Sport

Sport spielt in Japan eine bedeutende Rolle. Es existiert eine gewaltige Zahl an öffentlichen und privaten Sporteinrichtungen, von denen allerdings der größte Teil schulisch genutzt wird.

Innerhalb des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) ist die Abteilung für Jugend und Sport für sportliche Belange zuständig. Der physischen Erziehung und Ertüchtigung von Jugendlichen wird eine große Bedeutung beigemessen. Dies soll allerdings nicht nur in der Schule geschehen, sondern die ganze Gesellschaft soll zu einer, so wörtlich im Programm des Ministeriums, lifelong sports society umgestaltet werden. Im Basisplan für die Förderung des Sports (2001-2010) des MEXT sind drei Hauptbereiche der Förderung des Sports festgelegt:

  • Förderung des Sports in Schulen;
  • Gestaltung einer lebenslangen sportlichen Gesellschaft;
  • Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Japans im Bereich Sport.
Grafik zur Darstellung der drei Förderbereiche im Sport. Quelle: Japanisches Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT)
Baseball-Spiel am Samstagnachmittag im Park. Copyright Andrew Gray

In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Jugendlichen, die aktiv Sport treiben, bei weit über 80% (15 bis 19 Jahre sogar 89,8%). Die beliebtesten Sportarten bei Japans Jugendlichen sind Baseball, Football, Bowling, Softball, Volleyball und Basketball. Auch Fußball wird immer populärer, insbesondere seitdem Japan zusammen mit Südkorea die Fußballweltmeisterschaft 2002 ausgerichtet hat. Trotz aller Sportbegeisterung hat das MEXT in einer Studie zur Fitness 2004 herausgefunden, dass japanische Kinder so schlecht wie nie seit 1964 abschneiden. Deshalb fördert das MEXT eine landesweite Kampagne zur Verbesserung der Fitness bei Kindern. Mehr Informationen im aktuellen White Paper on Education, Culture, Sports, Science and Technologyhttp://www.mext.go.jp/b_menu/hakusho/html/hpab200701/1283225.htm (Zugriff 16.9.09)

Anzahl der Jugendsportverbände in Japan. Quelle: White Paper on Education, Culture, Sports, Science and Technology 2004

Die Japan Junior Sports Club Association (JJSA) als Austauschpartner der Deutschen Sportjugend wurde im Jahre 1962 im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokyo gegründet. Ziel der JJSA ist es, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestaltung mit sportlichen Aktivitäten in ihrer näheren Umgebung anzubieten. Das bedeutet eine außerschulische Bildungsarbeit mit dem Akzent Sport. Eine ganzheitliche Persönlichkeitsförderung von jungen Menschen wird als Ziel gesetzt. In Japan gibt es keine eingetragenen Organisationsformen wie die Turn- und Sportvereine in Deutschland mit breiten Programmangeboten, die altersmäßig durchgängig organisiert sind. Die Sportjugendgruppen der JJSA können als Kinder- und Jugendsportclubs eingestuft werden. Bei der JJSA sind heute knapp eine Million Kinder und Jugendliche, rund 180 000 Jugendübungsleiter in etwa 35 000 örtlichen Sportjugendgruppen organisiert. Zirka 88% der Mitglieder gehören der Altersgruppe 6 bis 12 an. Das sind Schüler/-innen der Grundschule. Da es für diese Altersgruppe keine schulischen Sportangebote außerhalb des Unterrichts gibt, gehen sportbegeisterte Grundschüler/-innen zur Japanischen Sportjugend.

Ältere Jugendliche treiben Sport dann im schulischen Bereich weiter, in den Schulsportklubs. Mit 13 Jahren gehen die Mitglieder von der JJSA weg. Die älteren Mitglieder assistieren den Übungsleiter(inne)n bei Trainingsstunden, übernehmen Betreuungsaufgaben, helfen bei Veranstaltungen oder Zeltlagern. Sie koordinieren die Belange der Sportjugendgruppen zwischen den Jugendleiter(inne)n und Kindern. Diese jungen angehenden "Leader" werden in Lehrgängen ausgebildet: "Junior-Leaders-Stufe I" (11 - 13 Jahre) auf der kommunalen oder Präfekturebene, "Junior-Leaders-Stufe II" (13 - 17 Jahre) auf der Präfekturebene, "Senior-Leaders" (bis zu 20 Jahre) auf der nationalen Ebene. Die Absolvierung dieser 40-stündigen Ausbildung für "Senior-Leader" ist unter anderem die Voraussetzung für die Bewerbung für die Teilnahme am jährlich stattfindenden deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch.
(Quelle: Deutsche Sportjugend)