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Gesundheit und Wohlbefinden

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Sport

Gesundheit

Die Gesundheit und das Wohlbefinden von griechischen Kindern und Jugendlichen bleiben nicht unbeeinflusst von der Krise. Ist die familiäre Situation finanziell belastet, so nehmen die Kinder die Spannungen und den Stress der Eltern wahr. Auch führt die schlechte wirtschaftlich Lage dazu, dass Familien seltener in den Urlaub fahren, um sich zu erholen und weniger Geld für gesunde Ernährung ausgeben.

Seit April 2012 verteilt die NGO Prolepsis kostenlose Mahlzeiten an griechischen Schulen. Immer wieder fiel Lehrer(inne)n in Schulen auf, dass Kinder unterernährt sind. So wurde das Programm mit dem Schüler/-innen eine gesunde Mahlzeit erhalten dank finanzieller Unterstützung der Stiftung Stavros Niarchos ins Leben gerufen. Im Zeitraum April bis Juni 2012 profitierten 6 272 Schüler/-innen davon, 2012/2013 waren es 25 309 Schüler/-innen, 2013/2014 waren es 61 870 und 2014/2015 waren es 23 000. Auch 2015/2016 ist die Nachfrage wieder groß.
(Quelle: UNICEF: The impact of the economic crisis on child well-being in rich countries, 2014)
 
Alkohol
Der Alkoholkonsum von Jugendlichen in Griechenland ist rückläufig. Während 2014 nur noch 30,1% der 11- bis 14-Jährigen im vorangegangenen Monat Alkohol getrunken hatten, waren es 2010 noch 40,5 %, ist das Ergebnis einer Befragung.
(Quelle: http://www.epipsi.gr/Tekmiriosi/epid/Epidimiologikes_erevnes/espadgr.php)

Im Jahr 2013 hatte die griechische Organisation OKANA (Organisation against drugs) in Kooperation mit vier griechischen Drogenpräventionszentren an dem europäischen Programm Take Care: Strategies towards Responsible Alcohol Consumption for Adolescents in Europe teilgenommen. Ziel war es, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu entwickeln und zu erproben und neben den Jugendlichen selbst auch Eltern, Schlüsselpersonen und Verkaufspersonal einzubeziehen.

Tabak
Zwischen den Jahren 2003 und 2011 konnte ein Rückgang des Tabakkonsums bei Jugendlichen festgestellt werden.
Laut einer Studien aus dem Jahr 2011, an der junge Menschen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren teilgenommen haben,

  • hat eine/-r von fünf Befragten (20%) innerhalb des vorangegangenen Monats eine Zigarette geraucht
  • raucht eine/-r von sieben Befragten (14%) täglich
  • rauchen Jungen mehr als Mädchen
  • fangen 2% im Alter zwischen 13 und 14 Jahren an zu rauchen. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Zahl der Raucher/-innen. Mit 17 oder 18 Jahren rauchen 24,5% der Befragten und mit 19 Jahren mehr als die Hälfte (51%).

Laut einer Studie des Gesundheits- und Ausbildungsministeriums aus dem Jahr 2014, an der 28 088 junge Menschen teilgenommen haben, raucht jeder zehnte regelmäßig und jeder zweite Jugendliche hat bereits vor seinem zehnten Lebensjahr schon mal zur Zigarette gegriffen. Die erste Zigarette wird durchschnittlich vor dem 13. Lebensjahr geraucht. 40% der befragten Jugendlichen gaben an, dass es leicht sei, Zigaretten zu kaufen, nur 13,5% hatten Schwierigkeiten, an Zigaretten zu kommen. 83% berichteten, dass sie nicht vom Zigarettenkauf abgehalten wurden und nur 17% erwähnten, dass ihnen keine Zigaretten verkauft wurden.

Als Maßnahmen zur Eindämmung des Rauchens wurde im Jahr 2012/13 das Pilotprogram “Rauchen? Wir nicht“ ins Leben gerufen, das sich an 9-bis 11-Jährige Kinder in Nordgriechenland wendet.
(Quelle: http://www.keelpno.gr/Portals/0/
; http://www.enikos.gr/data/files/65779b308b8840f1e9becb255b905ed6.pdf)


Cannabis
Laut National Report to the European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA) 2014 berichten 10,4% der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren von gelegentlichem und 6,3% der Jugendlichen von regelmäßigem Cannabiskonsum. Mit zunehmendem Alter nimmt auch der Cannabiskonsum zu. Auffällig ist, dass in Athen und Thessaloniki doppelt so viele Jugendliche Cannabis konsumieren als in anderen Regionen.
Weitere Unterschiede bestehen bei den Geschlechtern: männliche Jugendliche weisen einen höheren Drogenkonsum auf als weibliche. Das Verhältnis beim gelegentlichen Cannabiskonsum ist 2 zu 1, beim regelmäßigen 3 zu 1. Ebenso ist der Konsum von Ecstasy, Amphetaminen, Kokain, Crack, Heroin und Anabolika bei männlichen Jugendlichen weiter verbreitet als bei weiblichen.
(Quelle und weitere Informationen unter EKTEPN - Greek Monitoring Centre for Drugs)

Die Nationale Drogenpräventionsstrategie (2014-2020) beinhaltet einen interdisziplinären und sektorübergreifenden Ansatz zur Bekämpfung des Drogenproblems. Sie ist angelehnt an den Drogenaktionsplan der EU (2013-2016) und dessen fünf Schwerpunkte: Verringerung der Drogennachfrage, Verringerung des Drogenangebots, Koordinierung,  Internationale Zusammenarbeit, Information, Forschung, Überwachung und Evaluierung.

Spezifische Schwerpunkte der griechischen Drogenpräventionsstrategie sind:

  • Verringerung des Gebrauchs illegaler Drogen
  • Implementierung früher Interventionen
  • größeres und verbessertes Angebot an Behandlungsmöglichkeiten
  • verbesserte gesellschaftliche Rehabilitation
  • Verringerung der negativen Konsequenzen des Drogenkonsums für den Konsumenten und für die Gesellschaft
  • Koordinierung der Drogenhilfe
  • Vertiefung der Studien zu Drogenkonsum und Abhängigkeit
  • verbessertes Monitoring aller Aspekte im Zusammenhang mit Drogen

(Quelle: EMCDDA: Greece country overview. A summary of the national drug situation)

Weiterhin gibt es auf nationaler Ebene Drogenpräventionszentren wie OKANA (Organisation Against Drugs). OKANA existiert seit 1995 und hat als Aufgabe, die nationale Politik zur Prävention und Rehabilitation von Drogenabhängigen zu planen, koordinieren und umzusetzen. Weiter Aufgaben sind das Betreiben von Präventions- und Reintegrationszentren sowie die Behandlung der Thematik auf nationaler Ebene durch Dokumentation, Information und Bewusstmachung in der Öffentlichkeit. OKANA hat griechenlandweit insgesamt 75 Abteilungen und ist Mitglied des europäischen Netzwerks „Euridice: Ideas and Proposals for the Intervention on Drug Addiction in the Workplace“.

KETHEA existiert seit 1983 und ist das größte Rehabilitations- und Reintegrations-Netzwerk in Griechenland, das therapeutische Angebote für drogenabhängige Menschen und deren Familien bereitstellt.

Außerdem existiert in Griechenland ein Netzwerk an Instituten und Organisationen, die sich mit der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Mehr darüber und über Organisationen, die in diesem Bereich aktiv sind, finden Sie unter https://www.noesi.gr/.

Sport

Läufer bei den Olympischen Spiele in Athen.
Läufer bei den Olympischen Spiele in Athen.Bild: 12019 / pixabay.com

Für die Förderung des Sports ist in Griechenland das Generalsekretariat für Sport zuständig. Aufgabe des Generalsekretariats für Sport ist:

  • die strategische Planung und die Umsetzung der Sportpolitik in Griechenland,
  • die Prävention und Gesundheitswahrung von professionellen- und Freizeitsportler(inne)n,
  • die Förderung des Sports und der Werte des olympischen Gedankens,
  • Die institutionelle, wissenschaftliche und finanzielle Unterstützung der privaten und öffentlichen Sportverbände,
  • die wissenschaftliche Dokumentation des Sports.

Die beliebteste Sportart bei griechischen Jugendlichen ist Fußball gefolgt von Basketball. Danach kommen Leichtathletik und Schwimmen.

An Schulen kommt der Sportunterricht mit nur 2 Stunden pro Woche recht kurz, da EU- Empfehlungen von einer Stunde Sport pro Tag ausgehen.

Die Jugendlichen haben die Möglichkeit Sport im Rahmen der örtlichen Vereine auszuüben. Die verschiedenen Vereine sind wiederum in Panhellenische Verbände eingebunden. Eine Liste mit den Verbänden zu den verschiedenen Sportarten findet man hier: http://gga.gov.gr/epopteyomenoi-foreis/omospondies.
Der panhellenische Verein für Olympiaden und Sport existiert seit 1891 und gilt als der Verein der „Olympiadensieger“.

Von staatlicher Seite besteht das Interesse, junge Menschen zum Sport zu ermutigen - nicht zuletzt, um die Präsenz des Landes bei internationalen Sportveranstaltungen zu gewährleisten. Daher werden jungen Menschen, die außergewöhnlich gute sportliche Leistungen erzielen, diverse Privilegien eingeräumt (z.B. leichterer Zugang zu Universitäten, finanzielle Anreize u.ä.).

Griechenland hat im Jahr 2015 an der EU-Initiative „Be Active“ in Kooperation mit 125 Vereinen teilgenommen.

Informationen zum Thema Sport- und Bewegungsverhalten in Griechenland (und den EU-Ländern) liefert der Special Eurobarometer: Sport and physical activity. 2014.