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Griechenland-Special

Für alle, die mit den Mitteln der Internationalen Jugendarbeit einen Beitrag zum deutsch-griechischen Austausch leisten möchten, hat IJAB Stimmen zur beruflichen, politischen und kulturellen Bildung und zur Erinnerungsarbeit aus beiden Ländern eingefangen sowie Informationen zur Landeskunde, Jugendpolitik, Förderprogrammen, Jugendforschung und Jugendorganisationen zusammengestellt. Herausgekommen ist ein Special von der Zivilgesellschaft für die Zivilgesellschaft.

Willkommen bei den Länderinfos: Griechenland

Griechische Flagge vor Santorini.
Griechische Flagge vor Santorini. Bild: EzPzPics / pixabay.com

Der Text gliedert sich in die vier Kapitel: 

Im Impressum erhalten Sie Informationen über Erstellungsdatum, Verfasser/-in und Ansprechpartner/-in.

Allgemeine länderkundliche Informationen - Griechenland

Skulpturen mit tragender Funktion an der Akropolis.
Skulpturen mit tragender Funktion an der Akropolis.Bild: AkerrarenAdarrak /pixabay.com

GRIECHENLAND

Relevante Links, die einen allgemeinen Überblick über Land und Leute geben:

Länderinformationen des Auswärtigen Amtes:  
https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/griechenland-node

Informationen der Griechischen Botschaft:
www.mfa.gr/germany/de/

Länderprofil bei Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Griechenland

Länderprofil bei CIA World Fact Book:
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/gr.html

Griechische Zentrale für Fremdenverkehr:
http://www.visitgreece.gr

Grunddaten

Einwohner: 10,768,477 (CIA Worls Fact Book, Juli 2017)

Hauptstadt: Athen
weitere große Städte: Thessaloniki, Patras, Iraklio   

Amtssprache: Griechisch

Altersstruktur: (2015)
                                     männlich         weiblich        gesamt in %
0-14 Jahre:                   767,245         722,1313     13,83%
15-24 Jahre:                 532,179        509,487         9,67%
25-54 Jahre:              2 275,984     2 295,082        42,45%
55-64 Jahre:                 692,420         721,641       13,13%
über 65 Jahre:              986,816      1 265,310       20,91%

Lebenserwartung: Frauen 83,3 Jahre, Männer 77,9 Jahre

Bevölkerungswachstum: -0.01%

Verwaltung: Seit 1974 parlamentarische Demokratie, Einkammersystem mit 300 Abgeordneten.
13 Regionen (Periferien) bilden die regionale Ebene. Jede Region wird von einem Regionspräsidenten und einem Regionsrat verwaltet. Diese werden auf kommunaler Ebene gewählt. Jede Region wird in weitere regionale Einheiten (Periferiakes Enotites) untergliedert und von einem ernannten Unterregionspräsidenten verwaltet, der aus der Fraktion des Regionspräsidenten stammt. Die Regionen untergliedern sich weiter in insgesamt 325 Gemeinden, die die kommunale Ebene bilden.
Hinzu kommt eine 14. Region, die selbstverwaltet ist und weitgehend unabhängig fungiert. Das ist der Heilige Berg Athos, der „Dritte Finger“ von Chalkidiki.

Staatsoberhaupt: Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos (seit 13.03.2015)

Religion: Griechisch-Orthodoxe Kirche: 98% 

Inflationsrate: -1,27% (Juli 2017, Statista)

Jugendarbeitslosenquote (15 - 24 Jahre): 44,4% (Stand Januar 2017, Statista)

Internationale Mitgliedschaften: Vereinte Nationen, EU, EMU, NATO, Europarat, UNCTAD, ECE, ILO und andere Sonderorganisationen der Vereinten Nationen

Quellen: Statistisches Bundesamt, Auswärtiges Amt, Wikipedia, CIA World Factbook, Statista - Das Statistik-Portal (Inflationsrate), Statista - Das Statistik-Portal (Youth unemployment rate)

Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen - Griechenland

Hier gibt es Informationen zu den Grundlagen und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in Griechenland.

Relevante Gesetze

Verfassung
Die griechische Verfassung betrifft sowohl indirekt als auch direkt die Belange junger Menschen:

  • Artikel 16 (indirekt): Der Artikel betrifft hauptsächlich die Bildung und definiert die Rolle des Staates bei der intellektuellen, professionellen, moralischen und körperlichen Entwicklung junger Menschen. Kernaussage des Artikels ist die Verantwortung des Staates, Kunst, Wissenschaft, Unterricht und Forschung kostenlos für Bürger/-innen zu gewährleisten bei einer Mindestschulpflicht von neun Jahren. Zielsetzung ist die Heranbildung “freier und verantwortungsbewusster Bürger/-innen“.
  • Artikel 21 (direkt): Der Artikel bezieht sich auf die Verpflichtung des Staates zur Ergreifung gesundheitsfördernder Maßnahmen, unter anderem für junge Menschen.

Nationale Gesetze
Die nationale Gesetzgebung im Bereich Jugend bezieht sich auf folgende Bereiche:

  • Jugendbeschäftigung (Schutz junger Berufstätiger, besondere Maßnahmen für junge Berufstätige),
  • Sport (besondere Maßnahmen für junge besonders talentierte Sportler/-innen wie z. B. leichteren Zugang zu staatlichen Universitäten),
  • Bildung (Gesetzgebung in Bezug auf die Struktur und die Funktion des Bildungssystems inklusive Einbeziehung der Studierenden in Leitungsgremien der staatlichen Universitäten),
  • Familie (Gesetzgebung zum Thema Rechte von Kindern sowie Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch in der Familie),
  • Militärdienst (in der Regel 9 Monate, Befreiung vom Militärdienst durch Zivildienst, welcher die doppelte Dauer des Wehrdienstes hat),
  • Fehlgeleitetes Verhalten (besondere Behandlung von jungen Straffälligen),
  • Medien (Gesetzgebung zum Schutz Minderjähriger, Maßnahmen zum Schutz vor schädlichen Einflüssen wie Pornographie und Gewalt durch das Fernsehen)
  • Teilhabe (Maßnahmen, die die Partizipation Jugendlicher auf lokaler Ebene verbessern).

Jugendräte

In Griechenland gibt es keinen Aufbau der dem deutschen Jugendring-System ähnlich ist.

Das Gesetz 3852 (07.06.2010) teilt das Land in 13 Regionen, welche die Einheiten der Staatsverwaltung bilden. Eine Aufgabe dieser Verwaltung ist das Verfassen und Implementieren von Jugendprogrammen. Das Gesetz besagt u.a., dass Gemeinden einen Gemeinderat stellen müssen, welchem ein Repräsentant des lokalen Jugendrats vorsitzt (Artikel 76). Das Gesetz macht zudem Vorgaben für die Administration im Bereich „Bildung, Kultur, Sport und Jugend" (Artikel 97).

Im Februar 2006 wurde ein neues Gesetz (Nr. 3443/27) über die Schaffung lokaler Jugendräte verabschiedet. Die Jugendrätemitglieder werden in einer direkten und geheimen Wahl gewählt; junge Leute zwischen 15 und 28 können sich an der Wahl beteiligen, wenn sie in den Wahlregistern aufgeführt sind. Diese lokalen Jugendräte sollen Bedürfnisse und Probleme junger Menschen identifizieren, herausstellen und weiter verfolgen. Das Gesetz verspricht eine Förderung für die lokalen Jugendräte sowie eine Vertretung der Stadt-, Gemeinde- und Bezirksjugendräte auf nationaler Ebene im Rahmen des Nationalkomitees der lokalen Jugendräte.

Jedoch ist bisher der Erfolg von Jugendräten nur bedingt erkennbar, da Jugendräte auf freiwilliger Basis entstanden sind. Seit 2008 haben dazu keine Wahlen stattgefunden. Dadurch existieren de facto keine regionalen Jugendräte in Griechenland.

Internationales Recht
Folgende internationale Dokumente gelten in Griechenland:
-    UN-Kinderrechtskonvention (1992 ratifiziert)
-    Europäische Konvention für Menschenrechte und Fundamentale Freiheiten (1974 ratifiziert)
Zuständig für den Schutz und die Förderung der Kinderrechte sind das National Observatory on the Rights of Children und der Ombudsman für Griechenland.

(Quellen: Griechische VerfassungOmbudsman GriechenlandGeneral Secretariat for Youth; Country Sheet on Youth Policy)

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Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Schulpflicht
Beginn der Schulpflicht: 6 Jahre
Ende der Schulpflicht: 15 Jahre
Die Mindestschulpflicht nach Artikel 19 der Verfassung schreibt einen Schulbesuch von mindestens neun Jahren vor. (6 Jahr Grundschule und 3 Jahre weiterführende Schule)

Volljährigkeit: 18 Jahre
als Kind gilt, wer zwischen 6 und 12 Jahren ist
als Heranwachsende/r gilt, wer 12 bis 17 Jahre ist
als Jugendliche/r gilt, wer zwischen 18 und 30 Jahren ist (Dieser Altersabschnitt ist jedoch nicht gesetzlich fixiert und kann je nach Bedarf geändert werden. Beispielsweise liegt die Altersgrenze bei Jugend in Aktion bei 35.)

Mindestalter für juristische Haftbarkeit
Im Strafgesetzbuch werden Personen zwischen 7 und 17 Jahren als Minderjährige betrachtet. Personen unter 12 fallen unter die Gruppe der Kinder, 12- bis 17-Jährige sind Heranwachsende. Straffällige Minderjährige sind laut Artikel 121 des Strafgesetzbuches Erziehungsmaßregeln oder therapeutischen Maßnahmen zu unterziehen oder können auch in den Strafvollzug eingewiesen werden. Kinder können für ihre Taten nicht haftbar gemacht werden und unterlaufen daher nur Erziehungs- oder therapeutische Maßnahmen. Bei Heranwachsenden besteht auch die Möglichkeit der Einweisung in den Strafvollzug, wenn vorher genannte Maßnahmen nicht greifen.

Führerscheinerwerb
Moped: 17 Jahre
Motorrad: 18 Jahre
Auto: 18 Jahre
LKW: 21 Jahre
Bus: 24 Jahre

Mindestalter für …

  • die Arbeitsaufnahme: 15 Jahre mit Zustimmung der Sorgeberechtigten. Ohne deren Zustimmung kann das Gericht auf Antrag der/des Minderjährigen (nach Artikel 136 des Zivilgesetzgesetzbuches) entscheiden und die Erlaubnis zusprechen.
    Ausnahmen bilden artistische oder ähnliche Tätigkeiten, wenn die Gesundheit beziehungsweise Moral der Minderjährigen nicht gefährdet wird. Das Mindestalter für Aufnahme einer solchen Arbeit ist 15 Jahre. Kulturelle Aktivitäten werden vom griechischen Staat ausdrücklich gefördert, daher wurde diese Ausnahme gesetzlich verankert.
  • den Kauf alkoholischer Getränke: 17 Jahre. (Artikel 1 Abs. 1 S. b des Präsidialdekretes 36/1994, das auf der Grundlage des Art. 12 Abs. 1 S. a und c, und des Abs. 2 des Gesetzes 1481/1984 erlassen wurde).
  • Heirat: 18 Jahre, ansonsten nur bei Vorlage triftiger Gründe und mit Erlaubnis des Gerichts. Dazu werden die Brautleute und deren Sorgeberechtigte angehört.
  • das Einziehen zum Militär: 19 Jahre, ab 17 Jahren mit Zustimmung der Eltern
  • Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft: 16 Jahre.
  • Kandidieren für das Nationalparlament: 25 Jahre
    Kandidieren für den Landrat: 21 Jahre
    Kandidieren für das Amt des Bürgermeisters: 21 Jahre
    Kandidieren für das Amt des Stadtrats: 18 Jahre

Wahlrecht
Aktives und passives Wahlrecht zur Wahl von Jugendvertreter(inne)n in einer Firma: 16 Jahre.
Aktives und passives Wahlrecht auf allen Ebenen: alle Bürger/-innen ab 18 Jahren, die in den Wahllisten registriert sind und denen die Wahlrechte nicht aberkannt wurden. Im Juli 2016 wurde das Wahlalter von 18 auf 17 Jahre gesenkt. Prinzipiell herrscht in Griechenland Wahlpflicht. Verstöße dagegen werden aber seit 2001 nicht mehr geahndet.
Für die Wahl zur/zum Parlamentsabgeordneten muss man mindestens 25 Jahre alt sein.

(Quellen: Greek National Council for Radio and Television; Ministry of National Defence; Ministry of Public Order & Citizen Protection; Ministry of Interior; Hellenic ParliamentMinistry of Transport and Communication; The Right to Education Project; Ministry for Education, Research and Religions)

Link
http://www.protection-of-minors.eu/de/country/GR - Informationen zum Kinder- und Jugendschutz in Europa der BAG Kinder- und Jugendschutz

http://www.bag-jugendschutz.de/PDF/MDA12-Laender_einzeln/Jugendschutzbestimmungen_Griechenland.pdf - Europäischer Jugendschutzatlas Griechenland der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz

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Finanzierung

NGOs und Vereine, die Kinder- und Jugendaktivitäten anbieten, finanzieren sich meistens durch Erasmus+ Programme, durch Mitglieds- und Teilnahmebeiträge oder werden projektbezogen von internationalen Organisationen finanziert (z.B. können Projekte für junge Geflüchtete von UNICEF unterstützt werden). Andere Organisationen finanzieren sich durch Spenden von Unternehmen und Stiftungen oder durch Erbschaften.

Erbschaften sind in Griechenland von großer Bedeutung. Erbschaften sind Vermögen, die eine verstorbene Person einer NGO, einer Universität oder einer anderen Organisation hinterlässt. Eine besondere Rolle spielen Erbschaften für Studierende, da die meisten Erbschaften Stipendiencharakter besitzen und explizit für ein Studium hinterlassen wurden. Die Aristoteles Universität von Thessaloniki hat sogar eine eigene Webseite dafür (http://www.klirodotimata.web.auth.gr/general-info). Erbschaften werden auf Griechisch „Klirodotimata“ genannt und sind für Universitäten, Institute, die Kirche und für deren Finanzierung ausschlaggebend.

Stiftungen
In Griechenland gibt es keine Stiftungen, die exklusiv die Jugend ansprechen oder Jugendarbeit als explizites Ziel verfolgen. Jedoch gibt es mehrere Stiftungen, die unter anderem auch viele Projekte für Jugendliche und Kinder unterstützen und oft zu Kooperationen mit dem Ausland bereit sind. Hier ist eine Auswahl:

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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Zuständig für den Bereich Jugend in Griechenland ist das Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten. Es hat die Verantwortung für die Entwicklung jugendpolitischer Strategien und deren Umsetzung. Seit November 2016 ist Konstantinos Gavroglou der zuständige Bildungsminister. (Biographie von Konstantinos Gavroglou.)

Das Generalsekretariat für Lebenslanges Lernen und Jugend ist das Ergebnis der Zusammenführung der beiden Generalsekretariate für Jugend und Lebenslanges Lernen. Das ursprünglich eigenständige Generalsekretariat für Jugend wurde bereits 1982 durch die frisch gewählte Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) gegründet. Das Generalsekretariat für Lebenslanges Lernen und Jugend mit Pafsanias Papageorgiou im Amt des Generalsekretärs ist für die Koordination von Regierungsaufgaben und die Umsetzung der Regierungspolitik im Bereich Jugend zuständig sowie für die Zusammenarbeit mit Trägern der Kinder- und Jugendarbeit.

Das Generalssekretariat für Lebenslanges Lernen und Jugend setzt sich für die Verankerung des Themas Jugend als Querschnittsthema in anderen Bereichen der Regierungspolitik ein. Deswegen setzt es sich auch mit Themen wie Beschäftigung und Entwicklung, Kultur und Freizeit, Bildung und soziale Beteiligung sowie internationaler Zusammenarbeit und Information auseinander. Außerdem fördert das Generalsekretariat die sektorübergreifende Jugendpolitik unter Berücksichtigung der relevanten Entwicklungen im Jugendsektor auf europäischer und internationaler Ebene.

Die Themen Kultur und Sport, die mehrere Berührungspunkte mit Jugendaktivitäten haben, werden vom Ministerium für Kultur und Sport geregelt, das ein Generalsekretariat für Kultur und eins für Sport stellt.

Weitere Ministerien mit Berührungspunkten zu Kinder- und Jugendfragen sind: das Gesundheitsministerium, das Ministerium für Arbeit und Soziales sowie das Ministerium für ländliche Entwicklung und Lebensmittel

Wichtigste Aufgabe des Interministeriellen Komitees für Jugend ist die Koordination aller relevanten Ministerien und anderer öffentlicher Behörden bei der Schaffung einer umfassenden nationalen Jugendpolitik. Allerdings wurden bisher keine Ergebnisse des Komitees vorgelegt.

Der Ständige Ausschuss für Kultur und Bildung untersucht Gesetzesvorschläge, die zu den Kompetenzen des Ministeriums für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten und des Ministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus gehören.

Der Fachausschuss für Gleichstellung, Jugend und Menschenrechte ist für Gesetzesvorschläge bezüglich der Themen Gleichbehandlung und Einhaltung der Menschenrechte zuständig.

(Quellen: Dora Giannaki: Youth work in Greece: a historical overview. In: The history of youth work in Europe. Volume 4. Council of Europe and the European Commission, January 2014. S. 91-106., General Secretariat of the Government; Youth Policy Briefing; Committee on Cultural and Educational Affairs; Committee on Equality, Youth and Human Rights.)

Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Der griechische Staat hat momentan keine nationale Jugendstrategie. Zum ersten Mal findet bis Ende September 2017 eine öffentliche Konsultation statt, die das INEVIDIM organisiert. Durch die Konsultation soll eine nationale Jugendstrategie, der Plan „Jugend 17-27“, vom Generalsekretariat für lebenslanges Lernen und Jugend entwickelt werden. Diese wird dem Parlament zur Ratifizierung vorgelegt. Damit sollte Griechenland ab 2018 eine nationale Jugendstrategie haben.

Die Politische Planung für Jugendliche nimmt hauptsächlich die formelle Bildung in Sicht. Außerschulische Projekte werden zum Teil von Ministerien getragen und wenn sie regional sind, dann auch von den Regionen und den Kommunen. Momentan ist der wichtigste Ansprechpartner die Stiftung für Jugend und lebenslanges Lernen (INEVIDIM), die dem Generalsekretariat Lebenslanges Lernen und Jugend unterliegt, welches dem Ministerium für Bildung, Forschung und Religionen angehört.

Schwerpunkte der Kinder- und Jugendpolitik sind die Förderung des Unternehmergeistes bei jungen Leuten, das Zurückholen junger Griech(inn)en, die im Ausland leben und arbeiten, und die Behebung des Lehrermangels an Schulen.

Das Jugendparlament ist ein vom griechischen Parlament initiiertes Bildungsprogramm, das seit 1995 jährlich stattfindet. Es wird zusammengesetzt aus 300 Schüler(inne)n der 11. Klasse weiterführender Schulen (260 aus Griechenland, 20 aus Zypern und 20 von griechischen Auslandsschulen). Das Jugendparlament wird in Zusammenarbeit der Bildungsministerien in Griechenland und in Zypern durchgeführt. Ziele dieses Programms sind die Auseinandersetzung mit den Funktionen des Parlaments und die Entwicklung einer positiven Einstellung zur Bürgerbeteiligung in einer demokratischen Gesellschaft.

Erasmus + und Youth in Action befinden sich unter dem Schirm der Stiftung für Jugend und Lebenslanges Lernen (INEDIVIM). Die Nationale Agentur für die Programme befindet sich auch im INEVIDIM. Die Kontaktwebseite ist: http://erasmusplusyouth.gr/home/. Außerdem findet in Griechenland das Euromed-Youth-Programm Anwendung.

Eine Auswahl an aktuellen Aktionsprogrammen finden Sie hier:

  • Ecomobility eine Kampagne der NGO ECOCITY. Junge Menschen haben hier die Möglichkeit, Umwelt- und Verkehrsprobleme ihrer Stadt zu präsentieren und Lösungen dafür vorzuschlagen.
  • Biennale für junge Künstler/-innen aus Europa und dem Mediterranen Raum: Das Generalsekretariat für Jugend ist eines der Gründungsmitglieder der BJCEM (Biennale des jeunes créateurs de l’Europe et de la Méditerranée) und fördert neben weiteren 61 Mitgliedern die Arbeit junger Künstler/-innen und gibt ihnen die Möglichkeit, an der Biennale teilzunehmen.
  • Das Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche „Kleiner Tourist – ein Koffer reist“, welches unter der Schirmherrschaft von EOT (Nationale Agentur für Tourismus) stattfindet, widmet sich dem Thema „Nachhaltiger Tourismus“. Die Trainer/-innen besuchen Bildungseinrichtungen (Grundschule, Gymnasien, Lyzeen und Universitäten) und führen dort erlebnispädagogische Tourismusseminare durch, welche auf Nachhaltigkeit und Entwicklung für den griechischen Tourismus zielen. Mehr Informationen unter: https://www.voluntaryaction.gr/gr/mko/102 oder direkt Kontakt zur Entwicklerin des Programms Frau Dr. Eleftheria Griba elgriba(at)hotmail.com.
  • Das Programm „Ich kann es“ von INEDIVIM richtet sich an Jugendliche, die aus dem Gefängnis kommen. Dieses Programm soll das Einleben, die Arbeitsfindung und Integration der Jugendlichen nach dem Gefängnisaufenthalt erleichtern.
  • Das Programm PROTEKTA - Ich beschütze mich und die andere dient zum Training von freiwilligen Jugendlichen, die mehr über zivile Sicherheit, Katastrophenschutz u.ä. wissen möchten. Auch dieses Programm gehört zu den Projekten von INEVIDIM.
  • Das Programm ReGeneration, ein Zusammenschluss unter der Führung des Global Shapers Athens Hub, das sich an Universitätsabsolvent(inn)en unter 29 Jahren richtet, zielt auf Innovation. Dieses Programm kombiniert Training und Mentoring sowie einen Arbeitsplatz, um Talente zu fördern und junge Talente im Land zu halten.
  • Die Körperschaft Entrepreneurship Jugendlicher (SEN) bietet Programme an, die Jugendlichen Unternehmergeist und Unternehmerfreude vermitteln sollen. „Die Jugendlichen sollen eigene Jobs kreieren und ihre Träume verwirklichen“ ist das Motto der Organisation. Es werden unterschiedliche Programme für unterschiedliche Altersklassen angeboten. Mehr zum Prozess unter: http://senja.gr/.
  • Schoolwave ist ein jährliches dreitägiges Musikfestival, das Jugendliche aus ganz Griechenland und Europa zum Musizieren und Mitmachen animiert. Es gehört zu den größten Jugendfestivals Griechenlands und es wird von der Stavros-Niarchos-Stiftung unterstützt.

Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Die Stiftung für Jugend und Lebenslanges Lernen (INEDIVIM) entstand 2012 aus einer Zusammenlegung der Nationalen Jugendstiftung und dem Institut für Lebenslanges Lernen. Sie arbeitet unter Aufsicht des Ministeriums für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten. Im INEDIVIM sitzt die Griechische Nationalagentur für das Programm Erasmus+ Jugend. Die akademischen Programme von Erasmus+ werden jedoch nicht vom INEDIVIM koordiniert.

Verantwortlich für die weitern Programme Erasmus+ (2014-2020) ist das Institut für Nationale Stipendien, IKY, State Scholarship Foundation. Das Institut wurde 1951 zur Förderung der griechischen Kultur, Bildung, Forschung, Kunst und Sprache gegründet. Jährlich werden von der IKY Stipendienprogramme im In- und Ausland umgesetzt.

Seit 2003 ist durch eine Gesetzesänderung (Nr. 3094/2003) auch ein griechischer Ombudsmann für die Verteidigung und den Schutz der Rechte von Kindern zuständig. Hierfür ist der Ombudsmann berechtigt, über natürliche oder juristische Personen, die diese Rechte verletzen, Recht zu sprechen. Diesem Ombudsmann gehört der Ombudsmann 0-18 an, Themen wie Gewalt gegen Kinder, Bullying u.ä. behandelt und an den man sich als Kind und Jugendlicher anonym wenden kann.

Jede Region betreibt ein Gesundheits- und Präventionszentrum für Kinder und Jugendliche. Viele Gemeinden betreiben kommunale Sportzentren und in eher urbanen Gemeinden findet man auch kommunale Präventions- und Gesundheitszentren für Jugendliche. Neben den lokalorganisierten Zentren existiert griechenlandweit auch die Organisation OKANA, welche sich explizit mit den Themen Drogenabhängigkeit, Drogenprävention und Gesundheit beschäftigt. Eine besondere Stellung haben die Zentren für Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, darunter das Institut für Psychische Gesundheit für Kinder und Jugendliche.

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

National

Der griechichische nationale Jugendrat (Hellenic National Youth Council, ESYN) wurde 1998 als Plattform von freien nicht staatlichen Jugendorganisationen gegründet. Derzeit umfasst der ESYN laut eigenen Angaben 59 Jugendorganisationen. Der Nationale Jugendrat möchte als offizielles Sprachrohr der griechischen Jugend im Ausland und als wichtigster Gesprächspartner der griechischen Regierung in Jugendfragen auf nationaler Ebene fungieren. Der ESYN nimmt an den Sitzungen des Interministeriellen Komitees für Jugend sowie des Organisationskomitees für das Jugendparlament teil und ist Mitglied im Europäischen Jugendforum, im Jugendforum des Mediterranen Raums, des Jugendrats der UNESCO sowie den Jugendgremien der Vereinten Nationen. (Quelle: ESYN).

Doch sehen sich nicht alle Jugendorganisationen in Griechenland durch den ESYN vertreten (vgl. auch Petkovic/Williamson 2015:65). Dies mag zum einen an den Statuten des ESYN liegen, die die meisten Jugendorganisationen der Zivilgesellschaft von einer Mitgliedschaft ausschließen: Mitgliedsorganisationen des ESYN müssen mindestens 200 Mitglieder zählen und in mindestens zwei bzw. drei Regionen (je nach Einwohnerzahl) vertreten sein.
In ihrem jährlichen Bericht zur Jugend in Griechenland zum Jahr 2011 bemängeln die Mitglieder der NGO Youthnet Hellas, dass die Zusammensetzung der Mitgliedsorganisationen des ESYN nicht transparent ist: Bei 59 aufgelisteten Mitgliedsorganisationen sind sechs Parteijugenden vertreten, während einige Organisationen kaum und andere gar nicht mehr aktiv sind (s. 2012:69).

Regional und lokal

Griechenland hat momentan keine offiziellen regionalen Kinder- und Jugendräte. Vereinzelt finden sich in einigen Kommunen Strukturen, die die Jugendarbeit fördern, doch Strukturen wie Jugendringe existieren nicht.

Die Verabschiedung des Gesetzes 3443/2006 regelte erstmalig die Gründung und Funktion der lokalen Jugendräte, von denen auf Initiative des Generalsekretariats für Jugend einige allerdings bereits seit 1997 aktiv waren. Erst 2008 konnte die eigentliche Umsetzung des Gesetzes durch die Einrichtung von Jugendregistern in den Kommunen und mit den ersten Jugendratswahlen stattfinden. Hauptabsicht der Arbeit der Jugendräte war die Verankerung eines Bewusstseins für die Bedürfnisse der Jugend und die Einreichung von Vorschlägen bei den lokalen Behörden in Bezug auf Bereiche wie Kultur, Beschäftigung, Drogenabhängigkeit, Sport, Bildung, Freiwilligenarbeit, Rassismus und Fremdenhass, berufliche Orientierung, Umwelt, Frieden, Gleichheit und Zugang zu Information. Seit 2008 haben aber keine Wahlen für Jugendräte stattgefunden. Diese Institution hat sich nicht etablieren können und existiert heute nicht.

(Quellen: Hellenic National Youth Council; Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten)

Jugendverbandsarbeit

Soma Hellinon Proskopon ist der nationale Pfadfinderverband Griechenlands. Die Pfadfinderarbeit hat in Griechenland eine lange Tradition und die erste Pfadfindergruppe wurde bereits 1910 gegründet. Der Verband war Gründungsmitglied der World Organization of the Scout Movement im Jahre 1922.
Die Zahl der aktiven Mitglieder in Griechenland beläuft sich auf ca. 15 000 Menschen.
Mitglied bei den Pfadfindern kann jeder zwischen 6 und 30 Jahren werden, der in Griechenland ansässig ist. Die Mehrheit der Mitglieder gehört der Griechisch-Orthodoxen Kirche an, jedoch können junge Menschen aller religiösen und ethnischen Gruppen dem Verband beitreten.
Die Pfadfinder Griechenlands sind in der sozialen Hilfe und Hilfsaktionen bei Naturkatastrophen aktiv. Bei den starken Erdbeben in Kalamata, Athen und Kefallonia haben sie eine entscheidende Rolle gespielt.
Sie arbeiten eng mit den kirchlichen Gemeinden und Kommunen zusammen. Im Sommer organisieren sie ihre eigenen Lager in der Natur und realisieren Ausflüge.

Die YMCA Griechenland - der Christliche Verein Junger Menschen mit Sitz in Thessaloniki (XANTH) ist besonders im Norden Griechenlands ein wichtiger Verband, der hohe Anerkennung genießt. XANTH hat ein breites Angebot an Aktivitäten für Kinder und Jugendliche: Von fast allen Sportarten, über Theater und Kunst, bis zu eigenen Sommercamps ist bei XANTH für jeden was dabei. Zudem realisiert XANTH Projekte der Flüchtlings- und Jugendhilfe und der EU-Jugendkooperation. XANTH hat mehrere Mitglieder, darunter auch viele Sportvereine. Sie gilt als einer der Dachverbände und der Interessenvertreter der Jugendarbeit in Griechenland und das besonders in Makedonien und Thessaloniki.

2017 gegründete sich die Hellenic Youth Worker Association, die das Ziel hat, die Berufe der Jugendarbeit zu vertreten, voranzutreiben und die nötige Anerkennung von Staat und Gesellschaft einzufordern. Eine wichtige Aufgabe, um das gesamte Feld der außerschulischen und non-formellen Bildung voran zu treiben.

Hinzu kommt die auch neugegründete (September 2017) Gruppe des konstruktiven Dialogs für Jugend, welche mit Vertretern von unterschiedlichen Organisationen sowie dem INEVIDIM und dem Ministerium für Bildung besetzt ist. Dort soll der Dialog strukturiert und nachhaltig gestaltet werden, um Jugendarbeit in Griechenland zu organisieren.

Eine große Herausforderung in der Verbandsarbeit ist, dass es keinen offiziellen Aufbau gibt, weder kommunal, regional noch national, und auch keiner offiziell für alle Jugendlichen sprechen kann. Das führt oft zu Konflikten zwischen Organisationen. Generell ist die Jugendverbandsarbeit weitgehend untervertreten innerhalb der Verbandsarbeit des Landes. Die Tendenz ändert sich aber.

Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Orthodoxe Kirche in Griechenland.
Orthodoxe Kirche in Griechenland.Bild: PublicDomainPictures /pixabay.com

In Griechenland hat die Griechisch-Orthodoxe Kirche nahezu staatsreligiösen Charakter. Das orthodoxe Christentum ist laut Verfassung die „vorherrschende Religion“.
Dabei ist Griechenland religiös recht einheitlich, rund 97% der Bevölkerung sind orthodox.

Des Weiteren gibt es schätzungsweise ungefähr 100 000 muslimische Glaubensangehörige (die Zahl hat sich durch den Zuzug von Flüchtlingen um ein Vielfaches erhöht), rund 30 000 protestantische, 50 000 katholische und 5 500 jüdische Glaubensangehörige, außerdem ca. 28 800 Zeugen Jehovas und 12 000 Angehörige kleinerer Glaubensrichtungen.

Datenschutzrechtlich darf die Religionszugehörigkeit seit 2000 von staatlicher Seite nicht mehr personenbezogen registriert werden. Daher beruhen Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben privater Organisationen.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Religiosität in Griechenland recht hoch und das Bekenntnis zu Religion und religiösen Riten ist weit verbreitet. Eine Umfrage von KAPPA Research für die Zeitung „To Vima“ von April 2015 ergab, dass fast 82% der Griech(inn)en sich als Griechisch-Orthodox bekannten, 1,5% als Gläubige anderer Religion und knapp 15% als Atheist. (Quelle: To Vima, http://www.tovima.gr/society/article/?aid=694021)

Bis heute hat die Griechisch-Orthodoxe Kirche großen Einfluss auf die griechische Bevölkerung.
So wird in den Schulen jeden Tag vor dem Unterricht gebetet und die Ausbildung der Kinder ist auf die orthodoxe Religion abgestimmt. Der Religionsunterricht ist nach Artikel 16, §2 der Verfassung Pflicht. Schüler/-innen, die eine andere Religion haben, können vom Religionsunterricht befreit werden.
Als eines der nationalen Bildungsziele gibt die Verfassung die Entwicklung eines religiösen Gewissens bei der Jugend vor und dass die Kirche mit dem Staat in Bereichen des gemeinsamen Interesses, wie z.B. bei der christlichen Erziehung der Jugend, zusammenarbeiten soll. Ein Synodalkomitee beschäftigt sich mit der christlichen Erziehung und Jugend.

(Quelle und weitere Informationen zur Rolle der Religion in der griechischen Gesellschaft: Eurotopics: Die Rolle der Religion in der griechischen Gesellschaft)

Jugendarbeit hat in der griechisch-orthodoxen Kirche in Griechenland eine lange Tradition und es gibt eine Vielzahl an Angeboten und Dienstleistungen für junge Menschen. Sowohl lokal als auch gemeindeübergreifend ist die Kirche in der Jugendarbeit aktiv und vereinzelt werden auch Austauschprogramme mit Jugendlichen aus anderen Ländern durchgeführt.

  • Die Jugendabteilung der orthodoxen Kirche bietet Sonntagsschulen an. Die Kinder werden ähnlich wie in der Schule in Klassenstufen eingeteilt. Die Sonntagsschule findet sonntags nach der Messe in den Räumlichkeiten der Kirche statt. Durchgenommen werden religiöse Themen wie: das Leben der Heiligen, die Geschichten der Bibel, die Interpretation der biblischen Texte in der christlichen Kunst usw. Die Katecheten, selbst Absolventen dieser Schulen, sind speziell dafür ausgebildet.
  • Besonders beliebt sind die Sommerlager, die die Kirche jeden Sommer organisiert. Sie finden landesweit statt, sind geschlechtergetrennt und kostenlos.
  • Weitere Angebote und Leistungen der orthodoxen Kirche zur Unterstützung junger Griech(inn)en sind: finanzielle Unterstützung für Studierende in Form von Stipendien, Unterkünfte für Studierende, Waisenhäuser, finanzielle Unterstützung für junge benachteiligte Frauen, Unterstützung für alleinerziehende Mütter, Kindergärten, Hilfen für Drogenabhängige und ihre Familien, kostenlose Nachhilfe für Schüler/-innen u.s.w.
  • Einige große Gemeinden, darunter die zwei Gemeinden in Attika (http://neotita.gr/ und http://impneothta.gr/) bieten im Rahmen der christlichen Erziehung Nachmittagsschulen, Sommerlager, Sportangebote uvm an.
  • Durch die Mitgliedschaft von griechisch-orthodoxen Gemeinschaften und Einrichtungen in der Weltgemeinschaft der orthodoxen Jugend SYNDESMOS (World Fellowship of Orthodox Youth) haben griechische Jugendliche die Möglichkeit, an internationalen Begegnungen und Festivals, die seitens SYNDESMOS organisiert werden, teilzunehmen.
  • Apostoli ist die Abteilung für Freiwilligendienste der orthodoxen Kirche in Griechenland und wurde 2010 vom Erzbistum in Athen als NGO gegründet. Apostoli arbeitet umfassend im In- und Ausland und kooperiert mit der Evangelischen Kirche in Deutschland im Projekt ElanDE.


Angebote von anderen Religionsgemeinschaften an die Jugend:

  • Die überkonfessionell-christliche YMCA in Griechenland kann als zweitälteste Jugendorganisation (nach dem Verband griechischer Pfadfinder) mit einer Gründung im Jahr 1921 auf eine lange Tradition zurückschauen. Anders als in Deutschland gibt es in Griechenland neben dem YMCA (XAN) auch die YWCA (XEN).
  • Die Griechische Evangelische Kirche leitet ein eigenes Sommerlager, das seit 1955 besteht. Seit seiner Gründung ist das Lager gewachsen und zu einer modernen Begegnungsstätte geworden.
  • Die katholische Ordensgemeinschaft der Marsiten leitet ebenfalls Sommerlager auf Tinos. Sie sind für Kinder aller Konfessionen zugänglich.


Offene Jugendarbeit
In Griechenland existieren Einrichtungen für Kinder und Jugendliche auf kommunaler Ebene. Manche sind selbstorganisiert, andere über der Gemeinde und manche als Vereine. Die Aktivitäten sind unterschiedlich und beziehen sich meistens auf konstruktive Freizeitaktivitäten sowie soziales Engagement. Ein paar Beispiele wären:

Berufsorientierung bietet die Nationale Agentur für Bescheinigungen und Berufsorientierung an. Außerdem existiert ein ähnlicher Service bei der Arbeitsagentur OAED.

Es existieren außerdem private und öffentliche Abenteuer- und Abenteuerparks, welche aber nicht sehr weit verbreitet sind. Farmen mit Tieren für Kinder und Jugendliche sind auch ein neuer Trend in Griechenland. Diese werden privat betrieben und darum müssen Besucherinnen und Besucher Eintritt bezahlen.

Jugendinformation

Der Informationsfluss für Jugendliche und Kinder wird hauptsächlich über die Schulen gewährleistet. Träger, die Informationen generieren und verteilen sind das Ministerium für Bildung und Religionen, das Ministerium für Kultur, das Generalsekretariat für lebenslanges Lernen und Jugend, die Stiftung Jugend und lebenslanges Lernen, das Netzwerk für Prävention und die Agentur für öffentliche Gesundheit. Eine nationale Strategie zur Jugendinformation besteht nicht.

Griechenland hat die European Youth Information Charter unterschrieben und auch Eurodesk existiert in Athen.

Das Europäische Jugendportal besteht auch in griechischer Sprache, das Auskunft über Austausch- und Freiwilligenprogramme in Europa bietet.

Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich - Griechenland

Astypalaia, Griechenland. Foto: Christian Herrmann
Astypalaia, Griechenland. Foto: Christian Herrmann

Bildung und Beschäftigung

Bildung

Schüler sitzen gemeinsam am Tisch und lernen.
Schüler sitzen gemeinsam am Tisch und lernen. Bild: © Andres Rodriguez / Fotolia.com

Informationen zum Bildungssystem in Griechenland unter www.bildung-weltweit.de und in der Europäischen Enzyklopädie zu nationalen Bildungssystemen EURYPEDIA.

Seit der Finanzkrise ist der Lehrkräftemangel in Griechenland ein großes Problem. Die fehlenden Lehrer/-innen werden teilweise durch Lehrkräfte mit kurzzeitigen Verträgen ersetzt. Dennoch war es auch nach Schuljahresbeginn im September 2015 nicht allen Schüler/-innen möglich, den Unterricht zu besuchen.

In Griechenland gilt eine neunjährige Schulpflicht. Dennoch lag die Schulabbrecherquote 2013 bei 10,1%. Im Vergleich zu 2007 mit 14,3% sind die Zahlen rückläufig. Die regionalen Unterschiede sind dabei beträchtlich: auf den Ionischen Inseln verließen 15,4%, auf den Insel der Region Südliche Ägäis 21,7% und auf Kreta 14,4% die Schule frühzeitig. In der Gemeinde Rethymnon auf Kreta sind sogar 43,5% der 15- bis 29-Jährigen ohne Schulabschluss. Ein Grund für die Abkehr von der Schule wird darin vermutet, dass die Jugendlichen einen Job im Tourismusbereich finden.
Seit der Finanzkrise hat sich das Problem besonders in den armen Regionen (z.B. Evrytania, Rodopi) oder den Regionen, in denen die Landwirtschaft viele Arbeitskräfte verlangt, verschärft. Besonders gefährdet sind Schüler/-innen mit Migrationshintergrund, von denen im Jahr 2009 44,5%  ohne Schulabschluss blieben und 42% im Jahr 2012 – doppelt so viele wie im europäischen Vergleich (27,7% im Jahr 2009, 25,4% im Jahr 2012). Weitere Risikogruppen sind Roma-Kinder, Kinder aus armen Familien und Kinder mit Behinderung.
2013 fanden nur 9,9% der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen hatten, einen Job. Vor der Finanzkrise, im Jahr 2007, waren es noch 20,5%.

Griechenland hat kein duales Bildungssystem. Es bestehen jedoch neben den Universitäten auch Fachhochschulen, an denen man technische Berufe lernen kann. Diese werden „TEI“ genannt.Mehr zum Bildgunssystem und zur Bildung in Griechenland lesen sie unter www.oecd.org/edu/educationpolicyingreeceapreliminaryassessment.htm.

Beschäftigung

Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Griechenland sehr hoch und trifft jeden zweiten Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren. Laut der offiziellen EU-Statistik liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland bei 44,4% (2017) und ist damit die höchste in der gesamten EU.
Junge Frauen sind mit 57% noch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als junge Männer. Während die Arbeitslosenquote bei Menschen mit akademischem Abschluss nur bei 12,9% liegt, ist die Gruppe der jungen Menschen ohne weiterführenden Schulabschluss besonders stark betroffen.
Ein weitverbreitetes Phänomen, besonders unter jungen Menschen, ist, dass sie für Löhne unter der Armmutsgrenze arbeiten. Viele junge Menschen leben deshalb selbst als 30-Jährige noch zu Hause bei ihren Eltern.

Besonders in der Krise ist die Arbeitslosigkeit stark gestiegen. Im Jahr 2010 lag die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen bei 31,8%, im Jahr 2013 stieg sie sogar auf 60% und konnte bis 2015 wieder leicht sinken.

Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise stieg die Abwanderung und Hundertausende Akademiker/-innen verließen das Land. Besonders junge Leute fliehen vor der Krise. Statistisch gesehen wandert die Mehrzahl von ihnen in ein anderes europäisches Land aus.1

Um den Problemen entgegenzuwirken ist die Förderung des Unternehmergeistes ein zentrales Anliegen der Regierung. Unter Premierminister Giorgos Papandreou sind seit 2009 viele Initiativen zur Stärkung des Unternehmertums entstanden.2
Ein Beispiel hierfür sind die Open Caffee, die es seit 2007 in mehreren griechischen Städten gibt. Gegründet in London sind die Open Coffee ein informeller Treffpunkt für Jungunternehmer/-innen, solche die es werden wollen, und Kapitalgeber/-innen, um sich auszutauschen und zu vernetzen.
Eine Auswahl von weiteren Initiativen, die momentan in Griechenland aktiv sind und die Start-up Szene unterstützen und bekräftigen, finden Sie in der Fußnote 3.

Auch die Stavros Niarchos Stiftung fördert seit 2013 die Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit RECHARGING THE YOUTH.

Im Dezember 2013 hat Griechenland der Europäischen Kommission seine Umsetzungspläne für die Jugendgarantie vorgelegt, die bis 2016 vollständig implementiert werden soll. Mit der Jugendgarantie, die über den Europäischen Sozialfond (ESF) finanziert wird, verpflichten sich die 28 Nationalstaaten, dass junge Menschen innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, ein konkretes und qualitativ hochwertiges Angebot erhalten. (Weitere Informationen zur Umsetzung der Jugendgarantie in Griechenland auf der Webseite der Europäischen Kommission.)

Detaillierte Informationen zur Jugendarbeitslosigkeit in der Studie "Creating Jobs for Youth in Greece".

Praktika sind in Griechenland nicht üblich. Nur wenige Unternehmen bieten Praktikumsstellen an und Pflichtpraktika sind nur in wenigen Studiengängen vorgesehen. Praktikant(inn)en können nur wenig Eigenverantwortung übernehmen und empfinden die Praktika häufig als uninteressant.

Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit
Sport

Gesundheit

Die Gesundheit und das Wohlbefinden von griechischen Kindern und Jugendlichen bleiben nicht unbeeinflusst von der Krise. Ist die familiäre Situation finanziell belastet, so nehmen die Kinder die Spannungen und den Stress der Eltern wahr. Auch führt die schlechte wirtschaftlich Lage dazu, dass Familien seltener in den Urlaub fahren, um sich zu erholen und weniger Geld für gesunde Ernährung ausgeben.

Seit April 2012 verteilt die NGO Prolepsis kostenlose Mahlzeiten an griechischen Schulen. Immer wieder fiel Lehrer(inne)n in Schulen auf, dass Kinder unterernährt sind. So wurde das Programm mit dem Schüler/-innen eine gesunde Mahlzeit erhalten dank finanzieller Unterstützung der Stiftung Stavros Niarchos ins Leben gerufen. Im Zeitraum April bis Juni 2012 profitierten 6 272 Schüler/-innen davon, 2012/2013 waren es 25 309 Schüler/-innen, 2013/2014 waren es 61 870 und 2014/2015 waren es 23 000. Auch 2015/2016 ist die Nachfrage wieder groß.
(Quelle: UNICEF: The impact of the economic crisis on child well-being in rich countries, 2014)
 
Alkohol
Der Alkoholkonsum von Jugendlichen in Griechenland ist rückläufig. Während 2014 nur noch 30,1% der 11- bis 14-Jährigen im vorangegangenen Monat Alkohol getrunken hatten, waren es 2010 noch 40,5 %, ist das Ergebnis einer Befragung.
(Quelle: http://www.epipsi.gr/Tekmiriosi/epid/Epidimiologikes_erevnes/espadgr.php)

Im Jahr 2013 hatte die griechische Organisation OKANA (Organisation against drugs) in Kooperation mit vier griechischen Drogenpräventionszentren an dem europäischen Programm Take Care: Strategies towards Responsible Alcohol Consumption for Adolescents in Europe teilgenommen. Ziel war es, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu entwickeln und zu erproben und neben den Jugendlichen selbst auch Eltern, Schlüsselpersonen und Verkaufspersonal einzubeziehen.

Tabak
Zwischen den Jahren 2003 und 2011 konnte ein Rückgang des Tabakkonsums bei Jugendlichen festgestellt werden.
Laut einer Studien aus dem Jahr 2011, an der junge Menschen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren teilgenommen haben,

  • hat eine/-r von fünf Befragten (20%) innerhalb des vorangegangenen Monats eine Zigarette geraucht
  • raucht eine/-r von sieben Befragten (14%) täglich
  • rauchen Jungen mehr als Mädchen
  • fangen 2% im Alter zwischen 13 und 14 Jahren an zu rauchen. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Zahl der Raucher/-innen. Mit 17 oder 18 Jahren rauchen 24,5% der Befragten und mit 19 Jahren mehr als die Hälfte (51%).

Laut einer Studie des Gesundheits- und Ausbildungsministeriums aus dem Jahr 2014, an der 28 088 junge Menschen teilgenommen haben, raucht jeder zehnte regelmäßig und jeder zweite Jugendliche hat bereits vor seinem zehnten Lebensjahr schon mal zur Zigarette gegriffen. Die erste Zigarette wird durchschnittlich vor dem 13. Lebensjahr geraucht. 40% der befragten Jugendlichen gaben an, dass es leicht sei, Zigaretten zu kaufen, nur 13,5% hatten Schwierigkeiten, an Zigaretten zu kommen. 83% berichteten, dass sie nicht vom Zigarettenkauf abgehalten wurden und nur 17% erwähnten, dass ihnen keine Zigaretten verkauft wurden.

Als Maßnahmen zur Eindämmung des Rauchens wurde im Jahr 2012/13 das Pilotprogram “Rauchen? Wir nicht“ ins Leben gerufen, das sich an 9-bis 11-Jährige Kinder in Nordgriechenland wendet.
(Quelle: http://www.keelpno.gr/Portals/0/
; http://www.enikos.gr/data/files/65779b308b8840f1e9becb255b905ed6.pdf)


Cannabis
Laut National Report to the European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA) 2014 berichten 10,4% der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren von gelegentlichem und 6,3% der Jugendlichen von regelmäßigem Cannabiskonsum. Mit zunehmendem Alter nimmt auch der Cannabiskonsum zu. Auffällig ist, dass in Athen und Thessaloniki doppelt so viele Jugendliche Cannabis konsumieren als in anderen Regionen.
Weitere Unterschiede bestehen bei den Geschlechtern: männliche Jugendliche weisen einen höheren Drogenkonsum auf als weibliche. Das Verhältnis beim gelegentlichen Cannabiskonsum ist 2 zu 1, beim regelmäßigen 3 zu 1. Ebenso ist der Konsum von Ecstasy, Amphetaminen, Kokain, Crack, Heroin und Anabolika bei männlichen Jugendlichen weiter verbreitet als bei weiblichen.
(Quelle und weitere Informationen unter EKTEPN - Greek Monitoring Centre for Drugs)

Die Nationale Drogenpräventionsstrategie (2014-2020) beinhaltet einen interdisziplinären und sektorübergreifenden Ansatz zur Bekämpfung des Drogenproblems. Sie ist angelehnt an den Drogenaktionsplan der EU (2013-2016) und dessen fünf Schwerpunkte: Verringerung der Drogennachfrage, Verringerung des Drogenangebots, Koordinierung,  Internationale Zusammenarbeit, Information, Forschung, Überwachung und Evaluierung.

Spezifische Schwerpunkte der griechischen Drogenpräventionsstrategie sind:

  • Verringerung des Gebrauchs illegaler Drogen
  • Implementierung früher Interventionen
  • größeres und verbessertes Angebot an Behandlungsmöglichkeiten
  • verbesserte gesellschaftliche Rehabilitation
  • Verringerung der negativen Konsequenzen des Drogenkonsums für den Konsumenten und für die Gesellschaft
  • Koordinierung der Drogenhilfe
  • Vertiefung der Studien zu Drogenkonsum und Abhängigkeit
  • verbessertes Monitoring aller Aspekte im Zusammenhang mit Drogen

(Quelle: EMCDDA: Greece country overview. A summary of the national drug situation)

Weiterhin gibt es auf nationaler Ebene Drogenpräventionszentren wie OKANA (Organisation Against Drugs). OKANA existiert seit 1995 und hat als Aufgabe, die nationale Politik zur Prävention und Rehabilitation von Drogenabhängigen zu planen, koordinieren und umzusetzen. Weiter Aufgaben sind das Betreiben von Präventions- und Reintegrationszentren sowie die Behandlung der Thematik auf nationaler Ebene durch Dokumentation, Information und Bewusstmachung in der Öffentlichkeit. OKANA hat griechenlandweit insgesamt 75 Abteilungen und ist Mitglied des europäischen Netzwerks „Euridice: Ideas and Proposals for the Intervention on Drug Addiction in the Workplace“.

KETHEA existiert seit 1983 und ist das größte Rehabilitations- und Reintegrations-Netzwerk in Griechenland, das therapeutische Angebote für drogenabhängige Menschen und deren Familien bereitstellt.

Außerdem existiert in Griechenland ein Netzwerk an Instituten und Organisationen, die sich mit der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Mehr darüber und über Organisationen, die in diesem Bereich aktiv sind, finden Sie unter https://www.noesi.gr/.

Sport

Läufer bei den Olympischen Spiele in Athen.
Läufer bei den Olympischen Spiele in Athen.Bild: 12019 / pixabay.com

Für die Förderung des Sports ist in Griechenland das Generalsekretariat für Sport zuständig. Aufgabe des Generalsekretariats für Sport ist:

  • die strategische Planung und die Umsetzung der Sportpolitik in Griechenland,
  • die Prävention und Gesundheitswahrung von professionellen- und Freizeitsportler(inne)n,
  • die Förderung des Sports und der Werte des olympischen Gedankens,
  • Die institutionelle, wissenschaftliche und finanzielle Unterstützung der privaten und öffentlichen Sportverbände,
  • die wissenschaftliche Dokumentation des Sports.

Die beliebteste Sportart bei griechischen Jugendlichen ist Fußball gefolgt von Basketball. Danach kommen Leichtathletik und Schwimmen.

An Schulen kommt der Sportunterricht mit nur 2 Stunden pro Woche recht kurz, da EU- Empfehlungen von einer Stunde Sport pro Tag ausgehen.

Die Jugendlichen haben die Möglichkeit Sport im Rahmen der örtlichen Vereine auszuüben. Die verschiedenen Vereine sind wiederum in Panhellenische Verbände eingebunden. Eine Liste mit den Verbänden zu den verschiedenen Sportarten findet man hier: http://gga.gov.gr/epopteyomenoi-foreis/omospondies.
Der panhellenische Verein für Olympiaden und Sport existiert seit 1891 und gilt als der Verein der „Olympiadensieger“.

Von staatlicher Seite besteht das Interesse, junge Menschen zum Sport zu ermutigen - nicht zuletzt, um die Präsenz des Landes bei internationalen Sportveranstaltungen zu gewährleisten. Daher werden jungen Menschen, die außergewöhnlich gute sportliche Leistungen erzielen, diverse Privilegien eingeräumt (z.B. leichterer Zugang zu Universitäten, finanzielle Anreize u.ä.).

Griechenland hat im Jahr 2015 an der EU-Initiative „Be Active“ in Kooperation mit 125 Vereinen teilgenommen.

Informationen zum Thema Sport- und Bewegungsverhalten in Griechenland (und den EU-Ländern) liefert der Special Eurobarometer: Sport and physical activity. 2014.

Politische Bildung

Hand mit griechischer Flagge bemalt.
Hand mit griechischer Flagge bemalt.Bild: Kurious / pixabay.con

Politische Bildung ist Teil des griechischen Schulunterrichts. In den zwei ersten Klassen des griechischen Gymnasiums wird das Fach „Politische Bildung“ unterrichtet, dessen Gegenstand Themen wie: Werte der Demokratie, Ökonomie, politische Institutionen, Prinzipien des Rechts und Soziologie usw. sind.

Der politischen Bildung widemt sich im außerschulischen Bereich eine Reihe von Trägern und Organisationen in Form von Programmen in Themenbereichen wie Geschichte, Umwelt, Menschenrechte oder Lebenslanges Lernen.

Die Einstellung griechischer Jugendlicher gegenüber politischer Partizipation ist vergleichsweise positiv.

Bei dem Referendum in Griechenland im Juli 2015 hat sich eine deutliche Mehrheit der jungen Menschen (70%) gegen die Spar- und Reformvorschläge der internationalen Geldgeber ausgesprochen. (Insgesamt stimmten 61,31 % mit Nein.)
Jedoch ist die Akzeptanz und Zufriedenheit gegenüber der Politik sowie vieler Institutionen unter jungen Griech(inn)en stark gesunken und die verfolgte Politik und das Vertrauen in der Politik haben ein neues Tief erreicht (Quelle: Kathimerini vom 13. März 2018).

Bei der Parlamentswahl in Griechenland im September 2015 war die beliebteste Partei bei jungen Menschen Syriza, welche geschätzt 40% von den 18- bis 24-Jährigen bekommen hat. Die rechtsnationalistische Goldene Morgenröte bekam von Jugendlichen geschätzt 11%. (Quelle: TVXS, http://tvxs.gr/news/ekloges-septembris-2015/pos-psifisan-oi-neoi-18-eos-24-eton)

Seit 2012 haben alle deutschen politischen Stiftungen Auslandsbüros in Griechenland gegründet:

  • Die Konrad Adenauer Stiftung, Athen organisiert Tagungen und Symposien zu aktuellen politischen Themen, Workshops für Kolleg(inn)en beider Ländern (z.B. Journalist(inn)en), Summer Schools und deutsch-griechischen Jugendaustausch. Schwerpunkte sind: Unternehmergeist, Europa, Zusammenarbeit.
  • Die Friedrich Ebert Stiftung, Athen organisiert Veranstaltungen und publiziert Berichte über zeitgenössische Themen Griechenlands. Schwerpunkte sind: Bürgerrechte, Europa, Reformen.
  • Die Schwerpunkte der Heinrich Böll Stiftung, Thessaloniki sind erneuerbare Energie und Umweltschutz.

  • Die Rosa Luxemburg Stiftung, Athen organisiert Veranstaltungen, offene Diskussionen und Durchführung von Studien. Schwerpunkte sind: Bekämpfung des Rechtsextremismus (z. B. der Partei Goldene Morgenröte), Arbeitslosigkeit und Auswanderung.
  • Die griechische Abteilung der Friedrich Naumann Stiftung organisiert Veranstaltungen und veröffentlicht Essays. Schwerpunkt sind: Ökonomie und Unternehmergeist.

Weitere wichtige Akteure im Bereich der politischen Bildung sind:

  • Die Stiftung des Hellenischen Parlaments ist für Parlamentsbesuche, für das Jugendparlament und für die Veröffentlichung von Schriften zur Förderung der politischen Bildung zuständig. Die Stiftung betreibt auch die Bildungsstätte „Park für Nationale Versöhnung“, die sich mit dem Trauma des griechischen Bürgerkriegs und mit Ökologie beschäftigt. Die Stiftung des Hellenischen Parlaments ist momentan die einzige Stiftung, die einen klaren Bildungsauftrag mit Schwerpunkt auf Kinder und Jugend hat.
  • Die Poulantzas Stiftung existiert seit 1997 und beschäftigt sich mit den Werten der linken Politik und mit aktuellen gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Themen.
  • Inter Alia ist eine Organisation der Zivilgesellschaft, die am Höhepunkt der Krise als Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen entstanden ist, denen die griechische aber auch die europäische Gesellschaft gegenüberstehen. Ziele von Inter Alia sind der Abbau von Stereotypen auf europäischer Ebene, Förderung des gegenseitigen Verständnisses und zur Stärkung der Bürgerbeteiligung am politischen und sozialen Geschehen beizutragen. Um diese Ziele zu erreichen, stützt sich Inter Alia auf die Erforschung und Analyse der aktuellen Fragen und setzt Aktionen gemeinsam mit anderen Trägern und Organisationen aus Griechenland und dem Ausland um.
  • Der Think Tank- Netzwerk für die Reformen in Europa und Griechenland existiert seit 2013 und steht in engem Zusammenhang mit der Stiftung “Notre Europe” Jacques Delors Institute. Schwerpunkte: Europa, Reformen.
  • ELIAMEP ist eine griechische Stiftung für die europäische Außenpolitik. Schwerpunkte: Politische Analyse, Diplomatie, Studien.
  • 2013 wurde das Crisis Observatory gegründet und beschäftigt sich seit dem mit wissenschaftlichen Erklärungen der griechischen Krise.
  • Die Stiftung Konstantinos Karamanlis verwaltet ein Archiv der zeitgenössischen Geschichte.
  • Das Greek Center of European Studies and Research existiert seit 1980 und gehört seit 2014 offiziell zu der European Public Law Organizaion, die sich mit der Europäische Union und ihren Voraussetzungen beschäftigt.

Nationale Feiertage und politische Bildung

Die politische Kultur in Griechenland wird von den zwei Nationalfeiertagen und einem Gedenktag geprägt. Der 25. März signalisiert Griechenlands Unabhängigkeitskampf gegen das Osmanische Reich. Der 28. Oktober wird als der „Ochi-Tag“, also der "Nein-Tag" Griechenlands zu den Axis-Mächten und als Eintritt in den Zweiten Weltkrieg gefeiert. Der 17. November gilt als Gedenktag für die blutige Zerschlagung des Studentenaufstands gegen die Militärjunta Griechenlands. Diese Tage und die Geschichte sowie die Mythen, die sie begleiten, prägen nicht nur die politische Bildung in der Schule, sondern auch außerhalb. Denn diese Tage prägen zum einen die nationale Identität der Bürger/-innen, zum anderen weisen sie auf die jüngere Vergangenheit des Landes hin. Die Inhalte dieser Feiertage bieten sich für politische Bildung an, denn darüber diskutiert die breite Öffentlichkeit. Was früher als ein "Ochi-Tag" gegenüber den Italienern oder Deutschen galt, gilt heute als ein „Nein“ zum Faschismus. Ähnlich der "Polytechnion-Tag", der sich als ein Aufruf gegen Unterdrückung und für Bildung und Freiheit versteht.

Politische Bildung wird durch die Feier- und Gedenktage weitgehend geprägt und diese Tage fungieren sehr gut als Anknüpfungspunkte für politische Bildungsthemen in Griechenland. Materialien dazu gibt es im formalen und non-formalen System in großen Mengen: Fotos, Filme, Dokumentarsendungen, Bücher aus dem In- und Ausland und auch Zeitzeugen. Diese Tage sind für alle Bürgerinnen und Bürger bedeutend und können damit eine breite Öffentlichkeit ansprechen. Die Feiertage werden in der Schule gefeiert und daher werden Kinder und Jugendliche seit sehr jungem Alter stets eingebunden.
(Quelle: Babis Karpouchtsis: Fachtag Politische Bildung im deutsch-griechischen Jugendaustausch: Politische Bildung in Griechenland - Geschichte, Strukturen, Themen, 21. Juli 2017)

Freiwilliges Engagement

Seit 2004 verzeichnet die Kultur des freiwilligen Engagements in Griechenland starken Zuwachs. Parallel hierzu entstand ab dem Ausbruch der Wirtschaftskrise in Griechenland im Jahr 2010 große Not in den Bereichen Gesundheit und soziale Solidarität. Die Zivilgesellschaft reagierte umgehend darauf, indem sie zahlreiche Initiativen und Organisationen ins Leben rief, die kostenfreie Mahlzeiten anbieten, Medikamente sammeln, Waren austauschen, ehrenamtlich Unterricht erteilen, Senior(inn)en Gesellschaft leisten, Strände säubern oder die natürliche bzw. kulturelle Umwelt schützen.

Eine Auswertung der Universität Peloponnes mit Daten von 157 Nichtregierungsorganisationen und Verbänden in Griechenland im Zeitraum 2011 bis 2013 ergab, dass 14 577 Menschen im Jahr 2011, 15 540 im Jahr 2012 und 19 869 im Jahr 2013 bei diesen Organisationen aktiv waren. Eine weitere Studie der Fernuniversität Griechenland mit 78 Organisationen zeigte ebenfalls, dass die Zahl der Ehrenamtlichen in den Jahren der Krise um 66% gestiegen ist. (Quelle: http://noiazomaikaidrw.gr/wp-content/uploads/)

Die treibende Kraft sind vor allem die Ehrenamtlichen der jungen Generation. Viele von ihnen widmen ihrem Engagement einen enormen Arbeitsaufwand, da sie keinen festen Job haben. Das Team des Omikron Project hat sich zur Aufgabe gemacht, die unbekannte Seite der greichischen Krise aufzuzeigen und hat diese informellen Gruppen aufgelistet. (Quelle: http://www.ekathimerini.com/161494/article/ekathimerini/community/grassroots-initiatives-take-off)


Nachdem eine Gruppe von Studierenden der Wirtschaftsuniversität Athen, die selbst mehrmals ehrenamtlich tätig waren, bemerkte, wie stark das Interesse der Altersgruppe der 18- bis 22-Jährigen an ehrenamtlichen Tätigkeiten ist, schuf sie die Plattform Ethelon, die sich an Interessierte in der ganzen Welt richtet. Hier treffen Veranstalter/-innen auf freiwillige Helfer/-innen. Eine ähnliche Plattform für Freiwillige und NGOs findet sich unter http://www.volunteer4greece.gr/gr/index.php.

Freiwilligenprogramme für Geflüchtete sowie europäische und griechische Freiwillige bietet ELIX an.

Freiwilligenprogramme unter Beteiligung von jungen Menschen aus dem Ausland bietet die NGO „Archelon“ an, die sich dem Schutz der Meeresschildkröten widmet.

Multikulturelle Aktionen unter Beteiligung von Freiwilligen aus der ganzen Welt bietet auch die NGO „Kulturelles Dreiländereck Prespes“ an, eine lokale NGO, die im Dreiländereck zwischen Griechenland, Albanien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien aktiv ist. Gegenstand ihrer Aktivitäten ist hautsächlich die Jugend und die wirtschaftliche Entwicklung.

Starkes freiwilliges Engagement, v.a. auch unter Beteiligung vieler junger Menschen, ging aufgrund der Intensivierung der Flüchtlingsströme in den letzten Monaten auch von den Bewohner(inne)n der Inseln Lesbos, Chios und Samos aus. Beispielhaft ist das Engagement der NGO „Agkalia“ („Umarmung“), wobei im „Alle Zusammen“-Flüchtlingsdorf und in Molyvos auch viele ausländische freiwillige Helfer/-innen mitwirken, unter ihnen auch Menschen, die lediglich Urlaub auf Lesbos machen.

Das Startup Boat ist eine Initiative junger Unternehmer/-innen aus der ganzen Welt, die ein Schiff gechartert haben und diese Inseln besuchen, um praktische Hilfe zu leisten und langfristige Lösungen anzubieten.

Eine seit 2015 bestehende Initiative, die Freiwilligen der Flüchtlingsarbeit neues Werkzeug anbietet, Trainings im In- und Ausland organisiert und Smart Aid anbietet ist Campfire Innovation in Athen.

Junge Männer, die nicht in der Armee dienen möchten, haben die Möglichkeit, soziale Arbeit zu leisten. Diese Möglichkeit des Ersatzdienstes für Verweigerer aus Gründen der Weltanschauung besteht seit 1998 und wurde seitdem zweimal geändert.

Informationen zum Thema Freiwilliges Engagement in Griechenland ("Volunteering of young people in Greece") erhalten Sie im European Knowledge Centre for Youth Policy unter: http://pjp-eu.coe.int/en/web/youth-partnership/voluntary-activities1

Kultur und Kreativität

Griechischer Folklore-Tanz.
Griechischer Folklore-Tanz.Bild: nikoslefkas / pixabay.com

Kultur hat in Griechenland einen besonderen Stellenwert. Von staatlicher Seite ist für kulturelle Bildung, Kulturerben und die Instandhaltung von Kulturstätten hauptsächlich das Ministerium für Kultur und Sport zuständig.

Ein großer Teil der griechischen Kulturpolitik widmet sich der Antike und der byzantinischen Zeit und damit spielen Museen sowie Kulturstätten historischer Bedeutung eine große Rolle. Dazu hat das Ministerium für Kultur und Sport auch eine Griechenlandkarte mit Kulturstätten, die Museen, antike Stätten sowie byzantinische Kirchen und Stätten aufzeigt. (Quelle: http://odysseus.culture.gr/a/map/gmaps.jsp). Das Kulturministerium Griechenlands unterstützt unterschiedliche Kulturaktivitäten im Bereich Musik, Tanz, Sport, Geschichte und bietet dazu gezielt Bildungsprogramme für Jugendliche und Erwachsenen an. (Quelle: http://www.culture.gr/el/service/SitePages/education_c.aspx)

Ein weiterer Teil der staatlichen Förderung von Kultur und Kreativität besteht im Schulunterricht. Seit 2004 gibt es in Griechenland Sekundarschulen mit künstlerischem Schwerpunkt. Ihr Ziel liegt in der Förderung von künstlerisch begabten Schüler(inne)n durch erweiterten Kunstunterricht in den Bereichen Theater, Film, Tanz und Bildende Kunst. Darüber hinaus gibt es Sekundarschulen mit musikalischem Schwerpunkt.

Viele Kommunen bieten kostenfreie Kunstkurse für Kinder und Erwachsene an, das ist jedoch von der Kommune abhängig und eher in urbanen Kommunen üblich.

Kulturelle Aktivitäten für Kinder auf den Inseln werden von der NGO „Agoni Grammi Gonimi“ in den Wintermonaten angeboten. Das Angebot an Workshops ist sehr breit gefächert und reicht von Mosaiktechnik und Comics bis zu Theaterspiel und Klavierunterricht.

Viele künstlerische Aktivitäten für Kinder werden auch von den Museen angeboten:


Spieltheater-Angebote für Kinder gibt es im Imeras-Theater, dem Porta-Theater, der Spielschule, dem Museum für griechische Kinderkunst und bei der Parodos-Theatergruppe.
Workshops in Theaterbeleuchtung, Kostümbild und Musikkomposition für das Theater werden außerdem vom Athener Nationaltheater angeboten.

Das Dora-Stratou-Theater für griechischen Tanz beherbergt auch das gleichnamige Museum und erteilt staatlich geförderten Unterricht aller Niveaustufen in traditionellen Volkstänzen.

Im Bereich Fotografie bestehen Angebote an vielen privaten Fotografie-Schulen ( http://www.leica-academy.gr/index.php/en, http://www.clubennea.gr/).

Weitere Orte künstlerischer Bildungsaktivitäten in Athen:
Das „Kleine Polytechnikum“ ist ein Multifunktionsraum für Kunstseminare, der seit zwölf Jahren im historischen Zentrum Athens besteht. Hier werden zu geringen Preisen Kurse in Theater, Fotografie, kreativem Schreiben, Märchenerzählen, Konditorei, Video Kunst, Herstellung von Silber- und Goldschmiedewaren, Astrologie etc. angeboten. Bei Kursabschluss haben die Teilnehmer/-innen die Möglichkeit, ihre Arbeit der Öffentlichkeit vorzustellen.
Ähnliche Angebote liefert das Programm des privaten Ash-in-Art-Zentrums oder die Seminare von Anoichti Techni.


Folklore und traditionelle Tänze

Einen besonderen Stellenwert für Griechenland sowie für die lokale Jugendarbeit in Griechenland haben die traditionellen Tänze und die damit verbundenen Kulturvereine, die einen sehr guten Anknüpfungspunkt für internationale Jugendarbeit bieten.

Traditionelle Tänze genießen hohe Anerkennung in Griechenland und fließen sogar in den schulischen Sportunterricht ein. Manche von diesen Tänzen sind international bekannt wie Syrtaki, andere haben regionalen Charakter und variieren entsprechend der Region und der Lokalität. Man findet Pontische Tänze (von den Pontus Griechen), Epirus Tänze (aus Epirus), Kretanische Tänze und viele weitere regionale Tänze. Diese Kultur wird in Kultur- und Tanzvereinen gelebt und dazu gibt es oft ganze Festivals, bei denen die Tänze vorgestellt werden.

Die Kulturvereine sind oft lokal, regional und panhellenisch organisiert und für manche Gruppen finden sich diese auch im Ausland. Ein gutes Beispiel sind die pontischen Vereine Deutschlands, die sich sogar jährlich in Deutschland zum Tanzfestival treffen.
Eine Auswahl an Vereinen und Beispielen finden Sie hier:

Diese Traditionstänze sind in der Bevölkerung sehr beliebt und viele Eltern lassen ihre Kinder den traditionellen Tanzunterricht besuchen. Damit werden auch traditionelle Musik sowie Musikinstrumente erlernt, die somit weiterhin in der Gesellschaft bestehen bleiben.

Es ist von großer Bedeutung, dass diese Tradition von Tänzen lokal, regional, panhellenisch und zum Teil europaweit gelebt wird und gleichzeitig weitreichend griechische Jugendliche erreicht. Überall in Griechenland finden sich solche Vereine, selbst in kleinen Orten. Sie sind wichtige nichtstaatliche Formationen kultureller Bildung, besonders in der Provinz, wo das Kulturangebot geringer ist.


Festivals

In Griechenland finden unterschiedliche Festivals statt, die besonders für Jugendliche attraktiv sind. Hier ist eine Auswahl:

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Griechenland war traditionell ein Auswanderungsland – viele Griechen sind im 20. Jahrhundert als "Gastarbeiter" ausgewandert. Doch seit 1991 wurde Griechenland langsam zu einem Einwanderungsland, welches besonders viele Personen aus der Nachbarschaft nämlich Albanien und Bulgarien anzog. Durch die wirtschaftliche Krise und den Zuwachs an Geflüchteten hat sich beim Thema Migration und Integration vieles im Land verändert.

In Griechenland gibt es 26 interkulturelle Schulen. (Liste dieser Schulen: https://edu.klimaka.gr/leitoyrgia-sxoleivn/diapolitismika/548-katalogos-sxoleia-diapolitismikis-ekpaideyshs.html)
Diese hatten sich seit ihrer Einführung das Ziel gesetzt, Diskriminierung zu beseitigen und ausländische Schüler/-innen durch den Austausch mit inländischen Schüler(inne)n allmählich in die Schulgemeinde zu integrieren. Mit der Zeit entwickelten sich die interkulturellen Schulen jedoch zu „Ghettos“, da griechische Eltern es vermieden, ihre Kinder dorthin zu schicken. (Siehe: Tsaliki, 2016: http://www.uav.ro/jour/index.php/jpe/article/view/656/720)
Weitere Infos zu den Multikulturellen Svhulen finden Sie unter: http://www.multicultural-schools.eu/el/.

Zwei der beliebtesten Schulen für Griechischunterricht für Migrant(inn)en sind die Migranten-Sonntagsschule im Athener Stadtteil Exarcheia und die Odysseus-Solidaritätsschule in Thessaloniki. In beiden Einrichtungen wird ehrenamtlich unterrichtet.

Im Schuljahr 2010/2011 waren 79 057 ausländische Kinder in Grundschulen eingeschrieben, von denen 43 285 in Griechenland geboren waren.
Auf die Kinder, die in Griechenland geboren waren, folgten jene, die in Albanien (24 130), in der ehemaligen UdSSR (2506, von denen viele Rücksiedlerstatus haben), in Ländern der Europäischen Union (5417, davon 1150 in Deutschland) sowie in asiatischen (1098) und arabischen Ländern (672) geboren waren.
In Attika kommen 14% der Schüler/-innen aus dem Ausland, in den Schulen Athens sind es jedoch drei von zehn. Der Ausländeranteil pro Schule bewegt sich zwischen 5,4% und 83,74%. (Quelle: Griechisches Nationales Statistisches Amt)

Im Schuljahr 2011/2012 waren 128 000 Ausländer/-innen und Rücksiedler/-innen in Kindergärten, Grund- und Sekundarschulen eingeschrieben, was einen rasanten Anstieg von 93 650 im Schuljahr 2001/2002 bzw. 45 717 im Schuljahr 1995/1996 bedeutet. (Quelle: Griechisches Nationales Statistisches Amt)

Seit dem Ausbruch der Krise hat sich jedoch die Zusammensetzung dieser Schülergruppe verändert. Viele Albaner/-innen, Pole(inne)n und Bulgar(inn)en, die sich über Jahre in Griechenland niedergelassen hatten, kehrten aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in ihre Herkunftsländer zurück. Der Rückmigrationsfluss hat sich seit Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 2011 verstärkt. Dazu gibt es momentan keine genauen Zahlen.

Geflüchtete in Griechenland
Durch den Krieg in Syrien und die große Ankunft von Flüchtlingen in Griechenland seit 2012 hat sich die Anzahl der Migrant(inn)en aus Syrien, sowie anderen arabischen Ländern, Afghanistan, Pakistan und dem Irak erhöht. Laut Schätzungen sind zwischen 2015-2017 über eine Million Personen durch Griechenland gereist. Ihr Ziel ist die Niederlassung in Zentral- oder Nordeuropa (Quelle: http://migration.iom.int/europe/). Viele von den Geflüchteten, die momentan in Griechenland leben, nehmen an Integrations- und Bildungsprogrammen teil. Zu den NGOs, die dieses Ziel verfolgen, gehören ELIX und Arsis.

Unter den Geflüchteten gibt es auch viele unbegleitete Minderjährige. Die Zahl wird momentan auf ca. 3000 geschätzt.
(Quelle: Growing number of unaccompanied refugee and migrant children in Greece in urgent need of shelter, care and protection. ReliefWeb vom 27.Oktober 2017.)

Zu den NGOs, die sich intensiv mit diesem Thema befassen, gehört auch Faros. Einer der wichtigsten Träger zum Schutz von minderjährigen Geflüchteten und von Geflüchteten generell ist das „Griechische Konsortium für die Flüchtlinge“.

Gesetzesnovelle für die Einwanderer zweiter Generation
Die Kinder, die in den 90er Jahren mit ihren Familien nach Griechenland gekommen und im Land geblieben sind, stellen die Einwanderer der zweiten Generation dar. Da sie bis vor Kurzem große juristische Probleme in Bezug auf ihre weitere Aufenthaltsberechtigung im Land hatten, haben sie sich zusammengetan, um dieselben Rechte einzufordern, die in anderen EU-Ländern gewährt werden.

Im Jahr 2015 wurde das Gesetz 4251/2014 für die Einwanderer zweiter Generation bezüglich der Verleihung der griechischen Staatsbürgerschaft verabschiedet. Die Gesetzesnovelle verbessert die Rechte von Einwandererkindern und erleichtert die Einbürgerung. Einwanderer der zweiten Generation erhalten die griechische Staatsbürgerschaft, wenn sie in Griechenland geboren sind und zur Schule gegangen sind. (Quelle: Griechenland Zeitung, Deutschlandfunk)

Einen großen Beitrag zur Änderung des Gesetzes leistete die Jugendorganisation Generation 2.0., die sich intensiv mit der Integration von jungen Migrant(inn)en in Griechenland beschäftigt.

Das Ministerium für Migration und neue Integrationsstrategie
Griechenland hat ein Ministerium für Migration, welches sich mit der Integration von Nicht-Griech(inn)en und dem Umgang mit Geflüchteten auseinandersetzt. Das Ministerium hat eine „Nationale Strategie zur Integration von Bürgern aus Drittstaaten“ erstellt.
(Quelle: http://www.ypes.gr/UserFiles/f0ff9297-f516-40ff-a70e-eca84e2ec9b9/ethnikisratig_30042013.pdf).

Das Kapitel „Kinder, Jugendliche und zweite Generation von Migranten“ der Nationalen Strategie zur Integration von Bürgern aus Drittstaaten setzt die Ziele für die Integration der nicht-griechischen Kinder und Jugendlichen, die Information der ausländischen sowie der inländischen Eltern, die Schaffung von Strukturen zu Unterstützung und die Schaffung von einem Konsens in der griechischen Bevölkerung.

Außerdem stellt das Ministerium für Migration monatlich Statistiken zur Verfügung, die das Alter, das Geschlecht, die Herkunft und den Wohnsitz von neuen Migrant(inn)en in Griechenland aufklärt.

Zudem hat die Aristoteles Universität Thessaloniki für das Bildungsministerium eine Strategie zur schulischen Integration von Flüchtlingskindern und Jugendlichen erarbeitet, die formale und non-formelle Bildung kombinieren soll, Stakeholder wie Schulen, NGOs und Gemeinden zusammenbringen soll und eine Öffnung der Gesellschaft für erfolgreiche Integration erzielen soll.

Das Ministerium für Bildung rechnet, dass sich ca. 2500 Flüchtlingskinder zwischen 6-16 Jahren im Land befinden und diese in ca. 1000 Schulen verteilt sind oder verteilt werden. Die Tendenz dieser Zahlen ist steigend.

Minderheiten
Roma und Sinti sind in Griechenland eine der Minderheiten, die den Staat weitgehend beschäftigen. Eins der Hauptprobleme besonders für Kinder und Jugendliche dieser Gemeinden ist der Nichtbesuch von Schulen. Das führt dazu, dass Minderjährige dieser Gemeinden weitgehend vom Staat nicht erfasst werden und keinen Ausweis oder keine Krankenversicherung besitzen. Damit ist nicht nur die Erfassung, sondern v.a. auch der Schutz von Jugendlichen schwierig. Ab den späten neunziger Jahren verfolgte Griechenland eine Integrationsstrategie, die sich im Rahmen der „Nationalen Strategie zur Integration von Roma“ gebildet hat. Diese Strategie verfolgt das Ziel, Minderjährige in den Schulen zu integrieren, die Eltern über die Vorteile des Schulbesuchs zu informieren und die Öffentlichkeit über das Zusammenleben zu informieren. Dazu arbeiten Kommunen, Gemeinden, Regionen und der Zentralstaat zusammen.1

Eine weitere Minderheit in Thrakien stellen die Pomaken (Mehr unter de.wikipedia.org/wiki/Pomaken) dar. Diese Minderheit wurde über viele Jahrzehnte diskriminiert und ausgeschlossen, jedoch verfolgt seit kurzem die griechische Regierung eine Integrationsstrategie, um den Pomaken besseren Zugang zur Bildung und zum Arbeitsmarkt zu gewähren. Dazu soll besonders für Schulkinder der bilinguale Unterricht in den Sprachen Pomakisch und Griechisch stattfinden. Diese Politik wird durch weitere schulische und außerschulische Aktivitäten begleitet.2

Oft werden Pomaken mit der Integrationspolitik für die muslimische Minderheit von Thrakien in Verbdingung gebracht. Die muslimische Minderheit, die zum größten Teil in Thrakien in den Städten von Komotini und Xanthi lebt, wurde auch weitgehend vernachlässigt. Jedoch zielt auch hier der griechische Staat auf die Integration dieser Minderheit. Dazu finden Informationskampagnen für die Öffentlichkeit sowie Informationen für Eltern von muslimischen Kindern statt. Die schulische Bildung für diese Minderheit wurde zuletzt auch entsprechend angepasst, zielt auf Inklusion statt Abgrenzung und auf Mitmachen statt Stehenlassen. Dabei finden auch hier, ähnlich zu den Programmen für die Pomaken, schulische und außerschulische Aktivitäten statt.
(Quelle: http://www.museduc.gr/el/

Inklusion

Es wird damit gerechnet, dass in Griechenland knapp 10% der Bevölkerung Menschen mit Behinderungen sind. Dabei wird nicht unterschieden, ob es eine geistige oder körperliche Behinderung ist, oder ob es sich um Autismus und Lernstörungen handelt. In Griechenland wird der Begriff „AmeA“ verwendet, der für „Atoma me Anapiria“ also „Personen mit Behinderung“ steht. Für dieses Kapitel wird das Kürzel AmeA verwendet, da die relevante Gesetzgebung sowie relevante Organisationen diesen Begriff verwenden.
(Quelle: http://www.fa3.gr/eidiki_agogi/0-AMEA-politiki-kanones-gia)

Gesetzgebung
In Griechenland wird die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt. Zudem wurde am 07.09.2017 ein neues Gesetz verabschiedet, welches a) die Zugänglichkeit von allen öffentlichen Gebäuden verbessern soll, b) Familien von Personen mit Behinderung stärker unterstützen soll, c) die Inklusion von Personen mit Behinderung in öffentlichen Gremien fördern soll, d) besondere Unterstützung von Eltern von Kindern mit Behinderung und weiteren Maßnahmen, die das Leben der Menschen mit Behinderung verbessern soll.
(Quelle: https://left.gr/news/)
Der Nationale Dachverband von Personen mit Behinderung betonte, dass dieses Gesetz nicht die alltäglichen Probleme der Menschen mit Behinderung angeht, jedoch eine gute Basis darstellt, die weiter ausgebaut werden kann.

Von staatlicher Seite
In der schulischen Bildung hat sich in den letzten Jahren die sogenannte „Spezielle Erziehung“ für AmeA durchgesetzt. Sie gilt als nationale Integrationspolitik für Kinder mit Behinderung in den Schulalltag. Spezielle Erziehung ermöglicht Kindern mit Behinderung die gängigen Schulen zu besuchen, wobei sie den Unterricht mit nicht-behinderten Kindern besuchen und durch spezialisierte Erzieher/-innen dabei unterstütz werden. Dieses Konzept wurde weitgehend von den AmeA NGOs begrüßt und soll weiter ausgebaut werden. So haben sich Integrationsschulen und Integrationsklassen gebildet, die die Integration von Kindern mit Behinderung ermöglichen sollen.
(Eine Datenbasis mit Pressmitteilungen, Gesetzgebungen sowie weiteren Daten zum Thema „Spezielle Schulen“ findet man unter: https://www.minedu.gov.gr/eidiki-agwgi-2/sxoleia-eidiki-ekpaideusi-5).

Zudem werden insgesamt 62 regionale Unterstützungszentren für Menschen mit Behinderung betrieben (Quelle Noesis mit Landkarte: www.noesi.gr/pronoise/keddy). Diese Zentren unterliegen direkt dem Bildungsministerium und widmen sich der Unterstützung von Kindern mit Behinderung. Besonderer Schwerpunkt ist der Bereich Schulbildung für Kinder mit Behinderung, Information für Eltern von Kindern mit Behinderung, Information und Unterstützung von Lehrer/-innen von Kindern mit Behinderung sowie die Verbreitung von Information an die Gesellschaft und die Öffnung der Gesellschaft für eine breitere Inklusion der Personen mit Behinderung.
(Quelle: Noesis mit Karte: https://www.noesi.gr/pronoise/keddy)

Eine weitere Einrichtung ist ELEPAP, welche als Ganztagsschule für Kinder und Jugendliche mit schweren Behinderungen gilt und sechs Branchen in Griechenland unterhält.

Von zivilgesellschaftlicher Seite   
Die Interessenvertretung für Personen mit Behinderung ist der Nationale Dachverband von Personen mit Behinderung. Eine der wichtigsten Angelegenheiten des Dachverbands bleibt das Thema Zugänglichkeit, denn die öffentliche Infrastruktur ist weitgehend nicht behindertengerecht.

Neben diesem Dachverband bestehen unterschiedliche Vereine und Verbände für Menschen mit Behinderung wobei Kinder und Jugendliche einen besonderen Stellenwert haben. Eine Auswahl von Vereinen und Trägern finden Sie hier:

Zudem unterhält Noesis eine Google Maps-Karte mit öffentlichen, privaten und non-profit Organisationen für Menschen mit Behinderung.

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Hilfe und Unterstützung für Kinder und Jugendliche bietet als zentralstaatliche Organisation das Nationale Zentrum für soziale Solidarität an, welches dem Ministerium für Arbeit, sozialer Sicherung und gesellschaftlicher Solidarität unterliegt. Darüber sind zwei nationale Hotlines organisiert, für Kinder und Jugendliche, die 24 Stunden 365 Tage im Jahr kostenlos telefonisch erreichbar sind. Themen über Kindesmissbrauch, sexuelle Gewalt, traumatische Erfahrung bis zu Pubertäts- und Schulproblemen sollen diese Hotlines abdecken. Nach einem Anruf werden Sozialarbeiter/-innen oder/und weitere zuständige Personen und Institutionen eingeschaltet, um der anrufenden Person Unterstützung zu bieten.

Diese Unterstützungsinstitutionen sind regional organisiert und unterliegen dem gleichen Ministerium. Sie heißen „Zentren der sozialen Vorsorge der Regionen“ und bestehen aus mehreren Abteilungen, darunter auch stets die Abteilung „Schutz der Kinder“. Diese Zentren bieten Schutz für Kinder und Jugendliche, kurzfristige Unterbringung, soziale und psychologische Unterstützung sowie Informationskampagnen für Eltern und die breite Öffentlichkeit an. Eine Liste mit allen Zentren der sozialen Vorsorge findet sich hier: http://www.ypakp.gr/texts/editor_uploads/pronoiaka/KKPP.pdf.

Neben den Zentren fungiert auch ein Ombudsmann für Kinder und Jugendliche. Der Ombudsmann setzt Kinderschutz, Information und die Ausbildung von Jugendberater(inne)n in den Mittelpunkt.

Hilfen für Kinder und Jugendliche werden in Griechenland von verschiedenen Trägern bereitgestellt. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele:

  • Die öffentliche Einrichtung zur Beschäftigung von Arbeitskräftepotential - OAED befasst sich mit aktiver Arbeitsmarktpolitik zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit sowie zur Förderung der Beschäftigung und Berufsausbildung von Arbeitslosen und Arbeitnehmer(inne)n durch entsprechende Programme. Gleichzeitig verwaltet sie die Maßnahmen zur Arbeitslosenversicherung, d.h. die grundlegende Arbeitslosenhilfe, die über die OAED an die Berechtigten ausgezahlt wird, aber auch andere Geld- und Sozialleistungen. Die OAED gehört dem europäischen EURES-Netzwerk an, welches das Ziel verfolgt, das Angebot an und die Nachfrage nach Arbeitsstellen auf europäischer Ebene in Einklang zu bringen.
    Zudem steht die Implementierung der Jugendgarantie in Griechenland weiterhin auf der Agenda. (Ministry of Labour, Social Security and Welfare. Directorate of Employment: Greek Youth Guarantee Implememntaion Plan. May 2014.)
  • Die SOS-Kinderdörfer sind als Organisation in Griechenland aktiv und bieten neben Unterstützung für Eltern auch gewisse Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche an, die Schutz und Obdach benötigen.
  • Der Bund Mazi gia to paidi (Gemeinsam für die Kinder) ist eine Schirmorganisation von zehn gemeinnützigen Vereinen, die seit 1996 mit dem Ziel besteht, ihre Bemühungen zugunsten von Kindern in Not zu bündeln. Die zehn Vereine bieten jährlich koordinierte Hilfe für mehr als 30 000 Kinder, für 10 000 von ihnen systematisch.
  • Colour Youth ist die Organisation der griechischen LGBTQ-Community für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von bis zu 30 Jahren. Sie führt Informationskampagnen mit dem Ziel, die öffentliche Meinung zu sensibilisieren. Eine von ihnen trägt den Namen „Erzähl es uns“ und ermutigt Homophobie-Opfer, das Schweigen über ihre Erfahrungen zu brechen.
  • Chamogelo tou Paidiou (Das Lächeln des Kindes) ist eine Freiwilligenorganisation, die eine Reihe von Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Schutz von Kindern anbietet. Sie betreibt eine landesweite SOS-Hotline für Kinder, das nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder sowie AMBER Alert Hellas und verfügt über mobile medizinische Versorgungseinheiten und Heime für Kinder, die in der Regel auf Anordnung der Staatsanwaltschaft dorthin eingewiesen werden. Sie kooperiert mit dem europäischen Telefon für vermisste Kinder.
  • Kivotos tou Kosmou (Arche der Welt) ist eine nicht gewinnorientierte Organisation für fachliche Mutter- und Kindbetreuung, die 1998 im Athener Stadtviertel Akadimia Platonos von dem damals 26-jährigen Pater Antonios Papanikolaou gegründet wurde. Sie richtet ihr Angebot an vernachlässigte Kinder, Kinder alleinerziehender Eltern und Waisenkinder. Dank einer Freiwilligengruppe, die viele verschiedene berufliche Qualifikationen aufweist, werden in Athen 400 Kinder ab dem Säuglingsalter und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren betreut. Kinder und Jugendliche gehen nach der Schule zur Arche, die ihre Verpflegung, Bekleidung, medizinische und zahnmedizinische Versorgung, Hausaufgabenbetreuung und Fremdsprachenunterricht übernimmt. Parallel hierzu werden eine Kindertagesstätte, ein solidarischer Lebensmittelladen, eine Unterkunft für obdachlose und misshandelte Mütter sowie ein Zeltlager angeboten. Des Weiteren wird auch psychologische Betreuung und materielle Hilfe für Eltern geboten. Filialen der Arche wurden inzwischen auch in anderen Teilen Griechenlands eröffnet.

Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Zuständig für internationale Jugendarbeit sind die Stiftung für Jugend und Lebenslanges Lernen (INEDIVIM) und das Institut für Nationale Stipendien (IKY).
Die Stiftung für Jugend und Lebenslanges Lernen steht unter der Aufsicht des Ministeriums für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten. Verantwortlich ist die Stiftung neben Programmen für Mobilität auch für die Ausstellung der Europäischen Jugendkarte und Griechenlands Beteiligung am Eurodesk-Netzwerk. Des Weiteren ist es die zuständige Stelle für die Durchführung von Projekten aus dem Bereich Jugend in Aktion des Programms Erasmus+ im Zeitraum 2014-20. Das Programm war in Griechenland für mehr als eineinhalb Jahre ausgesetzt und wurde Ende April 2016 wieder aktiviert. Das Institut für Nationale Stipendien (IKY) ist für die sonstigen Bildungsbereiche des Programms Erasmus+ zuständig, d.h. für Bildung, Berufsbildung und Sport.

Zusammenarbeit mit Deutschland

 

 

 

Deutsch-Griechisches Jugendwerk


Das wichtigste bilaterale Abkommen über Jugendangelegenheiten zwischen Griechenland und Deutschland betrifft die Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks (DGJW).

Ursprünglich wurde im September 2014 im Schloss Bellevue im Beisein des damaligen griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias und des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck eine gemeinsame Absichtserklärung zur Errichtung des DGJW unterzeichnet.

Das DGJW soll nach dem Vorbild des Deutsch-Französischen und des Deutsch-Polnischen Jugendwerks aufgebaut werden und den Austausch und die Beziehungen junger Menschen beider Länder fördern, Vorurteile abbauen und gegenseitiges Verständnis stärken. Zusätzlich zur Förderung des Jugendaustauschs, des Freiwilligen- und Expert(inn)enaustauschs ist auch die Förderung von beruflichen Fertigkeiten vorgesehen.

Fachlich zuständig für das DGJW ist auf deutscher Seite das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), auf griechischer Seite hat das Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten die Zuständigkeit an das Generalsekretariat für Lebenslanges Lernen und Jugend übermittelt.

Seit der gemeinsamen Absichtserklärung zur Errichtung des DGJW im Jahr 2014 konnten nur kleine Fortschritte verzeichnet werden. Trotz politischer Turbulenzen in Griechenland, ungeklärter Finanzierung und bestehender Vertrauensdefizite zwischen beiden Ländern, die für Hindernisse sorgten, konnte jedoch die Grundlagen für die endgültige Ausgestaltung des DGJW gemeinsam erarbeitet werden.

Laut offizieller Verlautbarung hat sich das griechische Ministerium verpflichtet: a) eine Dienstgruppe zu benennen, die Kontakt zum Verhandlungsteam des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufnehmen wird, b) ein Arbeitstreffen in Griechenland zu organisieren und c) am „Jugendforum 2016“ teilzunehmen, das mit Erasmus-Mitteln von der INEDIVIM und der deutschen Nationalen Agentur für Erasmus+ zum Thema der „Integration von Flüchtlingen in das Bildungssystem“ organisiert wird.

Im November 2015 beschloss der Deutsche Bundestag einen Haushaltstitel für die Errichtung des DGJW und der vorbereitenden Arbeiten. Seit 2016 stehen im Haushalt des BMFSFJ erstmals Mittel für ein DGJW zur Verfügung. Vor der Errichtung des Jugendwerks kann dieses Geld zum Aufbau des Jugendaustauschs mit Griechenland verwendet werden.

Im August 2017 ist es zum Abkommen zwischen Deutschland und Griechenland gekommen, das die Basis für die Errichtung des DGJW darstellt. 2019 soll das neue Jugendwerk entstehen.

Quellen und weitere Informationen: Deutsch-Griechisches Jugendwerk geplant. BMFSFJ (12.9.2014), Sonderprogramm zur Förderung von Deutsch-Griechischem Jugendaustausch 2016, Ein unschätzbar wichtiger Beitrag für die deutsch-griechische Freundschaft. BMFSFJ (26.07.2017)

Weitere Beispiele deutsch-griechischer Zusammenarbeit im Jugendbereich

 

Jugendaustausch und Erinnerungsarbeit
Eine besondere Stellung in der Jugendarbeit zwischen Deutschland und Griechenland haben die griechischen Opfergemeinden, welche großes Leid während der deutschen Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg erfahren haben. Die Aktivitäten in diesem Bereich verbinden Jugendaustausch, Erinnerungs-, Gedenk- und Versöhnungsarbeit und wurden in den letzten sieben Jahren stark intensiviert. Darunter fallen unterschiedliche Projekte, wie zwei Jugendaustausche zwischen dem Verein der Lechoviten „Prophet Ilias“ mit einer Gemeinde in Berlin in 2014 und einer Schule aus Hamburg in 2015. (Informationen zum Jugendaustasch zwischen Prophet Ilias und Berlin und Hamburg unter: http://youthforpeace.eu/; http://eslechovou.gr/?p=1088)
Mehr dazu: Brigitte Spuller: Einmal Hortiatis und zurück…Besuch in einem Opferdorf. Agorayouth.com (3. April 2017)

Der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen veranstaltet seit sechs Jahren gemeinsam mit den beiden griechischen Schulen des zweiten Bildungswegs eine Studienreise zu einer Märtyrergemeinde, der Munizipalität Ano Viannos auf Kreta. Das Ziel des Besuchs liegt darin, dass die Schüler/-innen von den Gräueltaten der Nazis im 2. Weltkrieg erfahren und gemeinnützige Arbeit in der Gemeinde leisten. Im Jahr 2015 hat die Initiative im Allgemeinen Lyzeum Viannos einen Partner gefunden, der im Dezember 2015 eine Delegation ins Rheinland entsandte (Quelle: Ana Viannos - ein Ort des Schreckens: Griechische Jugendliche besuchen Kleve. Lokalkompass Kleve. 10.12.2015).

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste hat im Jahr 2015 ein Projekt in der Märtyrergemeinde Kleisoura in Griechenland durchgeführt, während dessen 16 junge Menschen im Alter von bis zu 35 Jahren Kleisoura besucht haben, aber auch Kastoria und Thessaloniki. In diesen Städten gab es vormals sehr lebendige jüdische Gemeinden. All dies geschah in Begleitung gleichaltriger Griech(inn)en. Das Projekt wurde vom Auswärtigen Amt über den Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds gefördert. (Weitere Informationen: https://www.ijab.de/was-wir-tun/internationale-zusammenarbeit/griechenland/; http://www.kathimerini.gr/830610/article)

Ein weiteres Jugendaustausch- und Versöhnungsprojekt fand zwischen der IGS Osterholz und zwei Partnerschulen der Gemeinde Ptolemaida bei den Märtyrergemeinden Pyrgoi und Messovouno statt. (Mehr auf der Webseite der IGS Osterholz-Scharmbeck: Griechenlandaustausch 2016 – ein interessanter Zusammenprall zwei verschiedener Kulturen.)

Ein erfolgreiches Projekt, zwischen dem Baskeballverein „Anagennisis Servion“ der griechischen Kleinstadt Servia, welche im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, und dem Kreuzberger Basketballverein „Tigers Berlin“ hat 2016 und 2017 stattgefunden. Dieses Projekt hat Sport und Teamgeist mit Erinnerungsarbeit verbunden und Jugendliche aus beiden Ländern zusammengebracht. Der Austausch soll in Zukunft in ähnlicher Form zwischen Servia und anderen Berliner Vereinen fortgesetzt werden.
(Mehr dazu unter: https://www.ijab.de/ und https://www.inewsgr.com/).

Das Forum Erinnerung & Bildung, das im Mai 2016 in der Opfergemeinde Lechovo stattgefunden hat, vom Deutsch-Griechischen Zukunfstfonds finanziert wurde und vom Verein der Lechoviten „Prophet Ilias“ mit der Unterstützung der Gemeinde Amintaio organisiert wurde stellte Jugendbildung und Jugendaustausch in den Mittelpunkt. Viele Vertreter von Opfergemeinden sprachen sich beim Forum für eine Verstärkung des Jugendaustausches und der politischen Bildung für Jugendliche aus (Vorschläge des Forums).
(Weitere Informationen zum Forum Erinnerung & Bildung in Lechovo unter:http://www.polisis.eu/bericht/lechovo/de).

Zusammenarbeit im Bereich Berufsbildung für Jugendliche
Im September 2013 hat die Deutsch-Griechische Industrie- und Handelskammer ein jugendbezogenes Projekt mit dem Titel „Duale Ausbildung in Griechenland“ gestartet, in dessen Rahmen Auszubildende die Berufe des Kochs / der Köchin, des Hotelfachmanns / der Hotelfachfrau und des Restaurantfachmanns / der Restaurantfachfrau nach dem deutschen Ausbildungsmodell lernen können. Gleichzeitig wurde das Fundament für Austauschprogramme und Projekte mit den (insgesamt 93) griechischen Gemeinden gelegt, die im 2. Weltkrieg unter deutscher Besatzung zu Schauplätzen von Kriegsverbrechen wurden, den sogenannten Märtyrergemeinden. (Für nähere Informationen: http://griechenland.ahk.de/bildung/duale-ausbildung/)

Die Konrad-Adenauer-Stiftung eröffnete im September 2012 ihr Auslandsbüro in Griechenland und begann eine Reihe von Workshops für deutsche und griechische Journalist(inn)en, die Austauschbesuche und gemeinsame Projekte umfassen. Das Ergebnis dieser seitdem jährlich abgehaltenen journalistischen Workshops ist die Webseite Dialoggers. Außer Journalist(inn)en bringt die Stiftung auch andere Berufsgruppen zusammen, wie z.B. Start-up-Unternehmer/-innen.

Im Jahr 2015 lief das Start-Programm der Robert-Bosch-Stiftung an, das junge Griech(inn)en mit Initiativen im Bereich des Kulturmanagements unterstützt. In der ersten Phase des Wettbewerbs wurden 30 Konzepte ausgewählt, deren Urheber an entsprechenden Workshops in Deutschland teilnahmen. Daraufhin wurden zwölf ausgewählt, die eine Förderung erhielten. Aufgrund des großen Erfolgs des Programms wurde bereits eine zweite Reihe von Stipendien angekündigt. (Weitere Informationen: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/60449.asp).

Außerdem stieß das geförderte Berufsprogramm zur Unterstützung der Mobilität jener, die Interesse daran zeigen, nach Deutschland umzuziehen, das unter der Bezeichnung „Job of Life“ (Mobi Pro der EU) vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erarbeitet wurde, auf große Resonanz. Das Programm startete 2013 und wurde Ende 2016 beendet. In der Zeit sind tausende junge griechische Akademiker/-innen nach Deutschland umgezogen, um die Chancen zu nutzen, die dieses Programm ihnen bot. Partner von griechischer Seite waren dabei sowohl Ausbildungsstätten, als auch Kommunen, insbesondere wenn Partnerschaften zu deutschen Kommunen bestanden haben. (Weitere Informationen: http://www.kathimerini.gr/787231/article/epikairothta/).
Das Programm ist teils auf Kritik gestoßen und als ein„Brain-drain“-Versuch erachtet worden, jedoch wurde es von vielen Personen und Teilnehmenden als eine Chance gesehen, den eigenen beruflichen Horizont zu erweitern.

Im Bereich Forschung findet seit 2013 eine Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Forschung und Bildung mit dem griechischen Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten statt. 23 Projekte mit 10 Mio. Euro wurden insgesamt im Zeitraum 2013 bis 2015 gefördert. Die Verlängerung des Programms für weitere drei Jahre mit einer Aufstockung des Budgets wurde bereits von beiden Seiten bekannt gegeben. Gefördert werden Projekte aus Geistes- und Sozialwissenschaften, Materialforschung, Optische Technologien, Bioökonomie, Gesundheitsforschung und Energieforschung.
(Weitere Informationen: https://www.bmbf.de/; https://www.bmbf.de/; http://www.minedu.gov.gr/).

Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Auf staatlicher Ebene gibt es keine offiziellen bilateralen Abkommen zu Kooperationen im Jugendbereich. Jugend- und Fachkräfteaustausch findt in erster Linie zwischen EU-Ländern im Rahmen von EU-Programmen oder privaten Initiativen statt.

Eine Vereinbarung zwischen Griechenland und Australien biete die Möglichkeit der Ausstellung eines Working Holiday Visums für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren, die so für bis zu einem Jahr zum Urlaub und zum Arbeiten nach Australien reisen können. Auf Vorschlag der griechischen Gemeinden in Melbourne und Victoria wurde das Abkommen 2014 unterzeichnet.

Griechenland ist Mitglied des Europäischen Jugendforums, nimmt an Youth in Action teil, und beteiligt sich am Europäischen Fachzentrum für Jugendpolitik.

Mobilität

Die Schulferien dauern in Griechenland von Mitte Juni bis Mitte September. Um die kirchlichen Weihnachts- und Osterfeiertage haben Schulen und Hochschulen zwei Wochen Ferien.
Die Sommerferien verbringen die meisten Schüler/-innen in Zeltlagern, im Wochenendhaus der Familie oder, falls sie es sich leisten können, mit ihrer Familie auf einer Insel oder an der Küste.Sommerlager sind generell sehr beliebt, da auch die Eltern für ca. 20 Tage entlastet werden und Kinder und Jugendliche unter sich diese Zeit verbringen. In Griechenland gibt es eine große Variation von Zelt- und Sommerlagern für Kinder und Jugendliche. Manche werden von der Kirche betrieben und sind meistens kostenlos. Andere werden von halböffentlichen Betreibern unterhalten und wenden sich an bestimmte Berufsgruppen. Viele sind von privaten Anbietern oder von Vereinen organisiert. Sommer- und Zeltlager findet man sowohl in der Nähe von Stränden als auch in idyllischen Bergregionen.

Die Bewohner/-innen Thessalonikis fahren gerne nach Chalkidiki und Thasos, während die Athener/-innen die großen Inseln, die für einen Familienurlaub geeignet sind (wie Naxos, Samos, Chios, Kreta, Lefkada oder Zakynthos) oder die Strände des Peloponnes vorziehen. Der hohe Preis der Fährverbindungen, der für eine vierköpfige Familie mit PKW 700 Euro erreichen kann (in etwa die Höhe eines Monatslohns...), schreckt jedoch in den letzten Jahren viele Menschen davon ab. Daher stehen die Heimatorte der Eltern und die Wochenendhäuser von Freunden hoch im Kurs.

Im Rahmen der Schulausbildung ist eine 5-tägige Klassenfahrt im letzten Jahrgang der Sekundarstufe II vorgesehen, wobei sich informell auch ein 2-tägiger Ausflug im letzten Jahrgang der Sekundarstufe I durchgesetzt hat. Ob diese auch tatsächlich stattfinden, hängt allerdings von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern ab, ebenso wie von der Bereitschaft der Lehrer/-innen, die Verantwortung zu übernehmen. Um diese so begehrte 5-tägige Klassenfahrt zu ermöglichen, sammeln Schüler/-innen oft mit Spendenaktionen Geld. Zu den beliebtesten Zielen zählen bis heute Kreta, Rhodos und Korfu, während sich vor der Krise viele Lyzeen auch für Auslandsziele entschieden (wie Prag, Budapest, Rom oder Paris).

Im Rahmen des Lehrplans bestehen jedoch unter der Schirmherrschaft des griechischen Ministeriums für Bildung auch zahlreiche Möglichkeiten für Studienreisen ins Ausland. Beispiele hierfür waren ein Besuch bei den CERN-Anlagen in Genf oder ein Besuch mit Führung im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz in Polen im Rahmen eines Bildungsprogramms über die Shoa.

In den letzten Jahren schließen immer mehr Schulen Partnerschaften mit ausländischen Schulen, was dazu führt, dass entsprechende Reisen zum Kennenlernen veranstaltet werden. Meistens geht dem eine Schulpartnerschaft nach den Regeln der EU gemäß den Programmen Erasmus+ und Comenius voraus.
(Ein Beispiel von Auslandsreisen einer öffentlichen Schule: http://gym-peir-ag-anarg.att.sch.gr/new.)

In den letzten Jahren wird die Plattform E-Twinning zur Suche von Partnerschulen unter jüngeren Lehrer(inne)n immer beliebter. Die Privatschulen, die meistens eine Fremdsprache als Hauptlehrsprache verwenden und enge Beziehungen zu einem anderen Land pflegen (England, USA, Deutschland, Frankreich, Italien) haben eine lange Tradition, was Studienreisen ins Ausland und Schüleraustausch in allen Altersgruppen betrifft.

In Griechenland ist – wie in jedem EU-Mitgliedstaat – die Europäische Jugendkarte für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 30 Jahren erhältlich. Sie kostet 10 Euro und gilt für ein Jahr.

Für Studierende, die gerne verreisen, gibt es weiterhin die Möglichkeit, an einem Studentenaustausch im Rahmen des Erasmus/Socrates-Programms teilzunehmen.
 
Die internationale Studentenorganisation AIESEC ist in Griechenland seit 1958 mit acht lokalen Büros vertreten. Diese Organisation vermittelt Studentenjobs bei Unternehmen oder ihren eigenen Büros im Ausland.

Eine Filiale in Athen unterhält auch die Studentenorganisation AEGEE, die sich im Kulturaustausch für junge Menschen engagiert.

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Weiterführendes - Griechenland

Volles Bücherregal.
Volles Bücherregal.Bild: ninocare / pixabay.com

Weiterführendes bietet Dokumente, Lesetipps und nützliche Adressen in Griechenland und Deutschland.

Literatur- und Linktipps

Allgemein

  • Hans Eideneier: Ärmellos in Griechenland: Griechisch-Deutsche Sprachfindigkeiten. 2017.
  • Martin Pristl: Gebrauchsanweisung für Griechenland. 2016.
  • Andreas Deffner: Griechische Einladung in die Politik: Erzählungen, Geheimnisse und Rezepte. 2014.
  • Petros Markaris: Finstere Zeiten: Zur Krise in Griechenland. 2013.
  • Fabian Eder: Griechenland blüht: Eine Odyssee durch das andere Griechenland. 2013.
  • Nikos Dimou: Über das Unglück, ein Grieche zu sein. 2012.
  • Stella Bettermann: Ich mache Party mit Sirtaki: wie ich in Deutschland meine griechischen Wurzeln fand. 2011.
  • Eleni Torossi: Warum Tante Iphigeneia mir einen Koch schenkte: Geschichte meiner griechischen Familie. 2011.
  • Stella Bettermann: Ich trinke Ouzo, was trinkst du so?: meine griechische Familie. 2010.
  • Petros Markaris: Quer durch Athen: Eine Reise von Piräus nach Kifissia. 2010.
  • Romiosini Verlag: Deutschland, deine Griechen. Zweisprachige Anthologie. 1998.

Kinder und Jugend

Links

Botschaften, Konsulate, Vertretungen

Deutsche Botschaft Athen
Karaoli & Dimitriou 3
106 75 Athen - Kolonaki
Griechenland
Tel: +30 / 210 - 72 85 111, Fax: +30 / 210 - 72 85 335
E-Mail: info(at)athen.diplo.de
www.athen.diplo.de

Deutsches Generalkonsulat in Thessaloniki
Leoforos Megalou Alexandrou 33
54641 Thessaloniki
Tel: +30-2310-251120 bis 30, Fax : +30- 2310 - 24 03 93
https://griechenland.diplo.de/gr-de/vertretungen/generalkonsulat

Botschaft der Hellenische Republik in Berlin
Jägerstr. 54-55
10117 Berlin
Deutschland
Tel: +4930 206260, Fax: +4930 20626444
E-Mail: gremb.ber(at)mfa.gr
http://www.mfa.gr/germany/de/

Ministerien und andere staatliche Einrichtungen

Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten
Andrea Papandreou 37
15180 Maroussi
Tel: 0030-210-3442000
https://www.minedu.gov.gr/

Youth and Lifelong Learning Foundation (I.NE.DI.VI.M.)
Acharnon 417 & Kokkinaki
11143 Athen
Tel: 0030- 210- 2599360
E-Mail: erasmusplus-youth(at)inedivim.gr
www.inedivim.gr

Arbeitsministerium
Stadiou 29
10559 Athen
Tel: 0030-213-1516649
http://www.ypakp.gr

OAED/ Arbeitsvermittung
Ethnikis Antistaseos 8
17456 Alimos
Tel: 0030- 11320
E-Mail: infoportal(at)oaed.gr
www.oaed.gr

Greek State Scholarship's Foundation
Ethnikis Antistaseos 41
14234 Nea Ionia
Tel: 0030- 210- 3726300
Fax: 0030- 210-3221863, 210-3312759, 210-3252468
E-Mail: erasmusplus(at)iky.gr
https://www.iky.gr/en
www.iky.gr/erasmus-plus

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Kulturelle Mittlereinrichtungen

Goethe Institut Athen
Omirou Straße 14- 16
10672 Athen
P.O.B. 30383
10033 Athen, Griechenland
Tel: 0030-210-3661000
Fax: 0030-210/ 3643518
E-Mail: info(at)athen.goethe.org
https://www.goethe.de/ins/gr/de/index.html
 

Goethe Institut Thessaloniki
Vasilissis Olgas 66
54642 Thessaloniki
Tel: 0030-2310-889610
Fax: 0030-2310-831871
E-Mail: info(at)thessaloniki.goethe.org
https://www.goethe.de/ins/gr/de/sta/the.html?wt_sc=thessaloniki

Goethe Zentrum Patras
Tsamadou 29/ Riga Fereou 167
26222 Patras
Tel: 0030-2610- 225055
Fax: 0030-2610- 622177
E-Mail: goethepa(at)otenet.gr
www.goethe.de/patras

Goethe Institut Chania
Digeni Akrita 3
73133 Chania, Kreta
Tel: 28210-41874
Fax: 28210- 56703
E-Mail: goetheha(at)otenet.gr
http://www.goethe.de/ins/gr/cha/elindex.htm

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Jugend- und Sportverbände

National Youth Council (ESYN)
Kougioumtzoglou 11
19200 Elefsyna
Tel: 0030-210-5548340
Fax: 0030-210-5549342
E-Mail: secretariat(at)esyn.gr
esyn.secretariat(at)gmail.com
www.esyn.gr 

AEGEE Athen
Patision 80 (5en Stock)
Athen
Tel: 210- 8203711
E-mail: info(at)aegee-athina.gr
www.aegee-athina.gr
 
ELIX- Conservation Volunteers Greece
Veranzerou 15
10677 Athen
Tel: 0030-210- 3825506
Fax: 0030-210- 3814682
http://www.elix.org.gr/index.php/en/

EPO- Hellenic Football Federation
Parko Goudi, 14161
11510 Athen
Tel: 0030-210-9306000
Fax: 0030-210-9359666
www.epo.gr

Hellenic Basket Federation
Kifisias 37
15123 Marousi
Tel: 0030-210- 6813066
Fax: 0030-210-6817921
E-mail: helbasket(at)basket.gr
http://basket.gr/

Hellenic Tennis Federation/ EFOA
Imittou 267
11631 Athen
Tel: 0030-210-7563170 bis 173
Fax: 0030- 210- 7562173
E-Mail: info(at)efoa.gr
http://efoa.gr/

Hellenic Swimming Federation/ KOE
Syggrou 137
17121 Athen
Tel: 0030-210- 9851020
Fax: 0030- 210-9850964
E-Mail: info(at)koe.org.gr
http://koe.org.gr/

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Einrichtungen und Träger der politischen und kulturellen Jugendbildung sowie der Jugendsozialarbeit

Park der nationalen Versöhnung Grammos
52021 Nestorio
Kastoria
Greece
Tel.: 00302467021853 & 00302467062136
Email: info@grammos-pes.gr
www.grammos-pes.gr/

Hellenic Parliament Foundation
Vassilissis Sofias 11
10671 Athen
Greece
Tel.: 00302103735325 & 00302103735326
Email: visits@parliament.gr
foundation.parliament.gr

Konrad Adenauer Stiftung Athen (KAS)
Mouzouri 8
10674 Athen
Tel: 0030- 210 7247 126
Fax: 00030- 210 7247 153
E-Mail: info.athen@kas.de
http://www.kas.de/griechenland

Friedrich-Ebert-Stiftung (FES)
Neofitou Vamva 4
10674 Athen
Tel:0030-210-7244670
Fax:0030-210-7244676
E-Mail: info@fes-athens.org
www.fes-athens.org

Rosa Luxemburg Stiftung
Kallidromiou 17
10680 Athen
Tel: 0030-210-3613769
www.rosalux.gr

Heinrich-Böll-Stiftung
Aristotelous 3
54624 Thessaloniki
Tel: 0030-2310-282829
Fax: 0030-2310-282832
E-Mail: info(at)gr.boell.org
gr.boell.org

Jugend von Syriza
Leonidou 16
Athen
Tel: 0030-210-5291218
www.neolaiasyriza.gr

Jugend von Nea Dimokratia
Mesogion 15
11516 Athen
Tel: 0030-2111- 883300
http://onned.gr/

Kommunistische Jugend Griechenlands
Irakliou 145
14231 Nea Ionia
Athen
Tel: 0030-210- 2592111
Fax: 0030-210- 2592611
E-Mail: kne(at)kne.gr
www.kne.gr

DIKTYO (Network for Reform in Greece and Europe)
Diakou 20 & Syggrou 1
11743 Athen
Tel: 0030-210-9247814
E-Mail: info(at)todiktio.eu
http://todiktio.eu/en/

ELIAMEP (Hellenic Foundation for European and Foreign Policy)
Vassilisis Sofias 49
10676 Athen
Tel: 0030-210-7257110
E-Mail: eliamep@eliamep.gr
www.eliamep.gr

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Jugendinformationszentren

Europe Direct Information Centre Komotini
15 Tsanakli Str.
69100 Komotini
Greece
Tel.: 00302531082051
Email: info(at)europedirectkomotini.eu
http://europedirectkomotini.eu/eud/gr/about/contacts.php

Eurodesk Greece - Youth and Lifelong Learning Foundation
417 Acharnon Str. & Kokkinaki
11143 Athens
Greece
Tel.: 0030 2131314450
Email: eurodesk(at)inedivim.gr
http://erasmusplusyouth.gr/eurodesk-eng/

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Jugendunterkünfte

Athens Backpackers
Makri 1211742,
Makriyanni
Athen
Tel: 0030-210-9224044
E-Mail: info@backpackers.gr
http://www.backpackers.gr/

Pagration Youth Hostel
Damareos 75
11633 Athen
Tel: 0030-210-7519530
Fax: 0030- 210- 7510616
http://pagration-youth-hostel.hotelsathens.org/de/

The Student and Travellers Inn
Kydathineon 16, Plaka
10558 Athen
Tel: 0030-210-3244808/ 3248802
Fax: 0030-210- 3210065
E-Mail: info(at)studenttravellersinn.com
http://studentravellersinn.com/

Littel Big House
Andokidou 24
54634 Thessaloniki
Greece
Tel.: +30 23130 14323
Email: harry@littlebighouse.gr
www.littlebighouse.gr/

Thesshostel
Agion Panton 12
54629 Thessaloniki
Greece
Tel.: 00302310554120
Email: thesshostel@gmail.com
www.thesshostel.gr/

Jugendherberge Elisson
Kryoneri
20200 Korinthia
Tel.: (+30) 27420 51002
Email: xenon@elisson.gr
https://www.hihostels.com/de/hostels/kryoneri-hostel-elisson

Jugendherberge Hotel Lozanni
Kapodistriou Str. 54
Vathis Square
104 32 Athen
Greece
Tel.: 00302105226161
Email: hotellozanni1@hotmail.com
https://www.hihostels.com/de/hostels/athens-hotel-lozanni

Einrichtungen und Organisationen der internationalen Jugendarbeit

Youth and Lifelong Learning Foundation (I.NE.DI.VI.M.)
Acharnon 417 & Kokkinaki
11143 Athen
Tel: 0030- 210- 2599360
E-Mail: erasmusplus-youth(at)inedivim.gr
www.inedivim.gr

Greek State Scholarship's FoundationEthnikis Antistaseos 4114234 Nea IoniaTel: 0030- 210- 3726300Fax: 0030- 210-3221863, 210-3312759, 210-3252468E-Mail: erasmusplus(at)iky.grwww.iky.gr/en/

Citizens in Action – Youth in Action
Gizi 59, 2e Etage
11474 Athen
Griechenland
Tel.: +30 2103801881
Email: citizensinaction@gmail.com
www.citizensinaction.gr/

Filoxenia NGO
Nemeas 9,
20200 Kryoneri Korinthias
Greece
Tel:  +30 27420 51084
filox.org/en/contact
https://filox.org/en

 

 

 

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Karte, auf der Impressum steht.
Karte, auf der Impressum steht.Bild: geralt / pixabay.com

Impressum - Griechenland

Die Länderinfos zu GRIECHENLAND wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Herrn Charalampos Karpouchtsis.

Letzte Aktualisierung: März 2018

Kontakt: dija(at)ijab.de

 

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