x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Zentrale Einrichtungen und Organisationen

In erster Linie ist für die internationale Jugendarbeit das Ministerium für Stadtentwicklung, Jugend und Sport zuständig. Innerhalb des Ministeriums ist die Abteilung für Jugend, außerschulische Bildung und Verbandswesen mit der Koordination der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit beauftragt. Die Abteilung hat die Aufsicht über das Deutsch-Französische Jugendwerk DFJW/OFAJ (siehe Zusammenarbeit Deutschland) und das Französisch-Kanadische Jugendwerk OFQJ. Außerdem arbeitet das Ministerium Bereich eng mit dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten zusammen. 

Das Institut National de la Jeunesse et de l’Èducation populaire – INJEP ist für die Umsetzung des Europäischen Aktionsprogramms JUGEND zuständig.

Zusammenarbeit mit Deutschland

Angemalte Hände mit deutscher Flagge und französischer Flagge greifen ineinander.
Angemalte Hände mit deutscher Flagge und französischer Flagge greifen ineinander.Bild: © Nelos / fotolia.com

Die Zusammenarbeit mit Deutschland wird im Wesentlichen über das Deutsch-Französische Jugendwerk – DFJW abgewickelt. Die Gründung des DFJW im Jahre 1963 war ein Meilenstein auf dem Weg der deutsch-französischen Annäherung und Partnerschaft. Seit der Gründung konnten sich etwa 7 Millionen junge Franzosen und Deutsche begegnen und in gemeinsamen Programmen und Projekten von einander lernen. Das DFJW fördert jährlich über 7000 Begegnungen, an denen rund 200 000 Jugendliche teilnehmen. Das DFJW fördert insbesondere den Jugendaustausch zwischen

  • Jugendorganisationen
  • Sportvereinen
  • Sprachzentre
  • Berufsbildungseinrichtunge
  • Standesorganisationen und Gewerkschaften
  • Schulen und Universitäten
  • Gemeinden
  • Partnerschaftskomitees

Das DFJW hilft seinen Partnern bei finanziellen, pädagogischen und sprachlichen Fragen des Austauschs. Es unterstützt sie bei der inhaltlichen Vorbereitung und Analyse der Begegnungen, informiert und berät sie.

Im Rahmen des 40. Jahrestags des Elysée-Vertrags haben die Regierungschefs von Frankreich und Deutschland eine gemeinsame Erklärung und neue Leitlinien für die Jugendminister beider Länder verabschiedet. In den Leitlinien wird festgehalten, dass zukünftig verstärkt Jugendinitiativen gefördert werden sollen, dass die Freiwilligenprogramme beider Länder näher zusammengebracht werden sollen (zum Beispiel Freiwilliges Soziales Jahr) und dass die interkulturelle Komponente in der Begegnungsarbeit intensiviert werden soll, auch in der verstärkten Zusammenarbeit mit Drittländern. Die Regierungschefs bestätigen gleichzeitig, dass das DFJW auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Zusammenarbeit spielen soll, wobei die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Behörden und Einrichtungen der Jugendarbeit noch intensiviert werden soll. Der 22. Januar ist zum Deutsch-Französischen Tag erklärt worden, der zukünftig zur Sympathiewerbung für vertiefte Beziehungen zwischen beiden Ländern genutzt werden soll.

Auf dem Gipfeltreffen in Poitiers 2003 wurde auch eine Arbeitsgruppe Jugend/Bildung/Sprache (Bericht Seiten 63-76) zu dem vom Deutsch-Französischen Jugendparlament anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Elysée-Vertrages angeregten Deutsch-Französischen Geschichtsbuch gebildet.  

Am 17. Januar 2006 hat der französische Senat in Paris das Abkommen zur Reform des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) ratifiziert. Damit ist das Gesetzgebungsverfahren zur Neufassung des Abkommens abgeschlossen. Die ehemalige Bundesjugendministerin Renate Schmidt und ihr französischer Amtskollege Jean-François Lamour hatten das Abkommen zur Reform des DFJW beim Deutsch-Französischen Ministerrat vergangenes Jahr in Paris unterzeichnet. Ziel der Reform ist es, den deutsch-französischen Jugendaustausch an die nach vierzig Jahren veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Im Abkommen werden deswegen künftig die Ziele des Jugendwerks beschrieben und dem DFJW so mehr Flexibilität gegeben: Neben dem Erwerb sprachlicher Kompetenzen, soll die Kultur des anderen vermittelt, interkulturelles Lernen gefördert, die berufliche Qualifizierung unterstützt werden und für die besondere Verantwortung Deutschlands und Frankreichs in Europa sensibilisiert werden.

Strukurelle Veränderungen durch die Reform:

  • das bisherige Kuratorium wird aufgesplittet in: 
    • ein Entscheidungsgremium,
    • den Verwaltungsrat und in
    • ein beratendes Gremium, den Beirat.

Damit wurde einem seit langem bemängelten Interessenkonflikt Rechnung getragen. Dieser entstand dadurch, dass im Kuratorium Vereine und Verbände über den Haushalt des DFJW entschieden und gleichzeitig Zuwendungsempfänger der Institution waren. Als weiteres innovatives Element der Reform wird es zukünftig zwei gleichberechtigte und nach dem Kollegialitätsprinzip arbeitende Generalsekretäre - einen Deutschen und einen Franzosen - geben.

Der Nationale Jugendrat CNAJEP hat eine deutsch-französische Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig trifft und Aktivitäten in der Zusammenarbeit mit Deutschland beschließt.

Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Neben den bilateralen Beziehungen mit Deutschland, die durch das Deutsch Französische Jugendwerk betrieben werden, unterhält Frankreich vor allem intensive jugendpolitische Beziehung mit Québec, für die das Französisch-Kanadische Jugendwerk (Office franco-québécois pour la jeunesse, OFQJ) zuständig ist. Außerdem vereinfacht ein spezielles Französisch-kanadisches Abkommen zur Jugendmobilität (Accord France-Canada sur la mobilité des jeunes) den Austausch zwischen den beiden Ländern.

Im Rahmen von so genannten Kulturabkommen (accord culturel cadre) existieren internationale jugendpolitische Beziehungen zu etwa 20 weiteren Ländern, vorwiegend in Ost- und Westeuropa sowie im Mittelmeerraum. Spezielle Kooperationsverträge sind auch mit Libanon, Vietnam und Palästina geschlossen worden. Im Rahmen dieser Abkommen werden hauptsächlich Jugend- und Fachkräfteaustauschmaßnahmen gefördert und durchgeführt. Das Ministerium für Jugend und Sport vertritt Frankreich auf europäischer Ebene im Bereich Jugendfragen.
Informationen zu Frankreichs internationale jugendpolitische Beziehungen finden sich unter „Mobilité Internationale“ auf der Seite des französischen Jugendministeriums: http://www.jeunes.gouv.fr/

Das französische Ministerium für Jugend und Sport ist neben dem französischen Außenministerium Mitglied in der Jugend- und Sportministerkonferenz der französischsprachigen Länder (Conférence des ministres de la Jeunesse et des Sports des pays ayant le français en partage - CONFEJES). Es kooperiert dort mit den vertretenen Partnerländern zum Beispiel bei der Ausarbeitung von nationalen Jugend- und Sportpolitiken insbesondere in den afrikanischen Mitgliedstaaten, im Trainingsbereich für Jugendbetreuerinnen und -betreuer/-innen, bei der Organisation von Sportveranstaltungen und Jugendtreffen. 

Die dem französischen Außenministerium beigeordnete Staatssekretärin für Entwicklung und Frankofonie (Secrétaire d'État au Développement et à la Francophonie) vertritt in der  Organisation internationale de la Francophonie, OIF (ehemals: Agence intergouvernementale de la Francophonie) die Interessen Frankreichs. Die Internationale Organisation der Frankophonie hat das Ziel, durch multilaterale Zusammenarbeit den Frieden, den Dialog der Kulturen, die Entwicklung und die Jugend zu fördern unter anderem durch gezielte Programme wie das Programme de mobilité des jeunes dans l'espace francophone (PMJ). Die OIF hat auch ein eigenes Jugendportal (Portail Jeunesse): http://www.jeunesse.francophonie.org/.

Mobilität

Um berufliche Auslandserfahrungen zu sammeln oder um zu immigrieren, ist Québec das Zielland Nummer eins außerhalb Europas für junge Franzosen und Französinnen. (Quelle: http://www.ofqj.org/)

Sehr beliebt sind in Frankreich die so genannten Feriendörfer (Centres des vacances), in denen Kinder und Jugendliche auch ohne ihre Eltern, individuell oder in Gruppen ihre Ferien verbringen können. Zahlreiche Feriendörfer empfangen Kinder im Rahmen von Schulaufenthalten. (Quelle: www.franceguide.com)

Rund 71% der Franzosen erachten gerade Ferien für Kinder und Jugendliche als besonders wichtig. Der Verband La Jeunesse au Plein Air macht sich dafür stark und hat den Aufruf Un million d'enfants de plus en vacances! an Entscheidungsträger im Bereich Kinder- und Jugendreisen sowie -ferien gerichtet mit der Aufforderung, mehr Kindern und Jugendlichen Ferien zu ermöglichen. Zum Beispiel ging die Forderung an die französische Bahngesellschaft SNCF, bessere Gruppentarife für Kinder- und Jugendgruppen anzubieten.

Frankreich ist Mitglied in der European Youth Card Association (EYCA). Am 13. September 2016 haben der Europarat, die Stadt Straßburg, die Universität Straßburg und der Verband der Europäischen Jugendkarte (EYCA)  die Jugendkarte in Frankreich eingeführt.
Die Europäische Jugendkarte bietet jungen Menschen unter 31 Rabatte bei Reisen, Unterkunft, Transport, Kultur, Sport, Bildung, Versicherung und vielerlei Produkten in 35 Ländern in Gesamteuropa. Mehr Informationen zur EURO26 unter http://www.euro26.org.

Frankreich ist Programmland im EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport Erasmus+ JUGEND IN AKTION. Die französische Nationalagentur für die Umsetzung des Programms (Agence Erasmus+ France Jeunesse & Sport) ist das Institut National de la Jeunesse et de l’Education populaire mit Sitz in Paris.

Weitere Informationen zu Frankreich für junge Leute auf dem Europäischen Jugendportal: http://europa.eu/youth/FR_de

Weitere Informationen zur französischen Jugendmobilitätsstrategie finden Sie unter 'Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme'

nach oben