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Methodenbox Interkulturell

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Thomas und Mehmet

Methode gespeichert

Auseinandersetzung mit den Themen Migration und Stereotypen anhand des gemeinsamen Erzählens einer Geschichte.

Kategorien

Migration

Zielgruppe

Offen

Gruppengröße

8 - 10 Personen, größere Gruppen können geteilt werden.

Dauer

30 Minuten

Ziele

Die Teilnehmenden finden heraus, welche Bilder und Vorstellungen sie von Menschen aus anderen Kulturen, sozialen Gruppen etc. haben, und nehmen wahr, dass diese Vorstellungen ihre Erwartungen an diese Menschen beeinflussen.

Rahmenbedingungen

E sind keine besonderen Rahmenbedingungen erforderlich.

Ablauf

Die Teilnehmenden sitzen in einem Kreis. Der/die Betreuer/-in erklärt, dass die Gruppe gemeinsam eine Geschichte entwickeln wird. Dabei ist immer derjenige an der Reihe, der den Ball in der Hand hält. Eine Person wird als Beobachter/-in ausgewählt und erhält den Auftrag, sich außerhalb des Kreises zu setzen und die Geschichte aufzuschreiben.

Der/die Betreuer/-in beginnt die Geschichte mit folgendem Satzanfang: „Dies ist die Geschichte von Thomas, einem jungen Mann aus Gelsenkirchen“ und gibt den Ball, den er/sie in der Hand hält, an die nächster Person weiter, die ein oder zwei Sätze ergänzt und den Ball an die nächste Person weitergibt.

Nach den ersten 10 bis 12 Personen bittet der/die Betreuer/-in um den Ball und sagt: „Thomas kennt Mehmet, einen Jungen aus Izmir, über den es auch eine Geschichte zu erzählen gibt.“ Nun wird Mehmets Geschichte erzählt.

Nach 10 bis 15 Minuten wird die Übung beendet.

Material

  • Ball
  • Flipchart und Stifte
  • Papier und Stift für den/die Beobachter/-in 

Auswertung

Der/die Beobachter/-in wird gebeten, das, was er/sie notiert hat, vorzulesen. Im Anschluss tragen die Teilnehmenden zusammen, was sie in den beiden Geschichten über das Leben von Thomas und Mehmet erfahren haben. Im nächsten Schritt stellt der/die Betreuer/-in eine Beziehung zu den Stereotypen her, die wir über junge Männer aus Gelsenkirchen und Izmir haben, und notiert die wichtigsten Punkte auf der Flipchart. Gemeinsam wird diskutiert, woher diese Stereotypen kommen? Haben alle ähnliche Vorstellungen von den beiden Ländern? Weshalb? Weshalb nicht?

Hinweise

Es ist wichtig, dass die Übung am Anfang einfach als gemeinsames Erzählen einer Geschichte vorgestellt wird. Am besten funktioniert die Methode, wenn die Geschichte spontan und in einem schnellen Rhythmus erzählt wird. Allerdings könnte dann der/die Beobachter/-in Probleme beim Mitschreiben haben. Deshalb kann es hilfreich sein, zwei Beobachter/-innen auszuwählen oder die Geschichte aufzunehmen.

Varianten

Variante 1
Die Gruppe wird in zwei Kleingruppen geteilt und jede arbeitet an einer der beiden Geschichten. Anschließend werden beide Geschichten verglichen. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Teilnehmenden nicht ahnen, dass beide Geschichte einander gegenübergestellt werden sollen.

Variante 2
Die Gruppe wird in zwei Kleingruppen geteilt und jede wird gebeten, die Biographie oder einen wichtigen Moment im Leben eines der beiden Protagonisten zu schreiben. Die Ergebnisse werden am Ende verglichen.

Variante 3
Die Namen der Protagonisten der Geschichten führen die Gruppe zu dem Thema, das behandelt werden soll. Entsprechend kann man die Übung auch für die Auseinandersetzung mit anderen Arten von Diskriminierung nutzen, indem man den ersten Satz anpasst („Dies ist die Geschichte von Frank, einem jungen Homosexuellen…“; „Dies ist die Geschichte von Maria, die im Rollstuhl sitzt…“).

Quelle

Europarat: Education Pack - Idea, resources, methods and activities for informal intercultural education with young people and adults, Straßburg 2005.