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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Für die Umsetzung der Jugendpolitik ist in Frankreich das Bildungsministerium (Ministère de l´Éducation Nationale) zuständig. Weitere Informationen unter http://www.jeunes.gouv.fr/. Seit dem 21. Juni 2017 ist Jean-Michel Blanquer Minister für Bildung. 

Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Das ressortübergreifende jugendpolitische Regierungsprogramm mit dem Titel Priorité Jeunesse wurde vom Comité Interministériel de la Jeunesse (CIJ), bestehend aus 24 Minister(inne)n, und mit beratender Unterstützung der Regionen, Kommunen und der Zivilgesellschaft erarbeitet und im Februar 2013 offiziell verabschiedet. Es beinhaltet 13 Ziele und 47 konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele. Die Handlungsfelder der Priorité Jeunesse beziehen sich auf zentrale jugendpolitische Themen, wie

  1. Information, Begleitung und Orientierung für die vielseitigen Bedürfnisse junger Menschen,
  2. Förderung von Bildungserfolgen, Verhinderung von Schulabbruch, Unterstützung gelingender Übergänge von Schule in Arbeit,
  3. Gesundheit, Wohnen, Beschäftigung,
  4. soziale Integration,
  5. soziale Wiedereingliederung,
  6. verbesserter Zugang zu Sport, Kultur, Medien,
  7. Förderung digitaler Kompetenzen,
  8. Ausbau und vielseitigere Gestaltung der europäischen und internationalen Jugendmobilität (Jugendmobilitätsstrategie),
  9. Anerkennung und Förderung von Engagement,
  10. Beteiligung am demokratischen und institutionellen öffentlichen Leben,
  11. Bekämpfung von Diskriminierungen.

Quelle: http://www.jeunes.gouv.fr/actualites/priorite-jeunesse/article/comite-interministeriel-de-la-5540

Französische Jugendmobilitätsstrategie
Im Vorfeld hatte der Comité Interministériel de la Jeuness folgende Probleme in Bezug auf Jugendmobilität festgestellt:

  • Die Vielfalt der Angebote und Programme kann zu Unübersichtlichkeit führen.
  • Einige Jugendliche, insbesondere benachteiligte Jugendliche, finden keinen Zugang zu Mobilitätsangeboten. Für Jugendliche in den französischen Überseegebieten ist der Zugang zu internationalen Mobilitätsangeboten besonders schwierig.
  • Die vielen voneinander abgegrenzten Anbieter und Mobilitätsprogramme erschweren den Jugendlichen die Möglichkeit, Verbindungen und Übergänge zwischen den Angeboten herzustellen (Ausbildung, Freiwilligentätigkeit, Arbeit).

Daraus ergeben sich vier Handlungsmaßnahmen (Maßnahmen 31-34):

Maßnahme 31: Erhöhung der Anzahl der Jugendlichen, die europäische und internationale Mobilitätsangebote nutzen

  • Dank Erasmus + werden mehr junge Menschen unterstützt. Das EU-Programm wird in zwei Nationalagenturen umgesetzt, eine für formale Bildung, die andere für informelle Bildung. Dadurch sollen mehr junge Menschen erreicht werden.
  • Erhöhung der Regierungsbeiträge für 2013 von Frankreich und Deutschland für das DFJW um 2 Millionen Euro im Zuge des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags
  • Neuausrichtung des französisch-quebekischen Jugendwerks (OFQJ, Office franco-québécois pour la jeunesse) hin zu einer Stärkung der Jugendpolitik und non-formaler Bildung

Maßnahme 32: Koordinierung der Akteure, um den Zugang zu den verschiedenen Programmen zu vereinfachen

  • Gründung eines Comité permanent des opérateurs de la mobilité (gegründet Oktober 2013), das sich in fünf Arbeitsgruppen unterteilt, die thematisch den gesamten Bereich Jugendmobilität der Priorité Jeunesse abdecken. Die fünf Arbeitsgruppen befassen sich mit folgenden Themen:
    1. Zugang zu Mobilitätsangeboten erleichtern, besonders für Jugendliche, die weniger Möglichkeiten haben
    2. bessere Kenntnisse über die jugendlichen Nutzer/-innen von Mobilitätsangeboten erlangen
    3. regionale Strategien erstellen
    4. Mobilitätsangebote überschaubarer machen
    5. Anerkennung für gesammelte Mobilitätserfahrungen verbessern.

    Die 5 Arbeitsgruppen setzen sich zusammen aus: Regierungsvertreter(inne)n und Vertreter(inne)n dezentraler Stellen, Gemeinderäte, Vertreter/-innen der Mobilitätsstrukturen, Jugendverbände und -organisationen. Für 2014 soll das Comité permanent des opérateurs de la mobilité konkrete Aktionen und neue Denkansätze erarbeiten.
  • Errichtung von "Regionalen Plattformen", die von den Regionen und Präfekten (Directions régionales de la jeunesse, des sports et de la cohésion sociale, DRJSCS) in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft koordiniert werden. Jedes DRJSCS soll einen regionalen Ausschuss (Comités régionaux de la mobilité européenne et internationale des jeunes) gründen, dessen Aufgabe es ist, regionale Entwicklungspläne für Mobilität auf Basis von örtlichen Bestandsaufnahmen zu entwickeln. In diesen Prozess werden auch die Jugendlichen, ihre Familien und die Wirtschaft mit einbezogen.

Maßnahme 33: Kommunikation über Peers und Akteure des Jugendbereichs

  • Peers stehen im Mittelpunkt der Kommunikationsstrategie der Träger; Erfahrungen von jungen Botschafter(inne)n (z. B. des DFJWs) werden genutzt, gemeinsame Aktionen werden entwickelt und von Trägern und den Regionalen Plattformen unterstützt.
  • Mobilität wird zum Ausbildungsinhalt für alle, die im Jugendbereich tätig sind. Der/Die für Jugend zuständige Minister/-in versammelt jährlich alle Akteure (aus Schule, Vereinen, Wirtschaft, staatlicher und kommunaler Ebene) und bespricht die Themen von gemeinsamem Interesse.
  • wird von mehreren Ressorts umgesetzt: Bildung, Forschung, Auswärtiges, Übersee, Kultur, Innere Angelegenheiten und Landwirtschaft

Maßnahme 34: Bekämpfung der Ungleichheit, die für Jugendliche in den französischen Überseegebieten besteht

  • Mittel, die für die Mobilität Jugendlicher aus den Überseegebieten bereitstehen, werden verdoppelt.
  • Errichtung einer eigenen Aktion, um Jugendlichen aus Überseegebieten den Zugang zu allgemeinen Angeboten einschließlich Mobilitätsangeboten zu erleichtern (Umsetzung durch Jugend- und Überseeministerium)

Umsetzung der Jugendmobilitätsstrategie auf regionaler Ebene:
In jeder französischen Region werden von den jeweiligen Präfekten der Region thematische Comités d’administration régionale (CAR) eingesetzt, die sich mit den Themen der Priorité Jeunesse in ihrer Region auseinandersetzen und gemeinsam mit den lokalen Akteuren und kommunalen Behörden die Regierungsmaßnahmen der Priorité Jeunesse effektiv realisieren sollen.

Weitere Informationan unter: http://www.jeunes.gouv.fr/actualites/priorite-jeunesse/article/accroitre-et-diversifier-la

Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das Nationale Institut für Jugend und außerschulische Bildung (Institut National de la Jeunesse et de l’Education Populaire – INJEP) ist ein staatliches Institut, das an das Ministerium für Stadtentwicklung, Jugend und Sport angeschlossen ist. Das INJEP versteht sich als Serviceeinrichtung und Vermittler für Fachkräfte und alle weiteren Interessierten und Betroffenen aus der Jugend- und Bildungsarbeit.

Das INJEP organisiert Seminare und Kolloquien mit dem Ziel, Fragen aus dem Jugend- und außerschulischen Bildungsbereich stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Darüber hinaus bietet es Trainings- und Fortbildungsmaßnahmen für diese Bereiche an. Publikationen und Internetangebote zu jugendrelevanten Fragen runden das Angebot ab. Daneben ist das INJEP auch im internationalen und europäischen Bereich tätig. So sind bei ihm unter anderem die Nationalagentur für das Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION und das Ressourcezentrum SALTO YOUTH „EuroMed“ angesiedelt. Darüber hinaus arbeitet das INJEP im Rahmen von bilateralen Abkommen insbesondere mit Ländern in Afrika und Asien zusammen. – Weitere Informationen unter www.injep.fr.

2000 wurde in Frankreich das Amt einer bzw. eines Kinderrechtsbeauftragten (Défenseur/e des enfants) eingerichtet. Ihre bzw. seine Aufgabe ist es, die Rechte von Kindern, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention definiert sind, zu schützen und zu fördern. Seit Juni 2006 hat Dominique Versini dieses Amt inne. Unterstützt wird sie in ihrer Arbeit von 55 Korrespondent(inn)en, die sie in den Départements repräsentieren und 32 jungen Botschafter(inne)n, die in Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen über die Kinderrechte und die Aufgaben der Kinderrechtsbeauftragten informieren. - Weitere Informationen unter http://www.defenseurdesenfants.fr.

Der Orientierungsrat für Jugendpolitik (Conseil d’orientation des politiques de jeunesse, COJ) wurde im Januar 2017 gegründet und untersteht dem Premierminister. Die Gründung des COJ ging auf die Forderung mehrerer Jugendorganisationen zurück. Aufgaben des COJ ist es, alle Politiken mit Bezug zu Jugendangelegenheiten zu koordinieren und zu evaluieren. Der Rat unterbreitet der Regierung Vorschläge zur Verbesserung der Situation junger Menschen und veröffentlicht jährlich einen Bericht über die Aktivitäten der Regierung. - Weitere Informationen unter http://www.jeunes.gouv.fr/article/presentation-du-coj

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Das Komitee für nationale und internationale Beziehungen der Jugendverbände und Verbände der außerschulischen Bildung (Comité pour les Relations Nationales et Internationales des Associations de Jeunesse et d'Education Populaire – CNAJEP) setzt sich derzeit aus über 70 Jugendvereinigungen und -verbänden sowie Verbänden der außerschulischen Bildung zusammen und vertritt damit etwa 3 bis 4 Millionen Jugendliche. 1968 gegründet, fungiert CNAJEP als Koordinierungs- und Austauschplattform für seine Mitgliedsorganisationen und vertritt deren Interessen gegenüber Öffentlichkeit, Politik und in einigen Gremien der Jugendhilfe. CNAJEP ist als Nationaler Jugendrat Frankreichs Mitglied im Europäischen Jugendforum, wird jedoch von der französischen Regierung nicht als solcher anerkannt.

Anfang 1998 wurden auf Initiative der damaligen Jugendministerin Jugendräte auf Ebene der Départements (Conseils Départementaux de la Jeunesse - CDJ) eingerichtet. Ihr Pendant auf nationaler Ebene ist der Nationale Jugendrat (Conseil National de la Jeunesse - CNJ). Dieser setzt sich aus 176 Vertreter(inne)n der regionalen Jugendräte sowie jungen Politik-, Verbands und Gewerkschaftsvertreter(inne)n zusammen. Den Vorsitz hat die jeweilige Ministerin bzw. der jeweilige Minister für Jugendfragen inne. Der Nationale Jugendrat beschäftigt sich mit allen politischen Fragen, die die Belange von Kindern und Jugendlichen berühren und verfasst Stellungnahmen und Vorschläge, die dem bzw. der Jugendminister/-in sowie den Abgeordneten beider Parlamentskammern vorgelegt werden. – Weitere Informationen unter http://www.jeunes.gouv.fr