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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit 
Sport

Gesundheit

Alkohol ist eine mörderische Waffe (Poster: Gesellschaft für Alkoholismus-Prävention)
Alkohol ist eine mörderische Waffe (Poster: Gesellschaft für Alkoholismus-Prävention)

Im internationalen Ranking des World Happiness Report 2015 der UN, dessen Kriterien sich an der wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und demokratischen Situation des jeweiligen Landes orientieren, nimmt Israel den 11. Platz ein, noch vor den USA (15.) und Deutschland (26.), jedoch nach der Schweiz (1.), Island (2.) Dänemark (3.), Norwegen (4.) und Kanada (5.). Obwohl der Nahe Osten eine Krisensituation ist und die sicherheitspolitische Situation Israels ständig angespannt ist, sind laut einer israelischen Umfrage von 2015 73 %der Bevölkerung überzeugt, dass Israel ein „guter Platz zum Leben“ ist. Nach einer Studie des Geocartography Institute von 2015 nennen israelische Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren auf die Frage, was ihnen das wichtigste im Leben sei, zuerst die Familie (79 %), danach folgen Gesundheit (73 %) und Ausbildung (68 %).

Das israelische Gesundheitswesen ist dem in anderen hoch entwickelten Ländern vergleichbar und hat eine gute medizinische Infrastruktur. Die Gesamtausgaben für Gesundheit betragen 7,6 % des Bruttoinlandsproduktes (2014), der Durchschnitt der OECD-Länder liegt bei 9,4 %. Pro 1.000 Einwohner gibt es 5,4 Krankenhausbetten und 3,09 Ärztinnen und Ärzte, die Geburtenrate beträgt 3,08 und die Kindersterberate 3,1 bei 1.000 Geburten. Die Lebenserwartung für Männer liegt bei 80,3 und für Frauen bei 84,1 Jahre. Geheiratet wird im Durchschnittalter von 27,4 bei Männern und 24,7 bei Frauen (2014). Das Ministerium für Gesundheit koordiniert die Gesundheitspolitik des Landes und veröffentlicht Aufklärungs- und Informationsmaterial.

Link
Healthy Israel 2020 - Zukunftsinitiative des Ministeriums für Gesundheit http://www.health.gov.il/English/Topics/HealthyIsrael/Pages/default.aspx


Zigaretten

Häufigste vorzeitige Todesursache stellen die Folgen des Rauchens dar, das jährlich etwa 10.000 Menschen in Israel das Leben kostet. In der Gesamtbevölkerung rauchen 27,3 % der Männer und 12,5 % der Frauen, im EU-Durchschnitt sind es 28,5 % bzw. 17,7 %. Am höchsten liegt die Rauchenden-Quote in Tel Aviv (30 %) und am niedrigsten (8 %) im religiös geprägten Bnei Brak (2015). Nach einer Untersuchung des israelischen Gesundheitsministeriums beträgt das Durchschnittalter beim Beginn des regelmäßigen Rauchens bei Jungen 15,7 und bei Mädchen 16 Jahre. Beim Eintritt in die Armee rauchen 31 % der männlichen und 25,7 % der weiblichen Jugendlichen. Seit 2004 gilt in Israel ein Verbot des Zigarettenverkaufs an Jugendliche unter 18 Jahren. Im gleichen Jahr trat ein neues Gesetz in Kraft, das deutlich sichtbare Warnungen auf den Zigarettenpackungen vor den gesundheitsschädlichen Folgen des Rauchens vorschreibt.

Alkoholika

Nach Statistiken der OECD liegt der jährliche durchschnittliche Alkoholkonsum in Israel bei 2,5 Litern pro Kopf (2009), das ist neben der Türkei mit 1,5 Litern pro Kopf der geringste Wert aller 34 untersuchten Länder. Vor allem seit den hohen Einwanderungszahlen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren ist in Israel der Konsum stark angestiegen. 90 % der 12- bis 18-jährigen aus diesen Ländern stammenden Jugendlichen geben an, innerhalb der letzten 12 Monate Alkohol getrunken zu haben, bei den in Israel geborenen Jugendlichen der gleichen Altersgruppe liegt der Prozentsatz bei 49 %.

Unter arabischen Jungen ist der Konsum von Alkoholika stärker als unter jüdischen, bei den Mädchen ist es umgekehrt, unter Studierenden konsumieren durchschnittlich 34,2 % regelmäßig Alkohol, 42,5 % gelegentlich. Mit zunehmendem Alter nimmt der Konsum ab, der Prozentsatz liegt bei über 75-Jährigen bei 28,8 %. Um dem Alkoholmissbrauch zu begegnen, der auch zu steigenden Verkehrsunfällen und Gewaltdelikten führt, wurden 2009 die Kompetenzen der ‚Behörde gegen Drogen‘ um den Bereich Alkoholmissbrauch erweitert. Diskutiert wird auch eine Erhöhung der Altersgrenze für den Kauf von Alkoholika von 18 auf 21 Jahre.

Drogen

Israel liegt geografisch an einer Schnittstelle des illegalen internationalen Drogenhandels vor allem zwischen Afrika, dem Balkan und Osteuropa. Aus den Nachbarstaaten Libanon, Ägypten und Jordanien werden große Mengen an illegalen Drogen über die Grenzen geschmuggelt. Israelische ‚Mafia-Gruppen‘ dominieren neben russischen, kolumbianischen und dominikanischen den weltweiten Handel mit Ecstasy. Nach Angaben des ‚World Drug Report‘ der UN hat sich der Kokain-Konsum in Israel zwischen 2005 und 2009 verdoppelt, fast 1 % der 18- bis 40-Jährigen gibt an, die Droge zu nehmen. Auch der Konsum von Marijuhana und Haschisch ist weit verbreitet.

Unter Studierenden an Hochschulen liegt Konsum illegaler Drogen bei mehr als 30 %. Bei internationalen Vergleichen über Drogenkonsum unter Studierenden ist zu berücksichtigen, dass israelische Studierende in der Regel nach zwei- bis dreijährigem Militärdienst älter sind und sich in einer anderen Lebensphase befinden. Nach Abschluss der mehrjährigen Armeezeit unternehmen tausende israelische Rucksackreisende zeitlich und geografisch ausgedehnten Auslandsaufenthalte vor allem nach Asien sowie Süd- und Mittelamerika. Laut einer Untersuchung der Ben-Gurion-Universität konsumieren mehr als 80 % der etwa 20.000 israelischen Backpackers im Ausland Drogen.

Beruhigungsmittel

Aufgrund unsicherer Lebensbedingungen und andauernder Angst vor Gewalt, Terror und Krieg nehmen viele Israelis, auch viele Kinder und Jugendliche, Medikamente zur Beruhigung. Laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation ist der prozentuale Anteil von Beruhigungsmittel bei Kindern und Jugendlichen in Israel nach Grönland der zweithöchste in der Welt (2000). 18 % der israelischen 11-jährigen Jungen und 12 % der gleichaltrigen Mädchen nehmen mindestens einmal im Monat Beruhigungsmittel. Im Jahr 2008 ist der allgemeine Verbrauch an Medikamenten gegen Depression und Angstzustände in Israel im Vergleich mit den beiden Vorjahren um 23 % angestiegen.

Ratgeber für Eltern: „Wacht auf!“ (Grafik: Israel Anti-Drug Authority)
Ratgeber für Eltern: „Wacht auf!“ (Grafik: Israel Anti-Drug Authority)

Suizide

Nach Angaben der WHO (World Health Organization) beträgt in Israel die durchschnittliche jährliche Suizid-Rate per 100.000 Einwohnern bei Männern 9,8 und bei Frauen 2,6 (2012). Die Zahl der insgesamt registrierten Suizidversuche liegt bei etwa 3.500 jährlich (2013). Häufigste Hintergründe sind wirtschaftliche und soziale Notlagen und persönliche Schwierigkeiten von Eingewanderten bei ihrer Eingliederung in die neue Gesellschaft. Unter Jugendlichen haben 13 % schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich selbst zu töten. 5 % der Heranwachsenden haben tatsächlich einen Suizid-Versuch unternommen (2004). In der Armee ist Suizid noch vor militärischen Einsätzen die statistisch häufigste Todesursache.

HIV-Infektionen

Nach Angaben des Zentralbüros für Statistik leben in Israel 6.947 Menschen, die HIV infiziert sind und 583 Menschen, die an Aids erkrankt sind, und sich in medizinischer Behandlung befinden (2014). Das israelische Präventionsprogramm der Nicht-Regierungsorganisation ‚Jerusalem AIDS Project’ (JAIP) wurde von UNAIDS, der Hilfsorganisation der Vereinten Nationen als das bestes Aufklärungsmodell über HIV und AIDS und als Vorbild für andere Länder ausgezeichnet.

Quellen
World Happiness Report 2015 (Englisch) http://worldhappiness.report/wp-content/uploads/sites/2/2015/04/WHR15_Sep15.pdf

Healthy Israel 2020 - Zukunftsinitiative des Ministeriums für Gesundheit http://www.health.gov.il/English/Topics/HealthyIsrael/Pages/default.aspx

Datenbank des Ministeriums für Gesundheit mit Berichten, Daten, Fakten (Hebräisch) http://www.health.gov.il/Services/Publications/Pages/PublicationsSearch.aspx

Central Bureau of Statistics (CBS) – Statistikbüro der Israelischen Regierung (Hebräisch/Englisch) http://www.cbs.gov.il/reader

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Sport

Staatliche Sportförderung
Für Sportunterricht an Schulen und anderen Erziehungseinrichtungen ist das Ministerium für Kultur und Sport (Amt für Sport) zuständig, ebenso für Sportzentren, Sportmedizin, Forschung und entsprechende fachliche Veröffentlichungen. Auf lokaler Ebene fördern die Sportämter der örtlichen Verwaltungen außerschulische sportliche Aktivitäten und unterstützen Sportverbände und Sportanlagen des Breiten- und Leistungssports. Die zentrale Ausbildungsstätte des Landes für Lehrende von Sport und Physiotherapie, Trainerinnen und Trainer sowie Jugendleiterinnen und Jugendleiter ist das Wingate Institute bei Netanja. Es fungiert auch als Ausbildungszentrum für die Armee. Drei weitere israelische Sporthochschulen befinden sich in Tel Aviv, Be’er Schewa und Givat Washington. Ein Sportzentrum für Menschen mit Behinderungen (Israel Sports Center for the Disabled) liegt in Ramat Gan.

Play Soccer Make Peace. Grafik: Homepage PSMP 2.1.07
Play Soccer Make Peace. Grafik: Homepage PSMP 2.1.07

Breitensport

Die beliebtesten Mannschaftssportarten in Israel sind Fußball und Basketball. In den letzten Jahren haben auch Judo und Tennis stark an Zulauf gewonnen. Im Breitensport ist gemeinsames Wandern, Laufen oder Schwimmen bei jungen wie alten Israelinnen und Israelis sehr beliebt. Öffentliche Sportveranstaltungen haben häufig einen besonderen israelischen Charakter. Sie nehmen Bezug auf Orte und Ereignisse in Bibel und jüdischer Geschichte, werden geprägt von Volksfestatmosphäre und finden nicht selten unter Beteiligung junger Soldatinnen oder Soldaten in der Ausbildung statt.

Jährliche besonders populäre Traditionsveranstaltungen sind das vom Sportverband Hapoel organisierte Durchschwimmen des Sees Genezareth, der Volkslauf um den Berg Tabor, das Massenschwimmen in der Bucht von Haifa oder im Roten Meer bei Eilat sowie der dreitägige von Armee organisierte Frühlingsmarsch nach Jerusalem. Die Stadt Jerusalem organisiert jährlich Sommer Zeltlager und Sportwettkämpfe für tausende Jugendliche aus jüdischen und arabischen Jugendklubs, ähnliche Veranstaltungen finden auch an anderen Orten des Landes statt. Internationale bekannte Sportereignisse sind der Tel Aviver und der Jerusalemer Marathonlauf.

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Die bereits vor der Gründung des Staates Israels entstandenen traditionsreichen großen jüdischen Sportbewegungen Hapoel (Engl.), Makkabi (Engl.), Betar und Elizur (Hebr.) wurden ursprünglich einmal stark mit verschiedenen parteipolitischen oder gewerkschaftlichen Strömungen identifiziert, verstehen sich jedoch heute in Israel als überparteiliche Organisationen.

Internationale Gilboa-Wanderung 2008. Foto: Website Israel Sport for All Association 23.6.08
Internationale Gilboa-Wanderung 2008. Foto: Website Israel Sport for All Association 23.6.08

Internationale Sportwelt

Das von der Makkabi-Sportbewegung organisierte internationale Sportfestival Makkabia ist weltweit bekannt. Es ist ähnlich wie die Olympischen Spiele konzipiert und das größte internationale jüdische Sportereignis mit über 9.000 Teilnehmenden, das drittgrößte Sportereignis der Welt. Das Sportfestival findet jeweils im Jahr vor den olympischen Spielen in Israel statt, das nächste im Mal 2017. Jeweils im Jahr nach der Olympiade organisiert die Hapoel-Bewegung in Israel einen weiteren internationalen Sportwettkampf jüdischer Athletinnen und Athleten aus aller Welt.

Seit dem Oktober-Krieg 1973 ist Israel von internationalen Sportereignissen in asiatischen Ländern ausgeschlossen und deshalb verbandspolitisch in die europäische Sportwelt integriert. Israel wurde offiziell in die europäische Region verschiedener internationaler Sport-Föderationen aufgenommen. Durch den israelisch-arabischen Konflikt begründete Boykott-Maßnahmen beeinträchtigen noch immer internationale israelische Sportkontakte.

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