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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit
Sport

Gesundheit

Mittels einer jährlich durchgeführten Umfrage stellt das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt (Ministry of Health, Labour and Welfare, MHLW) regelmäßig Informationen über die Gesundheit der japanischen Bevölkerung aller Altersgruppen zusammen: Annual Health, Labour and Welfare Report 2012-201.

Nigiri-Sushi
Nigiri-SushiBild: rawpixel / pixabay.com

Ernährung

Auch wenn Japan im internationalen Vergleich eines der „gesündesten“ Länder mit der höchsten Lebenserwartung ist, sind ernährungsbedingte gesundheitliche Probleme wie Diabetes und Übergewicht auch in Japan derzeit auf dem Vormarsch.

Im Jahr 2005 hat die japanische Regierung ein Rahmengesetz zur Ernährungserziehung Shokuiku erlassen, als Antwort auf besorgniserregende Ernährungsgewohnheiten, gehäufte Lebensmittelskandale und einen vermuteten Verlust der traditionellen Esskultur. Ausgearbeitet wurde es vom Cabinet Office (Naikakufu) in Zusammenarbeit mit dem Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT), dem Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries (MAFF) und dem Ministry of Health, Labour and Welfare (MHLW). Das Gesetz definiert Shokuiku als “den Erwerb von Wissen über Lebensmittel und Ernährung und die Fähigkeit durch vielfältige Erfahrungen in Bezug auf Nahrung eine angemessen Auswahl an Lebensmittel zu treffen, um Menschen in ihrer Fähigkeit einer gesunden Ernährung zu schulen“. (Quelle: Broschüre des Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries: What is "Shokuiku (Food education)"?).
2008 folgte das School Health and Safety Act und eine Überarbeitung des School Lunch Program Act.

Als besorgniserregende Essgewohnheit wird das zunehmend häufige Auslassen des Frühstücks empfunden. 30% aller Männer in ihren 20ern gehen morgens ohne Frühstück aus dem Haus und eins von zehn Grundschulkindern frühstückt nicht.
Im Jahre 2009 veröffentlichte das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei (MAFF) im Rahmen einer Kampagne ein Video, in dem die Pop-Sängerin Aya Matsuura sich Zeit für ein gesundes und ausgewogenes Frühstück nimmt, anstatt in der morgendlichen Eile, darauf zu verzichten.
Auch konnte festgestellt werden, dass Kinder immer später zu Bett gehen. Daher führt das National Institution for Youth Education (NIYE), größter halb-öffentlicher Träger der Jugendarbeit, die Kampagne: „Early to bed,Early to rise, Don’t forget your breakfast National Campaign”. Eine andere Kampagnen des NIYE ist "Taiken no kaze o okosou (Let’s create a wind of experience)", die Kindern, die z. T. unter seelischem Stress leiden, die Möglichkeit gibt, durch Naturerlebnisse in Gruppen frischen Wind in deren Leben zu bringen. Des Weiteren hat das NIYE Angebote im Bereich Umweltschutz und Umweltbildung und im Bereich Naturerlebnis und Outdoor-Erfahrungen.

Das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) fördert die Ernährungserziehung an Schulen (School Health Education) durch Ernährungslehrer ebenso wie die Gesundheitserziehung die sich auf Themen wie Rauchen, Alkohol, Drogen, Sexualität und Allergien bezieht.

Weitere Informationen:

Drogen 

Detaillierte Aussagen zum quantitativen Drogenkonsum japanischer Jugendlicher lassen sich nur schwer treffen. Im Jahr 2008 wurden 2.758 Verstöße Jugendlicher im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch aufgeführt und 1.730 Fälle in Bezug auf Cannabiskonsum. 

Insgesamt scheint das Problem des Drogenmissbrauchs unter Jugendlichen in Japan, ähnlich wie in vielen westlichen Industriegesellschaften auch, in den letzten Jahren zugenommen zu haben. Dies konstatiert zumindest das in Japan zuständige Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales

Aus diesem Grund wurde im April 1997 unter Vorsitz des Premierministers im Cabinet Office eine Abteilung zur Förderung von Maßnahmen gegen Drogenmissbrauch etabliert und im Mai 1998 ein Fünfjahresplan zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs (Five-Year Drug Abuses Prevention Strategy) verabschiedet, der 2003 und und 2008 erneuert wurde. Dieser sieht unter anderem die Verschärfung von gesetzlichen Bestimmungen, den Ausbau von öffentlicher Gesundheitserziehung und -prävention sowie eine verstärkte internationale Zusammenarbeit vor. (Ausführlichere Informationen zu den Zielen des Fünfjahresplans unter: http://www8.cao.go.jp/souki/drug/pdf/know/plan-e.pdf)

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Sport

Sport spielt in Japan eine bedeutende Rolle. Es existiert eine gewaltige Zahl an öffentlichen und privaten Sporteinrichtungen, von denen allerdings der größte Teil schulisch genutzt wird.

Für sportliche Belange ist die Abteilung für Sport des MEXT (Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie) zuständig. Im März 2012 formulierte das MEXT den Sport Basic Plan, mit dem Ziel eine Umgebung zu erschaffen, die möglichst viele Menschen entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten ungeachtet von Alter, Geschlecht und Einschränkungen zur Teilnahme an sportlichen Aktivitäten befähigt.
Der physischen Erziehung und Ertüchtigung von Jugendlichen wird eine große Bedeutung beigemessen. Dies soll allerdings nicht nur in der Schule geschehen, sondern die ganze Gesellschaft soll zu einer, so wörtlich im Programm des Ministeriums, lifelong sports society umgestaltet werden. Im Basisplan für die Förderung des Sports (2001-2010) des MEXT sind drei Hauptbereiche der Förderung des Sports festgelegt:

  • Förderung des Sports in Schulen; 
  • Gestaltung einer lebenslangen sportlichen Gesellschaft; 
  • Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Japans im Bereich Sport

(Quelle: Promotion of Sports MEXT: http://www.mext.go.jp/english/sports_promotion/index.htm)

Grafik zur Darstellung der drei Förderbereiche im Sport. Quelle: Japanisches Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT)

In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Jugendlichen, die aktiv Sport treiben, bei weit über 80% (15 bis 19 Jahre sogar 89,8%). Die beliebtesten Sportarten bei Japans Jugendlichen sind Baseball, Football, Bowling, Softball, Volleyball und Basketball. Auch Fußball wird immer populärer, insbesondere seitdem Japan zusammen mit Südkorea die Fußballweltmeisterschaft 2002 ausgerichtet hat. Trotz aller Sportbegeisterung hat das MEXT in einer Studie zur Fitness 2004 herausgefunden, dass japanische Kinder so schlecht wie nie seit 1964 abschneiden. Deshalb fördert das MEXT eine landesweite Kampagne zur Verbesserung der Fitness bei Kindern. Mehr Informationen im aktuellen White Paper on Education, Culture, Sports, Science and Technology (2011).

Anzahl der Jugendsportverbände in Japan. Quelle: White Paper on Education, Culture, Sports, Science and Technology 2004

Die Japan Junior Sport Club Association, Unterorganisation der Japan Sports Association, als Austauschpartner der Deutschen Sportjugend wurde im Jahre 1962 im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokyo gegründet. Ziel der JJSA ist es, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestaltung mit sportlichen Aktivitäten in ihrer näheren Umgebung anzubieten. Das bedeutet eine außerschulische Bildungsarbeit mit dem Akzent Sport. Eine ganzheitliche Persönlichkeitsförderung von jungen Menschen wird als Ziel gesetzt. In Japan gibt es keine eingetragenen Organisationsformen wie die Turn- und Sportvereine in Deutschland mit breiten Programmangeboten, die altersmäßig durchgängig organisiert sind. Die Sportjugendgruppen der JJSA können als Kinder- und Jugendsportclubs eingestuft werden. Bei der JJSA sind heute knapp eine Million Kinder und Jugendliche, rund 180 000 Jugendübungsleiter in etwa 35 000 örtlichen Sportjugendgruppen organisiert. Zirka 88% der Mitglieder gehören der Altersgruppe 6 bis 12 an. Das sind Schüler/-innen der Grundschule. Da es für diese Altersgruppe keine schulischen Sportangebote außerhalb des Unterrichts gibt, gehen sportbegeisterte Grundschüler/-innen zur Japanischen Sportjugend.

Ältere Jugendliche treiben Sport dann im schulischen Bereich weiter, in den Schulsportklubs. Mit 13 Jahren gehen die Mitglieder von der JJSA weg. Die älteren Mitglieder assistieren den Übungsleiter(inne)n bei Trainingsstunden, übernehmen Betreuungsaufgaben, helfen bei Veranstaltungen oder Zeltlagern. Sie koordinieren die Belange der Sportjugendgruppen zwischen den Jugendleiter(inne)n und Kindern. Diese jungen angehenden "Leader" werden in Lehrgängen ausgebildet: "Junior-Leaders-Stufe I" (11 - 13 Jahre) auf der kommunalen oder Präfekturebene, "Junior-Leaders-Stufe II" (13 - 17 Jahre) auf der Präfekturebene, "Senior-Leaders" (bis zu 20 Jahre) auf der nationalen Ebene. Die Absolvierung dieser 40-stündigen Ausbildung für "Senior-Leader" ist unter anderem die Voraussetzung für die Bewerbung für die Teilnahme am jährlich stattfindenden deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch.
(Quelle: Deutsche Sportjugend)

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