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VSE - Die Vereinigten Staaten von Europa

Planspiel zur Beschäftigung mit der Europäischen Union

Kategorien

Vom ICH zum WIR

Zielgruppe

Personen ab 15 Jahren [Jugendliche, Multiplikator(inn)en etc.]

Gruppengröße

Gruppengrößen ab 20 als gut und sinnvoll erwiesen, weil Rollen mit 2er Teams besetzt werden können

Dauer

6 Stunden (ein Seminartag)

Ziele

  • Sensibilisierung für die europäische Dimension
  • Nachvollziehen von Entscheidungsprozessen in der Europäischen Union mit vielen, unglaublich unterschiedlichen nationalstaatlichen Perspektiven
  • Individueller Perspektivwechsel zur Förderung des Verständnisses für andere Kulturen und den damit zusammenhängenden, unterschiedlichen politischen und sozialen Prägungen (Empathie)
  • Erarbeiten und Testen von Argumentationsstrukturen, Überzeugungsfähigkeit und Schlagfertigkeit / das Antizipieren von Gegenargumenten
  • Selbstbestimmtes Gestalten eines Lernprozesses (Die Gruppe ist selbst verantwortlich für Verlauf und Ergebnis der Verhandlungen)
  • Europäische Politik am eigenen Leib erfahren und nicht „nur“ darüber sprechen (Erleben von politischen Drucksituationen wie sie auch in der Realität vorkommen können z.B. Zeitdruck, Müdigkeit etc.)
  • Förderung des analytischen und kreativen Denkens
  • Wissen über die europäischen Institutionen und ihr Arbeitsweisen vertiefen
  • Rhetorische Fähigkeiten schulen (Fähigkeit vor Gruppen zu sprechen / Aufbau von Selbstvertrauen in die eigene Überzeugungsfähigkeit)
  • Aufräumen mit Vorurteilen über politische Prozesse und ihre Aktuere
  • ...

Ablauf

Die Phasen des Planspiels sind:

  • Einführung in die Simulation & Aufteilung der Rollen (ca. 45 Minuten)
  • Vorbereitungsphase (ca. 90 – 120 Minuten)
  • Eröffnung  (ca. 15 Minuten)
  • Grüne Verhandlungsphase (Institutionelle Forderungen) (ca. 20 Minuten)
  • Auswertung grüne Verhandlungsphase
  • Blaue Verhandlungsphase (Entwicklung der Unionsbürgerschaft) (ca. 20 Minuten)
  • Auswertung blaue Verhandlungsphase
  • Gelbe Verhandlungsphase (Langfristige Ziele für die EU 2050) (ca. 20 Minuten)
  • Auswertung gelbe Verhandlungsphase
  • Abschluss

Material

  • Rollenprofile (10 Stück jeweils 7-8 DIN A4-Seiten) ausgedruckt
  • Namensschilder ausgedruckt
  • Stapelbare Spielsteine (z.B. Duplo)
  • Für die Recherche: WLan / Die Teilnehmenden brauchen (eigene) Hardware, um das Internet nach „Argumentationsmaterial“ zu durchforsten bzw. um die Linkliste aus den Rollenprofilen anzusteuern
  • Schreibmaterial
  • Ggf. Beamer und Laptop zur Darstellung der Einführungspräsentation

Eine Einführungspräsentation ist online verfügbar: http://prezi.com/7tyt7hnwbkt_/?utm_campaign=share&utm_medium=copy&rc=ex0share 

Alle Materialien zur Vorbereitung stehen unter folgenden Link zur Verfügung: http://pb21.de/2014/04/planspiel-fuer-die-europabildung-die-vereinigten-staaten-von-europa/

Auswertung

Die Simulation „VSE“ braucht im Anschluss eine Evaluation, eine mündliche Feedbackrunde, in der die Teilnehmenden ihre gemachten Erfahrungen miteinander teilen können. Hier ein paar Fragen, die in der Debriefingphase gemeinsam mit den Teilnehmenden erörtert werden können:

  • Der pädagogische Standard: Wie war es für euch? Wie habt ihr euch in euren Rollen gefühlt (Perspektivwechsel)?
  • Was nehmt ihr aus dem Spiel mit (Erkenntnisse)?
  • Wie nah ist die Simulation tatsächlich an der Realität?
  • Seid ihr Kompromisse eingegangen? Warum? Warum nicht?
  • Gab es Situationen, in denen ihr euch geärgert habt? Wie seid ihr mit dem Ärger umgegangen?
  • Ihr wart auf dem Konvent, um Europa zu bauen. Habt ihr das getan? Oder waren euch eigene/nationale Interessen wichtiger als die Gemeinschaft? Warum? Warum nicht?
  • Gab es Momente, in denen ihr euch in eurer neuen Haut nicht wohlgefühlt habt? Warum? Warum nicht?
  • Womit habt ihr im Vorfeld der Simulation gerechnet? Womit nicht?
  • Habt ihr die Vorbereitungszeit für „geheime“ Absprachen hinter den Kulissen genutzt? Warum? Warum nicht?

Diese Fragen dienen lediglich als Anregung. Je nach Lernzielformulierung und Gruppenstruktur sollte die Auswertungsphase angepasst werden und sich am Simulationsverlauf orientieren.

Hinweise

Simulationen dieser Art mit jüngeren Zielgruppen (15-17 Jahre) sollten an einem Tag gespielt werden. Das „Simulieren“ an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Beginn Montag Nachmittag, Ende Dienstag Vormittag) führt häufig dazu, dass die Konzentration nachlässt und Spielprozesse verflachen.

Hintergrund

Das Grundszenario des Planspiels ist der Europäische Konvent, der nach Artikel 48 des Vertrages von Lissabon zusammentreten kann, um entscheidende europäische Weichenstellungen für die Zukunft der EU auszuhandeln. In diesem Europäischen Konvent gibt es keine inhaltlichen oder strukturellen Denkverbote. Außerdem sind im Konvent sowohl die Mitgliedstaaten als auch die EU-Kommission und das Europäische Parlament vertreten, so dass die unterschiedlichen europäischen und nationalen Perspektiven und Widersprüche herausgearbeitet werden können. In den Konventsverhandlungen geht es darum, sechs von der EU-Kommission vorgelegte Forderungen durchzuverhandeln. Die sechs Forderungen sind drei Themenbereichen zugeordnet:

  • „EU-Institutionen“,
  • „EU-Bürgerschaft“ und
  • „Langfristige Ziele der EU“.

Quelle

Karsten Lucke und Anselm Sellen (Konzept / Inhalt / Text) und Lukas Ullrich (Design) in Kooperation mit pb21.de