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Jugendverbandsarbeit

Sprung.
Sprung.Bild: geralt / pixabay. com

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Ein großer Teil der Jugendarbeit im Vereinigten Königreich wird vom ehrenamtlichen Sektor und dort insbesondere von den Jugendverbänden geleistet. Diese werden von der Regierung finanziell gefördert.

Die größten Jugendverbände sind traditionell orientierte, oft uniformierte Jugendgruppen wie ScoutsGuides oder Boys’ und Girls’ Brigades. Darüber hinaus gibt es vor allem im ländlichen Raum kleine Gemeindejugendklubs, die häufig von Eltern oder anderen Gemeindemitgliedern auf freiwilliger Basis geleitet werden.

Parteipolitische Jugendorganisationen sind den großen Parteien angeschlossen. Sie versammeln Jugendliche und Studierende, die parteipolitische Interessen vertreten, aber nicht ausschließlich die gleichen politischen Ziele verfolgen.

Religiöse Zusammenschlüsse: Organisationen wie die Young Men’s Christian Association (YMCA) stehen in engem Bezug zu ihren Gemeinden, sind aber auch offen für junge Menschen aus anderen Glaubensgemeinschaften. Ihr Angebot umfasst Reisen, internationale Camps, Jugendklubs, Sportveranstaltungen, Musikfestivals, Laientheater sowie diverse Bildungsangebote. - Siehe dazu auch das Kapitel „Glaubensgemeinschaftliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“.

Da die Jugendverbände seit einiger Zeit unter Nachwuchsproblemen leiden, wurde ein weiterer Weg der Interessenvertretung für Jugendliche eingerichtet: Seit 1999 gibt es ein nationales Jugendparlament, das UK Youth Parliament. Es besteht aus über 369 gewählten Mitgliedern sowie deren Stellvertreter(inne)n im Alter zwischen 11 und 18 Jahren. Ziel des Jugendparlaments ist es:

  • Jugendlichen ein Forum der Mitbestimmung und Meinungsäußerung zu ermöglichen entsprechend den Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention; 
  • Jugendlichen auf nationaler Ebene die Möglichkeit zur Beteiligung an sie betreffenden Entscheidungen zu geben; 
  • Jugendliche zu ermutigen, auch auf lokaler Ebene aktiv zu werden und sich in die Gestaltung des Gemeinwesens einzumischen. 

Darüber hinaus will das Jugendparlament möglichst breit die unterschiedlichen Lebenslagen (Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Behinderung, etc.) von Jugendlichen repräsentieren.

Das Jugendparlament verfasst ein jährliches Manifest mit Stellungnahmen und Forderungen der Delegierten zu allen relevanten gesellschaftlichen Themen. Die nationale Abteilung für Kinder- und Jugendpolitik trägt dafür Sorge, dass dieses Manifest auf allen politischen Ebenen diskutiert und darüber hinaus von der Regierung beantwortet wird.

Finanziert wird die Arbeit durch eine jährliche Förderung von umgerechnet 375 000 Euro aus dem nationalen Budget sowie durch zusätzliche Sponsorengelder und Zuschüsse der kommunalen Ebene für die Arbeit vor Ort. Ein Großteil der Arbeit des Jugendparlamentes findet auf lokaler Ebene statt und wird durch das Jugendhilfesystem unterstützt. Partner des Jugendparlaments in den anderen Landesteilen sind das Scottish Youth ParliamentFunky Dragon in Wales (seit 2014 nicht mehr in Betrieb) und das Northern Ireland Youth Forum.

Nicht direkt an die Jugendverbandsstrukturen angebunden sind die Award-Programme. Der größte und international bekannteste unter ihnen ist der Duke of Edinburgh’s Award. 1956 unter der Schirmherrschaft von Herzog Prinz Philip von Edinburgh als Programm eingeführt, fördert der Award praktisches Handeln, soziales Engagement, sportliche Betätigung sowie die Entdeckung und Ausweitung persönlicher Hobbys und Interessen. Über die Programmteile Dienst, Expedition, Talente und Fitness sowie über die Stufen Bronze, Silber und Gold sollen Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren geschult und zu Aktivitäten angeregt werden. Der Duke of Edinburgh's Award ist keine Organisation, sondern wird von Einrichtungen wie Schulen, Heimen, Jugendgruppen und Unternehmen bei ihrer Arbeit mit jungen Leuten eingesetzt. Derzeit sind mehr als 250 000 Jugendliche in dem Programm engagiert. Finanziert wird das Programm vom Königshaus, vor allem aber auch durch Sponsoring der Wirtschaft. Der Duke of Edinburgh’s Award wird außer im Vereinigten Königreich noch in etwa 60 anderen Ländern angeboten. – Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Duke of Edinburgh's Award.

Beispiele weiterer Award-Programme:

Überregionale Jugendverbände

Im strukturellen Aufbau der Dachverbände der Jugendarbeit im Vereinigten Königreich fehlt häufig die regionale Ebene. In vielen Fällen arbeiten deshalb nationale Verbände mit lokalem Verbänden sowie kommunalen Jugendringen auf derselben Ebene zusammen.

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Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Religiös orientierte Angebote für Jugendliche werden im Vereinigten Königreich über national organisierte Verbände oder regional gebundene Projekte vermittelt. Ziel ist es, ein breit angelegtes Angebot zur Unterstützung Jugendlicher in unterschiedlichsten Lebenslagen bereit zu stellen sowie die jungen Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu fördern. Als Beispiel ist hier die Young Women's Christian Association (YWCA, Christlicher Verein junger Frauen) zu nennen. Als Äquivalent zum Christlichen Verein Jungen Menschen (YMCA) hat sich diese Organisation, die sich als christlich und feministisch zugleich versteht, das Ziel gesetzt, insbesondere Mädchen und junge Frauen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu begleiten. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Girls Friendly Society.

Andere Organisationen versuchen deutlich stärker, für die eigene (christliche) Ausrichtung bzw. den christlichen Glauben zu werben und Jugendliche zur Mitgliedschaft zu motivieren. Zu diesen eher traditionell ausgerichteten Organisationen sind die Boys’ Brigade und die Girls’ Brigade zu zählen. Beide Organisationen gehören wie die Pfadfinder/-innen zu den „uniformierten“ Jugendgruppen.

Weitere Beispiele für nationale Organisationen, die eine glaubensgemeinschaftliche Ausrichtung haben, sind:

Kathedrale von Salisbury
Kathedrale von SalisburyBild: falco / pixabay.com

Beispiele der zahlreichen, meist auf freiwilliger Basis arbeitenden und mit extrem eingeschränkten Ressourcen ausgestatteten lokalen religiös orientierten Gruppen gibt es hier

Die Muslim Youthwork Foundation unterstützt speziell Organisationen und Jugendarbeiter/-innen, die mit muslimischen Jugendlichen arbeiten. Ziel ist es, die Chancen für muslimische Kinder und Jugendliche zu erhöhen und als Plattform für die muslimische Jugendarbeit gegenüber Regierung und Öffentlichkeit zu fungieren.

Die Organisation Muslim Youth Helpline bietet jungen Muslim(inn)en Unterstützung an, bei der glaubensgemeinschaftliche und kulturelle Besonderheiten des Islams berücksichtigt werden. Wichtigstes Element ist dabei der Informations- und Beratungsdienst Muslim Youth Net, der sich speziell an die Zielgruppe richtet.

Literaturhinweis: 

Jugendinformation

Strukturen der Jugendinformation

Der National Careers Service bietet Jugendlichen und Erwachsenen Informationen für ihre Zukunftsplanung. Wenn die Fragen über das allgemeine Informationsangebot hinaus gehen, können die Jugendlichen mit einem Berater direkt Kontakt aufnehmen, um ganz spezielle Fragen zu Lebensplanung, Arbeit und Ausbildung/Lernen zu besprechen.

Die britische Regierung stellt Schulen und Kommunen finanzielle Hilfe zur Verfügung, damit diese frühzeitig sozial benachteiligte und gefährdete Jugendliche identifizieren und mit ihnen arbeiten können. Weitere Informationen finden Sie beim Department Education: http://www.education.gov.uk/16to19/careersguidance/a0064052/the-role-of-schools-and-local-authorities-in-careers-guidance 

Es gibt eine große Bandbreite von nationalen und lokalen Organisationen und Einzelpersonen, die Information, Beratung und Unterstützung für Jugendliche anbieten. Viele sind in der Dachorganisation Youth Access zusammengeschlossen. Damit verpflichten sie sich zur Einhaltung von Qualitätsstandards und zu jugendgerechter Arbeit. Darüber hinaus stellen zahlreiche kommunale und freie Träger wie beispielsweise das Citizen Advice Bureau (Bürgerberatung) ebenfalls Einrichtungen zur Information und Beratung von Jugendlichen zur Verfügung. Daneben entstehen zunehmend Informations- und Beratungsangebote im Internet. 

Als Beispiel für einen auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtetem Informations- und Beratungsdienst sei hier musl!m youth.net genannt. Dieser bietet einen kostenlosen Service für muslimische Jugendliche im Vereinigten Königreich. Neben Telefon, E-Mail und persönlichen Kontakten stellt die Internetplattform Informationen zu verschiedenen Themenbereichen bereit.

Auch in den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreichs stehen Jugendlichen Beratungs- und Informationsdienste zur Verfügung. In Nordirland ist dies NEELB Youth Service, dessen Zielgruppe Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren und Fachkräfte der Jugendarbeit sind und der über ein Netzwerk von 25 Informationspunkten in Schulen und Jugendklubs verfügt. In Schottland bietet Young Scot Zugang zu Informationen sowie Kontakte zu lokalen Jugendinformationsdiensten.

Internationale Kooperationen

Das Vereinigte Königreich wirkt beim European Knowledge Centre for Youth Policy mit, der Wissensplattform von Europarat und Europäischer Kommission zur Jugend in Europa. Die fünf Themenbereiche sind: ABC der Jugendpolitik, besseres Verständnis der Jugend, Information über die Jugend, Partizipation von Jugendlichen und freiwillige Aktivitäten von Jugendlichen.

Die Europäische Jugendinformations- und Beratungsagentur ERYICA kooperiert mit Young Scot Enterprise in Schottland und dem WELB Youth Infomationen Service in Nordirland.

Darüber hinaus wirkt das Vereinigte Königreich beim europäischen Netzwerk Eurodesk mit: Eurodesk UK

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