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Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Die soziale Integration von Migrantinnen und Migranten ist in der Schweiz als "Einwanderungsland" ein wichtiges Thema. Immerhin haben rund ein Drittel der in der Schweiz lebenden Jugendlichen einen Migrationshintergrund, knapp ein Viertel der unter 25-jährigen hat keinen Schweizer Pass und bei fast jeder zweiten Ehe, die in der Schweiz geschlossen wird, hat mindestens einer der Partner nicht die schweizer Nationalität.

Soziale Integration bedeutet für die in der Schweiz lebenden Ausländer/-innen, dass sie am öffentlichen Leben teilhaben. Die Integrationsmaßnahmen sind je nach Bereich (Schule, Arbeitsplatz, Gemeinwesen, etc.) unterschiedlich.

Seit 1. Januar 2014 regeln Bund und Kantone die spezifische Integrationsförderung im Rahmen von kantonalen Integrationsprogrammen (KIP). Mehr Infos dazu unter www.bfm.admin.ch//content/bfm/de/home/themen/integration/politik/weiterentwicklung.html.

Das Bundesamt für Migration (BFM, www.bfm.admin.ch) ist zuständig für alle ausländer- und asylrechtlichen Belange in der Schweiz. Es regelt, unter welchen Bedingungen jemand in die Schweiz einreisen und dort leben und arbeiten darf – und es entscheidet, wer Schutz vor Verfolgung erhält. Das Amt ist zudem Koordinationsorgan für die Integrationsbemühungen von Bund, Kanton und Gemeinden und ist auf Bundesebene für Einbürgerungen zuständig. Es informiert unter anderem zu den Themen Ausländer, Asyl, (illegale) Migration und Auswanderung. Das BFM betreibt das Jugendweb (www.jugendweb.asyl.admin.ch) mit Hintergründen und Informationen zu Migration und Asyl in der Schweiz. Die Seite enthält auch Tools und Spiele für die Bearbeitung dieser Themen in Schule und außerschulischem Bereich.

Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM, www.ekm.admin.ch) wurde vom Bundesrat am 1. Januar 2008 eingesetzt, entstanden aus dem Zusammenschluss der früheren Ausländerkommission und der Kommission für Flüchtlingsfragen. Die EKM ist eine außerparlamentarische Kommission. Sie berät den Bundesrat und die Verwaltung in Migrationsfragen und veröffentlicht Berichte, Stellungnahmen und Empfehlungen. Die derzeitigen Mitglieder sind bis 2015 gewählt. Knapp die Hälfte der Mitglieder hat einen Migrationsbezug.

Aktuell wird in der Schweiz der Vorschlag des Bundesrats diskutiert, Jugendlichen aus Familien, die sich nicht rechtmäßig in der Schweiz aufhalten (Sans-Papiers), eine Aufenthaltsbewilligung zu geben, um eine Berufslehre zu absolvieren.
(Quelle: www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=43658, gesehen 6.3.12)

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Inklusion

Laut einer Schätzung der Schweizerischen Eidgenossenschaft lebten 2011 ca. 1.353.000 Menschen mit Behinderungen (etwa ein Drittel der Bevölkerung), davon 541.000 mit starken Beeinträchtigungen in der Schweiz. Der Anteil von beeinträchtigten Kindern unter 14 Jahren lag dabei bei schätzungsweise 144.000, davon ca. 35.000 mit starken Beeinträchtigungen. In dieser Statistik der leichten Behinderungen sind Beeinträchtigungen wie Seh- oder Hörschwächen, die durch adäquate Behandlung keine Auswirkungen auf den Lebensalltag der Beeinträchtigten haben aufgenommen, starke Beeinträchtigungen hingegen wirken sich nach Einschätzung der im Rahmen der Erhebung befragten jedoch so stark auf deren Fähigkeiten aus, dass ein Leben wie nicht Beeinträchtigte zu führen, nicht möglich sei.

Schulbildung behinderter Kinder und Jugendlicher
Der Anteil der Schüler/-innen, die in Sonderklassen und Sonderschulen unterrichtet werden lag bei der letzten Erhebung bei etwa 5% (Stand 2008/09: 3,1% in Sonderklassen, 2% an Sonderschulen Nicht erhoben sind in dieser Statistik die Schüler/-innen, die nach Sonderlehrplan in einer Regelklasse unterrichtet werden.
34% der Schweizer/-innen mit starken Behinderungen erreichen als höchsten Bildungsstand den Abschluss der obligatorischen Schule, 58% absolvieren die Sekundarstufe II und 17% schließen die Tertiärstufe erfolgreich ab. Zwar haben Menschen mit starken Behinderungen in der Schweiz insgesamt einen weniger hohen Bildungsstand als die übrige Bevölkerung, allerdings hat sich seit 2007der Anteil der Personen mit Behinderungen, die einen Abschluss auf Tertiärstufe erworben haben, prozentual stärker erhöht als jener der übrigen Bevölkerung.

Quellen:

  • Schweizerische Eidgenossenschaft: Veröffentlichungen zum Thema Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen: www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/06.html
  • Publikation Deoms. Informationen aus der Demografie. Nr. 4 Dezember 2010. Thema: Kinder. S.4-8. PDF
  • Nationaler Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderungen: www.insos.ch

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Die offene Jugendarbeit ist in der Schweiz nach 1968 in Konkurrenz und als Ergänzung zur verbandlichen Jugendarbeit entstanden, als die Jugendverbände wegen ihrer hierarchischen Strukturen kritisiert wurden. In der Schweiz umfasst sie derzeit folgende Inhalte:

  • Unterstützung der Jugendlichen in der Persönlichkeitsentwicklung und auf dem Weg in die Gesellschaft der Erwachsenen, 
  • Unterstützung beim Einsatz ihrer Stärken und Fähigkeiten für sich selbst, ihre Gleichaltrigen und ihr ganzes soziales Umfeld (Ressourcenorientierung und Empowerment), 
  • Hilfe in problematischen oder krisenhaften Lebenssituationen (Früherkennung und Prävention), 
  • soziokulturelle Animation, 
  • konstruktive Freizeitgestaltung, 
  • Unterstützung der Tätigkeit traditioneller ehrenamtlicher Jugendarbeit, 
  • umfassende Gesundheitsförderung nach der Ottawa-Charta der WHO, 
  • niederschwelliges und flexibles Angebot. 

Der Dachverband offene Jugendarbeit (DOJ, www.doj.ch) fördert und koordiniert die offene Jugendarbeit und die soziokulturelle Animation im Jugendbereich in der Schweiz. Er vertritt die Interessen offener Jugendarbeit auf nationaler, internationaler und überregionaler Ebene, unterstützt die Jugendarbeitenden und Trägerschaften, macht Synergien nutzbar und vermeidet Doppelspurigkeiten durch Wissenstransfer und gemeinsame Entwicklungsarbeit. Er entwickelt die Methoden und Angebote in diesem Feld ständig weiter und fördert und sichert eine hohe Qualität in der geleisteten Arbeit.

Akteure der offenen Jugendarbeit

  • Private, öffentliche Hand, Kirchen: Offene Jugendarbeit wird von Gemeinden, Kantonen, privaten Trägern (oft im staatlichen Auftrag) und den Kirchen organisiert. Auf der Ebene der Steuerung engagieren sich sehr oft Ehrenamtliche, wie Vereinsvorstände und Kommunalpolitiker.
  • Professionelle Jugendarbeitende: In der offenen Jugendarbeit arbeiten meist ausgebildete Professionelle aus den Berufen der Sozialen Arbeit oder verwandten Berufen. Sie verstehen sich darauf, nach hohen Qualitätsstandards mit anderen Fachleuten des Sozialwesens zusammenzuarbeiten.
  • Freiwillige und Ehrenamtliche: Mancherorts sind auch Ehrenamtliche in der direkten Arbeit mit den Jugendlichen im Einsatz. Wo ehrenamtliches Engagement für Jugendliche fehlt, kann offene Jugendarbeit ein Ersatz sein; sie wird sich aber darum bemühen, das Umfeld der Jugendlichen einzubeziehen und zu aktivieren, und fördert so ehrenamtliche Tätigkeit.
  • Jugendliche: Bei allen Tätigkeiten der offenen Jugendarbeit steht im Vordergrund, dass die Jugendlichen sich bei der Gestaltung der Angebote, dem Alltagsbetrieb von Einrichtungen und zum Teil auch in der Beschaffung der Mittel zu einem entscheidenden Anteil mit engagieren.

Überblick über die offene Jugendarbeit in der Schweiz: www.jugendarbeit.ch/ja/default.php.

Kinder und Jugendliche können sich bei auftretenden Problemen an die nationale Telefonhilfe (www.147.ch) mit der Rufnummer 147 wenden. Hier können sie anonym und vertraulich über Erlebtes sprechen. Hinter diesem Service steht der Verein Pro Juventute (www.projuventute.ch), eine private und unabhängige Stiftung.

Weitere offizielle kantonale Anlaufstellen, an die sich junge Menschen in Notlagen wenden können sind: Jugendämter, Jugendgesundheitsstellen, Ämter für Jugendschutz, medizinisch-pädagogische Amtsstellen, Vormundschaftsbehörden, Kinderpsychiatrie, Sozialdienste, Spitäler, Opferhilfe-Beratungsstellen, Polizei, Kindernotruf, schulärztliche und schulpsychiatrische Dienste. Die Adressen dieser Einrichtungen stehen zum Beispiel auf der Jugendinformations- und e-Beratungsseite www.tschau.ch. Diese Seite wird ebenfalls vom Verein Pro Juventute betrieben und von der Gesundheitsförderung Schweiz (http://gesundheitsfoerderung.ch) sowie dem Bundesamt für Gesundheit (www.bag.admin.ch) finanziert.

Das Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik (www.szh.ch) ist eine private nationale Fach- und Dienstleistungsstelle für Fragen der Heil- und Sonderpädagogik in der Schweiz. Sie berät und begleitet die Behörden, die Fachwelt und die interessierte Öffentlichkeit in Fragen zu Bildung, Entwicklung und Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen und mit besonderem Bildungsbedarf. Es fördert den Austausch zwischen Wissenschaft, Behörden und Praxis, zudem analysiert und erklärt es verschiedene Positionen der Heil- und Sonderpädagogik und entwickelt daraus Perspektiven und Konzepte. Ein weiterer Bestandteil ist die Erstellung von Informationsmaterial und die Verbreitung von Informationen.

Zum Thema Jugendberufshilfe siehe Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich > Bildung und Beschäftigung > Beschäftigung.

Jugendliche, die eine pädagogische betreute Wohnform suchen, wenden sich an das städtische Sozialamt (in größeren Städten gibt es innerhalb des Sozialamtes ein Jugendamt, in kleineren Gemeinden eine Vormundschaftsbehörde). Je nach der Einschätzung der Lage wird dann eine Platzierung arrangiert.

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