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Jugendverbandsarbeit

Jüdische Kinder schauen aufs Meer.
Jüdische Kinder schauen aufs Meer.Bild: © Borisbelenky / fotolia.com

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Die großen landesweiten Jugendverbände sind im Rat der Jugendbewegungen (Moezet Tnuot Hanoar, Kürzel: Matan) zusammengeschlossen. Er ist dem Amt ‚Gesellschaft und Jugend‘ des Erziehungsministeriums zugeordnet und wird von dort fachlich und finanziell unterstützt. Israelische Jugendbewegungen stellen einen hohen Anteil der ehrenamtlich Engagierten in der Kinder- und Jugendarbeit von Gemeinden sowie in sozialen und erzieherischen Programmen des Militär- und Zivildienstes. Sie engagieren sich besonders in Projekten mit eingewanderten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

In arabischen Gemeinden, die sich in der Regel weniger auf ein etabliertes Netzwerk von Förderkreisen im In- und Ausland stützen können und die häufig kein eigenes örtliches Zentrum für Kultur, Jugend und Sport haben, ist Jugendverbandsarbeit besonders wichtig. Eigenständige arabische Jugendverbände wie die Arabische Jugend (Hanoar Ha’arawit) versuchen, lokale Jugendarbeit aufzubauen und weiterzuentwickeln. Innerhalb der zionistischen Jugendbewegung Haschomer Haza'ir (Der junge Wächter) ist AJial (arab. Generationen) ein eigenständiger arabischer Jugendverband. Auch die zionistische Arbeitende und Lernende Jugend (Hanoar Ha’owed Wehalomed) bemüht sich um jüdisch-arabische Koexistenz und um Integration arabischer Jugendlicher in ihre Programme. Ihre Verbandsstruktur verfügt über eine Arabische Abteilung. Die größte israelische Jugendbewegung, die Pfadfinder (Hazofim), hat arabische Unterverbände für ihre muslimischen, christlichen und drusischen Mitglieder.

Überregionale Jugendverbände

Die im Rat der Jugendbewegungen zusammengeschlossenen landesweiten großen Jugendbewegungen vertreten 250.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren. Die folgenden Links informieren über die 14 Mitgliedsverbände:

Rundes Pfadfinderbanner mit Wander-, Camping- und Pfadfindersymbolen.
Rundes Pfadfinderbanner mit Wander-, Camping- und Pfadfindersymbolen. Bild: © topvectors / fotolia.com

Links

Politische Jugendorganisationen
Die Jugendorganisationen politischer Parteien spielen weiterhin eine wichtige Rolle und konkurrieren oder kooperieren je nach politischer Ausrichtung untereinander und mit verschiedenen Jugendverbänden. Neben den etablierten Verbänden und Parteien existieren unabhängiger Organisationen und Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft, die über kleinere Jugendorganisationen und Jugendgruppen verfügen. Die Bildungs- und Erziehungsprogramme der Organisationen spiegeln die jeweilige politische und ideologische Ausrichtung.

Links

Brit Hanoar Hakomunisti Haisraeli - Banki (Bund der kommunistischen Jugend) - Jugendorganisation der Kommunistischen Partei

Jesch Atid - Jugendorganisation der Partei ‚Jesch Atid‘

Likud Youth Movement – Jugendorganisation der Partei ‚Likud‘ (Englisch)

Noar Ha‘awoda (Arbeiterjugend) - Jugendorganisation der Arbeitspartei ‚Awoda‘ (Hebräisch)

Noar Meretz (Meretz-Jugend) - Jugendorganisation der Partei ‚Meretz‘ (Englisch)

Ze‘irej Israel Beitenu (Jugend Israel Beitenu) – Jugendorganisation der Partei ‚Israel Beitenu‘ (Hebräisch)

Ze’irej Habajit Hajehudi (Jugend Habajit Hajehudi) - Jugendorganisation der Partei ‚Habajit Hajehudi‘ (Hebräisch)

Begegnung sozialistischer und religiöser Jugend. Foto: Website HAMACHANOT HAOLIM
Begegnung sozialistischer und religiöser Jugend. Foto: Website HAMACHANOT HAOLIM

Religiöse Jugendverbände
Weltweit, nicht in Israel, bilden die Bewegungen des ‚Konservativen Judentums’ (Jahadut Massortit) und des ‚Reformjudentums’ (Jahadut Mitkademet) die Mehrheit des religiösen Judentums, in Israel ist es das so genannte ‚orthodoxe' und 'ultraorhodoxe Judentum‘ (Dati'im und Charedim). Die religiösen Jugendverbände pflegen enge Bindungen zu den etablierten religiösen Einrichtungen. Der im Laufe der Jahre verminderten Rolle der sozialistisch und säkular geprägten Kibbuz- und Arbeiterbewegung entspricht ein zunehmender Einfluss der religiös oder national orientierten Strömungen und Jugendverbände.

Links
Banot Beit Ja’akov Batja (Töchter des Hauses Jakov Batia) - Jugendprogramm für Mädchen des charedischen Judentums (Hebräisch)

Chabad Youth Organization - Jugendbewegung der chassidischen Chabad Bewegung (Englisch)

Noam - Jugendverband der Bewegung für konservatives Judentum (Hebräisch)
www.noamist.org /

Noar Telem - Jugendprogramm der Bewegung für progressives Judentum in Israel (Englisch)

Pirchej Hadegel (Blumen der Fahne) - Jugendbewegung des charedischen Judentums (Hebräisch)

Tzivos Hashem (Heerscharen Gottes) - Jugendbewegung der chassidischen Chabad-Bewegung (Hebräisch)

Fünf junge Leute stehen hintereinander und gucken in die Kamera.
Fünf junge Leute stehen hintereinander versetzt mit verschränkten Armen und gucken in die Kamera.Bild: © Daniel Ernst / fotolia.com

Jugendverbände des Sports
Die ursprünglich stark jeweils mit bestimmten politischen Strömungen und Parteien identifizierten nationalen Sportverbände haben sich seit den 70er Jahren weitgehend entpolitisiert. Sie verstehen sich heute als überparteiliche Organisationen. Dies betrifft die Sportbewegungen Makkabi, Hapoel und Betar. Religiös-zionistische Sportvereine sind im Dachverband Elizur zusammengeschlossenen. Der Sportverband A.S.A. ist an Universitäten und Hochschulen gebunden. Näheres zum Sport siehe Kapitel: Gesundheit und Wohlbefinden – Sport.

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Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Die israelische Gesellschaft gliedert sich nach Religionszugehörigkeit in 75 % jüdische, 17,5 % muslimische, 2 % christliche, 1,6 % drusische und 3,9 % anders orientierte Bevölkerung. Die Mehrheit der Israelis ist dabei eher weltlich-säkular orientiert und religiös kaum oder nicht praktizierend. Nur eine Minderheit lebt ein religiös geprägtes Alltagsleben mit regelmäßigem Beten und Synagogenbesuchen. Die Identität der israelischen Mehrheitsgesellschaft wird jedoch unabhängig von der individuellen Religiosität weitgehend durch das Bewusstsein von einer verbindendenden gemeinsamen jüdischen Kultur, Tradition und Geschichte geprägt.

Prognosen der Bevölkerungsentwicklung gehen aufgrund der Geburtsstatistiken davon aus, dass in den kommenden Jahren der Anteil der religiös praktizierenden Bevölkerung stark zunehmen wird mit einschneidenden Folgen für das Erziehungssystem. Bereits heute kommt die Hälfte der Kinder der 1. Grundschulklasse aus fromm-religiösen Familien (Charedim).

Staatlich-religiöse Erziehung
Staatliche Einrichtungen und zivilgesellschaftliche Gruppen wenden sich mit speziellen Programmen an die religiöse Bevölkerung. Der Arbeitsbereich 'Staatlich-religiöse Erziehung‘ im Erziehungsministerium entwickelt Programme, die Kindern und Jugendlichen Religionskunde und demokratische Werte im Einklang mit den Geboten der Bibel vermitteln. Die Abteilung für ‚Internatserziehung‘ ist verantwortlich für staatlich-religiöse Jugenddörfer oder ‚Internate‘ zum Studium religiöser Schriften für Jungen (Jeschiwot) und Mädchen (Ulpanot). Der Arbeitsbereich ‚Arabischer Sektor‘ beschäftigt sich mit Bildungs- und Erziehungsfragen im arabischen Teil der Bevölkerung und behandelt auch religiöse Alltagsfragen aus Islam und Christentum. Besondere Programme ermöglichen jungen religiösen Frauen, als Teil ihrer Armeezeit Freiwilligendienste zu leisten oder anstelle des Militärdienstes im Rahmen eines ‚Nationalen Zivildienstes‘ (Scherut Le’umi-Esrachi) in sozialen Brennpunkten und Erziehungseinrichtungen zu arbeiten.

Links
Tali Education Fund - Vermittlung jüdischer Religion und Tradition in staatlich-säkularen Schulen (Englisch)

Behörde für Nationalen Zivildienst (Hebräisch)


Junge mit schwarzer Kappe steht vor Westwand mit Buch in der Hand.
Junge mit schwarzer Kappe steht vor der Westwand mit Buch in der Hand.Bild: Aleks Megen / pixabay.com

Religiöse und säkulare Erziehung
Seit dem Schock über die Ermordung des israelischen Premierministers Jizchak Rabin 1995 durch einen fanatischen religiösen Juden gilt die Förderung einer Verständigung zwischen säkularen und religiösen Bevölkerungsgruppen als nationale Aufgabe. Besondere Bildungsprogramme und Initiativen versuchen, die bisherige starre Trennung zwischen religiösen und säkularen Erziehungssystemen zu mildern. Das Interesse auch säkularer Israelinnen und Israelis an einer persönlichen Begegnung mit religiösen biblischen und talmudischen Schriften wächst. In ‚Lernstuben‘ zu moderner Auslegung der Schriften treffen sich junge und alte, säkulare und religiöse Israelis zum gemeinsamen Lernen.

Links
Hillel – Organisation zur Unterstützung von aus ultra-religiösem Judentum Ausgetretenen (Englisch) 

Pardes Institut – Koedukatives Lernen jüdischer Schriften und Traditionen

Zaw Pijus (Versöhnungsgebot) – Dialog zwischen religiösen und säkularen Jugendlichen (Englisch) 


Religion und Demokratie

Religiösen Bildungseinrichtungen kommt bei der Erziehung zu jüdischen und demokratischen Werten und zum Dialog mit anderen Religionen und Kulturen eine wichtige vermittelnde Rolle zu. National-religiös gesinnte Jugendliche in der israelischen ‚Siedlungsbewegung‘ fühlen sich nach Zwangsräumungen von israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten von Regierung, Armee und Medien im Stich gelassen, distanzieren sich vom Establishment und greifen zum Teil zu gewalttätigem Widerstand. Erziehungsprogramme versuchen, ein Auseinanderfallen der israelischen und jüdischen Identität zu verhindern.

Links
Israel Religious Action Center – Zentrum der Bewegung für progressives Judentum (Englisch)

Yesodot (Fundamente) – Bildungszentrum für Tora und Demokratie in Israel (Hebräisch)

Interreligiöse Beziehungen

Religiöse Begegnungs- und Bildungsprogramme thematisieren auch den Dialog zwischen verschiedenen Religionen in Israel, vor allem zwischen Judentum, Christentum und Islam, und bieten entsprechende Lern- und Dialogprogramme an. Zum Teil engagieren sich diese Initiativen auch für arabisch-jüdische oder israelisch-palästinensische Verständigung.

Links
Ecumenical Theological Research Fraternity in Israel - Initiative für interreligiösen Dialog (Englisch )

Interfaith Encounter Association – Initiative für interreligiöse Begegnungen (Englisch)

Schalom Hartman Institut - Institut für interreligiöse Forschung und Diskussion (Englisch)

Fragen und Antworten

Zum Studium jüdischer Religion, Kultur und Tradition und zum Austausch mit anderen darüber sind Lernportale und Internet-Foren ein ideales Medium. Das Erziehungsministerium unterstützt die Entwicklung von Räumen im Internet, in denen Interessen, Fragen und Probleme religiöser Jugendlicher verhandelt werden. Bei religiösen Jugendlichen besonders beliebt sind Internet-Foren in Form von individuellen Fragen und Antworten in Form eines Zwiegespräches zwischen Surfenden und Rabbinern. Sie nutzen Internetangebote zum Austausch über alltägliche Fragen des Glaubens, Religion und auch gesellschaftspolitische Themen.

Links
Da’at (Erkenntnis) – Internetportal der Fachhochschule Herzog zum Studium hebräischer Schriften (Hebräisch)

Freunde antworten – Internetchat für Jugendliche zu alltäglichen religiösen Themen (Hebräisch)

Mikra-Net – Lernportal zur Bibelkunde für Kinder (Hebräisch)

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