x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Relevante Gesetze

Im Jahr 2009 wurde das nationale Gesetzt Act on Promotion of Development and Support of Children and Young People erlassen, das die Regierung dazu aufforderte, ein Headquarter for Promotion of Development and Support for Children and Young People zu etablieren und ein Grundsatzpapier für Kinder und Jugendliche zu formulieren. Außerdem sollten die Rahmenbedingungen für eine umfassenden Förderung der Maßnahmen für Kinder- und Jugendhilfe geschaffen werden sowie eine Netzwerk zur Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher.

Daraufhin begann das Cabinet Office umgehenden mit der Ausarbeitung eines Grundsatzpapiers für Kinder und Jugendliche und mit Inkrafttreten des Act am 1. April 2010 wurde das Headquarters for Promotion of Development and Support for Children and Young People errichtet (angegliedert an das Cabinet Office, Vorsitz: japanischer Premierminister)

Das Ergebnis ist die im Juli 2010 vom Headquarters formulierte Jugendstrategie Vision for Children and Young People auf Grundlage des Act on Promotion of Development and Support of Children and Young People, die eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Jugend und Jugendarbeit in Japan spielt. Die Schwerpunkte der Jugendstrategie sind:

  • Förderung einer gesunden Entwicklung aller Kinder und Jugendlichen
  • Hilfsmaßnahmen für benachteiligte Kinder und Jugendliche und deren Familien
  • Schaffung eines sozialen Umfelds, um eine funktionsübergreifende Unterstützung der ganzen Gesellschaft zu ermöglichen.

Das Gesetz von 2009 und die Jugendstrategie von 2010 sind ressortübergreifend gültig und haben stets die Zielgruppe Jugend im Blick. Sie wurden mit dem Ziel verabschiedet und erstellt, die verschiedensten Maßnahmen der Ministerien und Akteure zusammenzufassen, besser zu vernetzen und zu koordinieren.

Die Umsetzung ist systematisch bis auf Lokalebene vorgesehen. Präfekturen bzw. Kommunen sind aufgefordert, gemäß der neuen nationalen Vorgaben Kinder- und Jugendpläne aufzustellen und verstärkt koordinierende Strukturen aufzubauen. In der Gestaltung der Angebote sollen Non-Profit-Organisationen (NPOs) noch stärker Aufgaben übernehmen. Es handelt sich bei dieser Jugendstrategie nicht um ein Gesetz, sondern um Empfehlungen und Handlungsstrategien, die möglichst von allen Ministerien umgesetzt werden sollen. 

Eine ausführliche Darstellung der Jugendstrategie Vision for Children and Young People finden Sie auch auf dija.de unter Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Gesetze des Ministeriums für Bildung, die auch Elemente außerschulischer Bildung umfassen: 

Das Grundgesetz zur Bildung (Fundamental Law of Education) wurde erstmals in der Verfassung von 1947 (Artikel 26) verankert. Es garantiert das Recht auf eine für Jungen und Mädchen gleiche und freie grundlegende Bildung.

2006 verabschiedete die japanische Regierung zum ersten Mal eine Änderung und eine überarbeitete Version des grundlegenden Gesetzes über Bildung (Basic Act on Education, 2006).

Gleich zwei Jahre später (2008) präsentierte die Regierung eine erneute Überarbeitung des Bildungsgesetzes (Basic Plan for the Promotion of Education, 2008), in dem nun auch außerschulische Elemente an Bedeutung gewinnen, wie z.B. erlebenispädagogische Tage in NIYE Bildungsstätten und Pläne zur Umsetzung der Maßnahmen genannt werden.

Die Bereiche der außerschulischen Jugendbildung, Erwachsenenbildung und community education wurden als soziale Bildung zusammengefasst und 1949 in das Gesetz zur sozialen Bildung (Social Education Law) aufgenommen. Es ist seitdem mehrmals verändert und ergänzt worden. Das Gesetz soll die Zuständigkeiten für einzelne Maßnahmen der Sozialen Bildung regeln. Die Überarbeitung von 1959 schrieb die Einrichtung von Jugendhäusern vor und benannte so die Jugend zum ersten Mal als eigenständige Gruppe.
(Weitere Informationen unter “Social Education” System in Japan.)

Relevante Gesetze des Ministeriums für Arbeit und Wohlfahrt:

Die Neufassung des Kinderwohlfahrtsgesetzes trat am 1. April 1998 in Kraft. Kernstück des reformierten Gesetzes ist die Flexibilisierung der Kindertagesstätten. Das bedeutet für Eltern, dass sie nun selbst eine Tagesstätte mit einem freien Platz suchen können und nicht mehr an ein bestimmtes Einzugsgebiet gebunden sind. 

1999 wurde das Gesetz gegen Kinderprostitution und Kinderpornografie verabschiedet. Damit kann der freiwillige sexuelle Kontakt minderjähriger Mädchen mit älteren Männern, der bis dato nicht als Vergewaltigung galt, strafrechtlich verfolgt werden, sobald die Mädchen dafür Geschenke oder Geld nehmen.

2000 erließ die japanische Regierung das Präventionsgesetz zur Kindesmisshandlung. Auf dessen Basis wurden nachfolgend so genannte Präventionsbüros Kindesmisshandlung eingerichtet.

2000 und 2001 wurden die Gesetze über das Rauchverbot für Minderjährige und über das Alkoholverbot für Minderjährige jeweils ergänzt. Hier wurde jeweil das Strafmaß für Gesetzesverstöße erhöht. Außerdem wurde die Bestrafung sowohl des Geschäftseigentümers als auch des Verkäufers bei Verstößen gegen die Abgabe von Zigaretten an Minderjährige neu aufgenommen. Unter anderem wurde auch die Überprüfung des Alters gesetzlich verankert. 

2001 trat auch das Gesetz zur Förderung des Lesevermögens bei Kindern in Kraft. Im Zuge dessen wurde der 23. April zum Kinderlesetag erklärt.

Im Juni 2003 wurde das Gesetz zur Kontrolle von Internet Dating Sites verabschiedet, nachdem bekannt wurde, dass junge Mädchen im Zusammenhang mit dem Besuchen von Dating-Websites Opfer krimineller Machenschaften wurden. 

2003 trat auch das überarbeitete Wohlfahrtsgesetz für Alleinerziehende in Kraft. Hier geht es um die Unterstützung Alleinerziehender bei der Kindererziehung sowie bei der Karriereförderung.

Die japanische Regierung hat das Potenzial von Non-Profit-Organisationen (NPO) im sozialen Bereich und beim Aufbau einer "harmonischen Gesellschaft" erkannt (Begriff bezieht sich auf Politikbereich cohesive society, der gesellschaftliche Zukunftsfragen wie alternde Gesellschaft, gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen inklusive internationalem Jugendaustausch, Verkehrssicherheit etc. bündelt) und hat somit ein großes Interesse an der Weiterentwicklung des NPO-Sektors. Das entspricht dem New Public Common-Konzept der Regierung, das eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen staatlichen Akteuren und NPOs bei der Implementierung von sozialen Aktivitäten vorsieht. Seit Inkrafttreten des ersten Gesetzes zur Förderung gemeinnütziger Organisationen (Act to Promote Specified Nonprofit Activities, 1998) sind weitere Schritte unternommen worden, um die Rahmenbedingungen für NPO-Aktivitäten zu verbessern und die Gründung von NPOs zu erleichtern. So ergeben sich für sie guten Chancen, sich im Rahmen der Umsetzung eine gute Position in der Jugendarbeitsstruktur zu schaffen.

Internationale in Japan gültige Gesetze sind: 

  • UN-Kinderrechtskonvention 
  • Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über das Verbot von Kinderarbeit.

 Kinderrechte in Japan: http://www.crin.org/en/library/publications/japan-child-rights-under-japanese-law

Link
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=Japan - Wiki zu Kinderrechten in Japan

nach oben

Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

In Japan erlangt man mit 20 Jahren die Volljährigkeit, davor ist von Minderjährigen die Rede (miseinensha). Im Arbeitsstandardgesetz wird anders definiert: bis 15 Jahren wird von Kind gesprochen (Jido). Bis zu diesem Alter ist eine Beschäftigung verboten und soweit reicht die Schulpflicht. Der Begriff Jugendlicher (nenshosha) wird für Menschen zwischen 15 und 18 Jahren verwendet. Über 18-Jährige werden als Erwachsene (seijin) bezeichnet. 

Die dem Büro des Premierministers unterstellte Staatsministerin für Jugendfragen ist für die Angelegenheiten der bis 25-Jährigen zuständig. Bei der LDP (Liberal-Demokratische Partei) beispielsweise wird die Parteijugend bis zum 35. Lebensjahr gerechnet. Einige Untersuchungen über Leben und Einstellung der Großstadtjugend in Tokyo setzen die Spanne auf 15 bis 29 Jahre fest.
(Quelle: Lemaire, Bernard: JugendleiterInnen in Japan und Deutschland, Frankfurt/M. u. a. 1996.)

nach oben

Finanzierung

Japanischer Geldschein, 5000 Yen.
Japanischer Geldschein, 5000 Yen.Bild: Jasmin777 / pixabay.com

Staatliche nationale Förderung

Die Ausgaben für die Jugend des Ministeriums für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) sichern den größten Teil der Jugendarbeit und schließen die Unterhaltung der Schulen mit ein. Daneben fördern die einzelnen Ministerien ihre spezifischen Programme der Jugendhilfe beziehungsweise der Jugendsozialarbeit. 

Die öffentliche Finanzierung spielt in Japan eine untergeordnete Rolle. Es gibt keine Dauer- oder Maßnahmenförderung mit Rechtsanspruch. Die Förderung ergibt sich in der Regel aus Einzelentscheidungen. Das gesamte Budget macht demzufolge nur einen geringen Teil der Gesamthaushaltssumme aus.

MEXT ist im Jugendbereich für die öffentlichen Organisationen finanziell zuständig, für die freien Träger gibt es über das MEXT projektbezogene finanzielle Zuschüsse. In diesem Bereich werden Projekte gefördert, die unter staatliche Pflichtaufgaben fallen, insgesamt gab es hier im Jahr 2012 ein Budget von 350 000 000 Yen, wobei 100 000 000 Yen darunter projektbezogene Gelder sind, auf die auch freie Träger Zugriff haben.

Im Rahmen der Vision für Kinder und Jugendliche wurde ein neuer Finanztopf namens "Kindertraum-Fond" in Höhe von 2.300.000 Yen eingerichtet, bei der freie Träger auch eigene Projekte beantragen können. Zur Förderung der gesunden Entfaltung von Kindern werden besondere und neue Maßnahmen und Angebote im Bereich Erlebnispädagogik und Bücher Leseaktionen unter anderem von freien Trägern finanziell unterstützt. (Quelle: NIYE)

Weitere Einrichtungen und Projekte werden u.a. durch Mittel des Ministeriums Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt (MHLW) finanziert.

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Die Jugendverbände und sonstige Jugendorganisationen und mit dem Thema Jugend befasste Stellen finanzieren sich aus Mitgliedsbeiträgen, aus dem Erlös von Veranstaltungen und aus Spenden beziehungsweise aus der Unterstützung von Firmen und Geschäftsleuten.

nach oben