bildung Chinas. Im Rahmen der 9-jährigen Schulpflicht soll der Unterricht in diesem Bereich nach den Richtlinien des Bildungsministeriums 9-11% des Gesamtunterrichts ausmachen (etwa 850 bis 1050 Unterrichtsstunden). Dabei konzentriert sich der Unterricht in der Grund- und Mittelschule vor allem auf Musik und Malen. 

Neben dem allgemeinen Bildungssystem spielen zahlreiche Kunst- und Musikschulen auf nationaler Ebene, Provinz- und Stadtebene eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von kultureller Bildung. Vor dem Hintergrund der Stärkung der traditionellen chinesischen Kultur arrangieren sich auch immer mehr zivilgesellschaftliche Organisationen, wie beispielsweise die Vereinigung zur Erziehung der chinesischen nationalen Kultur und Kunst. 

Darüber hinaus gibt es in fast jeder Stadt Kulturzentren für Jugendliche. Ein konkretes Beispiel wäre der 2006 gegründete erste Stützpunkt zur Erziehung der chinesischen nationalen Kultur und Kunst für Jugendliche in Peking. Über 20 Programme werden dort durch Musik- und Kunstexpert(inn)en angeboten, z.B. Scherenschnitt, Keramik, Teekunst für Kinder, Peking-Oper, Kalligraphie, Malen, Holzschnitt, traditionelle chinesische Musik oder traditionelle chinesische Schneidereikunst.

Ein weiteres Beispiel für eine Kampagne im Bereich der kulturellen Bildung ist das erste Pekinger Jugendtheaterfestival, welches im September 2008 stattfand und von der Pekinger Kulturvereinigung, der Pekinger Vereinigung der Theaterkünstler/-innen, dem Nationaltheater sowie von einigen jungen Regisseur(inn)en ins Leben gerufen wurde. Die elf aufgeführten Theaterstücke beschäftigten sich meist mit dem Leben der heutigen Jugend, der so genannten 80er-Generation Chinas. Titel waren zum Beispiel "8008", "Leave before getting old" (Geh, bevor du alt wirst) oder "An empty space" (Ein leerer Platz).

Ein etwas älteres Beispiel für eine Kampagne im Bereich der kulturellen Bildung ist die Jugendkulturkampagne, die 2004 vom Allchinesischen Jugendverband sowie anderen relevanten Ministerien und Institutionen ins Leben gerufen wurde. Die Kampagne umfasste die folgenden fünf Aspekte:

  • Förderung einer positiven und fortgeschrittenen Jugendkultur,
  • Umsetzung von farbenfrohen Jugendkulturaktivitäten,
  • Erstellung und Verbreitung von schönen Jugendkulturprodukten,
  • Entdeckung und Förderung von jungen Talenten,
  • Entwicklung von Unternehmen und Industrie im Bereich der Jugendkultur.

Spezifische Aktivitäten im Rahmen der Kampagne sind beispielsweise das Jugendkonzert im Gedenken an den 85. Jahrestag der Bewegung des vierten Mai, die Jugendkulturwoche Chinas, die Jugendlesewoche Chinas, die Jugendmodewoche China und das China Youth Joyful Festival. Desweiteren wurde auch ein nationaler Jugendwettbewerb im SMS-Schreiben veranstaltet. Auf lokaler Ebene mobilisierten Jugendverbände im Rahmen der Kampagne zudem Jugendliche, sich an kulturellen Aktivitäten auf dem Uni-Campus, in Unternehmen und Dörfern oder im Internet zu beteiligen.

Weitere Beispiele für Jugendprogramme im Kulturbereich:

  • Projekt zur Förderung des Rezitierens klassischer chinesische Gedichte - Das Projekt soll die Wertschätzung der traditionellen chinesischen Kultur unter Jugendlichen fördern.
  • Jugendbuchprogramm des 21. Jahrhunderts – Das 1998 gestartete Programm hat zum Ziel, möglichst vielen Jugendlichen den Zugang zu Büchern und damit zum Lesen zu eröffnen. Im Rahmen des Programms wurden beispielsweise Leseklubs sowie Kinder- und Jugendbibliotheken eingerichtet.

 

Quellen:

Hinweis: Dieses Kapitel wurde von Dr. Wei Zhang verfasst.

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Anders als in Deutschland, wo Migration vor allem ein Thema der Zu- und Auswanderung ist, steht in China die Binnenmigration im Mittelpunkt von Politik, Wissenschaft und Praxis.

Schätzungen gehen davon aus, dass heute etwa 120 Millionen Menschen, dies entspricht rund 10% der chinesischen Bevölkerung, ohne festen Wohnsitz und Arbeitplatz durch das Land ziehen. Darunter sind etwa 20 Millionen Kinder und Jugendliche, die ihren Eltern von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz und von Stadt zu Stadt folgen.

Ausgangspunkt der Binnenmigration war die Lockerung des Systems der Haushaltsregistrierung (hu kou zhi du), das bis in die 1980er Jahre hinein die Bevölkerung an der freien Wahl des Wohnortes hinderte. Es war nicht erlaubt, den Ort, an dem man registriert war, zu verlassen. Doch im Zuge der landwirtschaftlichen Reformen fanden immer mehr Menschen in den ländlichen Gebieten keine Arbeit mehr. Um sich und ihre Familien zu ernähren, zogen viele (illegal) in die Städte, wo Arbeitsplätze zur Verfügung standen. Als diese illegalen Wanderbewegungen zunahmen, entschied die Regierung, Binnenmigration unter bestimmten Bedingungen (zum Beispiel zur Arbeitsplatzsuche) offiziell zuzulassen und das entsprechend Registrierungssystem zu lockern.

Die Wanderarbeiter/-innen, von denen ein großer Teil jünger als 25 Jahre alt ist, stellen die chinesische Gesellschaft vor große Herausforderungen, da sie nicht in das städtische Verwaltungs- und Soziaversicherungssystem integriert sind. Insbesondere die Situation der mit ihren Eltern mitziehenden Kinder ist problematisch, da sie infolge von weiterhin bestehenden Regelungen des hukou-Systems in der Regel weder einen öffentlichen Kindergarten noch eine öffentliche Schule besuchen dürfen. Dies ist nur den Einwohner(inne)n der jeweiligen Stadt vorbehalten. Doch ohne Schulausbildung stehen diesen Kindern kaum Möglichkeiten offen, einen Arbeitsplatz zu finden, wenn, dann handelt es sich meist um schlecht bezahlte und schlecht abgesicherte Beschäftigungsverhältnisse.

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Zwei Kinder aus Guizhou.
Zwei Kinder aus Guizhou.Bild: sizzhot0 / pixabay.com

Der Begriff "soziale Arbeit" wird in China anders verstanden als in Deutschland. So gibt es im Chinesischen für die beiden Wörter "sozial" und "gesellschaftlich" nur eine Bezeichnung, die eher im Sinne von "gesellschaftlich" verwendet wird. Das bedeutet, dass sich Aspekte wie Gleichheit, Gleichberechtigung, Solidarität und Fürsorglichkeit nur mit zusätzlichen Begriffen wie zum Beispiel "Wohlfahrt" ausdrücken lassen. Somit haben zwar westliche Begriffe des Sozialwesens Eingang in die chinesische Sprache gefunden, doch werden sie nach chinesischem Verständnis (um)interpretiert.

Nach diesem Verständnis richtet sich soziale Arbeit in China nicht nur an "besondere Gruppen", sondern an die "normale" Bevölkerung und umfasst damit einen viel breiteren Bereich als in Deutschland. Zielgruppe der Jugendsozialarbeit in China sind demnach nicht nur Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen, sondern alle Jugendlichen.

Die Sozialarbeit im westlichen Sinne befindet sich in China noch in ihren Anfängen. Gesetzliche Grundlagen sind kaum vorhanden und auch die berufliche Ausbildung in dem Bereich ist noch in der Entwicklung. Darüber hinaus sind die Rahmenbedingungen stark durch das Entwicklungsgefälle zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie den regionalen Unterschiede geprägt. Während in einigen Großstädten wie Peking, Shanghai und Kanton Tendenzen zu einer Professionalisierung der sozialen Arbeit zu beobachten sind, werden in anderen Regionen die Aufgaben der Sozialarbeit hauptsächlich von ehrenamtlichen Kräften wahrgenommen werden.

Einen umfassenden Einblick in die Sozialarbeit nach chinesischem Verständnis bietet der Text von Dr. Wei Zhang "Soziale Arbeit in China – Einführung in die Rahmenbedingungen, die Struktur und den Stand". Es handelt sich um einen Vortrag, den die Autorin auf dem 13. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag am 19.6.2008 in Essen gehalten hat. Download

Jugendsozialarbeit am Beispiel Shanghai
Aufgrund der regionalen Unterschiede soll hier beispielhaft die soziale Arbeit mit so genannten "kommunalen Jugendlichen" in Shanghai vorgestellt werden. Als "kommunale Jugendliche" werden Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren verstanden, die einen registrierten Wohnsitz in Shanghai haben und die "drei Keins" erfüllen: kein fester Arbeitsplatz, kein Schulabschluss, keine Kontrolle. Die Gruppe wird auch als "müßige Jugendliche" oder "Randjugendliche" bezeichnet. 

Für diese Zielgruppe wurden ab 2003 im Rahmen der Kampagne "Sicherheitsaufbau" und des Projektes "Für Morgen - Prävention für Jugenddelinquenz" spezielle Maßnahmen entwickelt. So gründete die Shanghaier Regierung im August 2003 das Büro für Angelegenheiten der kommunalen Jugendlichen, das in ihrem Auftrag die Umsetzung der Maßnahmen koordiniert, überwacht und evaluiert. 

Im Februar 2004 folgte die Gründung des Zentrums für die Angelegenheiten der Jugendlichen in der Yangguang-Kommune. Dabei handelt es sich um eine der wenigen nicht-staatlichen Einrichtungen, die im Auftrag der Shanghaier Regierung Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen für "kommunale Jugendliche" anbieten. Dazu gehören beispielsweise

  • Unterstützung und Hilfe bei der Arbeitssuche und der berufstechnischen Ausbildung: Gemeinsam mit dem Amt für Arbeit und Soziale Sicherung und dem Komitee der Kommunistischen Jugendliga bietet das Zentrum kostenlose Ausbildungskurse zur Berufstechnik und Arbeitsvermittlung für die Zielgruppe an,
  • Hilfe für internetsüchtige Jugendliche,
  • Hilfe für Jugendliche mit psychologischen, kognitiven und Verhaltensproblemen,
  • Hilfe für Jugendliche mit familiären und Beziehungsproblemen,
  • Hilfe für Jugendliche beim Aufbau eines sozialen Netzes und bei der Erweiterung ihrer Kompetenzen. 

Methodisch arbeitet das Zentrum für die Angelegenheiten der Jugendlichen sowohl mit Einzelfallhilfe als auch mit Gruppenarbeit. Anders als in vielen anderen Einrichtungen verfügen die Sozialarbeiter/-innen des Zentrums größtenteils über eine fachliche Ausbildung.

Hilfen für Kinder
Die chinesische Regierung verhängte 1979 die Ein-Kind-Politik. Paare, die sich an die Regelungen der Ein-Kind-Politik hielten, konnten mit staatlich garantierten Vorteilen rechnen. Beispielsweise garantierte der Staat der Familie einen Arbeitsplatz und für den Nachwuchs einen kostenlosen Platz in der Kinderbetreuung sowie kostenlose Schulbildung bis zum 14. Lebensjahr. Monetäre Anreize wie kostenlose medizinische Versorgung, Kindergeld und eine höhere Rente sollten zusätzlich die Ein-Kind-Politik intensivieren. Umgekehrt waren für Paare, die sich der Ein-Kind-Politik wiedersetzten, Sanktionen vorgesehen. Seit 2004 gibt es eine vorsichtige Lockerung der Ein-Kind-Politik.

Waisen- und Findelkinder, die zur Gruppe der "drei Keins" (hier: keine familiäre Unterstützung, keine Arbeitsfähigkeit, keine Mittel zur Lebensexistenz) gehören und meist behindert sind, werden von staatlichen Wohlfahrtseinrichtungen versorgt. Zuständig für diese Einrichtungen sind die Behörden für Zivilangelegenheiten und die Basisorgane des Ministeriums für Zivilangelegenheiten auf Provinz-, Stadt- und Stadtteilebene.

Hilfen für Alleinerziehende
Infolge des Ansteigens der Scheidungsrate entstehen auch in China immer mehr Familien mit Kindern und einem alleinerziehendem Elternteil, zumeist der Mutter. Ähnlich wie Deutschland ist das Armutsrisiko der Alleinerziehenden im Vergleich zur "Normalfamilie" höher. So zeigt beispielsweise eine vom Frauenverband in Tianjin durchgeführte Studie aus dem Jahr 2008, dass es in den sechs untersuchten Stadtteilen von Tianjin 20 000 alleinerziehende Mütter gibt, von denen 60% in Armut leben.

Die arme Bevölkerung in den Städten Chinas ist berechtigt, im Rahmen des Systems der Sicherung zur Lebensexistenz (di bao) staatliche Unterstützung zu beziehen. Die gilt auch für alleinerziehende Mütter, deren Einkommen unterhalb der lokalen Armutsgrenze liegt. Zudem gibt es regionale Einrichtungen, die neben finanzieller Hilfe psychologische, gesundheitliche, soziale und berufliche Beratung anbieten. So haben beispielsweise der Frauenverband und die Entwicklungsstiftung für Frauen und Kinder in Tianjin vor kurzem die Kampagne "Sonnenschein und Liebe - Hilfsaktion für alleinerziehende Mütter mit Schwierigkeiten" ins Leben gerufen. Ziel der Kampagne ist es, alleinerziehenden Müttern mit Schwierigkeiten unter Berücksichtigung verschiedenster Faktoren zu helfen.

Quellen:

  • www.022net.com/2009/1-1/445570112251994.html
  • Luo, Guozheng; Fei, Meiping (Hrsg.): Studie zu den Methoden und Techniken der Sozialen Arbeit mit kommunalen Jugendlichen. Shanghai, 2006.
  • Zhang, Wei: Sozialwesen in China. Hamburg, 2005.
  • Zhang, Wei: "Entwicklung der Sozialberufe in China", in: CHINA aktuell. 52005.
  • Zhang, Wei: "Soziale Probleme im Transformationsprozess in China", in: Geiger, Heinrich (Hrsg.): An der Schwelle. Gesellschaft und Religion im Transformationsprozess Chinas. Bonn, 2005.
  • Zhang, Wei: "Soziale Sicherung in China", in: GVG (Hrsg.): Soziale Sicherung in China. Ein Überblick über die soziale Sicherung sowie die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich sozialer Sicherung. Köln, 2006.
  • Zhang, Yu; Fei, Meiping: Analyse zum Prozess der Kommunalen Korrektur. Shanghai, 2005.

Hinweis: Dieses Kapitel wurde von Dr. Wei Zhang verfasst.

Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Für die Kooperation mit anderen Ländern im Jugendbereich ist der Allchinesische Jugendverband verantwortlich. Alle internationalen Maßnahmen werden dabei von einer speziellen Abteilung durchgeführt. Im Jahr 2005 fanden Austauschprojekte mit 250 Organisationen und Regierungsstellen in über 130 Ländern statt. – Für weitere Informationen zum Allchinesischen Jugendverband siehe das Kapitel Kinder- und jugendpolitische Strukturen.

Die im chinesischen Bildungsministerium (www.moe.edu.cn) angesiedelte Abteilung für internationale Zusammenarbeit und internationalen Austausch ist für die Kooperation mit anderen Ländern und internationalen Organisationen im Bildungsbereich zuständig. 

Das chinesische Jugendzentrum für Internationalen Austausch (China Youth Center for International Exchange - CYCIE) ist eine Untergliederung des Allchinesischen Jugendverbands. Die Institution widmet sich dem Austausch im Kultur- und Bildungsbereich zwischen China und anderen Teilen der Welt. Des Weiteren bietet CYCIE Schulungsmöglichkeiten für junge Berufstätige aus dem In- und Ausland an. In 25 Jahren hat das CYCIE nach eigenen Angaben 4000 Vertreter/-innen des Allchinesischen Jugendverbands sowie junge chinesische Fachkräfte ins Ausland entsendet und hunderte von ausländischen Delegationen und Gruppen empfangen. Mehr als 20 000 in- und ausländische Teilnehmer/-innen haben die angebotenen Trainings und Seminare wahrgenommen. Auf dem 70 000 Quadratmeter großen Gelände in Peking befinden darüber hinaus auch die Internationale Jugenduniversität (International Youth University), Appartements für ausländische Studierende und die Beijing World Youth Academy.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von national tätigen Organisationen und Verbänden, die internationale Jugendarbeit fördern:

Zusammenarbeit mit Deutschland

Bundeskanzlerin Merkel am 14. Oktober 2008 beim Treffen mit 400 chinesischen Jugendlichen in Berlin - Foto: IJAB
Bundeskanzlerin Merkel am 14. Oktober 2008 beim Treffen mit 400 chinesischen Jugendlichen in Berlin - Foto: IJAB

Im Bereich der Jugendpolitik besteht die Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China seit dem Jahre 2006. Sie beruht auf einer Vereinbarung, die anlässlich des Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Deutschland 2006 unterzeichnet wurde. Partner der Vereinbarung sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Allchinesische Jugendverband der Volksrepublik China, der seitens der chinesischen Regierung mit der Wahrnehmung jugendspezifischer Aufgaben betraut ist.

Ziele der Zusammenarbeit sind

  • die Förderung der gegenseitigen Verständigung, Freundschaft und Zusammenarbeit,
  • die Stärkung der Freundschaft zwischen jungen Menschen beider Länder,
  • die Festigung der Zusammenarbeit im Bereich der Jugendhilfe. 

Im Zentrum der Kooperation steht neben dem Austausch von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe und von Vertreter(inne)n von Jugendverbänden und -organisationen vor allem der Erfahrungsaustausch im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Zu diesem Zweck wird neben einem regelmäßigen Delegationsaustausch auf Regierungsebene auch ein jährlicher Fachkräfteaustausch zu aktuellen Themen der Jugendhilfe durchgeführt.

Auf deutscher Seite realisiert IJAB im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Fachkräfteaustausch. Die finanzielle Unterstützung von Austauschmaßnahmen für Fachkräfte der Jugendhilfe und Jugendgruppen mit China erfolgt im Rahmen der Richtlinien des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP). Mehr Informationen zu der Kooperation finden Sie unter www.ijab.de/china/.

Deutsch-chinesisches Willkommensplakat für die erste Gruppe von 100 deutschen Jugendlichen bei ihrem Besuch in China - Foto: IJAB
Deutsch-chinesisches Willkommensplakat für die erste Gruppe von 100 deutschen Jugendlichen bei ihrem Besuch in China - Foto: IJAB

Beeindruckender Startpunkt der Kooperation im Jugendbereich war ein gegenseitiger Austausch von jeweils 400 deutschen und chinesischen Jugendlichen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hatte anlässlich seines Staatsbesuches in Deutschland im Jahr 2006 eine Einladung an 400 deutsche Jugendliche nach China ausgesprochen, deren Aufenthalt in den Jahren 2007 und 2008 IJAB im Auftrag des BMFSFJ in vier Gruppen organisierte. Bei zwei dieser 100er-Delegationen geschah dies in Kooperation mit der Deutschen Sportjugend sowie dem Pädagogischen Austauschdienst. Die Gegeneinladung an 400 chinesische Jugendliche durch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem Besuch in Deutschland wurde im Oktober 2008 realisiert. 

Nach diesen beiden Jugendaustauschprogrammen konzentriert man sich seitdem (2009) auf den Fachkräfteaustausch.

Auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe finden Sie in der Projektdatenbank (Stichwort "China" im Suchfeld) eine Liste mit Projekten und Austauschprogrammen, die mit Jugendlichen und/oder Fachkräften zwischen Deutschland und China stattgefunden haben und durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert wurden. Dort erfahren Sie auch etwas zu den Trägern und den chinesischen Partnern.

Deutsch-Chinesisches Jahr für Schüler- und Jugendaustausch 2016
Mit einer Zeremonie in Peking in der Großen Halle des Volkes eröffneten der damalige Bundespräsident Gauck und Staatspräsident Xi Jinping am 21. März 2016 gemeinsam das „Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch 2016“.
Unter dem Motto „Austausch, Freundschaft, Zukunft” sollten junge Chinesen und Deutsche dazu angeregt und ermutigt werden, das jeweils andere Land besser kennen und verstehen zu lernen. Angesprochen sind sowohl Schüler- und Jugendliche, Studierende und Nachwuchswissenschaftler sowie junge Berufstätige.
Weitere Informationen beim Auswärtigen Amt / Deutsche Vertretungen in China


Gruppe von deutschen Jugendlichen bei einem Austausch in China im Juli 2007 - Foto: IJAB
Gruppe von deutschen Jugendlichen bei einem Austausch in China im Juli 2007 - Foto: IJAB

Alle Organisationen bestätigen für die letzten Jahre eine zunehmende Nachfrage nach Schulaufenthalten bzw. Freiwilligendienstprogrammen in China bzw. in Deutschland und sehen ein großes Potential für die weitere Entwicklung des deutsch-chinesischen Austauschs. Sie planen deshalb, ihre Aktivitäten in diesem Bereich zu verstärken. Als Gründe für die größere Nachfrage nach Chinaaufenthalten auf deutscher Seite wird angeführt, dass die Jugendlichen stärker für das Land sensibilisiert sind und darüber hinaus immer mehr Schulen Chinesischunterricht anbieten.

Des Weiteren entstehen immer mehr Partnerschaften von Schulen und Universitäten in Deutschland und China. Eine Auswahl an Beispielen guter Praxis von deutsch-chinesischen Schulpartnerschaften findet sich in einer Broschüre der Kultusministerkonferenz. Download

Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Viele Fahnen am Strand.
Viele Fahnen am Strand.Bild: SoleneC1 / pixabay.com

Der Allchinesische Jugendverband arbeitet mit zahlreichen Ländern zusammen. Seine Kooperationspartner sind dabei über die gesamte Welt verteilt: Nachbarländer wie Japan, die Mongolei und Russland, südasiatische Staaten, sozialistische Staaten wie Kuba, Nordkorea und Vietnam, Länder in Afrika und Lateinamerika sowie die USA, Australien und Europa. Die Art der Zusammenarbeit reicht von Delegationsbesuchen über Jugend- und Fachkräfteaustausche bis hin zu Trainings und Programmen für junge (politische) Führungskräfte.

Das Jugendaustauschprogramm mit Japan, das in den letzten 20 Jahren aufgebaut wurde, ist besonders intensiv. Auf der Grundlage eines bilateralen Abkommens reisen jedes Jahr rund 100 junge Japaner/-innen und 100 junge Chines(inn)en ins jeweils andere Land, um sich über dessen Politik, Wirtschaft und soziale Entwicklung zu informieren und sich mit jungen Leuten ihrer Altersgruppe auszutauschen. Seit 1987 konnten rund 2000 junge Chines(inn)en an diesem Austauschprogramm teilnehmen.

In den letzten Jahren hat China großen Wert auf den Ausbau der Zusammenarbeit mit westeuropäischen Ländern gelegt. Neben Deutschland (2006/2007) wurde auch mit Frankreich (2006) und Großbritannien (2008/2009) ein Austausch von je 400 Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt. Diesen Austauschen ging jeweils die Unterzeichnung eines Abkommens über die künftige Zusammenarbeit im Jugendbereich voran. Jugendaustauschprogramme mit europäischen Ländern existieren seit den 1980er Jahren, blieben aber in einem kleineren und weniger offiziellen Rahmen.

Weitere Informationen zu den internationalen Aktivitäten des Allchinesischen Jugendverbands finden sich auf dessen Homepage unter www.acyf.org.cn.

Weitere national tätige Organisationen, die internationale Jugendarbeit fördern:

Mobilität

Reisen ist in China ein relativ neues Phänomen. In maoistischen Zeiten galten Reisen zu Vergnügungszwecken als sinnlose und verschwenderische Aktivität und wurden politisch als potentiell gefährlich angesehen. Zudem benötigte man auch für Fernreisen innerhalb des Landes eine Erlaubnis. In den 1980ern öffnete die Regierung die Wege für Reisen nach Hongkong, Macao und andere asiatische Länder mit engen ethnischen Verbindungen zu China. 1997 wurden Auslandsreisen zu touristischen Zwecken offiziell anerkannt. Allerdings ist es chinesischen Tourist(inn)en offiziell nur erlaubt, in solche Länder zu reisen, die mit der Volksrepublik China einen Approved Destination Status Agreement, (ADS - genehmigter Zielstatus) unterzeichnet haben. Mit den meisten Ländern der Europäischen Union wurden solche Abkommen 2003/2004 abgeschlossen. Seit dem Jahr 2013 haben weltweit 146 Länder ein solches bilaterales ADS Abkommen mit China unterzeichnet. Eine Liste der ADS-Länder finden Sie unter chinacontact.org/information/approved-destination-status-ads-policyhttp://chinacontact.org/information/approved-destination-status-ads-policy.

Bis in die 1980er Jahre war die Tourismusbranche fast ausschließlich auf ausländische Tourist(inn)en ausgerichtet. Mit ihren Eltern in den Ferien zu verreisen, war für Kinder und Jugendliche in China nicht üblich. Doch mit der Erhöhung des Lebensstandards seit Ende der 1980er Jahre, der Einführung der Fünf-Tage-Woche im Jahr 1995 und der drei arbeitsfreien "Goldenen Wochen" im Jahr 2000 begann der Binnentourismus in China zu boomen. Allein die erste Maiwoche nutzen jährlich fast 150 Millionen Menschen zum Reisen.

Das Investitionsverhalten chinesischer Eltern bezüglich der Bildung ihrer Kinder wird größtenteils vom Phänomen der Einzelkinder, dem auf Prüfung orientierten Bildungssystem und den starken Druck auf dem Arbeitsmarkt bestimmt. Das Reisen verbinden in den Augen vieler Lernen und Vergnügen auf gelungene Weise miteinander. Solange die Eltern finanziell in der Lage sind, investieren sie deshalb gern in Reisen aller Art für ihre Kinder.  Trotzdem kann man noch nicht behaupten, dass Ferienreisen für Familien in China üblich seien, denn nur die Familien aus der Mittel- und Oberschicht können sich dieses leisten. Die meisten Kinder und Jugendliche verbringen ihre Ferien vor Ort in den Kommunen, wo sie Ferienkurse besuchen, die ihre Eltern für sie gebucht haben, zum Beispiel Musik-, Mal-, Tanz- oder Englischkurse. 

Familien, die sich das Reisen leisten können, verreisen meist am Ersten-Mai-Fest, den Nationalfeiertagen im Oktober oder in den Sommerferien. Beliebteste bzw. typische Ziele sind meist touristische Attraktionen innerhalb von China, wobei die Nordchinesen gerne nach Süden und die Südchinesen gerne nach Norden verreisen. Auslandsreisen mit Kindern sind sehr selten. Statistiken zeigen, dass die Mehrheit der Chines(inn)en, die ins Ausland reisen, jünger als 35 Jahre ist. 18% sind zwischen 15 und 24 Jahre alt, 39% zwischen 25 und 34 Jahre. Der Anteil der über 35-Jährigen macht insgesamt 22% aus.

Junge Frau schaut aus Zugfenster.
Junge Frau schaut aus Zugfenster.Bild: christels / pixabay.com

Organisierte Kinder- und Jugendreisen befinden sich seit einigen Jahren auf Aufschwung. Eine attraktive Form davon ist das Sommercamp (xia ling ying). Die meisten Veranstalter sind professionelle Reiseveranstalter und Reisebüros, aber auch Schulen und Jugendorganisationen organisieren solche Ferienlager. Die Inhalte der Sommercamps sind vielfältig und reichen von Sport- und Naturangeboten über Kunst- und Sprachangeboten bis zu Angeboten im Bereich Wissenschaft, Technik, Militär und Rechtlehre. 

Seitdem der Staatsrat die "Planungsskizze zur Entwicklung des Roten Tourismus 2004-2010" veröffentlichte, in der 30 typische Routen für den Roten Tourismus bekannt gegeben wurden, sind auch Sommercamps mit dem Motiv "Rote Reise" gefragt. Die Reiserouten sind meist wichtige Orte der Revolution, Schlachtorte während des antijapanischen Kriegs, bedeutsame Orte für die Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas, der ehemalige Arbeits- und Wohnort von Mao Zedong, Orte des Langen Marschs der Roten Armee oder Museen und Ausstellungen zur revolutionären Geschichte. Darüber hinaus sind auch Sommercamps mit militärischem Motiv sind sehr gefragt: Dort sollen 7-14-jährige Kinder durch gezieltes Training ihre Disziplin, soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, Ausdauer, Durchhaltensvermögen sowie ihre Problemlösungsfähigkeit steigern. 

Doch der Sommercamp-Markt in China ist nicht ohne Probleme: Er ist stark von kommerziellen Zwecken geprägt und die Preise nicht besonders günstig. Zielgruppen sind daher nur gut situierte Familien. Zudem werden nicht immer pädagogische Fachkräfte als Betreuer/-innen eingesetzt und es fehlt an einem Kontrollsystem und an Qualitätsstandards. Ob die versprochenen pädagogischen Ziele immer erreicht werden können, bleibt daher fraglich.

 

Quellen:

Hinweis: Dieses Kapitel wurde von Dr. Wei Zhang verfasst.

Weiterführendes - China

Weiterführendes bietet Dokumente, Lesetipps und nützliche Adressen in China und Deutschland. Mehr lesen unter

Literatur- und Linktipps

Junge Frau liest in der Bibliothek
Junge Frau liest in der BibliothekBild: © stokkete / fotolia.com

Allgemein

  • China in Bewegung. Herausforderungen für deutsch-chinesische Partnerschaften. Hrsg. v.: Südwind e.v.- Institut für Ökonomie und Ökomene. Siegburg, März 2012. Download
  • Partnerschaften mit China. Handlungsmöglichkeiten für die Zivilgesellschaft. Hrsg. v.: Südwind e.v.- Institut für Ökonomie und Ökomene. Siegburg, August 2012. Download
  • CHINA HÖREN - Das erste deutschsprachige China-Hörbuch auf CD.
    Eine musikalisch illustrierte Reise durch die chinesische Kulturgeschichte von der Mythologie bis in die Gegenwart
    . Silberfuchs-Verlag, 2008
  • Hasselblatt, Karin, Wagenbrenner, Sonja: Was du schon immer über China wissen wolltest. Berlin, 2008.
  • Kluckert, Matthias, Tang, Thomas: Ganz woanders: Vier Jahre in Beijing. Books on Demand, 2008.
  • Kuan, Yu-Chien: Mein Leben unter zwei Himmeln - Eine Lebensgeschichte zwischen Shanghai und Hamburg. Frankfurt/Main, 2008.
  • Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.): "Volksrepublik China – Eine neue Weltmacht?" in: Politik & Unterricht – Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung. 1/2008 (inkl. Lehrmaterialen). Download
  • Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.): "Die Volksrepublik China", in: Der Bürger im Staat. Nr. 3-4/2008. Download
  • Schmidt-Glintzer, Helwig: Kleine Geschichte Chinas. München, 2008.
  • Strittmatter, Kai: Gebrauchsanweisung für China. München, 2008.
  • Vospernik, Cornelia: China live: Alltagsleben zwischen Tradition und Hightech. Wien, 2008.
  • Borgstedt, Marek: Kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland - Theorie und Praxis in Alltag und Beruf. München, 2007.
  • Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): "China", in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Nr. 49/2006. Download
  • Häring-Kuan, Petra; Kuan, Yu Chien: Der China-Knigge - Eine Gebrauchsanweisung für das Reich der Mitte. Frankfurt/Main, 2006.
  • He, Qinglian: China in der Modernisierungsfalle. Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn, 2006.
  • Institut für Auslandsbeziehungen: "China – auf dem Weg nach oben", in: Kulturaustausch – Zeitschrift für internationale Perspektiven. Heft 2/2006.
  • Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Volksrepublik China. Informationen zur politischen Bildung. Nr. 289/2005. 
  • Groeling-Che, Hui-wen von; Yü-Dembski, Dagmar (Hrsg.): Migration und Integration der Auslandschinesen in Deutschland. Wiesbaden, 2005.
  • Gütinger, Erich: Die Geschichte der Chinesen in Deutschland: Ein Überblick über die ersten 100 Jahre ab 1822. Münster, 2005. 
  • Zhang, Wei: Sozialwesen in China. Hamburg, 2005. Download
  • Heilmann, Sebastian: Das politische System der Volksrepublik China. Wiesbaden, 2004.
  • Langner, Silvia: Das aktuelle China-Bild der Deutschen – Ergebnisse von Umfragen in Bildung, Kultur und Wirtschaft. Diplomarbeit im Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 2003.

Kinder und Jugend

  • All-China Youth Federation; China Youth and Children Research Center: "China Youth Report (1995-2004)", in: 10 Year Review of the United Nations World Programme of Action for Youth to the Year 2000 and Beyond. Peking, 2005.
  • Kultusministerkonferenz (Hrsg.): Chinesisch an Schulen in Deutschland. Bonn, 2008. Download
  • Wang, Zhi: Geschenkte Zeit, Verschenkte Zeit: Wie Jugendliche in Deutschland und China ihre Zeit nutzen. Marburg, 2007.
  • Xi, Jieying; Sun; Yunxiao; Xiao, Jing Jian (Hrsg.): Chinese Youth in Transition. Hampshire, 2006.
  • Zhang, Lening: "Juvenile delinquency and justice in contemporary China: a critical review of the literature over 15 years", in: Crime, Law and Social Change. Band 50, 2008, S. 149-160.
  • Zhang, Ya-li: Youth Employment in China, Bericht des International Labour Information Project Liaison Officer. 2004. Download
  • Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Volksrepublik China über kulturelle Zusammenarbeit vom 10. November 2005. Download
  • Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland und dem Allchinesischen Jugendverband der Volksrepublik China über die Zusammenarbeit im Bereich der Jugendhilfe vom 14. September 2006. Download

Links

http://china.youth.cn - Euro-Chinesisches Internetportal mit Informationen über China für junge Leute (auf Englisch)
http://cms.ifa.de/fileadmin/content/publikationen/downloads/china2006.pdf - Website des IFA e.V. mit einer ausführlichen Bibliografie zu den deutsch-chinesischen Kulturbeziehungen
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/liste/l/16365 - China-Kolumne Tschingtschang des jetzt-Magazins der Süddeutschen Zeitung, in der eine Chinesin Wissenswertes aus dem Alltag in China berichtet.
www.bjrundschau.com - Beijing Rundschau mit Infos über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in China (Außenpolitik, Wirtschaft, chinesische Kultur oder Reisen)
www.china-guide.de - offizielles chinesisches Informations- und Nachrichtenportal (auf Deutsch)
www.china-observer.de - offizielles chinesische Informations- und Nachrichtenportal (auf Deutsch)
www.de-cn.net - Deutsch-Chinesisches Kulturnetz (Internetplattform für den deutsch-chinesischen Kulturaustausch)
www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Internationales/Land/Asien/China.html - Website des Bundesamts für Statistik mit Länderprofil und statistischen Angaben zu China
www.kmk-pad.org/fileadmin/Dateien/download/comenius/pad_aktuell/Juli_2008.pdf - Magazin des Pädagogischen Austauschdiensts mit China-Schwerpunkt (Infos zu deutsch-chinesischen Schulpartnerschaften und Fremdsprachenassistenzen)
http://chinachannel.hk - Zensur-Addon für Firefox "Surfen wie in China" zum Ausprobieren, wie es sich anfühlt, unter den Bedingungen der chinesischen Zensur durchs Web zu streifen

Botschaften, Konsulate, Vertretungen

Botschaft der Volksrepublik China
Märkisches Ufer 54, 10179 Berlin
Fon: 030 27588-0, Fax: 030 27588-221
E-Mail: chinesischebotschaft[at]debitel.net, Internet: www.china-botschaft.de

 

Chinesisches Generalkonsulat in Hamburg
Elbchaussee 268, 22605 Hamburg
Fon: 040 822760-13, -18, Fax: 040 822760-21, -22
E-Mail: chinaconsul_ham_de[at]mfa.gov.cn, Internet: http://hamburg.china-consulate.org/det
chinaconsul_ham_de(at)mfa.gov.cn

Chinesisches Generalkonsulat in München
Romanstraße 107, 80639 München
Fon: 089 17301625, Fax: 089 17094506
E-Mail: chinaconsul_mu_de[at]mfa.gov.cn, Internet: http://munich.china-consulate.org/ger

Chinesisches Generalkonsulat in Frankfurt
Stresemannallee 19-23, 60596 Frankfurt am Main
Fon: 069 750855-45, Fax: 069 750855-10
E-Mail: frankfurt_konsular[at]mfa.gov.cn, Internet: http://frankfurt.china-consulate.org/det

Deutsche Botschaft in China
17, Dong Zhi Men Wai Da Jie, Chao-yang District, BEIJING, 100 600
CHINA
Fon: +86 10 85329000, Fax: +86 10 65325336
Internet: www.peking.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat in Hongkong
21/F United Centre, 95 Queensway, Central, HONG KONG
G.P.O. Box 250, HONG KONG
CHINA
Fon: +852 2105 8788, Fax: +852 2865 2033
Internet: www.hongkong.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat in Kanton
19. Stock, Guangdong International Hotel, 339 Huanshi Dong Lu, GUANGZHOU, 510098
CHINA
Fon: +86 20 83130000, Fax: +86 20 83317033
E-Mail: info[at]kanton.diplo.de, Internet: www.kanton.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat in Shanghai
181 Yongfu Lu, SHANGHAI 200031
CHINA
Fon: +86 21 34010106, Fax: +86 21 64714448
E-Mail: info[at]gk-shanghai.org.cn, Internet: www.shanghai.diplo.de

Jugendinformationszentren

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