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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit

Der vom Staatsrat für die Jahre 2011-2010 herausgegebene "Rahmen für die Entwicklung chinesischer Kinder" (The Development Outline for Chinese Children) beinhaltet eine Reihe von Zielen und Aspekten, von denen sich 14 Ziele dem Thema der Gesundheitsversorgung von Kindern widmen. Gefördert werden u.a. eine ärztliche Grundversorgung und Gesundheitsdienstleistungen für Kinder, grundlegende Bildung und medizinische Basisversorgung für Waisenkinder, mehr Adoptionen von Waisenkindern, eine verbesserte Gesundung von behinderten Kindern und eine Absicherung der Kinder- und Jugendhilfe.

Eine Reihe von Maßnahmen zur Gesundheitsversorgung von Kindern einschließlich der Einführung eines kostenlosen Schutzimpfungsprogramms haben den Gesundheitszustand von Kindern bereits stark verbessert.

Die chinesische Jugendschutzpolitik legt einen besonderen Schwerpunkt auf die körperliche und geistige Gesundheit von Jugendlichen. Das Jugendschutzgesetz schreibt vor, dass "Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Nichtsesshaftigkeit, Glücksspiel, Drogenkonsum oder Prostitution bei Minderjährigen verhütet werden müssen und verboten sind(Quelle: www.coe.int/t/dg4/youth/Source/Resources/Forum21/Issue_No14/N14_YP_China_de.pdf).

Psychische Gesundheit

Einer Studie aus dem Jahr 2009 zufolge leiden chinesische Jugendliche zunehmend an psychischen Störungen. Insgesamt wurden 133 Schüler/-innen und Student(inn)en von Schulen und Universitäten in Beijing in persönlichen Interviews befragt. 50% waren mit ihrem Leben unzufrieden. Zwei von zehn Student(inn)en fühlten sich in einer inneren Leere gefangen, 60 Prozent litten unter Einsamkeit.

Nach Untersuchungen der Gesellschaft für Kinder- und Jugendforschung in China leiden 30 Millionen Jugendliche unter 17 Jahren an psychischen Problemen. Angststörungen bei Universitätsstudent(inn)en stiegen zwischen 1992 und 2005 um acht Prozent. Die Zahl der Depressionen stieg um sieben Prozent.

Drogen

Zigaretten
China ist nicht nur der weltgrößte Tabakproduzent, sondern auch der weltgrößte Tabakkonsument. Laut Angaben des nationalen Büros für die Tabakkontrolle lebt in China ein Drittel der Raucher/-innen weltweit. Es wird geschätzt, dass 35,8% der Chines(inn)en, die älter als 15 Jahre sind, rauchen. Die große Mehrheit ist männlich.

Seit den 1990er Jahren hat die chinesische Regierung verstärkte Anstrengungen unternommen, um den Zigarettenkonsum einzugrenzen. Büros zur Tabakkontrolle wurde eingerichtet, die Aktivitäten und Kampagnen zur Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren des Rauchens durchführen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Kindern im Grund- und Mittelschulalter sowie deren Eltern. Darüber hinaus wurden mehrere Gesetze verabschiedet, die Regelungen für das Rauchen festlegen. Des Weiteren ist Werbung für Tabakprodukte seit September 2010 verboten.

Alkohol
Alkohol gehört zu Geschäftsessen genauso wie zur Gastfreundschaft und zu Festlichkeiten. Zudem ist er integraler Bestandteil der Religion und der Traditionellen Chinesischen Medizin. Allerdings verhinderten kulturelle Aspekte, wie zum Beispiel die konfuzianische und taoistische Philosophie des Maßhaltens, in der Vergangenheit allzu starke Exzesse. Deshalb waren Alkoholprobleme in China bis in die frühen 1980er Jahre weniger verbreitet als in vielen westlichen Staaten. Mit der Öffnung des Landes und dem sozialen Wandel hat sich aber auch der Alkoholkonsum verändert. Untersuchungen zeigen, dass der Konsum von Alkohol in den letzten Jahrzehnten, insbesondere auch bei Jugendlichen, stetig zugenommen hat. Allerdings liegt der Pro-Kopf-Konsum immer noch niedriger als in anderen Ländern. 

Der Zugang zu alkoholischen Getränken unterliegt nur wenigen Restriktionen und Kontrollen. Die chinesische Regierung hat zwar 2006 den Verkauf von Alkohol an unter 18-Jährige verboten, jedoch fehlt es an entsprechenden Ausführungsvorschriften.Gesundheit und Wohlbefinden

Illegale Drogen
Nachdem während des Mao-Regimes der Drogenkonsum weitgehend eingeschränkt war, nahm die Zahl der Drogenabhängigen seit den frühen 1980ern stark zu. Die Zahl der Drogenabhängigen wurde 2000 auf 6 bis 8 Millionen geschätzt. Junge Männer, Arbeitslose und nicht sesshafte Bevölkerungsgruppen sind am häufigsten betroffen. Rund 72,2% der 2003 registrierten Drogensüchtigen waren Jugendliche unter 35 Jahren.

Während der Missbrauch traditioneller Drogen wie Opium und Heroin stabil ist, steigt der Konsum synthetischer Substanzen wie Ecstasy und Ketamin an. Letztere sind insbesondere auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. 2007 übertraf der Konsum der "neuen" Drogen in 20 Provinzen, Regionen und Städten den Konsum von Heroin. Eines der größten Probleme ist die schnell wachsende Anzahl von Drogen konsumierenden Schüler(inne)n. Des Weiteren ist die Rückfallquote von 90% nach einem Entzug extrem hoch.

Drogenpräventionsarbeit
Die chinesische Regierung hat in den letzten Jahren zahlreiche Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen gestartet. Dabei wurden Bildungs-, Kultur-, Justiz- und Verwaltungseinrichtungen genauso mobilisiert wie die verschiedenen Massenorganisationen (zum Beispiel Gewerkschaften, Jugend- und Frauenorganisationen). Ziel war es, eine Anti-Drogen-Bewegung aufzubauen. 1997 wurde das Thema Drogenprävention offiziell als Teil des Lehrplans im Rahmen der Kurse zur moralischen Erziehung in den Grund- und Mittelschulen aufgenommen. 

Laut Angaben des Allchinesischen Jugendverbands nimmt die Anti-Drogen-Arbeit eine wichtige Rolle in der Arbeit der Jugendorganisationen ein. In den letzten Jahren haben sich beispielweise lokale Jugendräte unter dem Motto "Jugend, bleib weg von den Drogen!" aktiv am Aufbau "drogenfreier Gemeinden" beteiligt. 

Weitere Informationen zur Drogenpräventionsarbeit finden sich auf der Homepage des Allchinesischen Jugendverbands unter www.acyf.org.cn.

Ende 2014 waren 2,58 Millionen Menschen als Drogennutzer/-innen registriert, von denen 75 % unter dem Alter von 35 Jahren waren. Dies ist allerdings nur die Zahl, die aus offiziellen Statistiken hervorgeht; es gibt noch mehr Menschen, die Drogen nehmen, ohne vom Staat registriert zu sein. Die Drogensucht ist auch für junge Menschen ein großes Problem. Junge Menschen können auf vielfältige Dienstleistungen und Maßnahmen für die Drogenprävention zurückgreifen.

Auch NGOs bieten Dienste zur Drogenprävention an. In Shanghai gibt es z. B. in jeder Gemeinde eine Organisation, die Jugendliche mit Drogenproblemen in der betreffenden Gemeinde unterstützt und ihnen hilft, sich von Drogen zu lösen und ihre Bildung oder Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen. Diese Organisationen, die auf lokaler Ebene von der Jugendliga finanziert werden, arbeiten mit Straßenkomitees, der Justiz, Anwohnerkomitees und der Polizei zusammen, um ihre Dienste und Tätigkeit zu organisieren.

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Sport

In China gibt es kein Sportvereinswesen. Kinder und Jugendliche kommen deshalb vor allem in der Schule mit Sport in Berührung. Laut eigenen Angaben legt die chinesische Regierung großen Wert auf körperliche Bewegung und Sport im Rahmen des Schulunterrichts. Die Schulen verfügen über ausgebildete Sportlehrer/-innen und entsprechende Räumlichkeiten. Jugendsportveranstaltungen finden jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst statt. Die nationalen Sportwettbewerbe der Mittelschulen und Universitäten werden alle vier Jahre veranstaltet. 

Nachdem jedoch in den Medien zunehmend Kritik am chinesischen Bildungssystem laut wurde, es vernachlässige den Sportunterricht und sei an der sich verschlechternden körperlichen Fitness sowie zunehmendem Übergewicht der Schüler/-innen mitverantwortliche, reagierte das chinesische Bildungsministerium im Jahr 2012 mit einer Anordnung, die Schulen zu mindestens eine Stunde Sportunterricht pro Tag verpflichtet. Gleichzeitig hob das Ministerium die Gehälter für Sportlehrer/-innen an und sicherte ihnen verbesserte Sozialleistungen zu. Die schulischen Leistungen des Sportunterrichts sollen stärker bewertet werden, in die Noten des Jahreszeugnisses einfließen und landesweit sollen Schulen Untersuchungen bezüglich der Fitness der Schüler/-innen durchführen und die Ergebnisse an eine nationale Datenbank weitergeben. In Zusammenarbeit mit weiteren zuständigen Ministerien wurde versucht, sportliche Aktivitäten außerhalb der Unterrichtszeiten zu fördern.

Auf www.youtube.com/watch?v=zA4WbXOSWSo finden Sie ein Video zu den Bemühungen der chinesischen Regierung, den Sportunterricht an Schulen zu fördern und den Gesundheitszustand der Schüler/-innen zu verbessern.

Olympisches Dorf in Peking.
Olympisches Dorf in Peking.Bild: KerstinIUBH / pixabay.com

Neben dem Sportangebot in Bildungseinrichtungen fördert die Regierung den Bau von Jugendsportklubs. Die Mittel hierfür kommen aus der nationalen Sportlotterie. Nach Angaben der Regierung werden jährlich etwa 500 Sportklubs eingerichtet.

Der Schwerpunkt der Sportförderung liegt auf dem Leistungssport. Hierfür gibt es landesweit mehrere tausend Sportschulen, in denen talentierte junge Sportler/-innen durch spezielles Training gefördert werden. Es handelt sich in der Regel um Internate, in denen die Kinder und Jugendlichen den größten Teil des Jahres verbringen. 

Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking 2008 wurde zum Teil sehr kritisch über die chinesischen Sportschulen berichtet. Ein Beispiel für einen solchen Berichte ist der Artikel von Hannah Beech: China's Sports School: Crazy for Gold" vom 12.06.2008 (content.time.com/time/magazine/article/0,9171,1813961,00.html).

Wichtigster Akteur im chinesischen Sport ist der Allchinesische Sportverband (All-China Sports Federation, www.sport.org.cn). Ähnlich wie der Allchinesische Jugendverband im Jugendbereich versammelt der Allchinesische Sportverband die wichtigsten Organisationen im Sportbereich unter seinem Dach.

Quellen: