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Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen

Fahrräder in Amsterdam.
Fahrräder in Amsterdam.Bild: dolcece / pixabay.com

Hier gibt's Infos zu den Grundlagen und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in den Niederlanden. Mehr lesen unter 

Relevante Gesetze

Grundgesetz (Burgerlijk Wetboek)
Hierin ist unter anderem die Volljährigkeit mit 18 Jahren geregelt. Es beschreibt die Aufgaben der Eltern gegenüber ihren Kindern: sie haben die Pflicht und das Recht, sich um ihre Kinder zu kümmern und sie zu erziehen.
Das niederländische Kabinett hat außerdem im Februar 2005 einem Gesetzesvorschlag von Justizminister Piet Hein Donner zugestimmt, wonach Eltern verpflichtet werden sollen, ihre Kinder ohne den Gebrauch mentaler oder physischer Gewalt bzw. jedwede andere herabwürdigende Behandlung großzuziehen. Dieses Gesetz soll zur Reduzierung von Kindesmisshandlung beitragen.

Jugendgesetz (Jeugdwet, 2015)
Seit Januar 2015 gibt es in den Niederlanden ein neues Jugendgesetzt. Es löste das Jugendgesetzt „Wet op de Jeugzorg“ von 2005 ab, das sich vor allem auf die Einrichtung zentraler Jugendhilfe-Büros (Bureau Jeugdzorg) in den 12 Provinzen stützte.
Das neue Jugendgesetz übertrug alle Zuständigkeiten im Bereich Jugendpolitik von der nationalen und regionalen auf die kommunale Ebene, so dass seit 2015 die Kommunen für die Kinder- und Jugendhilfe allein verantwortlich sind. Somit ist die Kinder- und Jugendhilfe in kommunaler Verantwortung näher an den Jugendlichen und kann die die Maßnahmen und Angebote besser auf die individuellen Bedürfnisse und die Situation vor Ort anzupassen.
Das neue Jugendgesetzt umfasst Jugendstrafrecht, Jugendschutz und Jugendrehabilitation sowie alle Dienstleistungen einschließlich weiterer Aspekte der Kinder- und Jugendbetreuung im Rahmen des Krankenversicherungsgesetzes (Versorgung Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen und Pflege geistig Behinderter). Das neue Jugendgesetzt beinhaltet auch die Stärkung der Jugendsozialarbeit in ihrer praktischen Arbeit vor Ort.

Sozialgesetz (Welzijnswet)
Es beschreibt die Zusammenhänge und Kooperationsebenen zwischen den nationalen, provinziellen und kommunalen Behörden bei der Umsetzung aller Regelungen und Gesetze im sozialen Bereich.

Gesetz zur Mitbestimmung im Bildungsbereich (Wet Medezeggenschap Onderwijs), seit 1992
Hierin wird die Position der Eltern und Erziehungsberechtigten im Bildungsbereich geregelt. Die Einrichtung von Mitbestimmungsorganen in Schulen ist Pflicht. 

Strafgesetzbuch (Wetboek van Strafrecht en Wetboek van Strafverdeling)
Für Jugendliche ist hierin die Anordnung von Jugendhaft und die Zahlung von Geldstrafen relevant. Alternativen zu Haftstrafen sind nach diesem Gesetz erlaubt. Jugendliche können nach diesem Gesetz auch in geschlossenen Heimen untergebracht werden.

Arbeitsförderungsgesetz (Arbeidswet)
Jugendliche erreichen nach dem Arbeitsrecht die Volljährigkeit mit 23 Jahren. Bis zu diesem Alter ist ihnen vom Arbeitgeber ein Mindestgehalt zu zahlen. Dies wird vom Staat durch ein Minimumlohngesetz garantiert. Ab 15 Jahren wird ihnen vom Gesetz erlaubt, bezahlte Arbeit anzunehmen, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Diese werden geregelt im Gesetz über die Arbeitszeiten (Arbeidstijdenwet) beziehungsweise in den weitergehenden Bestimmungen zur Kinderarbeit.

Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung für Jugendliche (Jeugdwerkgarantieplan)
1991 wurde ein Gesetz verabschiedet, in dem Jugendlichen ein Arbeitsplatz auf Zeit garantiert wurde. Jugendlichen unter 21, die mindestens ein halbes Jahr arbeitslos gewesen sind, muss vom Staat ein befristeter Arbeitsplatz angeboten werden. Jungen Leuten zwischen 21 und 27 Jahren, die sechs Monate nach ihrer Ausbildung noch immer arbeitslos sind, muss ebenfalls eine solche Stelle angeboten werden. Auf diese Weise soll ihnen die Möglichkeit geboten werden, überhaupt Arbeitserfahrungen zu sammeln. 
Jugendlichen, die sich weigern, einen angebotenen Job anzunehmen, wird die Sozialhilfe gekürzt.

Lehrpflichtgesetz (Leerplichtwet)
Jedes Kind ist ab dem ersten Schultag des Monats, der auf seinen fünften Geburtstag folgt, schulpflichtig. Die meisten Kinder gehen bereits freiwillig mit vier zur Schule. Die Schulpflicht endet am Ende des Schuljahres, in der die/der Schüler/in 16 Jahre alt wird oder in dem er/sie 12 volle Schuljahre absolviert hat. Bis zur Volljährigkeit (18 Jahre) gilt eine Teilzeitschulpflicht an zwei Tagen der Woche.

Ausbildungsförderungsgesetz (Wet Studiefinanciering)
Studierende zwischen 18 und 27 Jahren erhalten in den Niederlanden ein Grundstipendium, das unabhängig vom Einkommen der Eltern/Erziehungsberechtigten ist. Es ist an die Verpflichtung gebunden, das Studium in einer bestimmten Regelzeit erfolgreich abzuschließen und im ersten Jahr des Studiums eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Falls dies nicht geschieht, muss es zurückgezahlt werden.
Darüber hinaus sind weitere finanzielle Förderungsmöglichkeiten vorgesehen, die nur als verzinstes Darlehen ausgezahlt werden, zurückgezahlt werden müssen und abhängig vom Einkommen sind.
(Weitere Informationen zum Ausbildungsförderungsgesetz: http://www.ib-groep.nl)

Seit 1995 gibt es in den Niederlanden keine allgemeine Wehrpflicht und keinen Zivildienst mehr. Die Armee besteht nur noch aus Berufs- und Zeitsoldat/innen. Frauen können sich nur im Alter von 17bis 27 Jahren verpflichten.

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Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Was darf man in welchem Alter in den Niederlanden?

mit 12 Jahren

  • zum Film gehen 
  • Mitglied eines Mitbestimmungsrats in der Schule sein 
  • bei einem Familiengericht angehört werden , wenn man selbst betroffen ist 
  • beim Familiengericht einen Antrag einreichen im Scheidungsfall der Eltern 
  • verurteilt und bestraft werden bei kriminellen Handlungen 
  • mit Zustimmung der Eltern einen Pass beantragen

mit 13 Jahren

  • leichte Arbeiten im elterlichen Betrieb übernehmen

mit 14 Jahren

  • eine Lizenz für einen 27MC Sender beantragen

mit 15 Jahren

  • leichtere Jobs und Ferienjobs übernehmen 
  • einen Minimumjugendlohn erhalten 
  • Veto einlegen bei einer Adoption 
  • eigene Steuern bezahlen

mit 16 Jahren

 
  • endet die normale gesetzliche Schulpflicht
  • ein Moped fahren
  • Spielotheken besuchen
  • leichtalkoholische Getränke bestellen 
  • einen Traktor fahren
  • ein Binnenschiff fahren, außer in Häfen und auf Kanälen
  • maximal 24 Stunden pro Woche arbeiten 
  • für seinen Pilotenflugschein üben
  • zu Filmen gehen, die für 16 und älter zugelassen sind
  • sein Testament machen
  • ein Geschäft eröffnen
  • Mitglied einer Rundfunk- und Fernsehanstalt werden
  • Unterhalt oder Waisengeld auf das eigene Konto bekommen
  • Fallschirmspringen
  • verantwortlich gemacht werden für Schäden
  • eine Organspenderkarte ausfüllen zur Transplantation der eigenen Organe

mit 17 Jahren

  • im Pflegebereich arbeiten 
  • fünf Tage pro Woche arbeiten 
  • finanzielle Fördermittel beantragen fürs Studium 
  • ein motorisiertes Binnenschiff auch in Häfen und auf Kanälen steuern

mit 18 Jahren

 
  • die Volljährigkeit erreicht 
  • wählen 
  • gewählt werden 
  • selbst Prozesse führen 
  • in legalen Angelegenheiten angeklagt werden
  • den Führerschein bekommen 
  • nachts arbeiten 
  • ohne elterliche Zustimmung heiraten 
  • Sozialhilfe beantragen 
  • alkoholische Getränke bestellen 
  • mit Bullen und anderen gefährlichen Tieren arbeiten 
  • Beiträge für die Rundfunk- und Fernsehanstalten bezahlen
  • der Polizei beitreten

mit 19 Jahren

  • Taxifahrer werden

mit 20 Jahren

  • Feuerwehrmann werden

mit 23 Jahren

  • das Minimumeinkommen für Erwachsene erhalten

mit 25 Jahren

  • Bürgermeister werden

Zum Schluss noch einige interessante Daten aus den Regelungen zum gesetzlichen Kinder- und Jugendschutz in den Niederlanden (vgl. Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz: Jugendschutz in Ferienländern, Berlin 2004, 64ff.):

  • Bis 21 Jahre haben die Eltern die Pflicht, ihre Kinder zu unterstützen. Man wird bis 18 Jahre als Kind betrachtet. 
  • Vom Alter eines Neugeborenen an ist es Kindern und Jugendlichen gestattet, sich in Gaststätten und Restaurants aufzuhalten (auch ohne Begleitung Erwachsener). 
  • Man darf alkoholische Getränke zwar erst mit 16 (leichte) bzw. 18 Jahren (hochprozentigere) kaufen, doch es gibt keine gesetzlichen Einschränkungen für deren Konsum! 

Links

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Finanzierung

Staatliche nationale Förderung

Im Rahmen des neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes werden die finanziellen Mittel von der Regierung bereitgestellt, aber hauptsächlich auf der regionalen Ebene (Provinzen und größere Gemeinden) verwaltet und eingesetzt. Das Besondere dabei ist, dass die Fördermittel ressortübergreifend für alle Einrichtungen beziehungsweise Hilfen, die Kinder und Jugendliche betreffen, eingesetzt werden können, egal ob das Justiz- oder das Bildungsministerium zuständig ist.
(siehe Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit > Kinder- und jugendpolitische Strukturen > Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Es gibt in den Niederlanden eine ganze Reihe von öffentlichen und privaten Stiftungen, die zum Teil auch die Kinder- und Jugendhilfe fördern. 
(siehe Aktionsfelder im Kinder und Jugendbereich > Kultur und Kreativität

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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Kinder- und Jugendpolitik ist in den Niederlanden weitestgehend dezentralisiert. Das nationale Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport (Ministerie voor Volksgezondheid, Welzijn en Sport) bestimmt nicht länger die regionalen und kommunalen Aufgaben in diesem Bereich. Kinder- und Jugendpolitik ist primär die Aufgabe der regionalen Provinzen und der örtlichen Kommunen. Die Provinzen sind dabei für die konkreten Fürsorgeleistungen an Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien zuständig (psychosoziale, psychische und Verhaltensprobleme von Kindern und Jugendlichen), während die Gemeinden für allgemeine Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe (einfache Hilfeleistungen und präventive Maßnahmen) verantwortlich sind.
Informationen zur Jugendpolitik, ohne dass diese einem Ministerium zugeordnet ist, finden sich auf der Seite des Niederländischen Regierung: http://www.rijksoverheid.nl/themas/familie-jeugd-en-gezin

Das Ministerium unterstützt und fördert die Jugendpolitik und trägt Sorge dafür, dass das System funktioniert. Es beschränkt sich auf die Aufgaben, die auf anderen Niveaus nicht wahrgenommen werden können.

Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern schließt die niederländische Jugendpolitik Kinder (0 - 12) mit ein. Der Bereich der "Jugend" umfasst also junge Leute von Geburt bis zum 25. Lebensjahr.

Ministerie van Veiligheid en Justitie (Ministerium für Sicherheit und Justiz
Fragen der Jugendkriminalität beziehungsweise -delinquenz obliegen der Zuständigkeit des Sicherheits- und Justizministeriums. Mit dem Ziel die Straftaten zu reduzieren setzt man hier auf frühe Intervention, Prävention und zügige und faire Strafen. Nachdem Jugendliche ihre Strafe verbüßt haben, erhalten sie Unterstützung, die ein erneutes straffällig Werden verhindern sollen.
Hierzu sind in den letzten Jahren mehrere Schritte eingeleitet worden, die das Ministerium koordiniert:
•    der Gruppe der unter 12-jährigen Täter mehr Aufmerksamkeit widmen
•    konsequentes Vorgehen gegen den harten Kern von kriminellen Jugendlichen
•    Verbesserung des Angebots von Beschäftigungsmaßnahmen für Jugendliche
•    Auftreten gegen Gewalt im Fernsehen
•    Förderung des Sachverstandes über jugendrelevante Themen bei der Polizei
•    Erhöhung des Angebots an Alternativen zu Haftstrafen

Grundsätzlich unterliegen Beschuldigte zwischen 12 und 17 Jahren dem Jugendstrafrecht, ab 18 Jahren dem Erwachsenenstrafrecht. Kinder unter 12 Jahren können nicht belangt werden. Am 1. April 2014 trat der „Adolescent criminal code“ Inkraft, der die Grenzen zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht lockert. Das Jugendstrafrecht kann somit individueller und auch bis zum Alter von 22 Jahre angewandt werden, wenn die entsprechenden Sanktionen für die Entwicklung des jungen Menschen förderlicher sind.

Ungefähr die Hälfte der Jugendlichen, die von der Polizei verhaftet werden, werden an das HALT Programm verwiesen, wo ihnen die Möglichkeit gegeben wird ihr Straftat wieder gutzumachen (z.B. durch Entschuldigung), ohne dass sie gleich mit den Strafrechtsbehörden in Kontakt zu kommen.

(Weitere Informationen unter: http://www.government.nl/issues/youth-crime/reducing-youth-crime)

Ministerie van Binnenlandse Zaken en Koninkrijkrelaties (Ministerium für Inneres und Angelegenheiten des Königreichs)
Das Ministerium beschäftigt sich mit Jugendangelegenheiten hauptsächlich unter dem Blickwinkel der inneren Sicherheit. Hierzu sind in den größeren Städten Aktionspläne initiiert worden, die vom Innenministerium finanziell gefördert werden.

Ministerie van Soziale Zaken und Werkgelegenheid (Ministerium für Soziales und Arbeit)
Das Ministerium ist unter anderem verantwortlich für das Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung von Jugendlichen und für die Minimaljugendlöhne.

Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschap (Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft)
Das Ministerium ist verantwortlich für das Bildungsprogramm der Schulen, Hochschulen und Universitäten. Gemeinsam mit dem Justizministerium führt es eine Kampagne für sichere Schulen durch. Außerdem führt eine Kampagne gegen Bulimie (Magersucht) durch.

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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

In der niederländischen Kinder- und Jugendhilfe hat sich in den letzten Jahren das Prinzip der Prävention durchgesetzt. Im Bereich der Drogenproblematik heißt dies zum Beispiel konkret, dass insbesondere jungen Leuten niedrigschwellige Angebote zu Aufklärung, Information und Beratung gemacht werden. Vom Tolerieren (dogen) weicher Drogen, wie Canabis und Marihuana, verspricht man sich eine Entkriminalisierung. Andererseits geht man teilweise mit sehr harter Hand gegen harte Drogen und deren Händler und Konsumenten vor.

Die "Operation junge Leute" (Operatie JONG) hat zum Ziel, die Kooperation von Kinder- und Jugendhilfeinstitutionen zu verbessern. Dabei werden besonders auch alle Ministerien mit einbezogen, die im Bereich Jugend Verantwortung tragen. Ein wichtiger Teil dieser Kooperationsmaßgabe ist das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz, das am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist (s. auch Gesetzliche Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe).

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bürokratieabbau. Unnötige Gesetze und Verwaltungsvorschriften sollen gefunden und entfernt werden, was einen positiven Effekt auf die Wartelisten im Bereich der Jugendwohlfahrt haben soll.

Der Nationale Aktionsplan für Kinder von 2004 geht auf Entscheidungen der UN-Sonderversammlung für die Belange von Kindern im Jahr 2002 zurück, nachdem jedes Land einen solchen Aktionsplan unter Mitwirkung von Kindern selbst und ihren repräsentativen Organisationen entwickeln soll. Er gibt die Sichtweisen von Kindern und Jugendlichen zu den vier Hauptthemen der UN-Sonderversammlung für Kinder wieder und erläutert, was die Niederlande heute und in Zukunft zu ihrer Bearbeitung tun. Schließlich beschreibt er, wie die niederländische Regierung die Empfehlungen und Schlussfolgerungen des UN-Kinderrechtskomitees zu beantworten versucht. Die vier Themen des Aktionsplans sind

  • eine bessere Ausbildung
  • die Möglichkeit ein gesundes Leben zu führen
  • HIV/AIDS und Sexualaufklärung
  • Schutz und Fürsorge

Die Niederlande haben mit Deutschland einen binationalen Vertrag zum Austausch der jungen Generation abgeschlossen. Hiermit soll sowohl der Schüler(innen)austausch als auch der außerschulische Jugendaustausch sowie der Austausch von Fachkräften aus der Jugendarbeit finanziell gefördert werden. Träger, die aus diesem Programm gefördert werden, können ansonsten noch auf der regionalen oder kommunalen Ebene Zuschüsse beantragen. Zuständig ist hier die Abteilung Internationales des Niederländischen Jugendinstituts NJi (siehe Internationale Jugendarbeit > Zusammenarbeit mit Deutschland).

Internationaler Jugendaustausch wird vor allem über das EU-Programm JUGEND IN AKTION finanziert. Die Niederlande haben ihren finanziellen Schwerpunkt auf den in diesem Rahmen möglichen Austausch von Jugendlichen und Fachkräften gelegt. Zuständig ist hier die Abteilung Internationales des Niederländischen Jugendinstituts NJi.

Link-Tipps

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Niederländisches Jugendinstitut (Nederlands Jeugdinstituut)
Aufgabe des nationalen Jugendinstitut ist das Erstellen, Prüfen und Verbreiten von Informationen über Kinder- und Jugendthemen, wie u.a. Jugendarbeit, Jugendhilfe und Unterstützung für Eltern, mit dem Ziele die Angebote für Kinder, Jugendliche und deren Familien zu verbessern.Catharijnesingel 473511 GC UtrechtPostbus 192213501 DE UtrechtTel: + 31 30 230 63 44Internet: www.nji.nl

Nationaler Jugend Fonds (Nationaal Jeugd Fonds - Jantje Beton)
Diese nationale Agentur richtet ihr Augenmerk auf die Lebens- und Spielbedingungen für Kinder in den Niederlanden. Die Seite präsentiert die Ziele und Projekte der Organisation.
Internet: http://www.jantje-beton.nl/

Christlicher Verein junger Männer in den Niederlanden (Christelijk Jongeren Verbond - CJV/YMCA Nederland)
Dieser Verband ist eine ökumenische Freiwilligenorganisation für junge Leute und Jugendarbeit.
YMCA Jugendwerk - Infozentrum
Tel.: +31 35 6668700
E-Mail: ymcal(at)ymca.nl, Internet: http://www.ymca.nl

Nationales Aktionskomitee für Schüler (Landelijk Aktie Komitee Scholieren)
Die größte Organisation für Schüler/innen. Auch von Schülern und Schülerinnen gemacht.
Internet: http://www.laks.nl

Pfadfinderjugend der Niederlande (Scouting Nederland)
Scouting Nederland ist die Jugendorganisation mit der größten Mitgliederzahl (etwa 110 000) unter Kindern und Jugendlichen im ganzen Land. Die Organisation möchte zur Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern beitragen.
E-Mail: post(at)lb.scouting.nl, Internet: http://www.scouting.nl

Die Aufgaben des ehemaligen NIZW - Nederlands Instituut voor Zorg en Welzijn (Niederländisches Institut für Gesundheit und Wohlfahrt) werden von drei Instituten für Sozialwesen übernommen:
NJI - Nederlands Jeugdinstituut (Niederländisches Jugendinstitut), http://www.nji.nl
MOVISIE (Niederländisches Institut für Sozialwesen), https://www.movisie.nl/
Vilans (Niederländisches Institut für langfristige Gesundheitsfürsorge), http://www.vilans.nl/
(Quelle: http://www.zorgwijzer.nl/faq/nizw)

Dies ist nur eine kleine Auswahl der Einrichtungen in den Niederlanden, der einen Einblick in die breite Vielfalt der Organisationen bieten soll, die sich vor allem durch Lobbyarbeit und Vertretung der Interessen der Jugendlichen auf dem politischen Feld bemerkbar machen.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Seit Januar 2002 gibt es in den Niederlanden einen nationalen Jugendrat (Nationale Jeugdraad), der durch den Zusammenschluss verschiedener großer Jugendorganisationen (Vereniging 31, Nationale Jeugdraad voor Milieu en Ontwikkeling, Nationale Jeugddebat, Jeugdnetwerk Nederland) entstanden ist.

18 große Dachverbände aus dem Jugendbereich sind Mitglied im nationalen Jugendrat.

Partizipation ist ein Schwerpunkt der letzten Regierungsperioden gewesen. Insofern hat es in den Niederlanden sehr viele, auch sehr unterschiedliche Ansätze gegeben, Jugendlichen Mitbestimmungsrechte zu übertragen. Einige Gemeinden haben Kinderparlamente eingerichtet, die angehört werden müssen, bevor im Gemeinderat kinderrelevante Entscheidungen gefasst werden. In anderen Provinzen sollen Jugendliche über jugendrelevante Themen mitbestimmen. So hat die Provinz Friesland ein Schülerparlament eingerichtet, dessen Mitglieder jedes Jahr an den dortigen Schulen gewählt werden. Einmal pro Jahr entscheidet das Parlament über einen Etat von zirka 4 540 Euro und kann dann bestimmte Projekte damit fördern. In der Provinz Drenthe existiert ein Jugendrat, der sich aus Vertreter/innen von Schulen und Jugendverbänden zusammensetzt.

Jugendverbandsarbeit

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Gesellschaftliche Entwicklungen wie zunehmender Studiendruck und die verlangte Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt tragen dazu bei, dass Jugendliche sich immer weniger in Jugendverbänden engagieren. Außer den Sport- und Pfadfinderverbänden existieren kaum noch mitgliedsstarke Jugendverbände. Gleichzeitig fördert das Ministerium Verbände immer mehr nur noch projektbezogen statt institutionell. Dadurch wird der finanzielle Spielraum für Jugendverbände immer enger, denn mit weniger Mitgliedern können sie nur wenige Projekte initiieren. Viele Jugendorganisationen werden ausschließlich ehrenamtlich geführt. 

In den letzten Jahren sind eine Reihe von neuen Jugendverbänden entstanden, die im Bereich des Natur- und Umweltschutzes und des internationalen Jugendaustauschs tätig sind. Viele Jugendliche sind außerdem auf Spielplätzen ehrenamtlich aktiv. Sie passen auf die kleineren Kinder auf, versorgen die Tiere oder bieten Bastelkurse an.

Überregionale Jugendverbände

Landelijke Organisatie voor Speeltuin und Jeugdrecreatie (Nationale Organisation für Spielplätze und Jugenderholung) ist der Dachverband für alle Initiativen, die Spielplätze in den Niederlanden unterhalten.
E-Mail: info@nuso.nl, Internet: http://www.nuso.nl/

Jeugd Rode Kruis (Jugendrotkreuz)
spricht Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 25 Jahren an. Das Jugendrotkreuz versorgt Jugendliche mit Infomaterialien, fordert sie zur aktiven Hilfe in der Gesellschaft auf und bildet sie für solche Hilfseinsätze aus. Für ihre Mitglieder führt es Abenteuerurlaube, internationale Austauschprogramme, Erste-Hilfe-Kurse und Fundraising-Aktivitäten durch. 
E-Mail: info(at)redcross.nl, Internet: http://www.rodekruis.nl/

Nederlands Agrarisch Jongerencontact – NAJK (Niederländische Landjugend)
Internet: http://www.najk.nl

Scouting (Pfadfinder)
E-Mail: info(at)scouting.nl, Internet: http://www.scouting.nl 

Außerdem gibt es die parteipolitisch orientierten Jugendverbände (siehe Aktionsfelder im Kinder und Jugendbereich > Partizipation und Citizenship).

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Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Das Jugendwerk der Protestantischen Kirche in den Niederlanden (PKN) verfügt über ein breit gefächertes Angebot für Kinder und Jugendliche, das von der Zusammenarbeit mit Schulen über katechetische Angebote bis hin zu Zeitungsprojekten reicht. Außerdem organisiert die PKN gemeinsam mit Kerkinactie, der Jugendabteilung und der für Mission und Diakonie zuständigen Abteilung der Vereinigten Protestantischen Kirchen in den Niederlanden, das so genannte Diakonische Jahr: Junge Leute aus den Niederlanden oder aus dem Ausland werden für ein Jahr in soziale, pädagogische, kulturelle oder humanitäre Projekte vermittelt und erhalten so aktive Einblicke in Kirchen- und Gemeinschaftsarbeit.

In der Römisch-Katholischen Kirche treffen sich die jungen Leute in einer Vielzahl von Jugendgruppen, die in der Regel innerhalb der Gemeinden organisiert sind. Sie gestalten ihre Freizeit in Form von Ausflügen, sozialen Aktivitäten und der Behandlung religiöser Themen. In der Werkgroep Katholieke Jongeren sind die Regionalgruppen der katholischen Jugend zusammengeschlossen (Regionale Katholieke Jongeren). Die WKJ gibt die Zeitschrift "Omega" heraus, ein Jugendmagazin für junge Leute von 16 bis 25 Jahren, veranstaltet Sommercamps, Sportaktivitäten und den jährlich stattfindenden Katholischen Jugendtag.

Die Internationale Alt-Katholische Jugend (IAKJ) wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts gegründet und die Niederlande sind neben Deutschland eins der ältesten Mitglieder. Die IAKJ möchte Verbindungen zwischen alt-katholischen Jugendlichen und Jugendverbänden über Ländergrenzen hinaus schaffen, der nationalen Jugendarbeit Unterstützung anbieten und internationale Jugendveranstaltungen durchführen. 

Christliche Verbände wie YMCA oder die Pfadfinder sind auch in den Niederlanden organisiert und engagieren sich in den Bereichen Jugendsozialarbeit, Jugendreisen, Umwelt, Training sowie in der internationalen Zusammenarbeit. Außerdem bietet Youth for Christ (YfC) Nederland, eine Unterorganisation der YfC International, christliche Lebenshilfe für junge Menschen. Sie sucht den Kontakt über Schulen, die außerschulische Jugendarbeit und die christlichen Kirchen.

Die muslimische Jugend ist vor allem in Studentenvereinigungen organisiert. Auch durch Institutionen wie die Islamitische Universiteit van Europa wird auf akademischem Niveau die Positionierung und Reflexion muslimischen Lebens in Europa gefördert und werden junge Leute zur Auseinandersetzung mit diesem Thema angeregt.

Die Islamitische Stiftung der Niederlande (Islamitische Stichting Nederland) hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Integration der türkischen Gemeinschaft in der niederländischen Gesellschaft zu leisten und will eine Brückenfunktion für die Muslime in einer multikulturellen Gesellschaft ausüben. Für Kinder und Jugendliche werden sowohl spezielle Korankurse durchgeführt und Gottesdienste gehalten als auch kulturelle Aktivitäten in Jugendzentren angeboten, die sich der Stiftung angeschlossen haben.

Die Organisation der jüdischen Gemeinden in den Niederlanden (Nederlands-Israelitisch Kerkgenootschap - NIK) unterstützt Bildungseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten, aber auch Kinder- und Jugendorganisationen (so z.B. die religiös-zionistische Bne Akiva, die sozialistisch-zionistische Habonim und die Studenten- und Jugendorganisation IJAR (Dutch Union of Jewish Students).

Link-Tipps

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Jugendinformation

Strukturen der Jugendinformation 

Der Bereich der Jugendinformation hat sich seit Ende der 1980er Jahre zu einem eigenständigen Angebot neben den Kinder- und Jugendhilfsangeboten entwickelt (Hintergrund war die Professionalisierung der Jugendinformation durch die Stichting Jeugdinformatie Nederland) und es bildete sich ein Netz von etwa 150 Jugendinformationszentren (Jeugd Informatie Punten - JIPs). Hier können Kinder und Jugendliche alle Informationen erhalten. Die JIPs sind gut ausgestattet. Sie bieten ein niedrigschwelliges Informationsangebot für große Gruppen von Kindern und Jugendlichen. Wenn nötig, leiten sie die Kinder und Jugendlichen schnell und effizient zu einer qualitativ besser eingerichteten Beratungsstelle wie Drogen-, Missbrauchs- und Gewaltberatungsstellen weiter.

Die JIPs entwickelten sich immer mehr zu lokalen Schnittpunkten mit Informationen für und über Jugendliche. Lokale Organisationen spürten die Notwendigkeit, mehr als bisher über die Interessen und Probleme von Jugendlichen zu erfahren, damit sie präventiv darauf reagieren können. JIP’s können solche Informationen liefern. Außerdem wurden JIP’s immer mehr einbezogen, wenn im Rahmen der Mitbestimmung Jugendliche gefragt sind, ihre Meinung zu den Plänen und Vorhaben im Bereich Jugendpolitik zu äußern.

Seit der Einführung des neuen Kinder- und Jugendhilfegesetzes im Januar 2005 ist die Rolle und Zukunft der JIPs allerdings unklar: Durch die Bündelung des Informations- und Beratungsangebotes in den Jugendhilfebüros (Bureaus Jeugdzorg) gehen wesentliche Aufgabenbereiche der JIPs an dieses neue Instrument der Kinder- und Jugendhilfe über. Da einige JIPs sich allerdings aus Jugendberatungszentren entwickelt haben, sind sie immernoch Teil des Jugendhilfesystems und sind daher momentan einem Jugendhilfebüro angeschlossen.

Generell aber ringen die JIPs mit den neuen Strukturen und haben sich daher zur Vereniging van JIPs zusammengeschlossen. Sie sind abhängig von den Entscheidungen auf lokalpolitischer Ebene - umso mehr, als viele von ihnen von den Kommunen gegründet wurden. Nur die JIPs in der so genannten Randstat (Gebiet um Rotterdam, Den Haag, Amsterdam) laufen relativ problemlos und haben eine feste Position in der Informationsarbeit der Region.

Internationale Kooperationen

Die Stiftung JONG Rotterdam (http://www.jongerenwerk.nl/drupal/) ist Mitglied im Netzwerk ERYICA (European Youth Information and Counselling Agency), dem europäischen Jugendinformationszentrum mit Sitz in Paris. Das Netzwerk bietet den Rahmen für europäische Kooperationsvorhaben zwischen den Strukturen der Jugendinformationsarbeit.

Das Nederlandse Jeugdinstituut / NJi (www.nji.nl) nimmt als nationale Agentur für die Niederlande teil am europäischen Informations- und Beratungsnetzwerk Eurodesk, das Auskunft zu europäischen Strukturen und Förderprogrammen gibt und in den beteiligten Ländern mit nationalen Daten ergänzt wird.

Link-Tipps

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Impressum aus Scrabblesteinen gelegt.
Impressum aus Scrabblesteinen gelegt. Bild: mih83 / pixabay.com

Impressum - Niederlande

Die Länderinfos zu den NIEDERLANDEN wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Letzte Aktualisierung: November 2017

Kontakt: dija(at)ijab.de