Kinder- und jugendpolitische Strukturen
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Die oberste Zuständigkeit für die Entwicklung der Jugend liegt bei einer dem Büro des Premierministers angegliederten Leitstelle für Jugendentwicklung (Headquarters for Promotion of the Cultivation of Youth). Den Vorsitz hat der japanische Premierminister. Mitglieder sind unter anderem die Minister für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie, für Justiz, für Gesundheit, Arbeit und Soziales, die Staatsministerin für Maßnahmen zur Steigerung der Geburtsrate. Diese Leitstelle stellt den engen Kontakt zwischen den auf administrativer Ebene für die Entwicklung der Jugend zuständigen Behörden sicher und strebt nach der Förderung umfassender und effektiver Maßnahmen für junge Leute.
Das Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) ist für den gesamten Schul-, Hochschul- und außerschulischen Bildungsbereich zuständig. Derzeitiger Minister für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie: Bunmei Ibuki. Innerhalb des Ministeriums gibt es eine Abteilung für Sport und Jugend (Sports and Youth Bureau), die vor allem für die Formulierung und Ausgestaltung einer Politik für die gesunde Entwicklung der Jugend verantwortlich ist. Außerdem unterstehen dem Ministerium folgende Einrichtungen mit nachfolgenden Aufgabenbereichen:
- Erziehungsberatungsstellen: Untersuchungen und Forschungen zur Erziehung, Schulung von Lehrpersonal, Erziehungsberatung,
- Telefonische Erziehungsberatung für Familien: Beratung für problembelastete Familien,
- Kindererziehungs-Hotline: Beratung für Eltern mit Erziehungsproblemen,
- Kinder-Hotline: Beratung für Kinder und Jugendliche mit familiären Problemen,
- National Olympics Memorial Youth Center der National Institution for Youth Education: Informationen und Koordination von Feriencamps, Jugendfreizeiten, Programmpartner deutsch-japanischer Jugendaustauschprogramme.
Weitere Ministerien und Einrichtungen, die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe übernehmen, sind:
- Oberste Polizeibehörde
- Polizeipräsidien, Polizeizentralen, Jugendhilfezentren
- Auftrag: Jugendliche polizeilich registrieren, im Verhalten anleiten, jugendliche Opfer schützen, Verstöße gegen das Kinderwohlfahrtsgesetz kontrollieren, Jugendliche beraten. - Justizministerium
- Jugendklassifikationsanstalten: Untersuchung vom Familiengericht zugewiesener Jugendlicher zum Zwecke der Klassifizierung/Weiterleitung,
- Bewährungsaufsichtstellen: Bewährungsaufsicht, Kriminalitätsprävention, Koordination und Anpassung des sozialen Umfeldes der Jugendlichen, Schnell- und Noteinsätze, Beratung,
- Büros der Menschenrechtsberatung: Beratung, Weiterleitung an zuständige Stellen, Zugangshilfen zur Rechtsberatung. - Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales
- Staatliches Zentrum für Psyche und Nerven: klinische und psychische Behandlung,
- Zentren für psychische Gesundheit und Wohlfahrt: Erkenntnisse über psychische Erkrankungen sammeln, untersuchen und entsprechende Beratungen anbieten,
- Heime für arbeitende Jugendliche: Beratung arbeitender Jugendlicher insbesondere zu Freizeitangeboten,
- Kinderberatungsstellen: Beratung und psychologisch-medizinische Begutachtung von Jugendlichen aus Problemfamilien, Einweisung in Jugendheime, Koordination lokaler Jugendhilfeeinrichtungen,
- Hilfestellen für Familien mit Kindern: Aufnahme und Pflege der von den Kinderberatungsstellen zugewiesenen Kinder und Jugendlichen, Vernetzung der lokalen Jugendhilfeeinrichtungen,
- Sprechzimmer für Familien mit Kindern: Beratung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien, Hausbesuche. - Außenministerium
- Jugendaustauschprogramme auf Basis von Kulturabkommen,
- Global Youth Exchange (GYE) Program,
- South Asian Youth Invitation Program,
- Japan Exchange and Teaching (JET) Programme,
- andere.
(Quellen: Jugendhilfe in Japan aus deutscher Sicht. Beitrag von Manuel Metzler. In: neue politik 4/2004; Website des Außenministeriums MOFA)
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Der National Council of Youth Organizations in Japan (NCYOJ) (chuseiren) ist der zentrale Dachverband der japanischen Jugendverbände. Er wurde 1951 gegründet und umfasst 23 Vollmitglieder und 13 assoziierte Mitglieder. Darunter fallen auch Organisationen, die sich der Jugendthematik widmen, aber keine konkrete Jugendgruppenarbeit organisieren. Die insgesamte Mitgliederzahl beläuft sich auf etwa 15 Millionen Jugendliche, zirka ein Drittel aller Jugendlichen.
Die National Assembly for Youth Development (NAYD) wurde 1966 unter Initiative des Büros des Premierministers und von freiwilligen Organisationen gegründet, gehört aber offiziell zu den Nichtregierungsorganisationen. Der NAYD gehören 126 nationale Jugendorganisationen an und zirka 100 Einzelpersonen aus akademischen, Finanz- oder Wirtschaftsbereichen, die die Arbeit der NAYD unterstützen.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Das National Institution for Youth Education (NIYE) ist in erster Linie eine nationale Bildungseinrichtung, die 2008 mit dem Ziel gegründet wurde, die gesunde Entwicklung von Jugend und Jugenderziehung zu unterstützen. Sie ist der Zusammenschluss der bis dato einzeln agierenden Einrichtungen National Olympics Memorial Youth Center, National Youth Houses und National Children’s Center. Zu den zahlreichen Aktivitäten zählen vor allem die Organisation von Trainingskursen für Jugendliche, Jugendleiter und Ausbildungskräften von Jugendlichen, die Vernetzung und Kooperation mit anderen Jugendbildungseinrichtungen sowie die Erstellung von Studien und Untersuchungen zur Jugendbildung.
Auf lokaler Ebene wurde damit begonnen, ein Ombudsman-System für Kinder einzurichten. Dem System gehören derzeit vier lokale Behörden (die Stadt Kawasaki, die Stadt Kawanishi/Hyogo, die Stadt Ginam im Bezirk Hashima/Präfektur Gifu, die Präfektur von Saitama) an.
Im Rahmen der Umsetzung der von Japan 1994 ratifizierten UN-Kinderrechtskonvention wurden auf lokaler Ebene Verfügungen zur Umsetzung der Rechte von Kindern verabschiedet. Derzeit gibt es fünf lokale Behörden, die diese umsetzen. Dazu gehören: die Stadt Kawasaki, die Stadt Naie im Bezirk Sorachi auf der Insel Hokkaido, die Stadt Kosugi im Bezirk Imizu/Präfektur Toyama, die Stadt Tajimi/Präfektur Gifu und die Präfektur Kochi. Die Stadt Kawasaki war die erste Stadt in Japan, die eine Verfügung zur Umsetzung der Rechte von Kindern auf lokaler Ebene verabschiedete.
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Die japanische Regierung hat im Dezember 2003 eine Nationale Politik zur Entwicklung der Jugend (National Youth Development Policy) verabschiedet, die die Grundprinzipien und Ausrichtung der mittel- und langfristigen Regierungsprogramme für eine gesunde Entwicklung der Kinder und Jugend in Japan für die nächsten fünf Jahre formuliert. Die Kinder- und Jugendpolitik sowie kinder- und jugendpolitischen Maßnahmen sollen in Übereinstimmung mit der in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegten Rechte zum Schutz und zur Förderung der Kinder und Jugendlichen vorangetrieben werden. Diese Nationale Kinder- und Jugendpolitik wurde aufgrund der Berichte der Fachkonferenz für Jugendentwicklung formuliert, dem Leitenden Kabinettssekretär im April 2003 vorgelegt und in der Zentrale für Jugendentwicklung im Dezember 2003 verabschiedet. Sie spiegelt außerdem die Beratungen der Untersuchungskommission für Maßnahmen gegen Jugendkriminalität wider. Schwerpunkte der Nationalen Kinder- und Jugendpolitik sind:
- Sicherung und Förderung der Gesundheit von Mutter und Kind
- Verbessertes Kindererziehungsgeld
In diesem Bereich bemüht man sich, bei Geschäftsinhabern im Allgemeinen ein höheres Maß an Anerkennung zu erreichen, um die reibungslose Formulierung und Umsetzung von Aktionsplänen zu fördern, die aus dem im Juli 2003 in Kraft getretenen Gesetz zur Unterstützung der Entwicklung der kommenden Generation (Gesetz Nr. 120) abgeleitet sind. - Qualitätsverbesserung bei der Betreuung und Erziehung in Kinderkrippen und Kindergärten
- Verbesserte Gesundheitserziehung in den Schulen
- Entwicklung der Fähigkeiten für das tägliche Leben
Um das moralische Bewusstsein von Kindern zu entwickeln, wird die Moralerziehung in den Schulen verbessert und es werden Präventionskurse gegen Jugendkriminalität angeboten. Darüber hinaus werden Kriminalitätsbekämpfungsmaßnahmen wie die Einrichtung von Notrufgeräten an den Schulwegen und in Parks und andere ergriffen. - Bereitstellung von Aktivitätsangeboten zur Erreichung von sozialer Eigenständigkeit
- Entwicklung von Arbeitsfähigkeit und Motivation
- Förderung der Beteiligung in der Gemeinde
- Unterstützung von Jugendlichen mit Behinderungen
- Unterstützung von Jugendlichen mit Lernbehinderungen oder Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS)
- Unterstützung von Alleinerziehenden
Basierend auf der Neufassung des Fürsorgegesetzes für Alleinerziehende von April 2003 sind insgesamt folgende Maßnahmen zur Unterstützung der Eigenständigkeit getroffen worden: (1) Projekte zur kurzfristigen Unterstützung von Kindererziehung, Kindererziehungsmaßnahmen und Unterstützung zum Lebensunterhalt, (2) Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigung wie Beschäftigungsprojekte für Alleinerziehende, Zentren zur Unterstützung der Eigenständigkeit und Sozialleistungen für die Eigenständigkeit der Familien von Alleinerziehenden. - Maßnahmen gegen Jugendkriminalität
- Unter Berücksichtigung der schwierigen Jugendkriminalitätssituation in den letzten Jahren sowie der steigenden Zahl von jugendlichen Straftäter(inne)n und der immer noch hohen Zahl von schweren jugendlichen Straftäter(inne)n hat die Regierung zur Entwicklung einer engen Koordination, Informationsaustausch und Diskussionen mit den entsprechenden Organisationen den Abteilungsleiterausschuss für Maßnahmen gegen Jugendkriminalität in der Leitstelle für Jugendentwicklung gebildet, so dass Maßnahmen gegen Jugendkriminalität durch die Koordinierung der zuständigen Behörden verstärkt werden können.
- Präventionskurse gegen Straftaten und Präventionskurse gegen Drogenmissbrauch werden zur Vorbeugung von Jugendkriminalität und gleichzeitigen Förderung von Maßnahmen veranstaltet, um bei den verschiedenen Organisationen Angebote und Stellen für unterschiedliche Aktivitäten und Beratungstätigkeiten zu schaffen.
- Mit Hilfe von privaten Freiwilligen setzen Zentren für Jugendunterstützung und Zentren für Jugendberatung Schutz- und Beratungsmaßnahmen um und fördern dabei in Koordination mit relevanten Organisationen gleichzeitig die Bildung von Unterstützungsteams.
- Um die Rehabilitation von Jugendlichen durch die Untersuchung von Fällen und die entsprechende Therapie und Beratung zu unterstützen, sind verschiedene Organisationen wie die Polizei, Staatsanwaltschaft, Familiengerichte, Unterbringungseinrichtungen, Fürsorgeheime, Jugendstrafanstalten, Ausbildungs- und Erziehungsheime für Jugendlichen und Bewährungsämter an der Durchführung der Therapie und Reaktion auf die einzelnen Fälle beteiligt.
- Um sich mit Verhaltensstörungen von Kindern wie Einschüchterung und Gewalt an Schulen zu befassen, wurden Unterstützungssysteme auf kommunaler Ebene wie beispielsweise aus Schulen und relevanten Organisationen bestehende organisierte Unterstützungsteams gebildet.
- Maßnahmen zur Vorbeugung von Kindesmissbrauch
Die Zahl der an die Kinderberatungsstellen verwiesenen Beratungsfälle hat sich in jüngster Vergangenheit im gesamten Land dramatisch erhöht. Die Steigerungsrate hat sich etwas verlangsamt, im Haushaltsjahr 2002 erreichte sie 24 000 Fälle, etwa die doppelte Zahl wie im Haushaltsjahr 1999, als das Gesetz zur Vorbeugung von Kindesmissbrauch in Kraft trat. Die Zahl der schwierigen Fälle nimmt zu. Um Kindesmissbrauch zu verhüten und die gesunde physische und psychische Entwicklung und Eigenständigkeit aller Kinder zu fördern ist es notwendig, dass die betroffenen Organisationen nahtlose und umfassende Unterstützung mit Früherkennung, Therapie, Schutz, Unterstützung und Nachsorge durchführen. Zu diesem Zwecke hat man sich bemüht, Erkenntnisse und Informationen unter den relevanten Organisationen auszutauschen und dazu die Konferenz für Präventionsmaßnahmen gegen Kindesmissbrauch veranstaltet, an der relevante Behörden und verschiedene betroffene Organisationen teilnahmen. - Maßnahmen gegen Vergehen zu Lasten des Wohlergehens von Jugendlichen
- Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche für Schulabbrecher und jugendliche Arbeitslose
- Unterstützung für die Beschäftigung von Personen mit Behinderungen
- Unterstützung für die Beschäftigung von straffälligen Jugendlichen
Im Rahmen der Therapie in Ausbildungseinrichtungen des Jugendstrafvollzugs und Jugendstrafanstalten wird die Einstellung von Jugendlichen zur Arbeit verbessert, die Arbeitsmotivation angeregt, und sie werden ermutigt, diverse Qualifikationen zu erwerben. - Schaffung eines Rahmens für die Zugänglichkeit von Leistungen
Das Justizministerium und das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales veröffentlichen Informationen über freiwillige Bewährungshelfer, im Bereich Menschenrechte tätige Freiwillige (insbesondere Freiwillige für den Schutz von Kinderrechten) und Mitglieder von Kinderausschüssen und gehen aktiv auf betroffene Organisationen wie Kommunalverwaltungen zu, um entsprechendes Personal aus einem großen Spektrum von Altersgruppen und Fachgebieten zu erhalten und gleichzeitig die Schulungskapazitäten zu verbessern. - Schaffung von qualitativ guten Wohn- und Lebensumfeldern zur Unterstützung der Kindererziehung
- Entwicklung von Städten, in denen Jugendliche nicht so leicht Opfer von Straftaten werden
- Beseitigung von schädlichen Umfeldern für die Jugend
- Förderung von Umfragen und Studien, Bereitstellung von für Jugendliche leicht verständlichen Informationen und Arbeit zur Entwicklung der Berichterstattung und des öffentlichen Bewusstseins (Webseite für Jugendliche: www8.cao.go.jp/youth2/index.html).
Zusammenfassend lässt sich die Politik zur gesunden Entwicklung junger Menschen, die unter der Ägide des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie steht, in drei Bereichen darstellen:
- Förderung von Maßnahmen für Jugendliche, um Erfahrungen zu sammeln,
- Maßnahmen für verhaltensauffällige Jugendliche,
- Förderung von Leseaktivitäten für Kinder.
Weiterführende Hinweise zum Thema Partizipation: Participation as a Key Concept in Modern Japanese Youth Work, Beitrag von Haruhiko Tanaka von der Rikkyo Universität. http://www.childresearch.net/RESOURCE/RESEARCH/2004/TANAKA.HTM, letzter Zugriff 16.5.12
Einmal jährlich erscheint das so genannte Weißbuch Jugend (White Paper on Youth - Informationen auf Englisch, zuletzt aus 2006, in der Spalte ganz rechts!!), das vom Büro des Premierministers (Management and Coordination Agency) herausgegeben wird. Das Weißbuch Jugend berichtet über die aktuelle Lage von Jugendlichen in Japan und relevante Maßnahmen, so dass die Öffentlichkeit ein Verständnis für die nationale Jugendpolitik und Verwaltung erhalten kann. Es wird seit 1956 herausgegeben.
Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hat am 17. Januar 2005 beschlossen, den New New-Angel-Plan (Neuer Neuer-Engel-Plan) umzusetzen, ein Fünf-Jahres-Programm zur Bekämpfung der sinkenden Geburtenrate, das die Regierung vom Haushaltsjahr 2005 an umsetzen wird. Die Umsetzung dieses Plans ist ein zentrales Ziel der Kinder- und Jugendpolitik in Japan. Bei den speziellen Umsetzungsleitlinien hat der Plan die folgenden vier Hauptthemen ausgewiesen:
- Förderung der Eigenständigkeit von Jugendlichen und Erziehung von physisch und psychisch starken Kindern,
- Unterstützung der Menschen bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Kindererziehung und Überprüfung ihrer Arbeitszeitpläne,
- Förderung des Bewusstseins und des Verständnisses für die Bedeutung des menschlichen Lebens und der Rolle der Familie, und
- Neue Formen gegenseitiger Unterstützung und Solidarität im Zusammenhang mit der Kindererziehung.
Was die zahlenmäßigen Ziele im Plan anbelangt, so wird die durchschnittlich von Männern für Hausarbeit und Kindererziehung pro Tag aufgewendete Zeit von derzeit 48 Minuten auf etwa zwei Stunden erhöht, was in etwa mit den Zeiten anderer Industrieländer vergleichbar ist. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Prozentsatz der Männer in den Dreißigern mit langen Arbeitszeiten - wöchentlich 60 Stunden oder mehr - auf die Hälfte der aktuellen Zahl von 23% reduziert. Außerdem wird der Prozentsatz der Kindererziehungsurlaub in Anspruch nehmenden Männer von derzeit 0,3% auf 10% und die Zahl der Frauen im Erziehungsurlaub von 40% auf 80% erhöht.
Die Zahl der in Tagesbetreuungseinrichtungen aufgenommenen Kinder wird vom in diesem Haushaltsjahr angestrebten Ziel von 2,03 Millionen auf 2,15 Millionen erhöht.
Der vorhergehende New-Angel-Plan mit seinem Schwergewicht auf der Unterstützung der Kinderbetreuung ist 2004 ausgelaufen. Der New New-Angel-Plan hat sich hin zu einer Politik verlagert, bei der ein größeres Schwergewicht auf der Arbeit von Kommunen und der Privatwirtschaft liegt, und nennt selbst für Unternehmensprogramme spezielle zahlenmäßige Ziele. Das Ziel besteht darin, die Quote der Inanspruchnahme des bezahlten Jahresurlaubs durch Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft auf mindestens um 50% anzuheben (die Quote lag im Haushaltsjahr 2003 bei 47%), den Prozentsatz der Unternehmen, die Erziehungsurlaubsysteme in ihrer Beschäftigungsvorschriften einbeziehen, auf 100% zu erhöhen (der Anteil lag im Haushaltsjahr 2002 bei 61%).
Um außerdem Schüler/-innen von Mittelschulen und Höheren Schulen zu ermutigen, Kinderbetreuung als eine erfreuliche und unterhaltsame Erfahrung zu betrachten, wird der Plan für solche Jugendliche Möglichkeiten anbieten, in Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen mit Babys und Kleinkindern in Kontakt zu kommen. Es werden auch neue Ideen wie die Einrichtung von Stützpunkten zur Unterstützung/Hilfe bei der kommunalen Kinderbetreuung einbezogen.
Der New New-Angel-Plan ist Ausdruck des im Ministerium bestehenden Krisenbewusstseins, nachdem man festgestellt hat, dass dem Rückgang der Kinderzahlen nicht einfach durch Umsetzung von Plänen aus der Vergangenheit ein Ende gesetzt werden kann. Jetzt wird die Gesellschaft insgesamt aufgefordert, umfangreichere Maßnahmen zu ergreifen.
Weitere Aktionspläne der japanischen Regierung:
- Aktionsplan zur Verbesserung der englischen Sprachkenntnisse bei japanischen Schülerinnen und Schülern, um sie so fit für internationale Kontakte zu machen;
- Aktionsplan zu Schaffung von Spielplätzen für Kinder, der Familien, Gemeinschaften, Schulen landesweit dazu auffordert, zusammenzuarbeiten, um sichere Aktionsräume für Kinder zu schaffen sowohl in der Schule als auch im außerschulischen Rahmen,
- Nationaler Aktionsplan zur emotionalen Bildung von Kindern, das sich an Jugendverbände landesweit richtet und die Schaffung eines sozialen Umfeldes anstrebt, das sich förderlich auf die emotionale Entwicklung junger Menschen auswirkt.
(Quelle: www.mext.go.jp/english/news/2007/03/07022214.htm, Zugriff 14.3.07)




