x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Handstand im Schnee.
Handstand im Schnee.Bild: © Julian Weber / fotolia.com

Auf Regierungsebene liegt die Verantwortung für die internationale Jugendarbeit beim finnischen Unterrichtsministerium (www.minedu.fi/OPM/?lang=en).

Das Centre for International Mobility (Kansainvälisen henkilövaihdon keskus - CIMO, www.cimo.fi) ist als nachgeordnete Fachorganisation des Unterrichtsministeriums für die Förderung der interkulturellen Verständigung in den Bereichen Bildung und Fortbildung zuständig. So koordiniert es das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION, vergibt Stipendien für Auslandsaufenthalte sowie an ausländische Studierende, führt Austauschprogramme durch, fördert die Internationalisierung des Bildungs- und Fortbildungsbereichs durch Programme und Aktivitäten (Marketing, Kommunikation) und ist Träger des Informationsdienstes Eurodesk.

Die Finnische Jugendkooperation Allianssi (www.alli.fi/english) repräsentiert die finnischen Jugendorganisationen unter anderem im Europäischen Jugendforum (www.youthforum.org), in den Jugendstrukturen des Europarats (www.coe.int/t/dg4/youth/default_en.asp), im Nordischen Jugendkomitee (www.norden.org/en), in der Europäischen Jugendinformations- und Beratungsagentur (http://eryica.org) und in der World Assembly of Youth (www.way.org.my). Allianssis Interesse ist es, die Rolle der außerschulischen Bildung hervorzuheben und die Stärkung der Interessen Jugendlicher auf europäischer Ebene zu fördern. Unabhängig von Allianssi haben die Jugendorganisationen einen eigenen Zugang zu internationalen Kooperationen durch ihre internationalen Vereinigungen.

Das Unterrichtsministerium, CIMO, Allianssi, die Provinzregierungen sowie lokale Verantwortliche und Organisationen, die auf internationaler Ebene aktiv sind, treffen sich regelmäßig, um internationale Fragen zu diskutieren.

nach oben

Zusammenarbeit mit Deutschland

Deutschland und Finnland arbeiten im Jugendbereich seit Jahrzehnten eng zusammen. Ein Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit (Download als PDF) wurde im November 1978 verabschiedet und trat im April 1979 in Kraft.

Für 2008 und 2009 haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das finnische Unterrichtsministerium die Durchführung eines deutsch-finnischen Kooperationsprojekts vereinbart. Um die Demokratie in Europa zu stärken und Jugendliche an demokratischen Prozessen zu beteiligen, tauschten sich Entscheidungsträger/-innen, Forscher/-innen, Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendliche bei verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen über Formen und Wege der Jugendpartizipation in Deutschland und Finnland aus. Begleitet wurde das Projekt durch das Weblog "VERSTÄRKER – Jugendpolitik auf deutsch und auf finnisch" (http://verstaerker.pressenetzwerk.de) des Pressenetzwerks für Jugendthemen. Seinen Abschuss fand das Projekt auf einer Konferenz im Februar 2010, bei der die Ergebnisse der Zusammenarbeit vorgestellt wurden. Rund 70 Teilnehmer/-innen aus Deutschland und Finnland, sowie Gäste aus Belgien, Estland, Ungarn und der Ukraine beteiligten sich. Es wurde über Jugendpartizipation und deren Messbarkeit diskutiert, die Fachsprache von Politiker(inne)n kritisiert und die Gemeinsamkeiten und Gegensätze von Deutschland und Finnland herausgestellt. In einem Punkt herrschte Einigkeit: Die Meinung junger Leute muss ernst genommen, angehört und respektiert werden.

Das Netz des nicht-staatlichen Kultur- und Jugendaustauschs zwischen Deutschland und Finnland ist sehr dicht. Neben zahlreichen Besuchen und Direktkontakten zwischen Künstler(inne)n und Wissenschaftler(inne)n beider Staaten setzen mehr als 30 finnisch-deutsche Vereine in Finnland sowie die rund 80 Gruppen der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in Deutschland vielfältige kulturelle Austauschprogramme um. Die Deutsch-Finnische Gesellschaft (www.deutsch-finnische-gesellschaft.de/aktivitaten/jugendarbeit) ist die drittgrößte bilaterale Vereinigung ihrer Art in Deutschland. Hinzukommen die rund 80 Städte- und Kommunalpartnerschaften, die sich unter anderem für den Schüler- und Jugendaustausch einsetzen. Darüber hinaus organisieren deutsche und finnische Jugendverbände bi- oder multilaterale Jugendbegegnungen. Als Beispiel seien hier nur der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern (www.jugend.inmv.de/ljr/index.php) und dessen Mitgliedsorganisationen genannt, die sehr enge Kontakte nach Finnland unterhalten.

Deutschland bleibt für finnische Studierende beliebter Studienstandort, denn Deutsch ist bei jungen Finn(inn)en nach den Pflichtsprachen Schwedisch und Englisch nach wie vor die am häufigsten gewählte Fremdsprache. Im Studienjahr 2006/2007 studierten 757 Finn(inn)en in Deutschland, 593 davon über das europäische Austauschprogramm ERASMUS. Umgekehrt verbrachten 1172 Studierende aus Deutschland ein ERASMUS-Jahr in Finnland (Quelle: CIMO).

nach oben

Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Auf Regierungsebene ist internationale Jugendkooperation ein Bestandteil der kulturellen Kooperation. Jugendfragen werden in allen bilateralen Vereinbarungen berücksichtigt. Engere bilaterale Kooperationen im Jugendbereich unterhält Finnland derzeit zum Beispiel zu China, Deutschland, Estland, Israel, Italien, Mexiko, Palästina, Russland, Spanien und Südkorea. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt dabei auf dem Fachkräfteaustausch. Ziel ist es, unter anderem die eigene Jugendarbeit durch den Austausch von Expert(inn)en und guter Praktiken (best practices) zu fördern. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Unterrichtsminsteriums unter www.minedu.fi.

Ein Schwerpunkt der multilateralen Kooperation ist die Zusammenarbeit mit den skandinavischen Ländern sowie Russland, Estland und weiteren Ländern der Ostsee- und Barentsseeregion. 

Im Rahmen der Nordischen Zusammenarbeit ist das Unterrichtsministerium Finnlands im Nordischen Jugendkooperationskomitee (Nordic Youth Co-operation Committee) des Nordischen Ministerrats (Nordic Council of Ministers) vertreten. Das Gremium arbeitet als Beratungs- und Koordinierungsorgan im Bereich der nordischen und internationalen Kinder- und Jugendpolitik. Dem Komitee gehören sowohl Staaten als auch Jugendverbände an. Es fördert die nordische Zusammengehörigkeit der Jugend und Vorhaben, die dazu beitragen, die Zusammenarbeit zu verstärken. Weitere Informationen unter www.norden.org.

Straßenschild mit Hauptstädten
Straßenschild mit HauptstädtenBild: larahcv / pixabay.com

Des Weiteren ist Finnland in der Jugendzusammenarbeit der Ostseeanrainerstaaten aktiv. Der zuständige Ministerrat wird von einer Arbeitsgruppe unterstützt. Umgesetzt werden die vereinbarten Maßnahmen seit 1999 mit Hilfe des Ostseesekretariats für Jugendangelegenheiten (Baltic Sea Secretariat for Youth Affairs, http://bssya.org/http://bssya.org), das beim Landesjugendring Schleswig-Holstein in Kiel angesiedelt ist. Das Sekretariat dient als Informations- und Koordinierungsstelle für alle Formen der Zusammenarbeit zwischen jugendpolitischen Strukturen der Jugendarbeit und zwischen Jugendprojekten in der Ostseeregion.

Seit 1994 hat Allianssi als Dachverband der finnischen Jugendorganisationen im Ostsee-Jugendforum (Baltic Youth Forum) gemeinsam mit nationalen bzw. regionalen Jugendvertretungen aus den anderen skandinavischen Ländern, dem Baltikum, Russland, Polen und Deutschland mitgearbeitet. Ziel der Kooperation war die Vertretung der Jugendorganisationen gegenüber den Strukturen der Jugendzusammenarbeit in der Ostseeregion. Zudem wurden gemeinsame Projekte durchgeführt. Aufgrund geänderter Interessenlagen wurde die Arbeit im Ostsee-Jugendforum 2007 vorerst eingestellt. Derzeit wird überlegt, eine neue Form der Zusammenarbeit aufzubauen. 

Ähnlich wie im Ostseeraum gibt es auch eine Jugendzusammenarbeit der Barentsseeregion. Auch hier engagiert sich das finnische Unterrichtsministerium und ist in der zuständigen Arbeitsgruppe vertreten. 2001 wurde ein Aktionsplan für die Jugendkooperation verabschiedet, dessen Umsetzung vom Jugendsekretariat der Barentsseekooperation (Barents Youth Cooperation Office, www.barentsyouth.org) unterstützt wird. Das Sekretariat ist in Murmansk (Russland) angesiedelt.

Verschiedene Jugendorganisationen und Jugendgruppen in der Barentsseeregion (die Barentssee grenzt an den Norden Russlands, Finnlands, Schwedens und Norwegens) haben in den letzten Jahren ein Netzwerk aufgebaut, um die Kooperation in der Region auch auf der Ebene der Jugendstrukturen zu fördern. Der Name des Netzwerks ist Barents Regional Youth Forum (Regionales Jugendforum der Barentssee). Seit 2004 gibt es darüber hinaus den Regionalen Jugendrat der Barentssee (Barents Regional Youth Council). Er besteht aus je einer bzw. einem Jugendvertreter/-in pro Region und einer bzw. einem Repräsentantin bzw. Repräsentanten der indigenen Völker und vertritt die Interessen von Jugendlichen der Region gegenüber den staatlichen Strukturen. – Weitere Informationen zum Regionalen Jugendrat der Barentssee finden sich unter www.barentsyouth.org/the-barents-regional-youth-council.375116-71762.html.

Im Europarat, insbesondere im europäischen Lenkungsausschuss für die Jugend, bemüht sich Finnland, die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Jugendforschung und deren Nutzung voranzutreiben. Seit 1995 ist Finnland Mitglied der Europäischen Union, wo es versucht, auf horizontale Aspekte der Jugendpolitik aufmerksam zu machen und die Wichtigkeit der Koordination in der Jugendpolitik zu betonen.

Finnland wirkt beim European Knowledge Centre for Youth Policy (EKCYP, http://youth-partnership-eu.coe.int/youth-partnership/ekcyp/index) mit, einer Online-Wissensplattform von Europarat und Europäischer Kommission zur Jugend in Europa. Die fünf großen Themenbereiche, zu denen Informationen gesammelt und verbreitet werden, sind: ABC der Jugendpolitik, besseres Verständnis der Jugend, Information, Partizipation und Aktivitäten von Freiwilligen.

nach oben

Mobilität

Reisen innerhalb Finnlands sind bei finnischen Familien relativ häufig. In den Sommermonaten werden die Sommer- und Ferienhäuser an den Seen stark frequentiert, in den Wintermonaten boomt der Tourismus in Lappland, wo Ski und Snowboard gefahren werden kann.

Junge Finn(inn)en reisen viel. Jährlich nehmen Tausende an Mobilitätsprogrammen teil - zum Jugendaustausch, Studium oder Arbeiten. Zum Auslandsstudium gehen junge Finninnen und Finnen am liebsten nach Estland, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, die USA und Schweden. Dabei sind es vor allem junge Frauen, die im Ausland studieren.

Das Unterrichtsministerium fördert die Mobilität der Jugendlichen unter anderem durch das Centre for International Mobility (CIMO, www.cimo.fi/frontpage), das zu Auslandsaufenthalten berät, Stipendien vergibt und als Nationalagentur für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION fungiert. Regierungsbezirke und Gemeinden verfügen darüber hinaus über eigene Austauschprogramme.

Finnland ist Mitglied in der European Youth Card Association (EYCA). Informationen zu Vergünstigungen mit der Europäischen Jugendkarte EURO26 (und jede Menge weiterer Informationen zu kulturellen Veranstaltungen, Reiseangeboten, ...) gibt es unter www.euro26.fi.

Weitere Informationen zu Finnland für junge Leute auf dem Europäischen Jugendportal: http://europa.eu/youth/FI_en

nach oben