Sport
Geschichte
Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war organisierter Sport im Land Israel so gut wie unbekannt. Doch durch die Einwanderung der zionistischen Jugendbewegungen erhielten körperliche Arbeit und sportliche Betätigung einen hohen Stellenwert. Dies geschah in bewusster Abgrenzung vom antijüdischen Klischee der Juden als körperlich schwache und vergeistigte Bevölkerungsgruppe. Die ersten jüdischen Sportvereine wurden 1906 gegründet - RISCHON L’ZION in Jaffa und BAR GIORA in Jerusalem.

Durch den Einfluss ost- und zentraleuropäisch geprägter Sportbewegungen waren die Pro-gramme und Aktivitäten der ersten Sportvereine anfangs vor allem durch Gymnastik (HITAMLUT) geprägt. Nach dem 1. Weltkrieg entwickelte sich zu Zeiten der britischen Mandatsregierung Fußball (KADUR REGEL) zur populärsten Sportart und ist dies neben Basketball (KADUR SSAL) bis heute geblieben. Eine weitere sehr beliebte Vereinssportart wurde Judo. In den letzten Jahren hat der Tennissport breiten Zulauf bekommen. Die in den zwanziger und dreißiger Jahren mit verschiedenen politischen Strömungen identifizierten großen nationalen Sportbewegungen haben sich seit den 70er Jahren weitgehend entpolitisiert. Sie verstehen sich heute als überparteiliche Organisationen. Dies betrifft die nationale BETAR- (Kürzel für: Bund Joseph Trumpeldor), die sozialdemokratische HAPOEL- und die religiöse ELIZUR-Sportbewegung.
Internationale Sportkontakte sind stark beeinträchtigt durch politischen und wirtschaftlichen Boykottmaßnahmen der arabischen Staaten. Nach dem israelisch-arabischem Krieg vom Oktober 1973 wurde Israel von internationalen Sportereignissen in asiatischen Ländern ausgeschlossen und deshalb in die europäische Sportwelt integriert. Israel beteiligt sich an internationalen Wettkämpfen europäischer Sportverbände und ist nach 1989 offiziell in die europäische Region verschiedener internationaler Sport-Föderationen aufgenommen. Israelische Fußballmannschaften nehmen zum Beispiel an den vom europäischen Fußballverband UEFA veranstalteten Meisterschaften teil.
Amt für Sport
Im Jahr 1961 wurde innerhalb des Ministeriums für Erziehung ein Referat Sport und Leibeserziehung (SPORT - CHINUCH GUFANI) eingerichtet. Die Regierung ordnete 2006 das Amt für Sport in das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport (MISRAD HAMADA, TARBUT WESPORT) ein. Es ist verantwortlich für schulischen Sport und für sportliche Programme anderer Erziehungseinrichtungen und Sportzentren und auch zuständig für Forschung, Sportmedizin und entsprechende fachliche Veröffentlichungen. Die verschiedenen Abteilungen des Sportamtes fördern Sportverbände, Veranstaltungen, Sportprogramme und Sportanlagen im kommunalen Bereich sowohl im Breiten- als auch im Leistungssport. Das Ministerium unterstützt israelische Teams, die an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Internationale Zusammenarbeit wird auch in der Ausbildung von Trainerinnen und Trainern groß geschrieben.
Auf lokaler Ebene fördern die Sportämter der Gemeinde- oder Stadtverwaltungen außerschulische sportliche Aktivitäten. Sie sind auch für den Ausbau und Unterhalt lokaler Sportstätten verantwortlich. In den Schulen steht wöchentlicher Sportunterricht auf dem Stundenplan, tausende von Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an jährlichen landesweiten Sportwettkämpfen der Schulen. Die Ausbildung und Qualifizierung von besonders begabten Jugendlichen sowie von Fachkräften geschieht in sportbetonten Schulklassen und in besonderen Sportzentren. Das 1957 gegründete Wingate Institute in der Nähe von Netanja ist die zentrale, staatlich unterstützte Ausbildungseinrichtung des Landes für Sport und Leibeserziehung. Die Hochschule ermöglicht ihren Studierenden eine drei- oder vierjährige Ausbildung zu Sportlehrer(inne)n und Physiotherapeut(inn)en. Darüber hinaus bietet sie einjährige Trainer- und Jugendleiter(innen)kurse an und fungiert als Ausbildungszentrum für die Armee. Israelische Spitzensportler/-innen und Nationalmannschaften benutzen die Wingate-Sportanlagen als Trainingslager. Das Institut besitzt eine Abteilung für Forschung und Sportmedizin, eine Bibliothek und Mediothek und einen eigenen Verlag. Drei weitere israelische Sporthochschulen befinden sich in Tel Aviv, Be’erschewa und Giwat Washington.
Breitensport
Öffentliche Sportveranstaltungen haben oftmals einen speziellen israelischen Charakter. Vielfach beziehen sich Ort und Datum auf Ereignisse in der Bibel und in der jüdischen Geschichte. Gemeinsames Wandern, Laufen oder Schwimmen ist bei jungen und alten Israelinnen und Israelis sehr beliebt. Häufig werden Veranstaltungen des Breitensports geprägt von einer Atmosphäre großer Familien- und Volksfeste und finden unter Beteiligung junger Soldatinnen oder Soldaten in der Ausbildung statt. Jährliche populäre Traditionsveranstaltungen sind: der dreitägige durch die Armee organisierte Frühlingsmarsch nach Jerusalem, das vom Sportverband HAPOEL organisierte Durchschwimmen des Genezaret-Sees von Ein Gev nach Tiberias, der Volkslauf um den Berg Tabor und die Massenschwimmen in der Bucht von Haifa und im Roten Meer bei Eilat.

Die Stadt Jerusalem organisiert jährlich im Sommer Zeltlager und Sportwettkämpfe für tausende Jugendliche aus jüdischen und arabischen Jugendklubs, ähnliche Veranstaltungen finden auch in anderen Städten und Regionen statt. Bereits zum 2. Mal fand 2005 ein gemeinsamer Friedensmarathon von Sportlerinnen und Sportlern aus Italien, Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten statt, der auch von der italienischen Regierung und vom Vatikan unterstützt wurde. Weltweit bekannte Sportereignisse in Israel sind das jeweils im Jahr vor den olympischen Spielen von der internationalen MAKABI-Sportbewegung organisierte Sportfestival MAKABIA und die jeweils im Jahr nach der Olympiade durch die HAPOEL-Sportbewegung veranstalteten Sportwettkämpfe für jüdische Athletinnen und Athleten aus aller Welt. An internationalen Sportbegegnungen des von Nichtregierungsorganisationen getragene Programms Play Soccer Make Peace (PSMP) nehmen auch Fußballteams aus Israel teil. Unterstützt werden diese Jugendbegegnungen durch die World Association of Non-Governmental Organizations (WANGO).
Links
www.asa.org.il - ACADEMIC SPORT ASSOCIATION (ASA, Akademischer Verband der Studentensportvereine)
www.etgarim.org - ETGARIM (Vereinigung für Behindertensport im Freien)
www.igudkliya.co.il - HITACHDUT HAKLIA B’ISRAEL (Sportschützenverband)
www.iab.org.il - ISRAEL BASEBALL ASSOCIATION (Baseballverband)
www.ofanaim.org.il - ISRAEL CYCLING FEDERATION (Radsportverband)
www.israeldance.co.il - ISRAEL DANCE (Tanzsport)
football.org.il - ISRAEL FOOTBALL ASSOCIATION (Fußballverband)
www.rowing.org.il - ISRAEL ROWING FEDERATION (Ruderverband)
www.isfa.co.il - ISRAEL SPORT FOR ALL ASSOCATION (ISFA, Volkssportverband)
www.nivut.org.il - ISRAEL SPORT ORIENTEERING ASSOCIATION (Orientierungslaufverband)
www.triathlon.org.il/ita.php - ISRAEL TRIATHLON ASSOCIATION (Triathlonverband)
www.iscd.com - ISRAELI SPORT CENTER FOR THE DISABLED (Sportzentrum für behinderte Sportler)
olympic.tapuz.co.il - OLYMPIC COMMITEE OF ISRAEL (Olympisches Komitee in Israel)
www.otzma-sport.com - OZMA (Dachverband unabhängiger Sportverbände)
www.soi.org.il - SPECIAL OLYMPICS ISRAEL (Behinderte Sportler auf den Paralympics)


