x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Jugendverbandsarbeit

Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Spanien ist dezentralistisch aufgebaut. Das Staatsgebiet ist in 17 Autonome Gemeinschaften (Comunidades Autónomas, CCAA), 50 Provinzen mit je einer gewählten Diputación Provincial sowie Gemeinden gegliedert. Die Autonomen Gemeinschaften haben Regierungen und für vier Jahre gewählte Parlamente.

Spanien ist dezentralistisch aufgebaut. Das Staatsgebiet ist in 17 Autonome Gemeinschaften (Comunidades Autónomas, CCAA), 50 Provinzen mit je einer gewählten Diputación Provincial sowie Gemeinden gegliedert. Die Autonomen Gemeinschaften haben Regierungen und für vier Jahre gewählte Parlamente. Ihre Zuständigkeiten, unter anderem im sozialen Bereich, variieren je nach Statut. Viele Aufgaben werden vom Staat und den CCAA gemeinsam wahrgenommen, zum Beispiel auch die Ausbildung.

Die Strukturen der Jugendpolitik und Jugendverbandsarbeit in Spanien ähneln denen in Deutschland. So gibt es Träger auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, die zum größten Teil selbstständig arbeiten können.

Das Königliche Dekret über die Registrierung von Jugendverbänden vom 22. April 1988 legt die Altersbegrenzung für die Registrierung als Jugendverband fest. Um sich als Jugendverband registrieren zu lassen, müssen die Mitglieder im Alter zwischen dem vollendeten 14. und dem nicht vollendeten 30. Lebensjahr sein. 

Nach Artikel 48 der Verfassung ist sichergestellt, dass die jungen Menschen in freier Entscheidung das gesellschaftliche, politische, soziale und wirtschaftliche Leben des Landes mitgestalten sollen.

Überregionale Jugendverbände

Nach dem Erlass des Gesetzes zur Gründung des Spanischen Jugendrats (Consejo de la Juventud de España, CJE) von 1983 hat sich der CJE im Dezember 1984 konstituiert. Dies markierte den vorläufigen Endpunkt einer langen Entwicklung: Bereits 1977 waren mehr als 100 Jugendorganisationen übereingekommen, den Weg der Gründung des Spanischen Jugendrates zu gehen. Ziel war eine Organisation zu schaffen, die Vorschläge und Forderungen der Jugend gegenüber Verwaltung und Gesellschaft verteidigen und kanalisieren sollte (siehe Nationale und regionale Jugendräte).

nach oben

Glaubensgemeinschaftliche Angebote für Kinder und Jugendliche

Als geistige Macht ist die katholische Kirche mit einem Anteil von 20 % katholischer Privatschulen am gesamten Schulwesen sowie vier konfessionellen Universitäten präsent. Die Kirche verfügt weiterhin über eigene Zeitungen und Rundfunksender.

Die Rolle der katholischen Kirche in der Sozial- und Jugendarbeit ist maßgeblich für das Verständnis der Entwicklung dieser Bereiche und der darin geführten gesellschaftspolitischen Diskussion. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die Katholische Pfadfinderbewegung (Movimiento Scout Católico) und die Spanische Caritas zu erwähnen.

Die Christliche Arbeiterjugend (Juventud Obrera Cristiana, JOC) ist eine Bewegung der katholischen Kirche, organisiert von jungen Menschen für junge Menschen. Die JOC sieht ihre Aufgabe in der Evangelisierung und Bildung der jungen berufstätigen Menschen.

Die Katholische Studentenjugend (Juventud Estudiante Católica, JEC) ist eine Bewegung im Rahmen der Föderation der Bewegungen der katholischen Aktion Spanien (Federación de Movimientos de Acción Católica Española) und richtet sich hauptsächlich an Studierende beziehungsweise Hochschulabsolvent(inn)en. Im Mittelpunkt der Tätigkeit der JEC steht die Evangelisierung der Studierenden und jungen Absolvent(inn)en innerhalb ihres Tätigkeitsbereiches (Institute, Universitäten, Arbeitsplätze, andere) unter anderem durch die Begleitung von Prozessen der aktiven christlichen Teilnahme (Mitgliedschaft) der Mitglieder.

Die Evangelische Kirche Spaniens (Alianza Evangélica Española) hat eine Jugendkommission. Sie verfolgt die Einbindung junger Menschen in die Kirche zur Förderung ihrer Talente und Begabungen. Die Fortbildung Fundamentos para el Ministerio Cristiano con Jóvenes richtet sich an junge Führungskräfte innerhalb der Kirche. Sie werden im Umgang mit jungen Leuten geschult, um ihnen christliches Glaubensgut zu vermitteln.

Die Jugendpastoral (Pastoral Juvenilder Salesianer Don Bosco fühlt sich vor allem folgenden Feldern verpflichtet: 
- Förderung der Analyse des soziokulturellen Umfeldes und der Entwicklung der Jugendpastorale,
- Reflektion über die Lebensumstände junger Menschen und die Mitwirkung bei Jugendstudien,
- Abgabe von Vorschlägen für Treffen und Dialoge über Möglichkeiten und Konditionierung der religiösen Erfahrung bei Heranwachsenden und jungen Menschen,
- Entwicklung von abgestimmten und kontinuierlichen Bildungsplänen aller Akteure der Jugendpastorale,
- Vorantreiben der Kommunikation und des Erfahrungsaustauschs in der Jugendpastoral.

Der römisch-katholische Jesuitenorden in Spanien (Compañia de Jesús España) sieht als eines seiner wichtigen Tätigkeitsfelder die Jugendarbeit an. Die Jesuiten unterhalten Hochschulen, Schulen und Internate, in denen sie jungen Menschen allgemeine Bildungsinhalte vermitteln mit der Absicht, sie dabei auch auf ihr späteres Leben nach den Grundsätzen des (katholisch-)christlichen Menschenbildes vorzubereiten.

Links
www.misionjoven.org – Misión joven digital, die Zeitschrift der Jugendpastoral der Salesianer Don Bosco
www.mjac.org – Website der Jugendbewegung der Katholischen Aktion (Movimiento de Jóvenes de Acción Católica)
www.observatorioreligion.es - Website des Portals Observatorio del Pluralismo Religioso en España mit Informationen zum Umgang mit religiöser Vielfalt

nach oben

Offene Jugendarbeit

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Jugendzentren in Spanien anders arbeiten als in Deutschland. In Spanien existiert das Konzept der offenen Jugendarbeit nicht oder wird zumindest nicht in die Tat umgesetzt.

Jugendzentren bieten vielmehr feste Kurse etc., die nicht unbedingt mit den Jugendlichen gemeinsam entwickelt wurden. Die spanischen Jugendhäuser haben auch nicht den gleichen Grad an Programmautonomie wie in Deutschland.

Jugendinformation

Strukturen der Jugendinformation

Das Nationale Jugendinstitut INJUVE berät telefonisch und per E-Mail Anfragen zu den Angeboten und Dienstleistungen des INJUVE sowie zu Themen, die Jugendliche interessieren: Beschäftigung, Wohnraum, Reisen, Austausch, Ehrenamt und Freiwilligendienste, Kultur.

Gegenwärtig bestehen zirka 3000 Jugendinformationszentren, die mit INJUVE über die jeweiligen regionalen Informationszentren in den 17 Autonomen Gemeinschaften vernetzt sind. Die Zentren befinden sich in der Trägerschaft öffentlicher Institutionen (Autonome Regierungen, Provinzverwaltungen, Kommunen, Gemeindeverbände, Zweckverbänden der Provinzen) und privater gemeinnütziger Initiativen. Die öffentlichen Institutionen finanzieren mit ihrem eigenen Etat die Einrichtung und den Betrieb solcher Zentren. Die gemeinnützigen Institutionen finanzieren die Jugendinformationsangebote mittels öffentlicher Subventionen oder aus Eigenmitteln.

Link
www.infoven.injuve.es - zentrale Eingangsseite für die Jugendinformationsangebote von INJUVE, der Autonomen Gemeinschaften sowie Ceuta und Melilla

Internationale Kooperationen

Spanien nimmt am Projekt Eurodesk teil, einem europäischen Informationsnetzwerk mit Auskünften zu europäischen Strukturen und Förderprogrammen, die in jedem teilnehmenden Land mit nationalen Daten ergänzt wird. Die Koordinierungsstelle für Eurodesk Spanien ist beim Jugendinstitut INJUVE angesiedelt.

Spanien ist außerdem Mitglied bei ERYICA (European Youth Information and Counselling Agency), dem Zusammenschluss der Jugendinformationsangebote auf europäischer Ebene und wird dort durch das Spanische Jugendinstitut INJUVE vertreten.

Über die Mitgliedschaft von INJUVE in der OIJ (Organización Iberoamericana de Juventud) bestehen Kontakte zu den Ländern Lateinamerikas. Dort sucht man gemeinsam nach Wegen, um das Angebot an Jugendinformation im Rahmen der Informationsgesellschaft weiter zu entwickeln.