Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche

In Japan gibt es keine speziellen Informations- und Beratungszentren für Jugendliche.

Das National Olympics Memorial Youth Center in Tokyo betreibt ein Informationszentrum, in dem Informationen über Veranstaltungen, an denen Kinder oder Eltern mit ihren Kindern teilnehmen können. Neben der Darstellung der Informationen auf der Website fördert das Center die Herstellung von Informationsmaterial für Kinderzentren in ganz Japan.

Das japanische Oberhaus (Shugi-in) hat ein Gesetz verabschiedet, das die Literatur, das Lesen und das Schreiben durch die Schaffung der entsprechenden räumlichen Voraussetzungen fördern soll. Insbesondere geht es hier um die Förderung von Bibliotheken, da Japan im internationalen Vergleich mit 2,11 Bibliotheken auf 100 000 Einwohner hinter Deutschland (17,48), Großbritannien (8,83) und den USA (5,77) rangiert. Ebenso ist die räumliche Verteilung der Bibliotheken sehr ungleichmäßig. Landesweit sind die Großstädte und Tokyo gut ausgestattet, aber in den anderen Städten und Gemeinden haben weniger als 40% eine gut ausgestattete Bibliothek. Schulbibliotheken liegen meist unter dem von der Zentralregierung fest gelegten Standard. Nur 36% der Grundschulen entsprechen den Standards, bei den Mittelschulen sind es 31%.
(Quelle: http://www.childresearch.net, 22.7.05)

Kinder- und Jugendmedien

Die PISA-Studie 2003 zeigte eine Verschlechterung des Leseverständnisses bei japanischen Schüler/-innen auf. Immer weniger Zeit wird für das Lesen von Büchern verwandt. Über die Hälfte der japanischen Schüler/-innen scheint nicht regelmäßig zu lesen. Prof. Tatsuo Motokawa von der Technischen Universität Tokyo (Tokyo Institute of Technology) meint, dass "Dank der Beliebtheit von Handys und Internet-Chats bei Jugendlichen die japanische Sprache vom gesprochenen Wort dominiert wird."

Vor einem Manga-Café. Copyright Andrew Gray

Japanische Kinder verbringen immer weniger Zeit mit Lesen und Lernen an sich. Im Durchschnitt lernen sie eigenständig 6,5 Stunden pro Woche, erheblich weniger als der OECD-Durchschnitt von 8,9 Stunden.
(Quelle: Japan Brief, FPC Nr. 0456, 13.12.2004,
www.botschaft-japan.de
, 18.3.2005)

Sehr beliebt bei japanischen Kindern und Jugendlichen sind die so genannten Mangas, Comics mit literarischen Erzählmustern und Bildern. Man steht für komisch, witzig oder verzerrt, ga für gemalte, gezeichnete oder gedruckte Bilder. Oft erscheinen sie über Jahre als Serie in Zeitschriften oder erscheinen später als Buch. Je nach Zielgruppe vermitteln sie unterschiedliche Inhalte.

Pokémon, Digimon, Dragon Ball, Sailor Moon, Beyblade und Yu-Gi-Oh sind unter Kindergarten- und Schulkindern sehr populär. Einige dieser Serien laufen fast täglich auf den privaten Fernsehsendern. Die Serien zeichnen sich unter anderem durch schnelle Bilder, ungewohnte Schnitte und Farben aus

Die Children's Broadcasting Station des National Olympics Memorial Youth Center nutzt den Kommunikationssatelliten für Bildungsinformation (El-Net) des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie zur Übertragung ihrer Programme. Die Programme werden in Kindern öffentlich zugänglichen Räumen und Einrichtungen gezeigt. Die Kinder können während der Übertragung direkte Anfragen an das Programmteam stellen.

Mädchen in der Stadt. Copyright Andrew Gray

Der Gebrauch eines Mobiltelefons ist für Kinder und Jugendliche in Japan normal. Sie benutzen es an fast jedem Ort, ob U-Bahn, Schule oder im Gehen. Laut einer Untersuchung des japanischen Kulturministeriums von Ende 2003 besaßen 9,5% der 10-Jährigen und 33,4% der 14-Jährigen ein Handy. Bei den 16- bis 18-Jährigen verfügten 94,5% über ein Handy. Ein Handy ist in Japan ein klassisches Geschenk für die bestandene Abschlussprüfung an der Junior High School. In dieser Altersgruppe sinkt dann auch die Nutzung des Internets über den Computer, da mit dem Handy fast alles möglich ist, da Japan an das UMTS-Netz angeschlossen ist. In der jüngeren Altersgruppe nutzen noch 68,5% der 10-Jährigen und 80,4% der 14-Jährigen das Internet vor allem über den Computer.

Fachkräftetreffen in Tokyo, 6./7. März 2003 zum Thema Kinder, Mobiltelefone und Internet (Children, Mobile Phones and the Internet: the Mobile Internet and Children): www.iajapan.org/hotline/mobilepdf/proceedings.pdf

Der Jugendmedienschutz ist in Japan ein zentrales jugendpolitisches Thema. Ein einheitliches Gesetz zum Jugendmedienschutz gibt es noch nicht. Derzeit werden zwei Gesetzesvorlagen diskutiert, wo es zum einen um die Selbstkontrolle der Medien geht und zum anderen um ein Grundgesetz zum Jugendmedienschutz. Gegen die Vorlagen gibt es massiven Protest seitens der Medienkonzerne, die in Japan eine starke Lobby haben.

Internationale Kooperationen

Über internationale Kooperationen auf diesem Gebiet liegen derzeit keine Informationen vor. Hinweise und Tipps bitte an die Redaktion unter: dija(at)ijab.de