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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit

In der internationalen UNICEF-Vergleichsstudie zum kindlichen Wohlbefinden liegt Frankreich auf Platz 13 von insgesamt 29 untersuchten Industrieländern. Bei der Selbsteinschätzung des subjektiven Wohlbefindens von Jugendlichen liegt Frankreich auf Platz 18 und somit weit vor Deutschland. (Quelle und detailliertere Informationen: Child well-being in rich countries. A comparative overview, 2013)

Selbstwahrnehmung des eigenen Gesundheitszustandes
96% der 15- bis 30-Jährigen bezeichnen ihren Gesundheitszustand als gut. Die Hälfte davon hat sogar das Gefühl bei hervorragender Gesundheit zu sein. Diese positive Selbstwahrnehmung verringert sich mit zunehmendem Alter. Auch zeigt sich ein Unterschied bei den Geschlechtern: Junge Frauen nehmen ihre Gesundheitszustand negativer wahr als junge Männer der gleichen Altersgruppe. Besonders arbeitslose Jugendliche empfinden ihren Gesundheitszustand häufig als schlecht.

Arztbesuch
Acht von zehn jungen Menschen gehen mindestens einmal pro Jahr zu einem Allgemeinarzt. Der Empfehlung der französischen Behörde für Gesundheitsfragen (La Haute Autorité de Santé française, HAS) ein Mal pro Jahr zum Zahnarzt zu gehen, folgt nicht einmal jeder zweite Jugendliche.  7% der 15- bis 30-Jährigen haben schon einmal einen Spezialisten für psychische Gesundheit konsultiert. Eine/-r von 10 Jugendlichen hat im Laufe seines Lebens schon einmal eine Psychotherapie gemacht und 22% haben Psychopharmaka eingenommen – junge Frauen häufiger als junge Männer.

Information
Die Altersgruppe der 15- bis 30- Jährigen zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich besonders gut über Gesundheitsfragen informiert fühlt und zur Information das Internet nutzt. So erklärt es sich auch, dass die 15- bis 30-Jährigen sich weitaus besser informiert fühlen als die 31- bis 75-Jährigen.
Jeder zweite der jungen Menschen hat in den vorangegangenen 12 Monaten vor der Umfrage im Internat nach Ratschlägen und Informationen zu Gesundheitsthemen recherchiert und 15% geben an, dass das Internet ihr Verhalten bezüglich ihrer Gesundheit verändert hat.
93% empfinden sich als gut oder sehr gut informiert über die Themen: Alkohol, Tabak, Verhütung und Aids. In Bezug auf andere Gesundheitsfragen, wie Krebs, Impfungen und andere sexuell übertragbare Krankheiten fühlen sie sich ebenso gut informiert, wenn auch etwas weniger gut als bei den obengenannten Themen. Nur jeder zweite fühlt sich ausreichen informiert über Gesundheitsrisiken, die im Zusammenhang mit Umwelteinflüssen stehen. Schlecht informiert fühlt sich eine Mehrheit über Depressionen, Berufskrankheiten und Alzheimer.

Genuss- und Rauschmittel
Tabak
Mit 44% Tabakkonsument(inn)en, davon 36% regelmäßige, ist die Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen diejenige, mit den meisten Raucher(inne)n. Nachdem der Tabakkonsum in Frankreich in den vergangenen 10 Jahren stetig zurückging, befand er sich zum Zeitpunkt der Befragung (2010) wieder auf einem Höchststand – insbesondere bei jungen Männern.  Während sich die Anzahl der jungen Raucherinnen zwischen 2005 und 2010 verringerte, nahm die Anzahl der jungen Raucher im gleichen Zeitraum zu. Im Durchschnitt beginnen sie mit 15,6 Jahren zu rauchen. 52% der regelmäßigen Tabakkonsument(inn)en möchten mit dem Rauchen aufhören. Die meistgenannten Gründe, um mit dem Rauchen aufzuhören, sind die Gesundheit (53%), die Kosten (24%) und Schwangerschaft (17%). Die sozio-berufliche Situation hat einen Einfluss auf den Tabakkonsum: 23%  der Student(inn)en, 42,5% der Berufstätigen und 53% der Arbeitslosen sind Raucher.

Alkohol
Alkohol ist das meist konsumierte Rauschmittel in der Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen. 82% der Befragten hatten innerhalb des letzten Jahres Alkohol getrunken und 25,5% gaben an, einmal pro Monat betrunken gewesen zu sein (API, alcoolisation ponctuelle importante).  Täglicher Alkoholkonsum ist bei jungen Menschen jedoch selten und trifft nur für 2,5% der Befragten zu. Ebenso wie beim Tabakkonsum ist auch der Alkoholkonsum wieder angestiegen, nachdem er in den Vorjahren rückläufig war. Den ersten Alkoholrausch erleben die Jugendlichen im Durchschnitt mit 16 Jahren. Übermäßiger Alkoholkonsum ist nach wie vor in erster Linie eine männliche Verhaltensweise doch die Diskrepanz zwischen jungen Männern und jungen Frauen verringert sich (2005: 48 % der jungen Männer und 19 % der jungen Frauen; 2010: 57 % der jungen Männer und et 33,5 % der jungen Frauen). Junge Frauen bevorzugen Wein, während junge Männer eher zu Bier oder harten Alkoholika greifen.

Illegale Drogen
Mit 51% bei jungen Männer und 38% bei jungen Frauen ist der Cannabiskonsum in Frankreich seit dem Jahr 2000 gleichbleibend. Erste Erfahrungen mit Cannabis machen junge Menschen im Durschnitt mit 17 Jahren. Andere illegale Drogen, die (nicht ganz so häufig wie Cannabis) konsumiert werden, sind vor allem Poppers (10,5% der jungen Männer und 7% der jungen Frauen) und Kokain (5,5% der jungen Männer und 5% der jungen Frauen).

Weitere Informationen zum Drogenkonsum unter französischen Jugendlichen finden Sie auf der Seite der Europäischen Schul-Überwachungsstelle für Alkohol und andere Drogen (ESPAD, European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs) sowie in der Veröffentlichung des Observatoire français des drogues et des toxicomanies (OFDT):  "Alcool, tabac et cannabis durant les années lycée" (November 2013) und 

Frankreich gehört zu den Ländern mit den härtesten Drogengesetzen Europas. Die Herstellung, die Weitergabe und der Konsum von Drogen sind entweder streng geregelt oder gänzlich verboten. Für Alkohol und Tabak gelten eigene Regelungen. Hier finden Sie Informationen zur französischen Gesetzgebung zum Thema Drogen.
Das Observatoire français des drogues et des toxicomanies, OFDT (Französische Beobachtungsstelle für Drogen und Sucht) beschäftigt sich ebenfalls mit den strafrechtlichen Sanktionen bei Drogenkonsum.

Weitere allgemeine Informationen, mit einem besonderen Fokus auf Jugendlichen, sowie Angaben von Telefondiensten, Internetseiten und örtlichen Hilfsangeboten und Beratungsstellen unter: www.drogues-dependance.fr sowie auf der Seite der Mission interministérielle de lutte contre la drogue et la toxicomanie: www.drogues.gouv.fr/.

Drogues Alcool Tabac Info Service 113 ist ein nationaler, kostenloser und anonymer Telefondienst zur Information und Prävention in Sachen Drogen und Drogenabhängigkeit.


Ernährung
Junge Frauen ernähren sich im Allgemeinen gesunder als junge Männer. Sie essen mehr Obst und Gemüse, seltener fast-Food-Produkte und trinken weniger zuckerhaltige Getränke als junge Männer.

Schlaf
Die Durchschnitts-Schlafzeit der 15- bis 30-Jährigen liegt bei 7 Stunden 26 Minuten, (7 Stunden 37 bei jungen Männern und 7 Stunden 15 Minuten bei jungen Frauen), weniger als die empfohlene tägliche Menge an Schlaf für diese Altersgruppe. Fast ein Viertel von ihnen klagen über chronischen Schlafmangel. Unter Schlafstörungen leiden junge Frauen (19%) eher als junge Männer (9%). 11% greifen zu Schlafmitteln.

Weitere Informationen und Quellen:

Sport

Frau mit Ball.
Frau mit Ball.Bild: © MaFiFo / fotolia.com

Sport spielt in Frankreich eine große Rolle, vor allem auch bei jungen Menschen. Von 2002 bis 2004 gab es ein eigenes Ministerium für Sport. In der französischen Regierung unter Hollande waren seit dem 16. Mai 2012 die Ressorts Sport, Jugend, Volksbildung und Verbandswesen gemeinsam in einem Ministerium zusammengefasst, seit April 2014 dann die Ressorts Frauenrechte, Stadt Jugend und Sport. Dem Sport in der Erziehung und der Gesundheitsvorsorge im Jugendbereich wird weiterhin große Bedeutung beigemessen.

Die Organisation des sportlichen Lebens in Frankreich ruht fast ausnahmslos auf den Schultern der Vereine. Etwa ein Viertel aller registrierten Vereine in Frankreich sind Sportvereine (170 000 von 730 000). Diese haben ungefähr 14 Millionen Mitglieder. Der nationale Dachverband für den Sport in Frankreich ist das Comité National Olympique et Sportif Francais (CNOSF), in dem 89 Sportverbände Mitglied sind und das auch für den Jugendbereich und die internationalen Beziehungen zuständig ist. 

Die Sportkarte (Coupon sport) ist ein personengebundener Ausweis im Wert von 16 €, der jeweils ein Jahr gültig ist. Der Ausweis kann von der ganzen Familie benutzt werden, wenn die Familie eine finanzielle Beihilfe zum Schulanfang bekommt. Mit der Sportkarte kann man an allen Sportarten, die von durch das Sportministerium anerkannten Sportclubs und Vereinen angeboten werden, teilnehmen. Informationen erteilen die für Jugend und Sport zuständigen Stellen im jeweiligen Département, die Rathäuser (Stadtverwaltungen) und die Nationale Agentur für Ferienschecks (Agence Nationale pour les Chèques-Vacances). 

Die Mitgliedschaft des Ministeriums für Sport und Jugend in der Jugend- und Sportministerkonferenz der französischsprachigen Länder (Conférence des ministres de la Jeunesse et des Sports des pays ayant le français en partage - CONFEJES) ermöglicht jungen Französinnen und Franzosen die Teilnahme an den Frankofonie-Spielen (Jeux de la Francophonie), die im künstlerischen und sportlichen Bereich seit 1989 ausgetragen werden. 2013 werden die Spiele in Frankreich stattfinden.