x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Für die Koordinierung der Jugendpolitik in Estland ist das Bildungs- und Forschungsministerium zuständig, das über eine eigene Jugendabteilung verfügt.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Ministeriums zählen:

  • Vorbereitung staatlicher Programme für die Jugend
  • Unterstützung der Jugendverbände
  • Koordination der Jugendcamps
  • Koordination des Informations- und Beratungssystems für Jugendliche
  • Forschung in Jugendfragen
  • Überwachung der Verwendung der finanziellen Mittel etc.

Nach der Konzeption zur estnischen Jugendarbeit, die 2001 formuliert wurde, findet Jugendpolitik auf verschiedenen staatlichen Ebenen statt: Parlament und Regierung schaffen die gesetzliche Basis für Jugendarbeit und stellen finanzielle Mittel aus dem Haushalt bereit, das Bildungs- und Forschungsministerium und andere Ministerien sind zuständig für die (Weiter-) Entwicklung von Gesetzen und Konzepten und verantwortlich für die Umsetzung der staatlichen Jugendprogramme und -projekte, der Landkreisvorsteher und die örtliche Selbstverwaltung koordinieren und organisieren Jugendarbeit im entsprechenden Zuständigkeitsbereich. Außerdem führen freie Träger selbständig Jugendarbeit durch, darüber hinaus beteiligen sich Wirtschaftsunternehmen als Kooperationspartner der örtlichen Selbstverwaltung und an der Finanzierung.

In Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und Forschungsministerium ist das Estonian Youth Work Centre beauftragt, die Jugendarbeit im Rahmen der nationalen Jugendpolitik sowie den Entwicklungsplan der Jugendarbeit in Estland umzusetzen.
Genauere Erläuterungen zum Estonian Youth Work Centre siehe Kapitel "Zentrale Einrichtungen und Organisationen" auf dija.de>>>

Genauere Erläuterungen zur Kinder- und Jugendpolitik Estlands und zum Entwicklungsplan der Jugendarbeit in Estland siehe Kapitel Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme>>>

Ebenso spielt die estnische Nationalagentur Erasmus+ (Archimedes Foundation) eine bedeutende Rolle bei der Umsetzung des Entwicklungsplan der Jugendarbeit und damit in der estnischen Jugendpolitik.

In Teilbereichen ist das Kultusministerium mit jugendrelevanten Fragen befasst. Es leistet finanzielle Unterstützung für das landesweite Netz von Kunst- und Musikschulen für Kinder und Jugendliche.

Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Im November 1999 fand in Estland ein Jugendarbeitsforum statt, auf dem die Prioritäten der estnischen Jugendarbeit der nächsten Jahre festgelegt wurden.

Im Jahr 2001 formulierte der damalige Bildungsminister Tönis Lukas ein Konzept zur estnischen Jugendarbeit, in dem die Hauptbereiche und Begriffe der Jugendarbeit definiert werden und das eine Basis für die Ausarbeitung und Realisierung von Entwicklungsplänen darstellt. Ziel der Jugendarbeit ist es demnach, „die Bedingungen für persönlichkeitsentwickelnde Beschäftigungen außerhalb der Familie, Schule und Arbeitsstelle zu schaffen, um die Sozialisierung der Jugendlichen und ihre Entwicklung zu in der Gesellschaft zurechtkommenden Mitgliedern zu fördern.“

Der hierauf basierende Entwicklungsplan der Jugendarbeit in Estland für die Jahre 2001 bis 2004 ist zusammen mit dem eben genannten Konzept das erste Dokument zur Jugendpolitik in Estland. Es beschreibt die Jugendarbeit in acht Bereichen: Jugendsozialarbeit; Freizeitbildung; Information über und für die Jugendlichen, Beratung und Forschung; Ausbildung, Fortbildung und Umschulung im Bereich der Jugendarbeit; gesundheitsfördernde und -entwickelnde Erholung der Jugendlichen; Integration der Jugendlichen in die Arbeitswelt; Internationale Jugendarbeit; Strukturen der Jugendarbeit und Beteiligung der Jugendlichen an deren Tätigkeit. Neben den Prioritäten der einzelnen Bereiche werden die zuständigen Institutionen und Verbände genannt.

Auf dem Forum für Jugendarbeit vom 12. bis 13. Mai 2005 in Pärnu wurde von Vertreter(inne)n estnischer Einrichtungen der Jugendarbeit als zweites Dokument zur Jugendpolitik in Estland ein Strategiepapier verabschiedet, das die Basis für die Jugendpolitik der Jahre 2006 bis 2013 bildet.  Folgende Hauptziele wurden formuliert:

  • Sicherstellung von Jugendpartizipation und -entwicklung in allen jugendpolitischen Bereichen auf der Grundlage aktueller Interessen und Bedürfnisse junger Menschen
  • Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Jugendarbeit, indem Variabilität und Qualität der Angebote der Jugendarbeit erhöht und der Zugang zu ihnen verbessert werden

Daran schließt sich als drittes Dokument der Jugendpolitik der aktuelle Entwicklungsplan der Jugendarbeit in Estland für die Jahre 2014-2020 an. Der Fokus wird dabei auf folgende Punkte gelegt:

  • Erhöhung der Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung, zu Initiativen und gemeinsamen Aktionen junger Menschen,
  • Reduzierung der Auswirkungen von ungleichen Startchancen Jugendlicher und Vorbeugung sozialer Ausgrenzung,
  • Unterstützung aktiver Teilhabe von jungen Menschen in der Gesellschaft sowie ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen,
  • Sicherung von Erfolgen auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen,
  • Jugendpolitik und Jugendarbeit von hoher Qualität entwickeln.


Links

https://www.hm.ee/en/activities/youth/youth-policy - Jugendpolitik Bildungs- und Forschungsministerium Estland

Aktionsprogramme

Estland nimmt am Europäischen Aktionsprogramm JUGEND IN AKTION teil. Ansprechpartner ist die estnische Nationalagentur Erasmus+ Foundation Archimedes (Abteilung: Youth Agency)

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Am 19. Mai 2002 wurde der Estnische Nationale Jugendring (Eesti Noorteühenduste Liit, ENL) gegründet. Er ist eine Dachorganisation von zurzeit über 43 Jugendorganisationen, 15 regionalen Jugendräten und 70 lokalen Jugendräten.

Der Nationale Jugendring versteht sich als Repräsentant der Interessen der estnischen Jugend und hat folgende Aufgaben und Ziele:

  • Eine tiefgreifende Zusammenarbeit zwischen den Jugendorganisationen und einer aktiven Partizipation der Jugendlichen in der Gesellschaft herstellen,
  • Sich für die Anerkennung und Partizipation von jungen Menschen stark machen,
  • Jugendorganisationen repräsentieren, beteiligen und unterstützen, in dem der Nationale Jugendring Möglichkeiten zur Kooperation und zur Entwicklung schafft.

 

Schülervertretungen gelten in Estland auch als wichtige Form der Jugendpartizipation. 2016 gab es in Estland 90 regionale und lokale Formate der Jugendpartizipation.

Link

Bildungs- und Forschungsministerium/Jugenarbeit - www.hm.ee/en/activities/youth/youth-work