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Partizipation und Citizenship

Politische Bildung
Freiwilliges Engagement

Politische Bildung

Artikel 8 des japanischen Bildungsgesetzes von 1947 besagt, dass politisches Wissen für eine intelligente Bürgerschaft notwendig ist. Dieses soll durch den Bildungsbereich evaluiert werden. Schulen ist es per Gesetz untersagt, politische Bildung oder anderweitige parteipolitisch orientierte Aktivitäten durchzuführen. 

Ein formuliertes Ziel im Weißbuch der Regierung von 2013 ist es, Kinder und junge Menschen bei ihrer Partizipation in der Gesellschaft zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurde das Konzept der Partizipation in den schulischen Lehrplänen stärker betont und darauf ausgerichtet, praktisches Wissen zur Problemlösung in der Gemeinschaft zu vermitteln.
Das Cabinet Office führt ein “Project for Gathering Opinions from Youth” durch, damit Kinder und junge Menschen aktiv ihre Meinung zum Ausdruck bringen können und damit sie ein gesteigertes Bewusstsein für gesellschaftliche Teilhaben entwickeln.
Auch andere relevante Ministerien geben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich an politischen Entscheidungen zu beteiligen.

Weitere Hinweise zum Thema Partizipation: Participation as a Key Concept in Modern Japanese Youth Work, Beitrag von Haruhiko Tanaka von der Rikkyo Universität. http://www.childresearch.net/papers/community/2004_01.htm

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Freiwilliges Engagement

Während sich im Jahr 2006 ca. 400,000 Menschen in Japan ehrenamtlich engagierten, waren es 1985 lediglich 100,000 Menschen. Im Lauf der 1990er Jahre entwickelte sich in Japan nach langjähriger Debatte eine neue gesellschaftliche Bedeutung und Bewertung von zivilgesellschaftlichem Engagement, das in dem Begriff borantia shakai (ehrenamtlich-orientierte Gesellschaft) zum Ausdruck kam.
Das Erdbeben von Kobe 1995, in dessen Folge sich - als Reaktion auf eine desorganisierte Regierung - spontan 1,3 Mio. freiwillige Helfer/-innen organisierten, hat zu diesem gesellschaftlichen Wandel beigetragen.
Mit der Zunahme des freiwilligen Engagements in den 90ern stieg auch die Anzahl der Nonprofit-Organisation (NPO) mit freiwilligen Aktivitäten.
Ein weiterer Wendepunkt war 1998 die Verabschiedung des sog. NPO-Gesetzes „Gesetz zur Förderung von besonderen nonprofit-orientierten Aktivitäten" (tokutei hi-eiri katsudô so-kushin-hô). Das Gesetz formulierte das Ziel, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und konstituierte erstmals eine neue Organisationsform für Bürger/-innen, indem der Rechtsstatus einer Nonprofit-Organisation eingeführt wurde.

Quellen und weitere Informationen:

Auch das Weißbuch der Regierung (2013) formuliert als Ziel, die Förderung von freiwilligen Aktivitäten.
Im Bildungsbereich fördert beispielsweise das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology freiwilliges Engagement in Form der "school support area headquarters initiative". Vor Ort lebende Bürger/-innen unterstützen Schulen, indem sie im Unterricht assistieren, Kindern vorlesen oder Schüler/-innen auf ihrem Schulweg begleiten.
Im Rahmen einer Initiative gegen Kinderarmut führt das Ministry for Health, Labour and Welfare ein “Learning Support Volunteer Program” durch, bei dem Studierende die Kinder alleinerziehender Eltern beim Lernen und unterstützen und begleiten.
Das Ministry of Justice bildet freiwillige Bewährungshelfer aus.
Weitere Freiwilligentätigkeiten werden von zahlreichen Bildungseinrichtungen angeboten.

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