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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit
Sport

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Der Beirat für Jugendangelegenheiten, ein beim Unterrichtsministerium angesiedeltes Expert(inn)engremium, publiziert seit 1994 regelmäßig ein Jugendbarometer, das über die Einstellungen, Werte und Erwartungen von jungen Leuten in Finnland Auskunft gibt. Die Befragungen aus den Jahren 2006 und 2007 zeigen, dass Jugendliche in Finnland sehr zufrieden mit ihrem Leben sind. Dazu gehören Familie und Kinder ebenso wie eine erstklassige Ausbildung und ein fester Job. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist das Vertrauen junger Finn(inn)en in die politischen Institutionen und die finnische Demokratie gewachsen. Die Mehrheit ist überzeugt, dass die Regierung im Allgemeinen die richtigen Entscheidungen trifft und drei von vier Befragten glauben, dass das demokratische System ausreichend Möglichkeiten für Einflussmöglichkeiten gewährt. Zwei Drittel der 15- bis 29-Jährigen sind der Meinung, dass Jugendliche die Politik vor allem auf lokaler Ebene beeinflussen können.

Quellen:

  • Tilastokeskus - (Finnisches Amt für Statistik): www.stat.fi
  • Nuora: Jugendbarometer (Nuorisobarometri) 2006 und 2007 (Download)
  • Uusitalo, Tuula (2007)Suicides in Finland among children and young people (Download)

Drogen
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern beginnen finnische Jugendliche recht früh mit dem Rauchen und Trinken. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2007 gaben 5% der 14- bis 15-jährigen Mädchen und 3% der Jungen dieser Altersgruppe an, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu konsumieren. Bei den 16- bis 17-Jährigen waren es jeweils 13%. Seit 2000 ist in der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen allerdings ein leichter Abwärtstrend im Rauchen und Trinken zu verzeichnen, ausgenommen davon sind jedoch die 18-jährigen Mädchen.

Wie viele andere Länder auch gab es in Finnland zwei große "Drogenwellen": eine in den 1960ern und eine in den 1990ern. Der Anteil derjenigen, die mit Drogen experimentierten, erreichte Ende der 1990er den Höhepunkt. Diese Entwicklung ging mit der Technowelle einher und war vor allem ein Jugendphänomen. Zwischen 1995 und 1999 hat sich der Drogenkonsum fast verdoppelt. Im Vergleich dazu ist die Generation, die Ende der 1980er geboren wurde, weniger an Drogen interessiert. Trotzdem ist der Konsum von Drogen heute noch stärker verbreitet als zu Beginn der 1990er.

Das am häufigsten konsumierte Rauschmittel nach Alkohol und Medikamenten ist Cannabis. Bei einer Untersuchung im Jahr 2006 bestätigten 19% der 15- bis 24-Jährigen, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Damit sank der Cannabiskonsum dieser Altersgruppe zwischen 2002 und 2006 um sechs Prozentpunkte. Gleichzeitig stieg der Konsum bei den 25- bis 34-Jährigen um diesen Prozentsatz an. Daraus lässt sich schließen, dass Cannabis etwas an seiner Bedeutung für die aktuelle Jugendkultur verloren hat, wohingegen die Generation, die zur Jahrtausendwende mit Drogen experimentierte, ihren Konsum weiter fortsetzt – und dies mit steigendem Trend. 

In Bezug auf härtere Drogen zeigen Untersuchungen, dass 25% 15- bis 34-Jährigen Finn(inn)en jemanden kennen, der im Jahr zuvor illegale Drogen konsumierte. 10% waren illegale Drogen angeboten worden. Des Weiteren wurden Amphetamine, Ecstasy und Opiate konsumiert. Der Kokainkonsum ist in Finnland ein relativ kleines Problem. Grundsätzlich ist aber feststellbar, dass der Anteil von Jugendlichen, die Kontakt mit illegalen Drogen haben oder diese konsumieren, abnimmt. 

Bei der Drogen- und Suchtvorbeugung für Jugendliche handelt es sich in der Regel um eine Primärprävention. Die Aufklärungsarbeit erfolgt zum einen an den Schulen im Fach Gesundheitsaufklärung, in dem das Thema Drogenmissbrauch einen Schwerpunkt bildet. Zum anderen ist die außerschulische Jugendarbeit – gefördert vom Unterrichtsministerium - in dem Feld aktiv, wobei Individualbehandlungen und Therapien dem Sozial- und Gesundheitssektor überlassen werden. In der Praxis ist die Abgrenzung jedoch nicht so eindeutig. Die Arbeitsteilung überschneidet sich zum Beispiel bei der Sonderjugendarbeit und in den Jugendwerkstätten für arbeitslose Jugendliche.

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Sport

Skifahrer
SkifahrerBild: © Helix2012 / fotolia.com

Sport ist die beliebteste Freizeitbeschäftigung junger Finninnen und Finnen: Etwa 84% der 3- bis 18-Jährigen geben Sport als Hobby an, rund 50% von ihnen treiben mindestens viermal wöchentlich Sport. Mehr als einer von drei Jugendlichen nimmt an Aktivitäten teil, die von einem Sportklub angeboten werden. Der Rest betreibt alleine oder mit Freunden Sport.

Etwa 30% der finnischen Kinder haben ausreichend Bewegung, 10% sind physisch inaktiv. 40% der Kinder und Jugendlichen sind in Sportvereinen engagiert. Insgesamt nutzen jährlich rund 350 000 junge Finn(inn)en die Angebote der Sportverbände. Die beliebtesten Sportarten von Jungen sind Fußball und Salibandy, ein Mannschaftsspiel, das eine Verwandtschaft mit Hockey aufweist und in Deutschland unter dem Begriff Unihockey bekannt ist. Mädchen bevorzugen Schwimmen und mit Musik verbundene Sportarten wie zum Beispiel Tanzen.

Der Sport basiert in Finnland größtenteils auf Ehrenamtlichkeit. Insgesamt 500 000 Ehrenamtliche sind in diesem Bereich aktiv – davon viele in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Die Gemeinden unterhalten zahlreiche Sporteinrichtungen, sind aber nicht verpflichtet, außerschulische sportliche Aktivitäten für Kinder anzubieten. Deshalb spielen die lokalen Sportklubs eine zunehmend aktivere Rolle im außerschulischen Sport für Kinder.

Auf nationaler Ebene ist das Unterrichtsministerium für den Sport verantwortlich. Es entwickelt und koordiniert die Sportpolitik und fördert sportliche Aktivitäten, den Bau von Sportstätten, die Sportwissenschaft, internationale Sportkooperationen, gesundheitsfördernde Sportarten und anderes mehr im Bereich Sport. 

Der Jugendsport nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein. Von 2004 bis 2007 setzte Finnland ein Regierungsprogramm zur Förderung des Kinder- und Jugendsports um. Dieses umfasste zahlreiche Maßnahmen, um junge Finn(inn)en zu täglichen sportlichen Aktivitäten zu ermutigen. Ziel war es, die physische Aktivität von jungen Menschen zu erhöhen. So unterstützte das Programm unter anderem Sportklubs, die sportliche Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler entwickelten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf bisher inaktiven Kindern und Teenagern lag. 

Anfang 2008 hat ein vom Unterrichtsministerium beauftragtes Komitee einen Entwurf für ein nationales Sportprogramm vorlegt. Darin empfiehlt es unter anderem 

  • die Förderung des Kinder- und Jugendsports,
  • die Förderung der körperlichen Betätigung in Tagesbetreuungseinrichtungen und in der Schule,
  • die Gewährleistung guter Rahmenbedingungen für die Organisationen und Verbände, die Angebote im Sportbereich bereitstellen,
  • die bessere Nutzung der Jugendkultur im Sport. 

Der größte Dachverband von Sportverbänden ist der Finnische Sportverband (Suomen Liikunta ja Urheiluwww.sport.fi). Dieser fungiert sowohl als eine Serviceeinrichtung für seine 125 Mitgliedsorganisationen als auch als soziale Bewegung, die sich für die Förderung des finnischen Sports einsetzt.

Für junge Leute, die eine Karriere im Wettkampfsport anstreben, gibt es Schulen, die sich auf Sport spezialisiert haben. Sportliche junge Männer können sich auch für den Militärdienst in der Sportschule der Verteidigungskräfte bewerben.

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