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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Chinesische Schriftzeichen.
Chinesische Schriftzeichen.Bild: quillau / pixabay.com

n In der Volksrepublik China gibt es kein Ministerium, das explizit für Jugendfragen verantwortlich ist. In China erbringen verschiedene staatliche Ministerien und Stellen Dienstleistungen für Kinder und Jugendliche und tragen für die Kinder- und Jugendarbeit Verantwortung. Eine zentrale Stellung innerhalb der politischen Struktur des Landes nimmt der Allchinesische Jugendverband (All China Youth Federation - ACYF) ein, der gleichzeitig auch als Dachverband von chinesischen Jugendorganisationen fungiert. Die Kommunistische Jugendliga ist zentrale Mitgliedsorganisation des Allchinesischen Jugendverbandes, was den Allchinesischen Jugendverband dazu befähigt, bei allen jugendspezifischen Fragen auf allen Ebenen Einfluß zu nehmen. (Weitere Informationen zur Kommunistischen Jugendliga unter Jugendarbeit > Jugendverbandsarbeit

Ebenso übernimmt der ACYF die Koordinierung der Regierungsaufgabe in Jugendfragen und Jugendpolitik. Zu den Aufgaben zählen die Förderung der Umsetzung von Gesetzen und Politiken zum Schutz der Rechte und Interessen von jungen Menschen und als Pilotaufgabe der Aufbau von Serviceeinrichtungen. Zudem ist der ACYF von der chinesischen Regierung mit dem Recht betraut worden, Verträge und Kooperationen mit internationalen Organisationen sowie nationalen Jugendringen und Regierungsstellen im Ausland abzuschließen. – Weitere Informationen unter Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte sowie auf der Homepage des Allchinesischen Jugendverbands unter www.qinglian.org/YouthFederation/index/201311621.htm (Kurzversion auf Englisch unter www.acyf.org.cn).

Das Ministerium für Zivilangelegenheiten der VR China, das für Angelegenheiten der Sozialverwaltung zuständige Ministerium beim Staatsrat, erbringt Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und Senioren auf nationaler, lokaler und Gemeinschaftsebene. Das Ministerium hat die folgenden Hauptaufgaben:

  • Erarbeitung von Entwicklungsplänen und Politiken für zivile Angelegenheiten
  • Management der Registrierung und Begleitung sozialer Gruppen, Fonds und privater „Nichtunternehmenseinheiten“
  • Erarbeitung von Strategien für die Katastrophenhilfe
  • Organisation und Koordination von Hilfeleistungen
  • Erarbeitung von Plänen, Politiken und Normen für die Sozialhilfe
  • Bereitstellung von Subventionen für Stadt- und Landbewohner und Erbringung medizinischer und zeitlich befristeter Hilfeleistungen
  • Formulierung von Entwicklungsplänen, Politiken und Normen für Sozialleistungen
  • Entwicklung von Richtlinien für Heiraten, Todesfälle und Bestattungen

Die Behörde für Sozialleistungen und wohltätige Organisationen ist für Sozialdienste für Senioren, Waisen, Menschen mit Behinderungen und andere hilfsbedürftige Gruppen verantwortlich.
Offizielle Website: www.mca.gov.cn

Das chinesische Bildungsministerium ist für das Schul- und Unterrichtswesen sowie für die Umsetzung der Sprachenpolitik im Land zuständig. Unter seiner Führung werden die Leitlinien und Strategien der Regierung umgesetzt. Des Weiteren ist das Bildungsministerium für die Lehrer(innen)ausbildung und die Hochschulen verantwortlich. - Ausführliche Informationen zum Bildungsministerium und dem chinesischen Bildungssystem sind auf der Homepage des Bildungsministeriums unter www.moe.edu.cn/publicfiles/business/htmlfiles/moe/moe_2792 zu finden (auf Englisch).

Alle diese Ministerien und staatlichen Stellen, die in Provinzen, Groß- und Kleinstädten jeweils über Niederlassungen vertreten sind, leisten Jugendarbeit und fördern die Entwicklung junger Menschen. Die Jugendarbeit setzt in verschiedenen Regionen unterschiedliche Schwerpunkte.

Auch beim Nationalen Arbeitsausschuss für Frauen und Kinder beim chinesischen Staatsrat geht es um Kinderthemen. Die Mitgliedsorganisationen dieses Arbeitsausschusses, dem aktuell 33 Ministerien, Kommissionen und NGOs angehören, werden vom Staatsrat gebilligt. Der Ausschuss bildet die Abteilung für Frauen- und Kinderarbeit des Staatsrats, und ihm obliegt die Koordination und Unterstützung staatlicher Stellen bei der Umsetzung von gesetzlichen und sozialpolitischen Maßnahmen mit Auswirkung auf Frauen und Kinder. Der Ausschuss setzt seit seiner Gründung die grundlegende Staatspolitik für die Gleichheit von Frauen und Männern um, befolgt den Grundsatz „Kinder zuerst“ und arbeitet für gute Lebensbedingungen, den Schutz und die Förderung von Frauen und Kindern. (Aufgaben der Ausschusses im Detail als pdf)

Weitere Ministerien mit kinder- und jugendrelevanten Aufgaben:

  • Ministerium für Arbeit und soziale Sicherung (Jugendarbeitslosigkeit, Beschäftigungsförderung)
  • Ministerium für Gesundheit
  • Justizministerium
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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Junge Frauen springen in die Höhe.
Junge Frauen springen in die Höhe.Bild: 393334 /pixabay.com

Der Staatsrat gab 2001 das Nationale Förderprogramm für Kinder (2001–2010) bekannt. Dieses Programm gab wichtige Zielsetzungen, Strategien und Maßnahmen in den vier Bereichen Kindergesundheit, Bildung, rechtliche Absicherung und Umwelt vor, und wichtige Ziele des Programms wurden bis Ende 2010 erreicht. So haben sich z. B. die Gesundheit und der Ernährungszustand von Kindern stetig verbessert.

Das sich anschließende Nationale Förderprogramm für Kinder http://www.womenofchina.cn/womenofchina/html1/source/1502/997-1.htm(2011-2020) (China National Program for Child Development, in Englisch) legte konkrete Ziele in fünf Bereichen fest: Gesundheit, Schulbildung, soziale Versorgung und Dienstleistung, soziales Umfeld, gesetzlicher Schutz. Es wurde im Einklang mit relevanten Gesetzen und Vorschriften erarbeitet. Es entspricht außerdem den Zielsetzungen des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes, den allgemeinen Zielsetzungen und Anforderungen Chinas wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung sowie der Sachlage der Entwicklung von Kindern in China. Regelmäßig wird überprüft, ob diese Ziele erreicht worden sind. Nach Daten des Nationalen Statistikamtes, die am 27.10.2017 veröffentlicht wurden, wurden manche Ziele bereits 2016 erreicht. (Quelle: Dr. Wei Zhang)

Kampagnen

Die Kinder- und Jugendarbeit konzentriert sich derzeit insbesondere auf die Förderung junger Menschen, u. a. durch Bildung und die Integration junger Migrantinnen und Migranten in Großstädten, sowie auf zurückgelassene Kinder und Jugendliche in ländlichen Gebieten. Chinas nationales Förderprogramm für Kinder erklärt die Umsetzung der Förderstrategie, insbesondere im Umfeld der Bildung, zur Priorität, um den Rechtsanspruch von Kindern auf Bildung zu schützen, eine gleichbleibende Qualität grundlegender öffentlicher Bildungsdienste zu gewährleisten, die Bildung von Kindern aus ethnischen Minderheiten und in von ethnischen Minderheiten besiedelten Regionen zu beschleunigen, wissenschaftliche Orientierungshilfen zur Erziehung von Kindern im Alter von 0–3 Jahren bereitzustellen, den Aufbau der Vorschulbildung für Kinder im Alter von 3–6 Jahren voranzutreiben, die Chancengerechtigkeit für von Migration betroffene Kinder in der verpflichtenden Schulbildung sicherzustellen und vieles mehr. Gleichzeitig sind Tendenzen zum Auf- bzw. Ausbau einer umfassenden „institutionalisierten“ Unterstützungs…. Zu erkennen.

Im Jahr 2016 haben das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und der Staatsrat Chinas einen mittel- und langfristigen Jugendentwicklungsplan Chinas (2016-2025) (in Chinesisch) aufgestellt, kurz: Jugendentwicklungsplan. In diesem Plan bezieht sich der Begriff „Jugendliche“ auf die Altersspanne 14 bis 35 Jahre.

Der Jugendentwicklungsplan konzentriert sich auf die Themen:

  • Bildung (s. Kapitel BILDUNG unter Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich),
  • Gesundheit (s. Kapitel GESUNDHEIT unter Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich),
  • Partnerschaft und Ehe von Jugendlichen,
  • Gewährleistung der Rechte der Jugendlichen,
  • Kriminalitätsprävention sowie
  • soziale Sicherungssysteme

Beim Thema Partnerschaft und Ehe von Jugendlichen legt der Jugendentwicklungsplan folgende Entwicklungsziele fest: Die Jugendlichen sollen ein moderneres, positiveres und vernünftigeres Verständnis von Partnerschaft und Ehe entwickeln, die Qualität von Eheschließung, Familiengründung für Jugendliche und Reproduktionsmedizin sollen verbessert werden. Ebenso sollen die Jugendlichen bei der Partnersuche und Eheschließung unterstützt werden, d.h. es werden z.B. Veranstaltungen gefördert, die zum Kennenlernen und Austausch unter den Jugendlichen beitragen.

Thema Gewährleistung der Rechte der Jugendlichen: Ziel ist es, Verbrechen wie Kinderhandel und -entführung, sexuellen Missbrauch oder das Aussetzen bzw. die Misshandlung von Minderjährigen streng zu bekämpfen. Der Jugendentwicklungsplan sieht vor, Gesetze und Regelungen in den Bereichen des elektronischen Geschäftsverkehrs, des Schutzes persönlicher Daten des Einzelnen und der Verwaltung der Informationen im Internet zügiger zu erstellen, sowie "Richtlinien zum Schutz der Minderjährigen im Internet" zu verabschieden. Darüber hinaus soll die Verbreitung von Inhalten über Gewalt, Pornographie, Glücksspiel, Aberglaube und Sekten bekämpft werden.

Thema Kriminalitätsprävention: Der Jugendentwicklungsplan sieht vor, die gemäß der Gesetze geforderten Strafen zu vollziehen, um Mobbing und Gewalt in allen Bildungseinrichtungen einzudämmen. Gleichzeitig müssen die Funktionen der Vormundschaft der Familie und die Bildungsfunktion der Schulen und Hochschulen bei der Erziehung hervogehoben werden. Darüber hinaus muss verhindert werden, dass die Kinder und Jugendlichen den Kontakt zur Familie, Schule bzw. Hochschule abbrechen, so dass rechtzeitig, bei abweichendem Verhalten der Jugendlichen, gezielte Präventionsmaßnahmen durchführen zu können.

Thema soziale Sicherungssysteme: Konkrete Maßnahmen sehen vor, den Kindern auf dem Land, die von den Elten bei Verwandten oder der Familie zurückgelassen wurden, tatkräftig zu helfen, um Probleme wie Schulabbruch, Verwahrlosung, psychische Fehlentwicklungen oder fehlender Schutz zu lösen.

Quelle: http://www.nj.gov.cn/xxgk/qzf/gcq/201704/t20170419_4440033.html und Jugendentwicklungsplan (2016-2025)

 

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit setzt die Regierung auf 

  • die Schaffung von Arbeitsplätzen für Jugendliche,
  • die Verbesserung der Arbeitsmarktfähigkeit von Jugendlichen durch bessere Ausbildung und Schulung,
  • die Förderung von Unternehmertum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie 
  • den Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Jugendlichen. 

Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Regierungsmaßnahmen spielt der Allchinesische Jugendverband. Er unterhält rund 650 Arbeitsvermittlungszentren im ganzen Land, die Jugendlichen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern sollen, indem sie bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen helfen. Darüber hinaus gibt es mehr als 100 so genannte "Start Your Business"-Trainingszentren, die junge Menschen beim Erlernen von Gründerfähigkeiten unterstützen und Starthilfe für Jungunternehmen geben. Des Weiteren werden an Universitäten "Know About Business"-Projekte angeboten, die Hochschüler(inne)n schon zu Studienzeiten relevante Kenntnisse über die Geschäftswelt vermitteln sollen. Auch spielt seit einigen Jahren die Informationen und Beratung über Berufswahl, Praktika und Existenzgründung für Jugendliche eine immer größere Rolle. (Informationen zum Beratungsprogramm finden Sie im Kapitel Jugendinformation.)

Weitere Maßnahmen des Allchinesischen Jugendverbands zur Förderung der Jugendbeschäftigung:

  • Modellarbeiter-Kampagne für Jugendliche (Youth Model Worker Campaign) – Kampagne in staatseigenen Betrieben, an der sich bis 2004 rund 40 000 Unternehmen und 30 Millionen junge Arbeiter/-innen beteiligt haben. 
  • Plan zur Aktivierung von fachlichen Kompetenzen von jungen Arbeiter(inne)n (Skill Vitalization Plan for Young Workers). 
  • Kompetenztrainingsprojekt für eine Million junge arbeitlose Arbeiter/-innen (Skill Training Project for a Million Young Laid-off Workers). 
  • Trainingsprojekt in den Bereichen Wissenschaft und Technologie für junge Landwirte (Century-spanned Science and Technology Training Project for Young Farmers). 
  • "Funkele in den westlichen Regionen"-Programm (Sparkle in Western Regions Programme) – Ziel dieses Programms ist es, Jugendliche mit den notwendigen beruflichen Fähigkeiten auszustatten, so dass sie in ihren Heimatregionen im Westen Chinas Arbeit finden. 
  • Plan der eintausend Schulen, eine Million junger Wanderarbeiter/-innen in den Städten zu schulen (Plan of One Thousand Schools to Train a Million Young Migrant Workers in Cities). 
  • Qualitätsentwicklungsplan für Studierende (College Student Quality Development Plan) – Beschäftigungstraining und Coaching für Studierende, um sie besser auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. 
  • Plan zur Förderung von berufsvorbereitenden Praktika für Jugendliche (Pre-employment Internship Plan for the Youth).

Viele Projekte werden in Zusammenarbeit mit dem Youth Employment Network Office China (www.ilo.org/public/english/employment/yen) umgesetzt, das 2005 im Rahmen einer Kooperation des Allchinesischen Jugendverbands mit den Vereinten Nationen, der Weltbank und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eingerichtet wurde.

In Bezug auf die Jugendkriminalität und ihre Bekämpfung bzw. Vorbeugung hat in den letzten Jahren eine Annäherung an Konzepte anderer Länder stattgefunden. So steht bei der Bestrafung junger Straftäter/-innen mittlerweile der mit der Strafe verbundene Erziehungsansatz im Mittelpunkt und die Strafen für Jugendliche fallen entsprechend geringer aus. Darüber hinaus wurde die Präventionsarbeit professionalisiert. Seit 2001 koordiniert eine Führungsgruppe zur Präventionsarbeit im Bereich Jugendkriminalität (Leading Group on Juvenile Delinquency Prevention Work) die Aktivitäten und in allen Provinzen des Landes wurden Einrichtungen zur Umsetzung der Präventionsmaßnahmen aufgebaut. 

Bei der Präventionsarbeit setzt die Regierung auf einen lokalen Ansatz. Seit 2002 wurden im Rahmen des gemeindebasierten Präventionsprojekts "Jugendkriminalität" (Community-based Juvenile Delinquency Prevention Project) zunächst 50 Pilotdistrikte ausgewählt, in denen Mechanismen, Organisationen, Einrichtungen und Arbeitsgruppen zur Präventionsarbeit aufgebaut wurden. Ziel ist es, das Umfeld für Jugendliche unter anderem durch Bildungs- und Freizeitangebote sowie psychologische Dienste zu ändern, um so ein "Abdriften vom rechten Weg" zu verhindern. Dabei wird eng mit den lokalen Behörden, Familien, Schulen und weiteren relevanten Akteuren zusammengearbeitet. 

Ein weiterer Schwerpunkt der chinesischen Kinder- und Jugendpolitik ist der Bereich der Freiwilligendienste. Im aktuellen Fünf-Jahres-Plan der chinesischen Regierung (2011-2015) wird das Potenzial von sozialen Organisationen und freiwilligem Engagement zur Stärkung der lokalen Gemeinschaft hervorgehoben. Für die chinesische Regierung sind dabei drei Punkte besonders wichtig: Methode für ideologische Erziehung, Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft und Element zur Förderung der sozialen Kompetenz der Jugendlichen. 
Die chinesische Regierung führt verschiedene Freiwilligenprogramme im Jugendbereich durch, die zum Teil vom Allchinesischen Jugendverband umgesetzt werden. Informationen zu diesen Programmen finden Sie unter www.acyf.org.cn/2009-12/25/content_3314913.htmhttp://www.acyf.org.cn/2009-12/25/content_3314913.htm
Insbesondere im sozialen Bereich setzt die chinesische Regierung zunehmend auf soziale Organisationen. Diese Organisationen stehen in enger Verbindung zur lokalen Bevölkerung und deren Bedürfnissen und ihre Arbeit basiert in hohem Maße auf freiwilligem Engagement. So ist freiwilliges Engagement zu einem wichtigen Motor der gesellschaftlichen Entwicklung geworden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Kapitel Freiwilliges Engagement.

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das Zentrum für Jugend- und Kinderforschung Chinas (China Youth and Children Research Center - CYCRC) ist ein von der chinesischen Regierung gefördertes nationales Forschungsinstitut, das sich aus verschiedenen untergeordneten Einrichtungen zusammensetzt. Es ist das einzige nationale Institut, das sich bei seiner Forschung auf Kinder und Jugendliche sowie verwandte Themen spezialisiert hat. Ziel ist es, durch theoretische Grundlagen und Informationen die Entwicklung der Jugend in China zu fördern. Das Institut veröffentlicht jährlich mehrere Studien, darunter Berichte über die Situation von Kindern und Jugendlichen in China.

Das Zentrum für Jugend- und Kinderforschung Chinas setzt sich zusammen aus 

  • dem Jugendforschungsinstitut (Youth Research Institute
  • dem Kinderforschungsinstitut (Children's Research Institute
  • dem Forschungsinstitut zur Jugendarbeit (Youth Work Research Institute
  • dem Forschungsinstitut zur Geschichte der Jugendbewegung (Research Institute of the History of Youth Movement
  • dem Institut für Internationale Jugend- und Kinderforschung (Institute of International  Youth and Children Research
  • der Informationsabteilung (Information Department
  • den herausgebenden Büros für das Journal of China Youth Study und das Journal of China Children Study 

Des Weiteren hat das Zentrum einige Forschungs- und Trainingseinrichtungen aufgebaut, die sich mit speziellen Themen und deren Umsetzung beschäftigen, darunter die Büros für Familienbildungs- und Alleinerziehendenforschung und eine Trainingsbasis für junge Militärangehörige. – Die Homepage des Forschungszentrums findet sich unter www.cycs.org (nur auf Chinesisch). 

Treppe in Hongkong mit Comicfiguren.
Treppe in Hongkong mit Comicfiguren.Bild: falco / pixabay.com

Die Stiftung zur Entwicklung der chinesischen Jugend (China Youth Development Foundation - CYDF) wurde 1989 als nicht-staatliche und gemeinnützige Organisation vom Allchinesischen Jugendverband, dem Allchinesischen Studierendenverband sowie der Arbeitskommission der Jungen Pioniere Chinas gegründet. Die Stiftung wirbt um Unterstützung bei in- und ausländischen Organisationen sowie bei Einzelpersonen für die Förderung von chinesischen Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Technologie, Kultur, Gesundheit, Sozialhilfe und Umweltschutz. Des Weiteren setzt sich die Organisation für die Modernisierung des Landes und den Aufbau von Beziehungen zwischen Jugendlichen in aller Welt ein. Das größte und bekannteste Projekt der Stiftung ist das "Projekt Hoffnung", das Schulabbrecher/-innen in armen Gebieten Chinas unterstützt. Partner der Stiftung sind zum Beispiel die International Youth Foundation (www.iyfnet.org), die Weltbank sowie Unternehmen wie Motorola und Coca Cola.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der Allchinesische Jugendverband (ACJV) wurde 1949 als Dachverband chinesischer Jugendorganisationen gegründet. Seine Stellung in der politischen Struktur Chinas kommt der eines Jugendministeriums gleich. Der ACJV ist damit nicht mit einem nationalen Jugendrat nach deutschem Verständnis vergleichbar.

Gegenwärtig hat der Allchinesische Jugendverband 52 Mitgliedsorganisationen (16 landesweite Jugendorganisationen und 36 regionale (provinziale) Jugendräte). Bei Letzteren handelt es sich um Vereinigungen von Jugendorganisationen auf der Ebene von Provinzen, autonomen Regionen oder zentral verwalteten Stadtbezirken. Diese Zusammenschlüsse sind gegenüber dem ACJV weisungsgebunden. Des Weiteren sind die Jugendsektionen der Einrichtungen, die direkt dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und den zentralen Staatsorganen unterstellt sind, Mitglied im ACJV. Gleiches gilt für die Jugendsektionen der zivilen Luftfahrtverwaltung, der nationalen Finanzinstitutionen und der staatseigenen Unternehmen. Darüber hinaus gibt es rund 1800 "verdienstvolle jugendliche Einzelmitglieder" des ACJV auf nationaler und 60 000 ebenso "verdienstvolle jugendliche Einzelmitglieder" auf Provinz- und Lokalebene. Diese haben sich durch herausragende Fähigkeiten (zum Beispiel in Sport, Kultur oder Wissenschaft) ausgezeichnet und werden auf Empfehlung der Mitgliedsorganisationen vom ACJV ausgewählt. 

Unter den Mitgliedsorganisationen des ACJV kommt der Kommunistischen Jugendliga der Volksrepublik China als Kernorganisation eine zentrale Stellung zu. Zwischen ihr und dem ACJV bestehen enge strukturelle und personelle Verflechtungen. So hält die Kommunistische Jugendliga im höchsten Gremium des ACJV die Mehrheit und stellt damit meist den Präsidenten bzw. die Präsidentin. Des Weiteren greift der ACJV für die Umsetzung seiner Aufgaben häufig auf die Strukturen der Kommunistischen Jugendliga auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zurück. – Weitere Informationen zur Kommunistischen Jugendliga im Kapitel Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich.

Das höchste Gremium des Allchinesischen Jugendverbands ist das Nationalkomitee. Es setzt sich aus von den Mitgliedsorganisationen empfohlenen Personen zusammen, die persönlich vom ACJV auf fünf Jahre berufen werden. Die Anzahl der Mitglieder/-innen variiert. Derzeit liegt sie bei etwa 77 000. Das Nationalkomitee wählt eine/-n Präsident/-in und mehrere Vizepräsident(inn)en (derzeit 22), die dem Gremium vorsitzen. Es ist verpflichtet, während seiner Amtszeit zwei Plenarsitzungen abzuhalten. Hauptaufgabe des Nationalkomitees ist es, die wichtigsten Leitlinien für die Arbeit, die Aufgaben und die Aktivitäten des Allchinesischen Jugendverbands festzulegen. 

Zwischen den Sitzungen des Nationalkomitees steht der Ständige Ausschuss dem Allchinesischen Jugendverband vor und ist für die Beschlussfassung und die Kontrolle des Präsidiums zuständig. Seine Mitglieder/-innen (etwa 230) werden vom Nationalkomitee gewählt. Der/die Präsident/-in und die Vizepräsident(inn)en des Nationalkomitees sind qua Amt auch Vorsitzende dieses Gremiums, das einmal pro Jahr tagt. 

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben unterhält der Allchinesische Jugendverband in Peking eine Geschäftsstelle mit rund 200 Mitarbeiter(inne)n. Sie gliedert sich in 13 Abteilungen und wird von einem/einer Generalsekretär/-in und dessen/deren Stellvertreter(inne)n geleitet. Angesichts der Doppelfunktion des ACJV und der Größe des Landes erscheint die Zahl der Mitarbeiter/-innen in der Geschäftsstelle auf den ersten Blick als gering. Hier muss beachtet werden, dass der ACJV für die Ausübung seiner Aufgaben auf die Strukturen der Kommunistischen Jugendliga zurückgreift und ihm somit rund 180 000 hauptamtliche Jugendarbeiter/-innen auf verschiedenen Ebenen bei Bedarf zur Verfügung stehen. 

Abbildung: Organisationsstruktur des Allchinesischen Jugendverbands

Organigramm des Allchinesischen Jugendverbands mit Nationalkomitee an der Spitze, gefolgt vom Ständigen Ausschuss, dem Präsidium und der Geschäftsstelle - Grafik: DIJA
Organigramm des Allchinesischen Jugendverbands mit Nationalkomitee an der Spitze, gefolgt vom Ständigen Ausschuss, dem Präsidium und der Geschäftsstelle - Grafik: DIJA

Laut Satzung hat der Allchinesische Jugendverbands unter anderem folgende Zielsetzungen: 

  • das Banner des Patriotismus und des Sozialismus hochzuhalten,
  • junge Menschen aller ethnischen Gruppen und sozialen Schichten zu vereinen und zu erziehen,
  • sie zu ermutigen, den Marxismus-Leninismus, Mao Zedongs Gedanken, den Sozialismus chinesischer Prägung sowie die moderne Wissenschaft, Technologie und das kulturelle Wissen zu studieren,
  • die legitimen Rechte und Interessen junger Menschen aller ethnischen Gruppen und sozialer Schichten zu repräsentieren und zu gewährleisten,
  • junge Menschen anzuleiten, am sozialen Leben auf aktive und gesunde Weise teilzunehmen, und ihnen Dienste für ihre Entwicklung anzubieten,
  • aktiv die Kontakte und die Vereinigung mit jungen Menschen in Taiwan, Hongkong und Macao sowie mit in Übersee lebenden Chines(inn)en auszuweiten sowie 
  • die Verbindung und die Freundschaft mit jungen Menschen in aller Welt zu stärken.

Die Arbeitsschwerpunkte des Allchinesischen Jugendverbands werden vom Nationalkomitee gemäß den Schwerpunkten der chinesischen Regierung festgelegt. Dabei hat der/die Präsident/-in die Möglichkeit, diese Arbeitsschwerpunkte entsprechend seiner/ihrer Spezialgebiete zu modifizieren, wobei der vorgegebene Rahmen jedoch erhalten bleiben sollte. Ferner richten sich die Programme und Maßnahmen des ACJV im Kern nach den in der Satzung festgeschriebenen Zielen, wie etwa die Förderung der Jugendpartizipation, die gesunde Entwicklung der Jugend oder die Vertretung der legitimen Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen. In diesem Zusammenhang führt der ACJV Programme und Aktivitäten in den Bereichen Beschäftigung, Kultur und Sport, Jugendbeteiligung, Freiwilligendienste und Umweltschutz durch. Darüber hinaus werden Fortbildungen zu den Themen Schutz der Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen, Wissenschaft und Technik angeboten.

Zu den vom Allchinesischen Jugendverband betriebenen Einrichtungen gehören etwa 5000 Jugendpaläste, 1800 städtische und 4000 kommunale Jugendzentren sowie knapp 650 Arbeitsvermittlungszentren für Jugendliche. 

Durch seine Mitgliedsstruktur ist der Allchinesische Jugendverband für etwa 300 Millionen Jugendliche zuständig, die sich überwiegend aus etwa 130 Millionen Jungen Pionieren – der Kinderorganisation der Kommunistischen Partei Chinas (Kinder im Alter von 7-14 Jahren) – und 80 Millionen Mitgliedern der Kommunistischen Jugendliga (Jugendliche im Alter von 14-28 Jahren) zusammensetzen. 

Quellen:
All-China Youth Federation/China Youth and Children Research Center: China Youth Report (1995-2004).
Selbstdarstellungsbroschüre des Allchinesischen Jugendverbandes aus dem Jahr 2005.

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