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Rollenspiel: Multinationale Jugendbegegnung

Übung zur Gruppenleitung im interkulturellen Kontext

Kategorien

Train the Trainer

Zielgruppe

Angehende Gruppenleiter/-innen bzw. Teamer/-innen

Gruppengröße

Es können 10 Personen spielen und 1-3 beobachten. Bei einer größeren Gruppe kann das Training parallel in zwei Gruppen durchgeführt werden.

Dauer

Ca. 2,5 Stunden

Ziele

Ziel ist es, einen Einstieg in das Thema "Gruppenleitung" zu finden. Zwar ist der gewählte Ausschnitt aus einer internationalen Begegnung "künstlich" (d.h. nicht real) und auch recht kurz; dennoch kann ein übertragbarer Gruppenprozess erlebt und konkret besprochen werden, statt nur per "Man müsste…" und "Man könnte…" allgemein und damit unverbindlich zu fachsimpeln.

Etwas theoretisch zu wissen und zu wollen auf der einen Seite und es zu verwirklichen auf der anderen Seite, sind nicht nur in puncto Gruppenleitung oft zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Hier geht es ums Ausprobieren (nicht darum, "perfekt" zu leiten)!!!

Die Teilnehmer/-innen lernen eine Gruppe und deren Dynamik (durch Rollenkarten zum Teil vorgegeben) kennen und bekommen einen unmittelbaren Eindruck, wie vielfältig die Anforderungen an die Leitung sein können. Für die Teilnehmer/-innen kann deutlich werden, wo der eigene Lern- und Übungsbedarf liegt. Die Erfahrung macht eine vertiefte Diskussion über die zuvor theoretisch eingeführten Modelle zum Thema "Gruppenleitung" (Mobile, Gruppenphasenkurve, TZI-Dreieck, Eisberg) möglich.

Rahmenbedingungen

Seminarraum und ausreichend Stühle.

Vorbereitung

Stuhlkreis aufbauen und die erforderlichen Unterlagen kopieren.

Ablauf

Dieses Rollenspiel findet in folgenden Phasen statt:

  1. Vorlesen der Ausgangssituation (siehe Downloads)
  2. Verteilung der Rollen (Spieler- und Beobachter/-innen)
  3. Einstimmung in die Rollen
  4. Rollenspiel
  5. Nachbereitung des Rollenspiels/Auswertungsinterviews
  6. Entlassung aus den Rollen
  7. Thematische Auswertung und Diskussion
  8. Zusammenfassung im Plenum

Einstimmung in die Rollen
Nach der Rollenverteilung haben die Spieler/-innen ca. 15 Minuten Zeit, sich auf ihre Rollen vorzubereiten. Hier kann noch einmal darauf hingewiesen werden, dass es darum geht, die Rollen möglichst authentisch, d.h. realistisch und nicht theatralisch zu spielen.

Rollenspiel
Die Dauer des Rollenspiels ist auf 20 Minuten begrenzt. Der/die Beobachter/-innen machen sich in dieser Zeit kurze Notizen zur Gruppenleitung und zum Ablauf des Gruppengeschehens (nach den Leitfragen).

Nachbereitung
Nach dem Rollenspiel werden in den Trainingsgruppen Auswertungsinterviews mit den unten genannten Fragen geführt.

Hinweis: Der Fokus liegt nicht allein auf dem/der Leiter/-in!

Es geht nicht darum, was jemand 'falsch' bzw. 'richtig' macht, sondern um die Fragen:

  • Was ist hier passiert?
  • Wodurch haben sich die Teilnehmer/-innen animiert gefühlt, sich positiv einzubringen?
  • Was hätte ihnen eher entsprochen?

Es sinnvoll, die Teilnehmer/-innen vor der Auswertung auf folgende Feedback-Regeln hinzuweisen und diese auf einem Plakat für alle sichtbar zu machen:

Feedback-Regeln

  • Sprich für dich, nicht für die Menschheit!
  • Äußere dich so konkret wie möglich!
  • Beschreibe die Wirkung auf dich, deine Wahrnehmung!
  • Vermeide Zuschreibungen!

Fragen an die Gruppenleiter/-innen

  • „Was hattest/habt du/ihr dir/euch vorgenommen?“
  • „Wie hat's geklappt? Hast du erreicht, was du wolltest?“

Fragen an jede/-r Teilnehmer/-in

  • „Wie war's? Wie hast du dich geleitet gefühlt?“
  • „Bist du mit deinen Interessen untergekommen?“
  • „Bist du mit dem Ergebnis zufrieden?“
  • „Was hast du bei dem/der Leiter/-in gesehen (Mimik, Gestik, Körperhaltung) und was hast du dadurch empfunden und gedacht?“
  • „An welchen Punkten wäre eine andere Art von Leitung für dich besser gewesen?“

Fragen an den/die Beobachter/-innen

  • „Was ist dir aufgefallen?“
  • „Wann und wodurch hat sich die Situation geöffnet und ist vorangegangen?“
  • „Wann und wodurch hat sich die Situation verhärtet?“

Entlassung aus den Rollen
Erst wenn die Auswertung abgeschlossen ist, werden die Spieler/-innen aus ihren Rollen entlassen. Gegebenenfalls können an dieser Stelle die Rollenvorgaben veröffentlicht werden.

Material

  • Kopien der Ausgangssituationen, der Rollenbeschreibungen und der Leitfragen für die Beobachter/-innen (siehe Download).
  • Stühle für Stuhlkreis.
  • Nützlich sind Namensschilder mit Angabe des Herkunftslandes.

Auswertung

Thematische Auswertung und DiskussionDa diese Übung viele unterschiedliche Aspekte einer Jugendbegegnung beinhaltet und thematisiert, ist eine ausführliche Auswertung notwendig. Dabei sollten sich die Teilnehmer/-innen innerhalb ihrer Halbgruppen mit folgenden Fragestellungen auseinander setzen und diese ggf. diskutieren. Die Ergebnisse werden anschließend im Gesamtplenum vorgestellt.Generelle Themen

  • Was für eine Situation habe ich? Und welches Ziel will ich erreichen?
  • Welche Bedeutung haben Vorannahmen für mein pädagogisches Handeln?
  • Welchen Leitungsstil bevorzuge ich und ist dieser angebracht?
  • Was beinhaltet 'Rollendistanz'? (z.B. gemeint bin in den seltensten Fällen nicht ich, sondern meine Rolle als Gruppenleiter/-in)
  • Wie kann ich mit eigenen und fremden Erwartungen an mich als Leiter/-in umgehen?
  • Bewusstmachen der Gruppendynamik: Manche Auseinandersetzungen entstehen (fast) immer, egal wie gut ich leite…! Daher: „Reibungen und Auseinandersetzungen gehören zum Lernprozess einer jeden Gruppe – sie lassen sich nicht vermeiden, sondern müssen gestaltet werden.“

Grundsätzlicher Dreischritt

  1. Was passiert?
  2. Wie erkläre ich mir und ggf. den anderen das?
  3. Was kann ich also tun?

Spezifische interkulturelle Themen

Im Team:

  • Was bedeutet 'Kultur' im Kontext von Gruppenleitung?
  • Umgang mit evtl. verschiedenen Sprachen und verschiedenen Verständnissen von Begriffen
  • verschiedene Vorstellungen von 'guter' Leitung/Pädagogik
  • Es gibt verschiedene Wege zum Ziel des interkulturelle Lernens: a) eher reflexiv (Meta-Kommunikation!); b) eher praktisch-sozial durch Kontakt und Erfahrungen; c)  Konflikte als Lernanlässe.

D.h. die Reflexion der kulturell geprägten Anteile des eigenen Leitungsstils und der eigenen pädagogischen Konzepte ist notwendig!

In der Gruppe:

  • Verschiedene Sprachen: Übersetzung, Missverständnisse...
  • Unterschiedliche Auffassungen über angemessene Methoden (z.B. werden Offenheit und Kritik unterschiedlich 'gehandelt' und geschätzt)
  • Verschiedener Umgang mit Zeit


Zusammenfassung der Ergebnisse im Plenum
Im abschließenden Plenum werden die Ergebnisse der Halbgruppen für die jeweils andere Gruppe zusammengefasst.

Standardsituationen und Herausforderungen von Gruppenleitung

  • Gruppe zur Eigenverantwortung gewinnen
  • Anfangssituationen
  • Abstimmung von Interessen, Einigung auf weiteres Vorgehen
  • Meinungsverschiedenheiten zwischen Teilnehmer(inne)n, zwischen diesen und der Leitung; Konflikte
  • Zwischenauswertung: Interessen und Bedürfnisse ernst nehmen
  • Unliebsame Entscheidungen treffen und verkünden
  • Sich behaupten, sich durchsetzen

Varianten

Die Länderzusammensetzung kann beliebig verändert werden. Auch ein anderer themati­scher Hintergrund ist denkbar.

Quelle

transfer e.V. (Hrsg.): Reader zu dem trägerübergreifenden Grundkurs für Leiter/innen der internationalen Jugendbegegnung. Köln 2000.