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Europäische Jugendwochen in Bad Salzdethfurth

Simulationsübung zu einer internationalen Teamsitzung

Kategorien

Train the Trainer

Zielgruppe

(Zukünftige) Teamer/-innen von internationalen Begegnungen

Gruppengröße

10-12 Personen

Dauer

Mindestens 2 Stunden, besser mehr.

Ziele

Mit der Übung soll die Fähigkeit zur Zusammenarbeit im internationalen Team eingeübt werden, die voraussetzt, teilweise sehr unterschiedliche Interessenlagen zu erkennen und konstruktiv damit umzugehen – auch unter Zeitdruck.

Rahmenbedingungen

Keine besonderen Rahmenbedingungen notwendig.

Vorbereitung

Beschreibungen der Ausgangslage und Rollenanleitungen für 2-3 Beobachter/-innen, 2 deutsche Leiter/-innen und die ausländischen Gruppenleiter/-innen sollten in ausreichender Zahl vorbereitet sein.

Ablauf

In einer Einführung wird zunächst der Übungszweck erläutert, dann werden die einzelnen Rollen vorgestellt und mitsamt ihren Anleitungen verteilt. Jede/-r hat ca. 10-15 Minuten Zeit, sich mit seiner/ihrer Rolle vertraut zu machen. Die ‘Deutsche Leitung’ sollte von der Kursleitung betreut werden, da sie in dieser kurzen Zeit ein Konzept für die nachfolgende Gesprächsleitung entwickeln muss. Ihr sollte nochmals verdeutlicht werden:

  • dass jede/-r mit unterschiedlichen Wünschen, Interessen und Befürchtungen an den Tisch kommt,
  • dass es eine zentrale Aufgabe der Gastgeber ist, den Raum für Offenheit und eine gute Atmosphäre herzustellen,
  • und dass das Gespräch nicht in Deutsch stattfinden kann (die ausländischen Leiter/-innen werden mit den Fremdsprachen agieren, die sie auch im „richtigen Leben“ sprechen).

Auch mit den Beobachter/-innen sollte besprochen werden, ob ihre Rollenanleitung klar genug ist, ob eine Teilung der Beobachtungsaufgaben sinnvoll ist und wie der anschließende Bericht ablaufen könnte (siehe Feedback-Regeln unten).

Danach kann das Rollenspiel ‘Teamsitzung’ starten. Es hat sich bewährt, die Situation mindestens eine halbe Stunde ohne Zwischenkommentar laufen zu lassen, um einigermaßen „authentische“ Erfahrungen bei allen Beteiligten zu erreichen.

Die eigentliche Essenz der Übung findet in der anschließenden und sorgfältigen Reflexion ihren Niederschlag.

Material

  • Tisch
  • Beschreibungen der Ausgangslage und der Rollenanleitungen (siehe Download)
  • Zettel und Stifte für die Beobachter/-innen

Auswertung

Zunächst sollten die unmittelbar Beteiligten zu Wort kommen, allen voran die wahrscheinlich unter Dauerstress stehende ‘Deutsche Leitung’:

  • Was lief Eurer Meinung nach gut/nicht so gut?
  • Womit hattet Ihr besonders Probleme?
  • Wie hat sich Eure Situation während der Teamsitzung - und wodurch - verändert?
  • Wie habt Ihr die Interessen der Anderen gesehen?

Dies alles sind Fragen, über die viel voneinander gelernt werden kann und deren Beantwortung viel Material für eine gute Vorbereitung auf die „Wirklichkeit“ liefert.

Erst, wenn alle Gesprächsteilnehmer/-innen nichts mehr zu sagen haben, sollten die Beobachter/-innen zu Worte kommen. Bei ihren Rückmeldungen ist auf die Einhaltung der „Feedback-Regeln“ zu achten, damit ihre Aussagen als kollegiale Unterstützung gesehen werden können - und nicht als verbale Peitschenhiebe!

Die wichtigsten Feedback-Regeln

  • Nur das selbst Gesehene und die eigene Reaktion darauf beschreiben.
  • Verurteilungen oder Anklagen vermeiden. Feedback bezieht sich auf die Handlungen des anderen - und nicht auf seine generellen persönlichen Eigenschaften (jemand, der für mich bei einer Übung zu viel geredet hat, ist nicht generell ein Vielredner!).
  • Vermeiden von Verallgemeinerungen.
  • Rückmeldungen „im eigenen Namen“ geben (‘ich’ statt ‘man’).
  • Darauf achten, ob der/die Empfänger/-in überhaupt an der Rückmeldung interessiert ist bzw. Feedback in angemessenen „Portionen“ geben.
  • Feedback bezieht sich auch auf hilfreiche Verhaltensweisen, nicht nur auf störende. (Und: es ist oft leichter und schneller realisierbar, hilfreiche Verhaltensweisen bei sich selbst zu verstärken, als störende abzubauen.)

Quelle

nach: Langmaack, Barbara;Braune-Krickau, Michael: Wie die Gruppe laufen lernt. Anregungen zum Planen und Leiten von Gruppen. Ein praktisches Lehrbuch, 6. Auflage, Weinheim 2000.