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Kultur und Kreativität

Japanischer Tanz.
Japanischer Tanz.Bild: LoveToTakePhotos / pixabay.com

Innerhalb des Ministeriums für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) arbeitet seit 1968 die Agentur für Kulturelle Angelegenheiten (engl. Agency for Cultural Affairs), die die Förderung von Kunst und Kultur In Japan zur Aufgabe hat sowie  die Aufrechterhaltung und Förderung kultureller Einrichtungen und Organisationen zum Ziel hat.

Zu den Aufgaben gehören im Einzelnen: das künstlerische Schaffen zu fördern, der Schutz und die Erhaltung von Kulturgütern, der Schutz der Urheberrechte, Maßnahmen zur Verbesserung und Verbreitung der japanischen Sprache, den internationalen Kulturaustausch zu fördern und als Verwaltung für Religion zu fungieren.

So werden auch kulturelle Jugendorganisationen in ihrer Tätigkeit unterstützt. Einen nationalen Dachverband der kulturellen Jugendbildung gibt es nicht. Es existieren aber zahlreiche Organisationen im kulturellen Bereich, so zum Beispiel die Japan Koteki Band League, die sich auf dem Feld der Musik (des gemeinsamen Musizierens) engagiert.

Das National Institution For Youth Education (NIYE) bietet Jugendaktivitäten im Bereich  Kunst und Kultur: http://www.niye.go.jp/taiken/?naiyou_a=6&srch1=1

Das Deutsch-Japanische Studienprogramm „Kulturelle Bildung“ zur Qualifizierung von Fachkräften der Jugendhilfe wird seit 2005 von der BKJ (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung - Kulturelle Bildung International) mit verschiedenen Trägern der kulturellen Bildung durchgeführt.
In den Jahren 2012/2013 wurde ein Austausch vom Bundesverband Museumspädagogik und dem japanischen Museumsverband (JAM - Japanese Association of Museums) in jeweils zwei Programmbausteinen in Deutschland und Japan durchgeführt. Auftraggeber und Zuwendungsgeber sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das japanische Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT).

Allgemeine Informationen zu Kultur finden Sie auf der Seite der Japanischen Botschaft.

Kultur und Lebensformen

Die Familie spielt in der japanischen Gesellschaft traditionell eine große Rolle. Sie ist eine selbstständige Einheit (auch wirtschaftlich), der sich die einzelnen Mitglieder unterzuordnen haben. Bis in die jüngste Vergangenheit lebten (vor allem auf dem Land) mehrere Generationen einer Familie unter einem Dach zusammen. In der letzten Zeit übernahm dann das Unternehmen mehr und mehr die Rolle der Familie. Im Idealfall absolvieren Japaner/-innen ihre Ausbildung in einem Unternehmen und gehören diesem dann bis zur Pensionierung an. Doch auch dieses Bild beginnt sich zu verändern. Die Jugendkulturen und Lebensformen der jüngeren Generation, insbesondere in den Großstädten, nähern sich mehr und mehr denen in Westeuropa oder in den USA an.

Das Leben der jungen Japaner/-innen ist im Wesentlichen von der Schule geprägt, in der sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Oft wird von einer Jugend-Schul-Kultur gesprochen. Nur in wenigen Ländern hat die Schule einen derartigen Einfluss auf die Sozialisation der Kinder und Jugendlichen.

Die meisten japanischen Kinder und Jugendlichen sind in der Regel bis zum späten Abend mit schulischen Aktivitäten wie Hausaufgaben, Schulsportaktivitäten, Nachhilfekursen, etc. beschäftigt. Und auch an den Wochenenden stehen überwiegend schulische Aufgaben neben dann noch zu erledigenden familiären Dingen im Vordergrund. Sogar in den Ferien spielt die Schule häufig noch indirekt eine Rolle. Viele Schulen bieten über ihre Clubs ein umfangreiches Ferienprogramm an, was angesichts des Mangels an Spielraum in den oft kleinen Wohnungen und engen städtischen Wohngebieten dankbar angenommen wird. Auf diese Weise verläuft die Entwicklung der Jugendlichen fast ausschließlich in einem von Erwachsenen vorgegebenen und überwachten Rahmen.
(Quelle: Der Text ist teilweise angelehnt an einen Artikel aus der Olympischen Jugend, Zeitschrift der dsj, Schorndorf 42 (1997), Heft 1, S.10ff.)

Werte wie die Ehe werden von jungen Japaner/-innen immer weniger geschätzt. Ende der Neunzigerjahre waren fast 90% der 20- bis 24-Jährigen nicht verheiratet, bei den 25- bis 29-Jährigen waren es rund 50%. Außerdem entscheiden sich viele junge Japaner/-innen dafür, immer später oder gar keine Kinder zu bekommen. Dies hat erheblich Folgen für die japanische Gesellschaft.

Seit Mitte der Achtzigerjahre fallen viele junge Japaner/-innen durch ein problematisches Sozialverhalten auf. Dazu gehören Gewalt gegen das Lehrpersonal und gegen Mitschüler/-innen sowie das Schikanieren von Mitschüler/-innen. In der Schule wurde versucht, durch frühes und hartes Eingreifen diesem Verhalten entgegenzuwirken. Verängstigten Schüler/-innen wurde verstärkt schulpsychologische Hilfestellung angeboten.

Japans Jugendliche sehen sich immer stärker der Möglichkeit, aber auch dem Zwang gegenüber, ihre Biografie selbst zu gestalten und sich eigene Lebensräume zu schaffen, Lebensstile zu entwickeln, Werte oder Rollen zu testen sowie Freiräume zu nutzen.
(Quelle: Sinkende Kinderzahlen in Japan. Schlaglichter aus jugendsoziologischer Sicht. Von Manuel Metzler, In: Japan aktuell 1/2005)

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