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Miriam

Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Migration im Rahmen einer hypothetischen oder realen Flüchtlingsgeschichte.

Kategorien

Migration

Zielgruppe

Jugendliche

Gruppengröße

Jede Gruppengröße möglich.

Dauer

1 ½ bis 2 Stunden

Ziele

  • Verständnis für die Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen und Immigrant(inn)en entwickeln.
  • Sensibilisierung für die Probleme, mit denen Flüchtlinge in ihren Gastländern konfrontiert sind.
  • Förderung von Empathie und Solidarität gegenüber der Situation von Flüchtlingen und Immigrant(inn)en.
  • Auseinandersetzung mit den Themen Ausgrenzung und Integration.

Rahmenbedingungen

Ausreichend Platz für die Gruppenarbeit.

Vorbereitung

Die Leitung benötigt Hintergrundwissen darüber, weshalb Menschen emigrieren oder Asyl suchen und wie ihre Situation aussieht, wenn sie in ein neues Land kommen, um dort zu leben (z.B. rechtliche Lage).

Ablauf

Die Leitung verteilt Kopien mit dem Beginn der Geschichte und den Fragen an die Teilnehmenden oder schreibt diese auf eine Flipchart. Der Text lautet:

Miriam ist ein Flüchtling, die in unserer Stadt lebt. Sie hat vor zwei Monaten ihr Land verlassen, wo sie aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage (ihrer politischen Einstellung), um ihr Leben fürchtete.“ (Der Text kann angepasst werden, wenn andere Aspekte behandelt werden sollen.)

Die Teilnehmenden werden nun gebeten, sich in Gruppen von vier bis sechs Personen zusammenzufinden und eine kurze Geschichte oder einen Artikel darüber zu schreiben, wie Miriam ihr Land verlassen hat und wie ihr Leben nun aussieht. Dabei können sie sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Mit welchen Problemen hat Miriam zu kämpfen?
  • Wie wird sie unterstützt (oder nicht unterstützt)?
  • Wie lernt sie die Sprache ihres Gastlandes?
  • Arbeitet sie? Wenn ja, was für einen Job hat sie?
  • Glaubt ihr, dass ihr Leben nun einfacher ist?
  • Was denkt sie über uns?
  • Was, denkt ihr, musste sie alles tun, um in unsere Stadt zu gelangen?
  • Wie ist sie gereist?
  • Woher hatte sie Geld dafür?
  • Welche bürokratischen Prozeduren musste sie durchlaufen?
  • Was hat sie hinter sich gelassen?

Anschließend stellt jede Gruppe ihre Geschichte oder ihren Artikel vor. Während sie dies tun, schreibt die Leitung die wichtigsten Punkte auf der Flipchart mit.

Material

  • Tafel oder Flipchart, Stifte
  • Ggf. Kopien mit dem Beginn der Geschichte und den Fragen (siehe Ablauf)

Auswertung

Reflektieren Sie mit den Teilnehmenden über die Ergebnisse der Gruppenarbeit. Dabei können Sie sich an folgenden Fragen orientieren:

  • Welches waren die realistischsten und welches die unrealistischsten Situationen?
  • Kennt ihr jemanden, der eine ähnliche Situation erlebt hat bzw. erlebt?
  • Könnt ihr euch vorstellen, dass ihr auch einmal gezwungen sein könntet, aus eurem Heimatland zu fliehen?
  • Was denkt ihr, welche Unterstützung brauchen Immigrant(inn)en, um sich in unsere Gesellschaft zu integrieren?
  • Was können wir selbst konkret tun, um Immigrant(inn)en zu unterstützen?

Hinweise

Es kann sein, dass die Teilnehmenden nach weiteren Informationen zur Situation von Flüchtlingen fragen. Deshalb kann es nützlich sein, im Vorfeld einige Fakten zu recherchieren und ggf. Kopien mit Hintergrundinformationen und statistischen Daten für das eigene Land (und andere Länder) bereit zu halten.

Informationen zu Flüchtlingen erhält man beispielsweise beim UNHCR oder UNICEF sowie bei NGOs, die auf diesem Gebiet tätig sind (zum Beispiel Rotes Kreuz, Amnesty International). 

Varianten

Statt eine Geschichte aufzuschreiben, können die Gruppen aus Episoden aus Miriams Leben szenisch darstellen (zum Beispiel ihre Flucht oder ihre Ankunft im neuen Land).

Laden Sie einen Flüchtling oder eine Immigrantin/einen Immigranten ein. Bitten Sie sie/ihn der Gruppe zu erzählen, wie sie/er das Heimatland verlassen hat, wie sie/er im neuen Land ankam und wie sie/er sich hier eingelebt hat. Daran sollte sich eine längere Frage- und Antwortphase anschließen. Alternativ kann auch ein/-e Vertreter/-in einer NGO, die in diesem Bereich aktiv ist, eingeladen werden. Für diese Variante muss mehr Zeit eingeplant werden.

Sollte es nicht möglich sein, einen Gast einzuladen, kann auch einen Textauszug aus einer entsprechenden Autobiographie/einem Erlebnisbericht vorlesen werden.

Quelle

Europarat: Education Pack - Idea, resources, methods and activities for informal intercultural education with young people and adults, Straßburg 2005.