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Gruppenprozesse

Ausgestanzte Männchen auf weißem Papier im Kreis angeordnet vor einem blauen Himmel als Hintergrund. Foto: S. Hofschlaeger / PIXELIO
Ausgestanzte Männchen auf weißem Papier im Kreis angeordnet vor einem blauen Himmel als Hintergrund. Foto: S. Hofschlaeger / PIXELIO

Kennen lernen

Am Anfang eines jeden Begegnungsprogramms steht das gegenseitige Kennen lernen. Überlassen Sie dieses nicht dem Zufall und planen Sie unbedingt genügend Zeit ein. Ein gelungener Start ist die Basis für ein offenes und positives Miteinander.

Noch bevor das eigentliche Programm beginnt, kann ein Willkommensabend dazu dienen, dass sich die Teilnehmenden kennen lernen und Sie langsam in das Programm einführen können. Der Willkommensabend sollte in angenehmer Atmosphäre stattfinden und mit einer kurzen „offiziellen“ Begrüßung von Ihnen eröffnet werden. Erfrischungen und Getränke, die Sie bereitstellen, laden dann dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Am ersten Programmtag beginnt das bewusste Kennen lernen in der gesamten Gruppe [mit Teamer(inne)n und Sprachmittler(inne)n] damit, die Namen der Anderen zu lernen, zu verstehen, wo jeder herkommt und anzufangen miteinander zu kommunizieren. Dazu gibt es erprobte und bewährte Methoden, die in einer informellen und lockeren Atmosphäre, das „Eis“ brechen und die Teilnehmenden unterstützen, den ersten Schritt aufeinander zu zugehen. Kennen-Lern-Methoden helfen, sprachliche und andere Hemmungen zu überwinden. Im Verlauf der Begegnung können Sie dann auf das natürliche Kontaktbedürfnis der Teilnehmenden vertrauen. Passende Methoden finden Sie auf DIJA.de in der Toolbox Interkulturelles Lernen > Methodenbox interkulturell.

Quelle: Taylor, Mark, Methoden internationaler Jugendarbeit. Bausteine inhaltlicher Gestaltungen, in: Otten & Treuheit (Hrsg.), Interkulturelles Lernen in Theorie und Praxis, Leske und Budrich 1994.

Gruppendynamik

Personen stehen im Kreis und stecken ihre Hände in der Mitte zusammen. Foto: Markus Jürgens / PIXELIO
Personen stehen im Kreis und stecken ihre Hände in der Mitte zusammen. Foto: Markus Jürgens / PIXELIO

Im Hinblick auf die Gruppenbildung durchläuft jede Gruppe bestimmte Stadien. Als Leitung ist es wichtig, diesen Prozess im Verlauf der Begegnung zu berücksichtigen und aktiv zu begleiten. Man spricht auch von der Entwicklung einer Gruppendynamik, die man in vier Phasen beschreiben kann:

  1. In der ersten Phase (Orientierung) lernen sich die Gruppenmitglieder kennen. Individuelle Besonderheiten und soziale Kompetenzen kommen zum Vorschein. Jeder ist darum bemüht, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Deshalb gehen alle zunächst sehr freundlich miteinander um und unterhalten sich vorerst über allgemeine Themen. In der Rolle der Leitung können Sie hier das Kennen lernen unterstützen.

  2. In der zweiten Phase (Differenzierung) bilden sich nach und nach bestimmte Strukturen innerhalb der Gruppe heraus, die ausschlaggebend für eine bestimmte Rollenverteilung sind. Da hier bereits erste Konfliktsituationen auftreten können, stellt diese Phase die schwierigste Etappe der Gruppenbildung dar. Bieten Sie immer wieder Ihre Hilfe und Bereitschaft zum Gespräch an und scheuen Sie auch konflikthafte Auseinandersetzungen nicht. Nachdem jeder Teilnehmende seine Rolle gefunden hat, bleibt die Gruppenstruktur meistens konstant.

  3. In der dritten Phase (Vertrauen) bildet sich die jeweilige „Gruppenkultur“ aus. Die Gruppe arbeitet an gemeinsamenZielen. In bestimmten Abständen können während dieser Phase „Durchhänger“ auftreten. Regelmäßige Reflexionsrunden können hier helfen, das Arbeitsklima positiv zu beeinflussen.

  4. In der vierten Phase (Trennung) präsentieren die Teilnehmenden ihre Arbeitsergebnisse und bereiten sich auf ihre Abreise vor. Intensive Emotionen wie Freude und Trauer können diese Phase bestimmen. Begleiten Sie auch diese Zeit aktiv und geben Sie dem bevorstehenden Abschied genügend Raum.

Quelle: DRJA - Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gGmbH, Praxishandbuch zum deutsch-russischen Jugendaustausch, Kap. 8. Hamburg 2008.