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Bildung und Beschäftigung

Bildung

Schüler sitzen gemeinsam am Tisch und lernen.
Schüler sitzen gemeinsam am Tisch und lernen. Bild: © Andres Rodriguez / Fotolia.com

Informationen zum Bildungssystem in Griechenland unter www.bildung-weltweit.de und in der Europäischen Enzyklopädie zu nationalen Bildungssystemen EURYPEDIA.

Seit der Finanzkrise ist der Lehrkräftemangel in Griechenland ein großes Problem. Die fehlenden Lehrer/-innen werden teilweise durch Lehrkräfte mit kurzzeitigen Verträgen ersetzt. Dennoch war es auch nach Schuljahresbeginn im September 2015 nicht allen Schüler/-innen möglich, den Unterricht zu besuchen.

In Griechenland gilt eine neunjährige Schulpflicht. Dennoch lag die Schulabbrecherquote 2013 bei 10,1%. Im Vergleich zu 2007 mit 14,3% sind die Zahlen rückläufig. Die regionalen Unterschiede sind dabei beträchtlich: auf den Ionischen Inseln verließen 15,4%, auf den Insel der Region Südliche Ägäis 21,7% und auf Kreta 14,4% die Schule frühzeitig. In der Gemeinde Rethymnon auf Kreta sind sogar 43,5% der 15- bis 29-Jährigen ohne Schulabschluss. Ein Grund für die Abkehr von der Schule wird darin vermutet, dass die Jugendlichen einen Job im Tourismusbereich finden.
Seit der Finanzkrise hat sich das Problem besonders in den armen Regionen (z.B. Evrytania, Rodopi) oder den Regionen, in denen die Landwirtschaft viele Arbeitskräfte verlangt, verschärft. Besonders gefährdet sind Schüler/-innen mit Migrationshintergrund, von denen im Jahr 2009 44,5%  ohne Schulabschluss blieben und 42% im Jahr 2012 – doppelt so viele wie im europäischen Vergleich (27,7% im Jahr 2009, 25,4% im Jahr 2012). Weitere Risikogruppen sind Roma-Kinder, Kinder aus armen Familien und Kinder mit Behinderung.
2013 fanden nur 9,9% der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen hatten, einen Job. Vor der Finanzkrise, im Jahr 2007, waren es noch 20,5%.

Griechenland hat kein duales Bildungssystem. Es bestehen jedoch neben den Universitäten auch Fachhochschulen, an denen man technische Berufe lernen kann. Diese werden „TEI“ genannt.Mehr zum Bildgunssystem und zur Bildung in Griechenland lesen sie unter www.oecd.org/edu/educationpolicyingreeceapreliminaryassessment.htm.

Beschäftigung

Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Griechenland sehr hoch und trifft jeden zweiten Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren. Laut der offiziellen EU-Statistik liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland bei 44,4% (2017) und ist damit die höchste in der gesamten EU.
Junge Frauen sind mit 57% noch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als junge Männer. Während die Arbeitslosenquote bei Menschen mit akademischem Abschluss nur bei 12,9% liegt, ist die Gruppe der jungen Menschen ohne weiterführenden Schulabschluss besonders stark betroffen.
Ein weitverbreitetes Phänomen, besonders unter jungen Menschen, ist, dass sie für Löhne unter der Armmutsgrenze arbeiten. Viele junge Menschen leben deshalb selbst als 30-Jährige noch zu Hause bei ihren Eltern.

Besonders in der Krise ist die Arbeitslosigkeit stark gestiegen. Im Jahr 2010 lag die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen bei 31,8%, im Jahr 2013 stieg sie sogar auf 60% und konnte bis 2015 wieder leicht sinken.

Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise stieg die Abwanderung und Hundertausende Akademiker/-innen verließen das Land. Besonders junge Leute fliehen vor der Krise. Statistisch gesehen wandert die Mehrzahl von ihnen in ein anderes europäisches Land aus.1

Um den Problemen entgegenzuwirken ist die Förderung des Unternehmergeistes ein zentrales Anliegen der Regierung. Unter Premierminister Giorgos Papandreou sind seit 2009 viele Initiativen zur Stärkung des Unternehmertums entstanden.2
Ein Beispiel hierfür sind die Open Caffee, die es seit 2007 in mehreren griechischen Städten gibt. Gegründet in London sind die Open Coffee ein informeller Treffpunkt für Jungunternehmer/-innen, solche die es werden wollen, und Kapitalgeber/-innen, um sich auszutauschen und zu vernetzen.
Eine Auswahl von weiteren Initiativen, die momentan in Griechenland aktiv sind und die Start-up Szene unterstützen und bekräftigen, finden Sie in der Fußnote 3.

Auch die Stavros Niarchos Stiftung fördert seit 2013 die Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit RECHARGING THE YOUTH.

Im Dezember 2013 hat Griechenland der Europäischen Kommission seine Umsetzungspläne für die Jugendgarantie vorgelegt, die bis 2016 vollständig implementiert werden soll. Mit der Jugendgarantie, die über den Europäischen Sozialfond (ESF) finanziert wird, verpflichten sich die 28 Nationalstaaten, dass junge Menschen innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, ein konkretes und qualitativ hochwertiges Angebot erhalten. (Weitere Informationen zur Umsetzung der Jugendgarantie in Griechenland auf der Webseite der Europäischen Kommission.)

Detaillierte Informationen zur Jugendarbeitslosigkeit in der Studie "Creating Jobs for Youth in Greece".

Praktika sind in Griechenland nicht üblich. Nur wenige Unternehmen bieten Praktikumsstellen an und Pflichtpraktika sind nur in wenigen Studiengängen vorgesehen. Praktikant(inn)en können nur wenig Eigenverantwortung übernehmen und empfinden die Praktika häufig als uninteressant.