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Relevante Gesetze

Folgende Gesetze und Verordnungen regeln die Aufgaben des Jugendministeriums

  • Gesetz vom 16. Juli 1984 über die öffentliche Aufgabe des Jugendministeriums, sich um den Sport und die Kultur zu kümmern. 
  • Verordnung vom 26.04.1977 über die Kompetenz des Jugendministeriums 
  • Verordnung vom 13.06.1981 über die speziellen öffentlichen Aufgaben für die Jugend 

Die Mitgliedschaft in einem Jugendverein ist freiwillig. Für die Mitgliedschaft sind keine speziellen Voraussetzungen (zum Beispiel im Bereich der Bildung) erforderlich. Die Jugendvereine sind anerkannt als Träger, die zur Erziehung und Bildung beitragen. Dabei setzen die unterschiedlichen Vereine verschiedene Schwerpunkte in ihrer Arbeit.

Gesetzliche Grundlage für die Gründung von Jugendvereinen ist das Gesetz vom 1. Juli 1901. Hier wird unter anderem festgelegt, dass jeder Verein seine Gründung der Préfecture des Departement erklären muss. Die Genehmigung als Jugendverein arbeiten zu können, wird vom Jugendministerium erteilt.

Frankreich hat die Internationale Kinderrechtskonvention unterzeichnet und anerkannt.

Weitere kinder- und jugendrelevante Gesetze

  • Gesetz vom 10. Juli 1989 über den Schutz des Kindes und die Vorbeugung von Misshandlungen von Minderjährigen 
  • Gesetz vom 8. Januar 1993 über die Festlegung des Zivilcodes in Bezug auf persönliche Daten, die Familie und die Rechte des Kindes und die Einführung des Familienrichters als bedeutenden Vorteil für die Wahrung der Rechte der Kinder 
  • Gesetz vom 17. Juni 1998 über die Vorbeugung und Bestrafung von Sexualdelikten sowie den Schutz von Minderjährigen beziehungsweise minderjährigen Opfern 
  • Gesetz vom 6. März 2000 über die Schaffung eines Kinderrechtsbeauftragten 
  • Gesetz vom 15. Juni 2000 zur Verstärkung des Schutzes bei angenommener Unschuld sowie der Rechte der Opfer (betrifft Erwachsene wie Kinder, vervollständigt das vorhergehende Gesetz) 
  • Gesetz vom 31. Oktober 2001 zur Stärkung der Sicherheit im Alltag (unter anderem Bestimmungen zur Vorbeugung und Bekämpfung der Jugendkriminalität) 
  • Gesetz vom 4. März 2002 über die elterliche Gewalt 
  • Gesetz vom 4. März 2002 über die Rechte von Kranken und die Qualität des Gesundheitssystems (Recht auf Information über den eigenen Gesundheitszustand) 
  • Gesetz vom 22. Januar 2002 über den Zugriff auf Informationen über die Herkunft von adoptierten Personen sowie unter staatlicher Fürsorge stehender Waisen 
  • Dekret vom 15. März 2002 zur Festlegung des neuen Zivilcodes und die Fürsorgeerziehung 
  • Gesetz vom 2. Januar 2004 Gesetz zur Aufnahme und zum Schutz des Kindes 
  • Gesetz  vom 27. Juni 2005 über die Reform des Status von Tagesmüttern (assistants maternels) und Familienhelfern (assistants familiaux)
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Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Im Gegensatz zum deutschen Jugendschutzgesetz setzt sich der Schutz der Minderjährigen (Jugendliche unter 18 Jahren) in Frankreich aus den verschiedensten Gesetzen und Bestimmungen zusammen.
Während die deutsche Gesetzgebung direkt die Gruppe der Minderjährigen anspricht, bezieht sich das französische Gesetz auf einen bestimmten Bereich, in dem Verpflichtungen für die Nutzer entstehen. Beispielsweise findet sich ein Teil der Bestimmungen zum Alkoholkonsum im Gesetz zur Regelung des Getränkeausschanks.
Gemäß article 388 du Code civil (Art. 388 Bürgerliches Gesetzbuch) gilt eine Person bis zur Vollendung des 18. Lebensjahr als minderjährig. Jugendliche sind Personen bis 21 oder 25 Jahren.

Mit 15 Jahren darf man:

  • sexuelle Beziehungen mit anderen Jugendlichen von mindestens 15 Jahren oder Erwachsenen haben, 
  • (für Mädchen) mit der Einwilligung der Eltern heiraten, 
  • das Flugpatent und die Basislizenz zum Fliegen erwerben,
  • nicht mehr im Pass der Eltern eingetragen sein.

Mit 16 Jahren darf man:

  • die Schule beenden,
  • als Lohn- und Gehaltsempfänger arbeiten (mit der Genehmigung eines Erziehungsberechtigten),
  • die Fahrausbildung beginnen,
  • ein Motorrad bis 80 cm³ fahren,
  • als Arbeiter oder Angestellter in einem Betrieb bei den Betriebsratswahlen wählen,
  • die französische Staatsangehörigkeit beantragen,
  • in der Öffentlichkeit (leicht-)alkoholische Getränke zu sich nehmen,
  • auf Verlangen des Vaters oder der Mutter oder des Familienrates die Volljährigkeit erlangen.     

Mit 17 Jahren darf man:

  • individuelle kostenlose medizinische Hilfe in Anspruch nehmen,
  • das Flugpatent und die Privatlizenz zum Fliegen erwerben.

Mit 18 Jahren darf man:

  • wählen (als französischer Staatsbürger),
  • Kandidat bei einer Kommunalwahl sein,
  • ein Bankkonto eröffnen,
  • einen Vertrag unterzeichnen und abschließen,
  • ein Motorrad von 125 cm³ fahren (nach zwei Jahren dann auch über 125 cm³),
  • den Führerschein machen (Auto, LKW),
  • eine Organ- oder Blutspende machen,
  • einen Verein gründen und dabei eine verantwortungsvolle Position übernehmen (Präsident, Schatzmeister, etc.),
  • ohne Einschränkung eine Gaststätte betreten und dort konsumieren,
  • alleine die französische Staatsgrenze passieren,
  • (für Jungen) heiraten (ohne die Einwilligung der Eltern).

Mit 21 Jahren darf man:

  • bei einer Wahl zum Generalrat (conseil général dans le département) oder Regionalrat kandidieren,
  • den allgemeinen Führerschein für Motorräder (über 125 cm³), den Personenbeförderungsschein (Busführerschein) machen.

Mit 23 Jahren darf man:

  • bei der Wahl zur Nationalversammlung (als Abgeordneter), zum Europaparlament und für das Präsidentenamt kandidieren.

Jugendliche unter 13 Jahren dürfen sich zwischen 23.00 und 6.00 Uhr nur in Begleitung eines Erwachsenen oder Erziehungsberechtigten auf öffentlichen Plätzen aufhalten.

Straffällig gewordene Kinder und Jugendliche, die mindestens 10 Jahre alt sind, können vom Jugendgericht strafrechtlich verurteilt werden, wenn die Umstände und die Persönlichkeit des Straftäters dies rechtfertigen. Jugendliche Delinquenten zwischen 13 und 18 Jahren können gegebenenfalls unter richterliche Aufsicht gestellt werden.

Links
http://www.protection-of-minors.eu/de/country/FR - Informationen zum Kinder- und Jugendschutz in Europa der BAG Kinder- und Jugendschutz
http://www.ambafrance-de.org/Jugendschutzbestimmungen-in-Frankreich -Jugendschutzbestimmungen in Frankreich
www.jcomjeune.com/ - Website zu Kinder- und Jugendrechten in Frankreich
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=France - Wiki zu Kinderrechten in Frankreich
http://www.bag-jugendschutz.de/PDF/MDA12-Laender_einzeln/Jugendschutzbestimmungen_Frankreich.pdf - Europäischer Jugendschutzatlas Frankreich der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz

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Finanzierung

Sechs Euroscheine hängen an der Leine.
Sechs Euroscheine hängen an der Leine.Bild: Bru-nO / piaxabay.com

Staatliche nationale Förderung

Auf staatlicher Seite wird die Jugendarbeit im Wesentlichen aus Mitteln des Ministeriums für Frauenrechte, Stadt, Jugend und Sport finanziert.

Im Jahr 2009 wurde der Fonds d’Expérimentation pour la Jeunesse (FEJ) aufgelegt, aus dem innovative Maßnahmen gefördert werden, die den Bedürfnissen von Jugendlichen unter 25 Jahren gerecht werden. Vorrangige Ziele des FEJ sind die Förderung schulischer Erfolge und die Verbesserung der sozialen und beruflichen Integration Jugendliche. 545 geförderte Projekte, die ein weites Spektrum an Themen umfassen, wurden bis Anfang 2012 durch den FEJ gefördert. Alle Projekte werden extern evaluiert mit dem Ziel, die effektivsten Programme zur Begleitung Jugendlicher beim Übergang zu erfassen, um die Jugendpolitik mit neuen Maßnahmen zu bereichern. Bisher wurden über 462 000 Jugendliche in Frankreich von FEJ geförderten Maßnahmen erreicht. Der FEJ verfügt über ein Budget von 156 Millionen Euro für den Zeitraum zwischen 2009 und 2014. Die Gelder stammen teils aus privaten teils aus öffentlichen Mitteln.

Das französische Außenministerium fördert den internationalen Jugendaustausch mit Hilfe zweier Programme:

  • Programme Jeunesse/Solidarité Internationale (J.S.I.)
    Programm zur Förderung gemeinsamer, solidarischer und dauerhafter Maßnahmen zwischen Jugendlichen im Rahmen der Nord-Süd-Kooperation 
  • Programme Ville Vie Vacances/Solidarité Internationale (VVV/SI)
    Programm zur Förderung der Teilnahme von benachteiligten Jugendlichen an internationalen Solidaritätsmaßnahmen insbesondere in den Ländern Afrikas 

Außerdem fördern die Verwaltungsorgane auf regionaler Ebene, die Conseils Régionaux, die Jugendarbeit mit Mitteln aus ihren Kassen. 

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Die nichtstaatlichen Finanzierungsquellen der Jugendarbeit in Frankreich resultieren, ähnlich wie in Deutschland, aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Stiftungsgeldern und Sponsoring. Genaue Angaben über die Höhe und den Anteil dieser Mittel an der gesamten Jugendarbeit lassen sich nicht machen.

Einige wichtige Stiftungen, die in Frankreich Kinder- und Jugendprojekte unterstützen, sind: Fondation pour l'EnfanceFondation de la deuxième chanceFondation de la vocationFédération Nationale de la Mutualité Française (FNMF)Fondation Ronald McDonaldFondation RATP, Fondation Air France (AF)Fondation Adecco.

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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Für die Umsetzung der Jugendpolitik ist in Frankreich das Bildungsministerium (Ministère de l´Éducation Nationale) zuständig. Weitere Informationen unter http://www.jeunes.gouv.fr/. Seit dem 21. Juni 2017 ist Jean-Michel Blanquer Minister für Bildung. 

Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Das ressortübergreifende jugendpolitische Regierungsprogramm mit dem Titel Priorité Jeunesse wurde vom Comité Interministériel de la Jeunesse (CIJ), bestehend aus 24 Minister(inne)n, und mit beratender Unterstützung der Regionen, Kommunen und der Zivilgesellschaft erarbeitet und im Februar 2013 offiziell verabschiedet. Es beinhaltet 13 Ziele und 47 konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele. Die Handlungsfelder der Priorité Jeunesse beziehen sich auf zentrale jugendpolitische Themen, wie

  1. Information, Begleitung und Orientierung für die vielseitigen Bedürfnisse junger Menschen,
  2. Förderung von Bildungserfolgen, Verhinderung von Schulabbruch, Unterstützung gelingender Übergänge von Schule in Arbeit,
  3. Gesundheit, Wohnen, Beschäftigung,
  4. soziale Integration,
  5. soziale Wiedereingliederung,
  6. verbesserter Zugang zu Sport, Kultur, Medien,
  7. Förderung digitaler Kompetenzen,
  8. Ausbau und vielseitigere Gestaltung der europäischen und internationalen Jugendmobilität (Jugendmobilitätsstrategie),
  9. Anerkennung und Förderung von Engagement,
  10. Beteiligung am demokratischen und institutionellen öffentlichen Leben,
  11. Bekämpfung von Diskriminierungen.

Quelle: http://www.jeunes.gouv.fr/actualites/priorite-jeunesse/article/comite-interministeriel-de-la-5540

Französische Jugendmobilitätsstrategie
Im Vorfeld hatte der Comité Interministériel de la Jeuness folgende Probleme in Bezug auf Jugendmobilität festgestellt:

  • Die Vielfalt der Angebote und Programme kann zu Unübersichtlichkeit führen.
  • Einige Jugendliche, insbesondere benachteiligte Jugendliche, finden keinen Zugang zu Mobilitätsangeboten. Für Jugendliche in den französischen Überseegebieten ist der Zugang zu internationalen Mobilitätsangeboten besonders schwierig.
  • Die vielen voneinander abgegrenzten Anbieter und Mobilitätsprogramme erschweren den Jugendlichen die Möglichkeit, Verbindungen und Übergänge zwischen den Angeboten herzustellen (Ausbildung, Freiwilligentätigkeit, Arbeit).

Daraus ergeben sich vier Handlungsmaßnahmen (Maßnahmen 31-34):

Maßnahme 31: Erhöhung der Anzahl der Jugendlichen, die europäische und internationale Mobilitätsangebote nutzen

  • Dank Erasmus + werden mehr junge Menschen unterstützt. Das EU-Programm wird in zwei Nationalagenturen umgesetzt, eine für formale Bildung, die andere für informelle Bildung. Dadurch sollen mehr junge Menschen erreicht werden.
  • Erhöhung der Regierungsbeiträge für 2013 von Frankreich und Deutschland für das DFJW um 2 Millionen Euro im Zuge des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags
  • Neuausrichtung des französisch-quebekischen Jugendwerks (OFQJ, Office franco-québécois pour la jeunesse) hin zu einer Stärkung der Jugendpolitik und non-formaler Bildung

Maßnahme 32: Koordinierung der Akteure, um den Zugang zu den verschiedenen Programmen zu vereinfachen

  • Gründung eines Comité permanent des opérateurs de la mobilité (gegründet Oktober 2013), das sich in fünf Arbeitsgruppen unterteilt, die thematisch den gesamten Bereich Jugendmobilität der Priorité Jeunesse abdecken. Die fünf Arbeitsgruppen befassen sich mit folgenden Themen:
    1. Zugang zu Mobilitätsangeboten erleichtern, besonders für Jugendliche, die weniger Möglichkeiten haben
    2. bessere Kenntnisse über die jugendlichen Nutzer/-innen von Mobilitätsangeboten erlangen
    3. regionale Strategien erstellen
    4. Mobilitätsangebote überschaubarer machen
    5. Anerkennung für gesammelte Mobilitätserfahrungen verbessern.

    Die 5 Arbeitsgruppen setzen sich zusammen aus: Regierungsvertreter(inne)n und Vertreter(inne)n dezentraler Stellen, Gemeinderäte, Vertreter/-innen der Mobilitätsstrukturen, Jugendverbände und -organisationen. Für 2014 soll das Comité permanent des opérateurs de la mobilité konkrete Aktionen und neue Denkansätze erarbeiten.
  • Errichtung von "Regionalen Plattformen", die von den Regionen und Präfekten (Directions régionales de la jeunesse, des sports et de la cohésion sociale, DRJSCS) in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft koordiniert werden. Jedes DRJSCS soll einen regionalen Ausschuss (Comités régionaux de la mobilité européenne et internationale des jeunes) gründen, dessen Aufgabe es ist, regionale Entwicklungspläne für Mobilität auf Basis von örtlichen Bestandsaufnahmen zu entwickeln. In diesen Prozess werden auch die Jugendlichen, ihre Familien und die Wirtschaft mit einbezogen.

Maßnahme 33: Kommunikation über Peers und Akteure des Jugendbereichs

  • Peers stehen im Mittelpunkt der Kommunikationsstrategie der Träger; Erfahrungen von jungen Botschafter(inne)n (z. B. des DFJWs) werden genutzt, gemeinsame Aktionen werden entwickelt und von Trägern und den Regionalen Plattformen unterstützt.
  • Mobilität wird zum Ausbildungsinhalt für alle, die im Jugendbereich tätig sind. Der/Die für Jugend zuständige Minister/-in versammelt jährlich alle Akteure (aus Schule, Vereinen, Wirtschaft, staatlicher und kommunaler Ebene) und bespricht die Themen von gemeinsamem Interesse.
  • wird von mehreren Ressorts umgesetzt: Bildung, Forschung, Auswärtiges, Übersee, Kultur, Innere Angelegenheiten und Landwirtschaft

Maßnahme 34: Bekämpfung der Ungleichheit, die für Jugendliche in den französischen Überseegebieten besteht

  • Mittel, die für die Mobilität Jugendlicher aus den Überseegebieten bereitstehen, werden verdoppelt.
  • Errichtung einer eigenen Aktion, um Jugendlichen aus Überseegebieten den Zugang zu allgemeinen Angeboten einschließlich Mobilitätsangeboten zu erleichtern (Umsetzung durch Jugend- und Überseeministerium)

Umsetzung der Jugendmobilitätsstrategie auf regionaler Ebene:
In jeder französischen Region werden von den jeweiligen Präfekten der Region thematische Comités d’administration régionale (CAR) eingesetzt, die sich mit den Themen der Priorité Jeunesse in ihrer Region auseinandersetzen und gemeinsam mit den lokalen Akteuren und kommunalen Behörden die Regierungsmaßnahmen der Priorité Jeunesse effektiv realisieren sollen.

Weitere Informationan unter: http://www.jeunes.gouv.fr/actualites/priorite-jeunesse/article/accroitre-et-diversifier-la

Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das Nationale Institut für Jugend und außerschulische Bildung (Institut National de la Jeunesse et de l’Education Populaire – INJEP) ist ein staatliches Institut, das an das Ministerium für Stadtentwicklung, Jugend und Sport angeschlossen ist. Das INJEP versteht sich als Serviceeinrichtung und Vermittler für Fachkräfte und alle weiteren Interessierten und Betroffenen aus der Jugend- und Bildungsarbeit.

Das INJEP organisiert Seminare und Kolloquien mit dem Ziel, Fragen aus dem Jugend- und außerschulischen Bildungsbereich stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Darüber hinaus bietet es Trainings- und Fortbildungsmaßnahmen für diese Bereiche an. Publikationen und Internetangebote zu jugendrelevanten Fragen runden das Angebot ab. Daneben ist das INJEP auch im internationalen und europäischen Bereich tätig. So sind bei ihm unter anderem die Nationalagentur für das Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION und das Ressourcezentrum SALTO YOUTH „EuroMed“ angesiedelt. Darüber hinaus arbeitet das INJEP im Rahmen von bilateralen Abkommen insbesondere mit Ländern in Afrika und Asien zusammen. – Weitere Informationen unter www.injep.fr.

2000 wurde in Frankreich das Amt einer bzw. eines Kinderrechtsbeauftragten (Défenseur/e des enfants) eingerichtet. Ihre bzw. seine Aufgabe ist es, die Rechte von Kindern, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention definiert sind, zu schützen und zu fördern. Seit Juni 2006 hat Dominique Versini dieses Amt inne. Unterstützt wird sie in ihrer Arbeit von 55 Korrespondent(inn)en, die sie in den Départements repräsentieren und 32 jungen Botschafter(inne)n, die in Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen über die Kinderrechte und die Aufgaben der Kinderrechtsbeauftragten informieren. - Weitere Informationen unter http://www.defenseurdesenfants.fr.

Der Orientierungsrat für Jugendpolitik (Conseil d’orientation des politiques de jeunesse, COJ) wurde im Januar 2017 gegründet und untersteht dem Premierminister. Die Gründung des COJ ging auf die Forderung mehrerer Jugendorganisationen zurück. Aufgaben des COJ ist es, alle Politiken mit Bezug zu Jugendangelegenheiten zu koordinieren und zu evaluieren. Der Rat unterbreitet der Regierung Vorschläge zur Verbesserung der Situation junger Menschen und veröffentlicht jährlich einen Bericht über die Aktivitäten der Regierung. - Weitere Informationen unter http://www.jeunes.gouv.fr/article/presentation-du-coj

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Das Komitee für nationale und internationale Beziehungen der Jugendverbände und Verbände der außerschulischen Bildung (Comité pour les Relations Nationales et Internationales des Associations de Jeunesse et d'Education Populaire – CNAJEP) setzt sich derzeit aus über 70 Jugendvereinigungen und -verbänden sowie Verbänden der außerschulischen Bildung zusammen und vertritt damit etwa 3 bis 4 Millionen Jugendliche. 1968 gegründet, fungiert CNAJEP als Koordinierungs- und Austauschplattform für seine Mitgliedsorganisationen und vertritt deren Interessen gegenüber Öffentlichkeit, Politik und in einigen Gremien der Jugendhilfe. CNAJEP ist als Nationaler Jugendrat Frankreichs Mitglied im Europäischen Jugendforum, wird jedoch von der französischen Regierung nicht als solcher anerkannt.

Anfang 1998 wurden auf Initiative der damaligen Jugendministerin Jugendräte auf Ebene der Départements (Conseils Départementaux de la Jeunesse - CDJ) eingerichtet. Ihr Pendant auf nationaler Ebene ist der Nationale Jugendrat (Conseil National de la Jeunesse - CNJ). Dieser setzt sich aus 176 Vertreter(inne)n der regionalen Jugendräte sowie jungen Politik-, Verbands und Gewerkschaftsvertreter(inne)n zusammen. Den Vorsitz hat die jeweilige Ministerin bzw. der jeweilige Minister für Jugendfragen inne. Der Nationale Jugendrat beschäftigt sich mit allen politischen Fragen, die die Belange von Kindern und Jugendlichen berühren und verfasst Stellungnahmen und Vorschläge, die dem bzw. der Jugendminister/-in sowie den Abgeordneten beider Parlamentskammern vorgelegt werden. – Weitere Informationen unter http://www.jeunes.gouv.fr

Jugendverbandsarbeit

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Die Jugendvereine sind eine wichtige Grundlage zur Partizipation von Jugendlichen an politischen und gesellschaftlichen Prozessen und bei der Mitwirkung an der außerschulischen Bildung anerkannt. Damit übernehmen sie in der Gesellschaft eine wichtige Rolle als unabhängige Zusammenschlüsse und Interessenvertretungen der jungen Menschen in Frankreich.

Es gibt in Frankreich zahlreiche Jugendverbände, die das gesamte Spektrum jugendlicher Interessen und Aktivitäten widerspiegeln. Allein im nationalen Jugendrat, dem Comité pour les Relations Nationales et Internationales des Associations de Jeunesse et d'Education Populaire – CNAJEP, sind derzeit 77 meist überregional tätige Jugendverbände zusammengeschlossen. Diese repräsentieren etwa 4 Millionen französische Jugendliche. Damit kann man den Organisationsgrad der Jugendlichen in Frankreich als relativ hoch bezeichnen. 

Im Vergleich zur Jugendverbandsarbeit in Deutschland muss jedoch auf eine Besonderheit hingewiesen werden. Die außerschulische Jugendarbeit in Frankreich trägt der Tatsache Rechnung, dass das französische Schulsystem ein Ganztagsschulsystem ist und damit den Jugendlichen viel weniger Zeit zum Engagement in Jugendvereinen und -verbänden lässt als beispielsweise in Deutschland.

Überregionale Jugendverbände

Die Mehrzahl der großen und überregionalen Jugendverbände Frankreichs ist Mitglied im nationalen Jugendrat, dem Comité pour les Relations Nationales et Internationales des Associations de Jeunesse et d'Education Populaire (CNAJEP). Dort sind insgesamt 77 Verbände zusammengeschlossen. Eine Liste der Mitglieder ist auf Anfrage beim CNAJEP erhältlich.

Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Als eine Errungenschaft der Französischen Revolution gilt in Frankreich die strikte Trennung zwischen Kirche und Staat. Der Laizismus prägt bis heute das gesellschaftliche Leben. In der republikanischen Tradition werden die konfessionelle Zugehörigkeit und der individuelle Glaube als Privatangelegenheit behandelt. 

Die Katholische Kirche ist die stärkste Religionsgemschaft in Frankreich. Eine verbandlich organisierte und strukturierte konfessionelle Jugendarbeit wie in Deutschland gibt es in Frankreich nicht. 

Link
www.eglise.catholique.fr/eglise-et-societe/famille/les-enfants-et-les-jeunes/les-enfants-et-les-jeunes.html - Website der Katholischen Kirche in Frankreich zum Thema Kinder und Jugend

Jugendinformation

Strukturen der Jugendinformation

Der Jugendinformation wird in Frankreich eine herausragende Bedeutung zugemessen. Ein Netz von 1 544 Informationszentren, -büros und -punkten sichert eine flächendeckende Wirkung der Jugendinformation, die etwa fünf Millionen Jugendliche jährlich erreicht. Auf nationaler Ebene wird dieses Informationsnetzwerk vom Jugendinformations- und -dokumentationszentrum (Centre d’information et de documentation jeunesse – CIDJ) koordiniert und zentral mit den landesweit relevanten Informationen gefüttert.

Das Netzwerk im Einzelnen:

  • das nationale Jugendinformationszentrum (CIDJ) 
  • 30 regionale Jugendinformationszentren (CRIJ – Centre d’information et de documentation régional) in den Regionshauptstädten 
  • vier Jugendinformationszentren (CIJ) in den Überseedépartements 
  • 265 Jugendinformationsbüros (BIJ – Bureaux d’Information Jeunesse) 
  • 1374 Jugendinformationspunkte (PIJ – Points Information Jeunesse) 
  • 22 Jugendinformationsbusse (Bus information jeunesse). 

Die Points Cyb sind öffentliche und kostenlose Zugänge zum Internet, die sich insbesondere an Jugendliche richten. Es gibt rund 600 Points Cyb in Frankreich, die hauptsächlich in den bestehenden Jugendinformationszentren, -büros oder -punkten angesiedelt sind. Mehr Informationen zu den Points Cyb hier. 

Die französische Regierung hat seit Herbst 2005 ein Informationsportal für Jugendliche - Portail d'information de la jeunesse - gegründet. Hier finden sich jugendrelevante Informationen sowie staatliche Programme zu den wichtigsten Bereichen der Jugend. Mehr Informationen hier: http://www.jeunesse.gouv.fr/

Internationale Kooperationen

Auf internationaler (europäischer) Ebene partizipiert Frankreich an den derzeit wesentlichen Netzwerken, die im Bereich der Jugendinformation tätig sind. Das Centre d’information et de documentation jeunesse (CIDJ) vertritt Frankreich im europäischen Informationsnetzwerk Eurodesk sowie in der Europäischen Jugendinformations- und Beratungsagentur ERYICA.

 

Karte, auf der Impressum steht.
Karte, auf der Impressum steht.Bild: geralt / pixabay.com

Impressum - Frankreich

Die Länderinfos zu FRANKREICH wurden gesammelt zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Letzte Aktualisierung: Oktober 2017

Kontakt: dija(at)ijab.de