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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Das für Jugendfragen zuständige Ministerium in Spanien ist das Ministerium für Gesundheit, Konsum und Sozialwesen (Ministerio de Sanidad, Consumo y Bienestar Social). Mit der Umsetzung seiner jugendpolitischen Programme auf nationaler und internationaler Ebene ist das Jugendinstitut (Instituto de la Juventud - INJUVE) beauftragt, das auch spanische Nationalagentur für die Umsetzung des EU-Programms ERASMUS+ JUGEND IN AKTION ist.

Das Ministerium ist für die Ausgestaltung der Jugendpolitik und für die Koordinierung aller kinder- und jugendpolitischen Vorhaben über den Interministeriellen Ausschuss für Kinder und Jugendfragen (Comisión Interministerial para la Juventud e Infancia) zuständig. 

Mit dem politischen Ziel, gesellschaftliche Probleme durch eine transparente, global-integrative Jugendpolitik zu lösen, wurde 1986 durch ein königliches Dekret der Interministerielle Ausschuss für Jugend und Kindheit (Comisión Interministerial para la Juventud e Infancia) auf nationaler Ebene gegründet. Im Interministeriellen Ausschuss sind alle nationalen Ministerien vertreten. Der Ausschuss hat die Aufgabe, alle gesellschaftspolitischen Maßnahmen, die den jungen Menschen in Schule, Arbeitswelt, Beruf und Freizeit betreffen, zu verwirklichen. Dies geschieht im Einzelnen durch

  • Vorschläge an die Regierung zu jugendpolitischen Fragen in Bezug auf wirtschaftliche, soziale, politische und kulturelle Faktoren, 
  • Analysen der Kinder- und Jugendprobleme und Unterbreitung von Lösungsvorschlägen, 
  • Koordination von kinder- und jugendspezifischen Aufgaben der einzelnen Ministerien, 
  • besondere Aufmerksamkeit für die vom Spanischen Jugendrat formulierten Initiativen und Vorschläge, 
  • Durchführung von Initiativen zur Verbesserung der Zusammenarbeit. 

In den Autonomen Gemeinschaften (Comunidades Autónomas) wird die regionale Jugendpolitik unter der Koordinierung der Zentralregierung eigenständig gestaltet und ausgeführt. Auf regionaler Ebene sind die Jugendbehörden (Direcciones Generales de Juventud) für Jugendpolitik zuständig. In jeder Jugendbehörde gibt es auch ein Büro für Jugendaustausch.

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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Die spanische interministerielle Jugendkommission hat am 5. September 2014 die Jugendstrategie 2020 der spanischen Regierung angenommen. Diese versteht sich als Referenzrahmen für die Vorhaben der Regierung im Bereich Jugendpolitik bis zum Jahr 2020, im Einklang mit dem Programm der Europäischen Union Europa 2020. Verantwortlich für das Anstoßen einer gemeinsamen, ressortübergreifenden Jugendstrategie zeichnet das Ministerium für Gesundheit, Konsum und Sozialwesen (Ministerio de Sanidad, Consumo y Bienestar Social). Mit der Umsetzung beauftragt ist das Spanische Jugendinstitut INJUVE (Instituto de la Juventud).

Daraufhin wurde am 12. September der Vorschlag für den 1. Aktionsplan 2014-2016 vom spanischen Ministerrat angenommen. Die spanische Jugendstrategie umfasst drei dieser Aktionspläne, die entsprechend in drei Phasen von 2014 bis 2016, 2016 bis 2018 und 2016 bis 2020 umgesetzt werden sollen. Jeweils am Ende einer Umsetzungsphase findet eine Evaluation statt.

Die Jugendstrategie beinhaltet sechs große Schwerpunkte, an denen sich die Aktionspläne orientieren:

  1. Bildung und Ausbildung
  2. Beschäftigung und Unternehmertum
  3. Wohnraum
  4. Prävention und Gesundheit
  5. Partizipation, Ehrenamt, Inklusion und Gleichstellung
  6. Zusammenarbeit zwischen den Institutionen

Bei der Erarbeitung der Inhalte für den Aktionsplan 2014 - 2016 haben alle Ministerien und der Spanische Jugendrat zusammengearbeitet. Das Budget, das für die Umsetzung der geplanten 211 Maßnahmen in diesem Zeitraum zur Verfügung steht, beträgt fast 3000 Millionen €. 90 % der Mittel sollen in die Beschäftigungsförderung der rund 7,6 Millionen spanischen Jugendlichen zwischen 15 und 29 Jahren fließen.

Die Jugendstrategie 2020 zum Nachlesen (in Spanisch) auf der Website von INJUVE ...

Spanien nimmt am EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION teil. Für die Umsetzung ist das Jugendinstitut INJUVE als spanische Nationalagentur zuständig. Auf der Ebene der Autonomen Gemeinschaften gibt es lokale Büros des Programms.

Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das Jugendinstitut (Instituto de la Juventud - INJUVE) ist eine nachgeordnete Behörde des Ministeriums für Gesundheit, Konsum und Sozialwesen. Es hat einen eigenen Rechtsstatuts sowie ein eigenes Budgetrecht, was ihm erlaubt, eine relativ eigenständige Jugendpolitik im Rahmen der jugendpolitischen Leitlinien umzusetzen. 

INJUVE führt regelmäßig Studien und Untersuchungen über die Jugend in Spanien durch und hat eine spezielle Datenbank, die man in der Bibliothek des Instituts einsehen kann. Die Erkenntnisse werden vor allem Fachkräften der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Seit 1984 erscheint alle vier Jahre der Jugendbericht (Informe Juventud), zuletzt 2016.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Die Aktiväten des Spanischen Jugendrates ruhen derzeit aufgrund einer juristischen Übergangsphase.

[Ein wichtiges Organ der Interessenvertretung für junge Menschen ist der Spanische Jugendrat (Consejo de la Juventud de España, CJE). In ihm sind Jugendverbände, politische Jugendorganisationen, Fachverbände und Erwachsenenorganisationen vertreten. Auf der Ebene der autonomen Regionen bestehen regionale Jugendräte, auf der örtlichen Ebene kommunale Jugendräte.

Der Spanische Jugendrat ist eine Errungenschaft des Jugendverbandswesens. Seine Schaffung ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen Tausender Jugendlicher im Kampf um eine aktive Teilnahme an der Gestaltung und Stärkung der Gesellschaft. Ziele und Aktivitäten des Spanischen Jugendrats: www.cje.org > ¿En qué trabajamos?

Hauptaktionsfelder des CJE: Partizipation, Erziehung, Training, Beschäftigung, Gesundheit und Lebensqualität, Sexualität, Umwelt, Wohnen, Drogenmissbrauch, Aids, Friedenserziehung, Zusammenleben und Verschiedenheit, Junge Frauen, Landjugend, Kindheit und internationale Beziehungen, Immigration.

Mitglied im CJE kann ein Verband werden, wenn er in mindestens 15 Provinzen vertreten ist und 5000 Mitglieder hat. Jugendwohlfahrtsverbände müssen 10 000 Mitglieder nachweisen.

Gegenwärtig (Stand Oktober 2018) gehören dem Jugendrat 60 Jugendorganisationen (30 Verbände mit vollem Stimmrecht, 2 mit Beobachterstatus sowie 28 Verbände mit einem Kooperationsvertrag) an. Adressen der regionalen Jugendräte: http://www.cje.org > ¿Qué es el CJE? > Entidades Miembro.]

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