Kinder- und Jugendhilfe in der Praxis - JP
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Jugendverbandsarbeit
Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit
Überregionale Jugendverbände
Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit
Der Zusammenschluss von Jugendlichen zu einer Vereinigung oder einem Verband wurzelt durchaus in der japanischen Tradition. Schon in den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Knabenvereine nach dem Muster der Boy-Scouts gegründet. Ziel war und ist es bis zum heutigen Tag, die Jugendlichen auf das gesellschaftliche Leben vorzubereiten, eine Grundlage für das Erwachsenenleben zu schaffen, kurz gesagt, auch außerhalb der Schule erzieherisch auf die Jugendlichen zu wirken.
Aktuell gibt es in Japan eine große Anzahl verschiedenster Jugendverbände. Das Spektrum reicht von Pfadfinderorganisationen über Sportverbände, Hilfsorganisationen bis hin zum Verband der Clubs von Brieffreundschaften.
Die ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendarbeit hat sich bisher nicht durchgesetzt, da in vielen Bereichen eine Teilnahme Pflicht ist und das Bewusstsein für freiwillige Tätigkeit nicht sehr stark ausgeprägt ist.
Überregionale Jugendverbände
Die übergeordnete nationale Jugendorganisation in Japan ist der National Council of Youth Organisations in Japan (NCYOJ oder Chuseiren). Dieser wurde 1951 gegründet und hat 25 Mitglieder. Die Tätigkeit des NCYOJ zielt darauf ab, zur Entwicklung von Jugendaktivitäten beizutragen und die Kooperation zwischen den Jugendorganisationen sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene zu unterstützen. Außerdem versteht sich der NCYOJ als Plattform für die Vertretung der Interessen der Jugendorganisationen gegenüber Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die mit Jugendfragen zu tun haben. Der NCYOJ organisiert Konferenzen, Seminare, Forschungs- und Studiengruppen, Reise- und Austauschprogramme und vieles mehr.
Liste der Mitgliedsverbände des Chuseiren: www.chuseiren.or.jp/menu03.shtml
Die All-Japan Federation of Students Unions (Zengakuren) ist die große nationale studentische Organisation in Japan. Sie hat etwa 320 000 Studierende und 201 studentische Organisationen als Mitglieder.
Politische Bildung
Artikel 8 des japanischen Bildungsgesetzes von 1947 besagt, dass politisches Wissen für eine intelligente Bürgerschaft notwendig ist. Dieses soll durch den Bildungsbereich evaluiert werden. Schulen ist es per Gesetz untersagt, politische Bildung oder anderweitige parteipolitisch orientierte Aktivitäten durchzuführen.
Hierzu liegen keine detaillierten Angaben vor. Informationen und Anregungen bitte an die Redaktion unter: dija(at)ijab.de
Kulturelle Bildung
Innerhalb des Ministeriums für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (www.mext.go.jp/english/) arbeitet die Agentur für Kulturelle Angelegenheiten, die unter anderem die Aufrechterhaltung und Förderung kultureller Einrichtungen und Organisationen zum Ziel hat.
So werden auch kulturelle Jugendorganisationen in ihrer Tätigkeit unterstützt. Einen nationalen Dachverband der kulturellen Jugendbildung gibt es nicht. Es existieren aber zahlreiche Organisationen im kulturellen Bereich, so zum Beispiel die Japan Koteki Band League, die sich auf dem Feld der Musik (des gemeinsamen Musizierens) engagiert.
Sport
Sport spielt in Japan eine bedeutende Rolle. Es existiert eine gewaltige Zahl an öffentlichen und privaten Sporteinrichtungen, von denen allerdings der größte Teil schulisch genutzt wird.
Innerhalb des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) ist die Abteilung für Jugend und Sport für sportliche Belange zuständig. Der physischen Erziehung und Ertüchtigung von Jugendlichen wird eine große Bedeutung beigemessen. Dies soll allerdings nicht nur in der Schule geschehen, sondern die ganze Gesellschaft soll zu einer, so wörtlich im Programm des Ministeriums, lifelong sports society umgestaltet werden. Im Basisplan für die Förderung des Sports (2001-2010) des MEXT sind drei Hauptbereiche der Förderung des Sports festgelegt:
- Förderung des Sports in Schulen;
- Gestaltung einer lebenslangen sportlichen Gesellschaft;
- Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Japans im Bereich Sport.
In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Jugendlichen, die aktiv Sport treiben, bei weit über 80% (15 bis 19 Jahre sogar 89,8%). Die beliebtesten Sportarten bei Japans Jugendlichen sind Baseball, Football, Bowling, Softball, Volleyball und Basketball. Auch Fußball wird immer populärer, insbesondere seitdem Japan zusammen mit Südkorea die Fußballweltmeisterschaft 2002 ausgerichtet hat. Trotz aller Sportbegeisterung hat das MEXT in einer Studie zur Fitness 2004 herausgefunden, dass japanische Kinder so schlecht wie nie seit 1964 abschneiden. Deshalb fördert das MEXT eine landesweite Kampagne zur Verbesserung der Fitness bei Kindern. Mehr Informationen im aktuellen White Paper on Education, Culture, Sports, Science and Technology: http://www.mext.go.jp/b_menu/hakusho/html/hpab200701/1283225.htm (Zugriff 16.9.09)

Die Japan Junior Sports Club Association (JJSA) als Austauschpartner der Deutschen Sportjugend wurde im Jahre 1962 im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokyo gegründet. Ziel der JJSA ist es, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestaltung mit sportlichen Aktivitäten in ihrer näheren Umgebung anzubieten. Das bedeutet eine außerschulische Bildungsarbeit mit dem Akzent Sport. Eine ganzheitliche Persönlichkeitsförderung von jungen Menschen wird als Ziel gesetzt. In Japan gibt es keine eingetragenen Organisationsformen wie die Turn- und Sportvereine in Deutschland mit breiten Programmangeboten, die altersmäßig durchgängig organisiert sind. Die Sportjugendgruppen der JJSA können als Kinder- und Jugendsportclubs eingestuft werden. Bei der JJSA sind heute knapp eine Million Kinder und Jugendliche, rund 180 000 Jugendübungsleiter in etwa 35 000 örtlichen Sportjugendgruppen organisiert. Zirka 88% der Mitglieder gehören der Altersgruppe 6 bis 12 an. Das sind Schüler/-innen der Grundschule. Da es für diese Altersgruppe keine schulischen Sportangebote außerhalb des Unterrichts gibt, gehen sportbegeisterte Grundschüler/-innen zur Japanischen Sportjugend.
Ältere Jugendliche treiben Sport dann im schulischen Bereich weiter, in den Schulsportklubs. Mit 13 Jahren gehen die Mitglieder von der JJSA weg. Die älteren Mitglieder assistieren den Übungsleiter(inne)n bei Trainingsstunden, übernehmen Betreuungsaufgaben, helfen bei Veranstaltungen oder Zeltlagern. Sie koordinieren die Belange der Sportjugendgruppen zwischen den Jugendleiter(inne)n und Kindern. Diese jungen angehenden "Leader" werden in Lehrgängen ausgebildet: "Junior-Leaders-Stufe I" (11 - 13 Jahre) auf der kommunalen oder Präfekturebene, "Junior-Leaders-Stufe II" (13 - 17 Jahre) auf der Präfekturebene, "Senior-Leaders" (bis zu 20 Jahre) auf der nationalen Ebene. Die Absolvierung dieser 40-stündigen Ausbildung für "Senior-Leader" ist unter anderem die Voraussetzung für die Bewerbung für die Teilnahme am jährlich stattfindenden deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch.
(Quelle: Deutsche Sportjugend)
Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder
Grundsätzlich hat der Staat den Auftrag, Kindern und Jugendlichen, die sich in familiären oder sozialen Notlagen befinden, Unterstützung anzubieten und bei der Reintegration in die Gesellschaft zu helfen.
Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales übernimmt Aufgaben, die man in Deutschland als Maßnahmen der Jugendsozialarbeit bezeichnen würde. Der gesamte Bereich der Sozial-, Kinder- und Behindertenfürsorge fällt in die Zuständigkeit des Ministeriums ebenso wie die berufliche Förderung der jugendlichen Arbeitnehmer und die Arbeitsplatzvermittlung.
Gemäß den Vorgaben des Kinderwohlfahrtsgesetzes gibt es in jeder der 47 japanischen Präfekturen verschiedene Kinderberatungsstellen (jido sodanjo) als institutionalisierten Mittelpunkt der Einrichtungen der Jugendhilfe. In jeder Beratungsstelle sind ausgebildete Kindersozialarbeiter (jido fukushishi) angestellt, die beratend zu den angebotenen Themenkreisen tätig sind. Sie leiten Vormunde von Kindern an und die notwendigen Schritte für die zeitweise Betreuung von Kindern durch Pflegeeltern oder die Aufnahme von benachteiligten Kindern in Wohnhilfeeinrichtungen ein. Diese Entscheidungen werden in enger Absprache mit Jugendpflegeeinrichtungen und Gesundheitszentren (hokenjo) getroffen.
Die groß- und kleinstädtischen sowie kommunalen Behörden beschäftigen entsprechend ihren rechtlichen Zuständigkeiten freiwillige Kindersozialarbeiter (jido iin), die sich in Zusammenarbeit mit den Kindersozialarbeitern und anerkannten Sozialarbeitern bemühen, umfassende Informationen über das Lebensumfeld der Kinder, schwangeren Frauen und jungen Mütter, die Hilfe benötigen, zu erlangen. Öffentliche Einrichtungen zur besonderen Betreuung von Kindern sind Kinderheime (nyujiin), Tageseinrichtungen (hoikusho) und Krankenhäuser für Kinder mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen.
(Quelle: web-japan.org/factsheet/en/pdf/e43_welfare.pdf, 24.2.2010)
Nach der Reform des Kinderwohlfahrtsgesetzes wurden den Kinderberatungsstellen Beiräte an die Seite gestellt und etwa 30 Hilfestellen für Familien mit Kindern eingerichtet. Weitere Einrichtungen der Jugendhilfe sind dabei, ihr Profil zu schärfen, so unter anderem die meist privaten Jugendpflegeheime, die Hilfestellen für die Selbständigkeit von Kindern, die Hilfestellen für die Lebenshaltung von Mutter und Kind.
Der japanische Staat reagiert auf den steigenden Bedarf an sozialen Hilfen zögernd mit erhöhten Ausgaben. Das führt dazu, dass immer mehr Ehrenamtliche, Semiprofessionelle oder geringfügig Beschäftigte Aufgaben übernehmen.
(Quelle: Jugendhilfe in Japan aus deutscher Sicht. Beitrag von Manuel Metzler. In: neue politik 4/2004)
Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Aufgrund der geringen Zuwanderungsrate nach Japan spielt das Thema der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine eher untergeordnete Rolle.
Zwischen 1987 und 2000 lag die Anzahl der Kinder, deren Eltern nichtjapanischer Herkunft waren, bei etwa 400 000. Einer der Hauptgründe für den Anstieg der Bevölkerung nichtjapanischer Herkunft ist das Wachstum bei der Zweit- und Drittgeneration der Japaner(inn)en brasilianischer und peruanischer Herkunft sowie die Zunahme der Immigration von den Philippinen und aus Thailand aufgrund des im Zeitraum 1984-1985 geänderten Einwanderungsgesetzes.
(Quelle: www.childresearch.net, 22.7.05)
Bezüglich des Status’ von Flüchtlingskindern stellt der Bericht des Komitees über die Rechte von Kindern der Vereinten Nationen fest, dass im Falle illegaler Einwanderung nach Japan Kinder ebenso wie Erwachsene wieder ausgewiesen werden können.
Die Bestimmung Artikel 4 Absatz 1 des „Abkommens über die Rechtsstellung“, die „Bildungsinteressen der in Japan lebenden Koreaner angemessen zu berücksichtigen“ bedeutet, dass die japanische Regierung die nötigen Maßnahmen ergreifen muss, um Koreanern die Einschulung in japanische Schulen zu ermöglichen beziehungsweise ihre Qualifikationen für den Eintritt in höhere Schulen anzuerkennen, wenn sie die japanische staatliche Grund- oder Mittelschule besuchen wollen. Bisher müssen Koreaner einen Antrag auf Eintrittserlaubnis in eine Schule stellen, dem dann auch stattgegeben wird. Die Diskussion um die ethnische Erziehung, auch zur Findung einer eigenen Identität, dreht sich um die Einrichtung von Klassen zur Bewahrung der ethnischen Identität und das Angebot von Koreanisch als Fach außerhalb des regulären Schulunterrichts.
(Quelle: www.korea.uni-bonn.de/pdf/LeeKH.pdf, 28.2.07)
Identity Politics and Korean Youth in Japan: A Case Study of a Junior High School Student, Fukuoka, 2001: ehlt.flinders.edu.au/education/iej/articles/v3n5/5kim/paper.pdf
Link
www.dijtokyo.org/?page=project_detail.php&p_id=46 - Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tokyo zum Thema Migration und Integration
Jugendinformation
Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendmedien
Internationale Kooperationen
Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche
In Japan gibt es keine speziellen Informations- und Beratungszentren für Jugendliche.
Das National Olympics Memorial Youth Center in Tokyo betreibt ein Informationszentrum, in dem Informationen über Veranstaltungen, an denen Kinder oder Eltern mit ihren Kindern teilnehmen können. Neben der Darstellung der Informationen auf der Website fördert das Center die Herstellung von Informationsmaterial für Kinderzentren in ganz Japan.
Das japanische Oberhaus (Shugi-in) hat ein Gesetz verabschiedet, das die Literatur, das Lesen und das Schreiben durch die Schaffung der entsprechenden räumlichen Voraussetzungen fördern soll. Insbesondere geht es hier um die Förderung von Bibliotheken, da Japan im internationalen Vergleich mit 2,11 Bibliotheken auf 100 000 Einwohner hinter Deutschland (17,48), Großbritannien (8,83) und den USA (5,77) rangiert. Ebenso ist die räumliche Verteilung der Bibliotheken sehr ungleichmäßig. Landesweit sind die Großstädte und Tokyo gut ausgestattet, aber in den anderen Städten und Gemeinden haben weniger als 40% eine gut ausgestattete Bibliothek. Schulbibliotheken liegen meist unter dem von der Zentralregierung fest gelegten Standard. Nur 36% der Grundschulen entsprechen den Standards, bei den Mittelschulen sind es 31%.
(Quelle: http://www.childresearch.net, 22.7.05)
Kinder- und Jugendmedien
Die PISA-Studie 2003 zeigte eine Verschlechterung des Leseverständnisses bei japanischen Schüler/-innen auf. Immer weniger Zeit wird für das Lesen von Büchern verwandt. Über die Hälfte der japanischen Schüler/-innen scheint nicht regelmäßig zu lesen. Prof. Tatsuo Motokawa von der Technischen Universität Tokyo (Tokyo Institute of Technology) meint, dass "Dank der Beliebtheit von Handys und Internet-Chats bei Jugendlichen die japanische Sprache vom gesprochenen Wort dominiert wird."
Japanische Kinder verbringen immer weniger Zeit mit Lesen und Lernen an sich. Im Durchschnitt lernen sie eigenständig 6,5 Stunden pro Woche, erheblich weniger als der OECD-Durchschnitt von 8,9 Stunden.
(Quelle: Japan Brief, FPC Nr. 0456, 13.12.2004,
www.botschaft-japan.de, 18.3.2005)
Sehr beliebt bei japanischen Kindern und Jugendlichen sind die so genannten Mangas, Comics mit literarischen Erzählmustern und Bildern. Man steht für komisch, witzig oder verzerrt, ga für gemalte, gezeichnete oder gedruckte Bilder. Oft erscheinen sie über Jahre als Serie in Zeitschriften oder erscheinen später als Buch. Je nach Zielgruppe vermitteln sie unterschiedliche Inhalte.
Pokémon, Digimon, Dragon Ball, Sailor Moon, Beyblade und Yu-Gi-Oh sind unter Kindergarten- und Schulkindern sehr populär. Einige dieser Serien laufen fast täglich auf den privaten Fernsehsendern. Die Serien zeichnen sich unter anderem durch schnelle Bilder, ungewohnte Schnitte und Farben aus
Die Children's Broadcasting Station des National Olympics Memorial Youth Center nutzt den Kommunikationssatelliten für Bildungsinformation (El-Net) des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie zur Übertragung ihrer Programme. Die Programme werden in Kindern öffentlich zugänglichen Räumen und Einrichtungen gezeigt. Die Kinder können während der Übertragung direkte Anfragen an das Programmteam stellen.
Der Gebrauch eines Mobiltelefons ist für Kinder und Jugendliche in Japan normal. Sie benutzen es an fast jedem Ort, ob U-Bahn, Schule oder im Gehen. Laut einer Untersuchung des japanischen Kulturministeriums von Ende 2003 besaßen 9,5% der 10-Jährigen und 33,4% der 14-Jährigen ein Handy. Bei den 16- bis 18-Jährigen verfügten 94,5% über ein Handy. Ein Handy ist in Japan ein klassisches Geschenk für die bestandene Abschlussprüfung an der Junior High School. In dieser Altersgruppe sinkt dann auch die Nutzung des Internets über den Computer, da mit dem Handy fast alles möglich ist, da Japan an das UMTS-Netz angeschlossen ist. In der jüngeren Altersgruppe nutzen noch 68,5% der 10-Jährigen und 80,4% der 14-Jährigen das Internet vor allem über den Computer.
Fachkräftetreffen in Tokyo, 6./7. März 2003 zum Thema Kinder, Mobiltelefone und Internet (Children, Mobile Phones and the Internet: the Mobile Internet and Children): www.iajapan.org/hotline/mobilepdf/proceedings.pdf
Der Jugendmedienschutz ist in Japan ein zentrales jugendpolitisches Thema. Ein einheitliches Gesetz zum Jugendmedienschutz gibt es noch nicht. Derzeit werden zwei Gesetzesvorlagen diskutiert, wo es zum einen um die Selbstkontrolle der Medien geht und zum anderen um ein Grundgesetz zum Jugendmedienschutz. Gegen die Vorlagen gibt es massiven Protest seitens der Medienkonzerne, die in Japan eine starke Lobby haben.
Internationale Kooperationen
Über internationale Kooperationen auf diesem Gebiet liegen derzeit keine Informationen vor. Hinweise und Tipps bitte an die Redaktion unter: dija(at)ijab.de
Kinder- und Jugendreisen
Reiseverhalten der Kinder und Jugendlichen
Jugendherbergen und andere Jugendunterkünfte
Reisetipps und -informationen
Reiseverhalten der Kinder und Jugendlichen

Individualreisen japanischer Kinder und Jugendlicher sind eher die Ausnahme. Sie sind meist in Gruppen (Schulklassen, Sportgruppen) unterwegs. Der von klein auf anerzogene Gemeinschafts- und Gruppengedanke macht sich hier bemerkbar. Japanische Kinder und Jugendliche lernen in den meisten Fällen zuerst ihr eigenes Land kennen, bevor sie sich in fremde Gefilde begeben. Zu Studienzwecken werden oft Auslandsaufenthalte in englischsprachigen Ländern angestrebt.
Bevorzugte Länder beziehungsweise Orte außerhalb Japans, in die Japaner und Japanerinnen gerne reisen, sind China, Hongkong, auch Korea. Europa ist ebenfalls ein bevorzugtes Reiseziel. Hier liegen Großbritannien (wegen der Sprache) und die Bundesrepublik Deutschland (wegen der Kultur) an vorderster Stelle.
Jugendherbergen und andere Jugendunterkünfte
Der japanische Jugendherbergsverband heißt Japan Youth Hostels, Inc. (Suidobashi Nishiguchi Kaikan). Er ist Mitglied im Internationalen Jugendherbergsverband. Die Jugendherberge ist eine der preiswertesten Unterkunftsmöglichkeiten für junge Reisende. Davon gibt es in Japan rund 350. Eine Nacht kostet etwa 3000 Yen (rund 25 Euro) in einem Mehrbettzimmer. Man sollte frühzeitig reservieren. Japanische Jugendherbergen unterscheiden sich kaum von europäischen. Unterschiede gibt es beim Frühstück und beim Baderaum.
10 weitere Jugendherbergen sind in der Japan Hospitality Public Youth Hostel Group zusammengeschlossen.
Hotels haben meistens westlichen Standard und westliche Atmosphäre, sind in der Regel ziemlich teuer. Etwas billiger sind die traditionellen japanischen Gasthäuser (Ryokan), aber vor allem die traditionellen japanischen Pensionen (Minshukus).
Reisetipps und -informationen

Individualreisen nach Japan sind mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden. Dies liegt nicht in erster Linie an den Flugpreisen (mittlerweile gibt es schon Flüge mit Jugendtarifen ab 460 Euro), sondern an den ziemlich hohen Lebenshaltungskosten und Preisen in Japan. Auch die Unterkünfte kosten relativ viel. Da ist man in den Jugendherbergen noch am besten aufgehoben, obwohl auch dort eine Übernachtung je nach Region ab 25 Euro aufwärts kostet. Mehr Informationen zum japanischen Jugendherbergsverband Japan Youth Hostels Inc. (Suidobashi Nishiguchi Kaikan) und den rund 350 Unterkünften: http://www.jyh.or.jp/english/
Umfangreiche Informationen zu Reisen in und nach Japan findet man bei der Japan National Tourist Organisation. Seit 1. April 2005 ist beim Einchecken in Hotels und anderen Unterkünften in Japan aus Sicherheitsgründen gesetzlich vorgeschrieben:
- die „Staatsangehörigkeit“, „Reisepass-Nummer“ sowie „Name“, „Adresse“ und „Beruf“ der Reisenden an den entsprechenden Stellen des Formulars zur Registrierung auszufüllen,
- den Reisepass zur Kopie zur Verfügung zu stellen. Die Eigentümer der Unterkünfte sind verpflichtet, diese Kopien aufzubewahren.
Wer den Status eines „zeitweiligen Besuchers“ (Temporary Visitor wie zum Beispiel Tourist) hat, kann den Japan Rail Pass erwerben. Um den Pass in Japan kaufen zu können, muss im Heimatland ein Gutschein erworben werden, in Deutschland bei autorisierten Reisebüros und, in Verbindung mit einem Flugticket, bei der Japan Airlines (JAL). Mehr Informationen zum Japan Rail Pass: www.japanrailpass.net (Informationen auf Deutsch)
Online-Reiseführer Japan: http://www.japan-tipp.de
Japan erforschen: http://web-japan.org/kidsweb/foreign/de-index.html
Internationale Jugendarbeit
Zentrale Einrichtungen und Organisationen
Zusammenarbeit mit Deutschland
Internationale Zusammenarbeit
Zentrale Einrichtungen und Organisationen
Die nationale Zuständigkeit für die internationale Jugendarbeit liegt beim Büro des Premierministers (Cabinet Office). Der Bereich des internationalen Jugendaustausches fällt in die Zuständigkeit des Ressorts der Politik für eine geschlossene Gesellschaft (Policies on Cohesive Society). Die direkt dem Büro des Premierministers unterstellten internationalen Jugendaustauschprogramme sind: International Youth Development Exchange Program, Japan-China Youth Friendship Exchange Program, Japan-Korea Youth Friendship Exchange Program, Ship for World Youth Program, Ship for Southeast Asian Youth Program, 21st Century Renaissance Youth Leaders Invitation Program, Young Core Leaders of Civil Society Groups Development Program.
Daneben ist auch das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten für kulturellen Austausch und Überseekooperationen im Jugendbereich zuständig. In der Zuständigkeit des japanischen Außenministeriums liegen die folgenden Austauschprogramme, die auch für deutsche Teilnehmende offen sind:
- Global Youth Exchange (GYE) Program,
- Asia-Europe Young Leaders Symposium,
- Working Holiday Programmes in Japan,
- Japan Exchange and Teaching (JET) Programme.
Zwei wichtige Organisationen im Bereich der internationalen Jugendarbeit und der bi- und multilateralen Zusammenarbeit sind das National Olympics Memorial Youth Center (NYC) und die National Assembly for Youth Development (NAYD).
Das NYC wurde 1965 geschaffen und ist seit 2008 unter dem Dach der National Institution for the Promotion of Youth Education (NIYE) tätig. NYC ist unter anderem für den internationalen Austausch der im NIYE vereinigten Institutionen zuständig.
Die National Assembly for Youth Development (NAYD) wurde 1966 unter Initiative des Büros des Premierministers und von freiwilligen Organisationen gegründet. Seit 1975 arbeitet NAYD im Auftrag des Büros des Premierministers und ist teilweise zuständig für die Organisation und Koordination staatlicher Jugendaustauschprogramme. Weitere Aufgabenbereiche sind:
- Kontaktaufnahme mit entsprechenden internationalen Jugendverbänden,
- Organisation von Homestay-Programmen,
- Einladung Jugendlicher aus Entwicklungsländern.
Liste von Verbänden, die in der internationalen Jugendarbeit aktiv sind: http://web-japan.org/links/international/youth/others.html
Zusammenarbeit mit Deutschland
Die jugendpolitische Zusammenarbeit mit Japan blickt auf eine langjährige erfolgreiche Tradition zurück, die in den Fünfziger Jahren ihren Anfang nahm. Mit der von Ministerpräsident Ryûtarô Hashimoto und Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl am 20. Juni 1997 in Denver unterzeichneten gemeinsamen Erklärung zur Intensivierung des Deutsch-Japanischen Jugend- und Personenaustausches wurde ein neuer Schwerpunkt in den bilateralen Beziehungen gesetzt. Auf der Grundlage dieser Erklärung besteht seit Ende 1997 am Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) die Koordinationsstelle für den Deutsch-Japanischen Jugendaustausch. Als Koordinatoren dafür fungieren der Generalsekretär und der Stellvertretende Generalsekretär des JDZB.
Aufgrund intensiver Diskussion der beiden für Jugend verantwortlichen Ministerien (Deutschland: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, BMFSFJ; Japan: Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie, MEXT) wurde für das Deutsch-Japanische Studienprogramm eine neue Programmstruktur verabredet, die seit 2005 greift. Stärker als bisher steht der themenspezifische Fachaustausch im Vordergrund der Maßnahme, um gezielter wichtige Impulse für die jeweils aktuellen Themen der nationalen Jugendarbeit zu erhalten.
In diesem Zusammenhang werden seit 2005 zwei thematisch ausgerichtete Studienprogramme auf deutscher Seite gemeinsam sowohl von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. als auch vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) verantwortlich geleitet. Die neue japanische Partnerorganisation ist das National Olympics Memorial Youth Center (NYC) der National Institution for Youth Education (NIYE). Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH), die Deutsche Sportjugend (DSJ) sowie die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) werden ihre Programme zukünftig jeweils in Eigenregie durchführen. Die jeweiligen Partnerorganisationen sind das Japanische Herbergswerk, die Japanische Sportjugend und der Japan Arts Council.
Übersicht über Jugendaustauschprogramme zwischen Japan und Deutschland (Stipendien, Praktika, Austausch etc.): www.de.emb-japan.go.jp/austausch/index.html (Botschaft Japans).
Blog vom Besuch der dsj-Delegation 2009 in Japan: http://www.dsj.de/cgi-bin/showcontent.asp?ThemaID=1120
Internationale Zusammenarbeit
Im Rahmen des Japanese Youth Goodwill Mission Program nehmen jährlich rund 70 Jugendliche an Austauschmaßnahmen in fünf Regionen weltweit teil, in Südostasien, im Nahen Osten, in Afrika, Europa und Mittel- und Südamerika. In den besuchten Ländern wird das gegenseitige Verständnis zwischen der japanischen und der lokalen Jugend durch die Besuche von Einrichtungen aus Kultur, Industrie, Bildung und Jugend sowie durch gemeinsame Aktivitäten wie freiwillige Arbeiten, Homestays und anderen Austausch mit der lokalen Jugend gefördert. Das Programm besteht seit 1959 und wurde 1994 reorganisiert und verbessert.
Ebenso pflegt Japan eine enge Zusammenarbeit mit der All China Youth Federation.
Japan arbeitet als UN-Mitglied in den dortigen Jugendstrukturen mit.
Im Rahmen des Academic Frontiers Student Exchange Promotion Program wird der Austausch von japanischen und ausländischen Studierenden und Graduierten für Forschungszwecke gefördert.







