x

Schriftgröße ändern

Zum Ändern der Schriftgröße verwenden Sie bitte die Funktionalität Ihres Browsers. Die Tastatur-Kurzbefehle lauten folgendermaßen:

[Strg]-[+] Schrift vergrößern
[Strg]-[-] Schrift verkleinern
[Strg]-[0] Schriftgröße Zurücksetzen

Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit 
Sport 

Gesundheit

Mehr als 90 % der 15- bis 24-Jährigen in Tschechien beurteilten ihren Gesundheitsstatus 2006 als gut oder sehr gut und unterscheiden sich damit nicht von Jugendlichen in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten (EU-Durchschnitt: 91,6 %). 16,6 % der Altersgruppe litten an Übergewicht bzw. Fettleibigkeit (EU-Durchschnitt: 17,7 %) und 8,9 % an Untergewicht (EU-Durchschnitt: 9,4 %). 2006 waren 41,9 % der neu diagnostizierten HIV-Infizierten in Tschechien 15 bis 29 Jahre alt (EU-Durchschnitt: 27,8 %). Dabei wurde die Krankheit in 48,6 % der Fälle durch sexuellen Verkehr zwischen homosexuellen Männern und in 43,2 % der Fälle durch sexuellen Verkehr zwischen Heterosexuellen übertragen. 

Gemäß einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2007, welche das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in reichen Staaten untersuchte, befindet sich die Tschechische Republik im unteren Drittel des Rankings. Dort nimmt sie allerdings den Spitzenplatz vor Frankreich, Portugal, Österreich, Ungarn, den USA und Großbritannien ein.

Familie

Eine typische tschechische Familie hat ein bis zwei Kinder. Laut Umfragen finden Tschech(inn)en zwei Kinder pro Familie ideal. In der Realität hat jede Frau durchschnittlich 1,5 Kinder (2008). In den frühen 1990er Jahren sank die Zahl der neugeborenen Kinder, doch kann seit 1998 ein stetiger Aufwärtstrend beobachtet werden. Als ein Grund hierfür wird die „starke“ Generation der jetzt 30-Jährigen angesehen: In den 1970er Jahren führte die damalige Regierung Maßnahmen zur Förderung des Bevölkerungswachstums durch, in deren Folge viele Kinder geboren wurden. Diese Kinder sind jetzt erwachsen und werden selbst Eltern.

Seit den frühen 1990ern sinkt die Zahl der Eheschließungen und steigt das Alter der Paare bei der ersten Eheschließung (2008: 28,8 Jahre bei Frauen, 31,4 Jahre bei Männern). Entsprechend älter sind die Eltern bei der Geburt des ersten Kindes. Viele Kinder werden außerehelich geboren. Viele junge Erwachsene in Tschechien empfinden die Ehe als veraltet. Gleichzeitig steigt die Zahl der Scheidungen - auch unter jungen Menschen. Mittlerweile wird fast jede zweite tschechische Ehe geschieden.

Wohnsituation

Anders als in Deutschland bleiben die meisten Jugendlichen in Tschechien recht lange bei ihren Eltern wohnen. Es ist keine Ausnahme, wenn auch junge Erwachsenen über 25 Jahre noch Zuhause leben. Der Grund hierfür ist einfach: Der Wohnungsmarkt in Tschechien ist schwierig. Mieten und Kaufpreise für Wohnungen sind teuer. Für junge Erwachsene ist es fast unmöglich, eine eigene Wohnung zu kaufen. Viele bleiben deshalb so lange bei den Eltern, bis sie sich eine Hypothek leisten können. Wohngemeinschaften sind in Tschechien hauptsächlich bei Studierenden üblich.

Freizeit

Fragt man tschechische Kinder nach ihren Hobbys, erfährt man, dass sich die meisten von ihnen für Computer (Internet, PC-Spiele etc.) interessieren. Kinder und Jugendliche verbringen ihre Freizeit am liebsten mit ihren Freunden und gestalten diese Treffen am liebsten individuell. Organisierten Aktivitäten (zum Beispiel von Jugendorganisationen) stehen sie eher ablehnend gegenüber. Gleichzeitig haben Diskussionen im Rahmen des Projektes „Kulaté stoly“ (Runde Tische) gezeigt, dass Jugendliche über mangelhafte Freizeitangebote in kleineren Städten und auf dem Lande klagen.

Wertvorstellungen

Tschechische Jugendliche bilden keine einheitliche Gruppe. Untersuchungen zeigen, dass sie verschiedenen Wertvorstellungen folgen. Charakteristisch scheint jedoch für die meisten das Interesse an anderen Menschen und am öffentlichen Geschehen zu sein. Die meisten Jugendlichen identifizieren sich mit der Gesellschaft. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch ein Trend zum Egoismus bzw. zur Konzentration auf das eigene Ich. Die Verantwortung für den Anderen sinkt. Typisch ist die Orientierung an der so genannten Mainstream-Kultur. Die kommerziellen Medien beeinflussen junge Leute immer stärker und bilden eine neue für Jugendliche immer wichtiger werdende virtuelle Realität. Darüber hinaus zeigt sich eine größere Sehnsucht nach materiellem Besitz. Parallel dazu nimmt die Bedeutung von Frieden, der Hilfe für Andere und der Qualität der Umwelt bei jungen Menschen ab. Untersuchungen belegen zudem, dass Jugendliche in Tschechien gegenüber der Demokratie und dem politischen System eher skeptisch eingestellt sind.

Quelle: Zajíc, J. (2008). Mládež ?eské republiky. Prag: Herausgegeben vom Kinder- und Jugendrat der Tschechischen Republik (?eská rada d?tí a mládeže). Download: http://www.crdm.cz/download/publikace/mladez-CR-web.pdf (Zugriff am 11.6.13) 

Alkohol

Der Alkoholkonsum unter Jugendlichen in der Tschechischen Republik verharrte in den letzten Jahren auf hohem Niveau. Laut einer europäischen Studie, die 2007 unter 16-jährigen Schüler(inne)n durchgeführt wurde, haben 93 % der Befragten in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Alkohol getrunken, 48 % waren betrunken. Damit lagen die tschechischen Jugendlichen im europäischen Vergleich zusammen mit Österreich und Deutschland an der Spitze. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Beliebtestes alkoholisches Getränk war Bier. 

Zigaretten

Auch Rauchen ist unter Jugendlichen in der Tschechien recht weit verbreitet. Bei der oben genannten Studie gaben 41 % der 16-Jährigen an, in den letzten 30 Tagen geraucht zu haben, Mädchen deutlich öfter (45 %) als Jungen (36 %). Tschechien steht damit gemeinsam mit Österreich, Lettland und Bulgarien im europäischen Vergleich an der Spitze. 58 % der Befragten probierten ihre erste Zigarette im Alter von 13 Jahren oder früher. 

Illegale Substanzen

Rund 47 % der Schüler/-innen haben bereits Erfahrungen mit illegalen Substanzen gesammelt. Dabei war Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge. Rund 35 % der Jugendlichen gaben an, in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung Cannabis konsumiert zu haben, 18 % in den vergangenen 30 Tagen. Damit hat sich der Cannabiskonsum unter Jugendlichen seit Mitte der 1990er Jahre mehr als verdoppelt und ist doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Allerdings hat sich die Zunahme in den letzten Jahren verlangsamt.

13,5 % der befragten Jugendlichen gaben an, mit anderen illegalen Substanzen als mit Cannabis experimentiert zu haben. 9,1 % hatten bereits Sedativa genommen, 7,4 % halluzinogene Pilze oder andere natürliche Halluzinogene und 7 % Inhalate. 4,9 % der Schüler/-innen haben LSD, 4,5 % Ecstasy und 4,2 % Steroide probiert. 2 % hatten Heroin oder andere Opiate konsumiert, 1 % Kokain. Besonders beliebt war die Kombination von Alkohol mit Medikamenten: 18,5 % der Jugendlichen gaben an, dies schon einmal versucht zu haben (europäischer Durchschnitt: 9 %).

Drogenpolitik und -prävention

Angesicht des hohen Alkohol- und Zigarettenkonsums unter Jugendlichen wurde das seit 1989 gültige Gesetz zum Schutz vor Schäden durch Alkoholgenuss verschärft. Danach ist es seit dem 1. Januar 2005 verboten, Jugendlichen unter 18 Jahren Alkohol auszuschenken oder zu verkaufen. Auch Zigaretten dürfen nur an Volljährige verkauft werden. 2009 wurde das Gesetz noch ein weiteres Mal verschärft: In tschechischen Restaurants und Kneipen herrscht zwar kein generelles Rauchverbot, es muss aber ein abgegrenzter Bereich für Nichtraucher/-innen vorhanden sein. In öffentlichen Gebäuden darf nicht geraucht werden, auf Schulanlagen ist das Rauchen streng verboten. 

Im 1. Januar 2010 trat in Tschechien ein Gesetz in Kraft, das den Umgang mit illegalen Substanzen neu regelt. Danach sind Drogenkonsum, -produktion und -verkauf in Tschechien weiterhin illegal, der Besitz kleiner Mengen für den privaten Bedarf gilt aber als Ordnungswidrigkeit und wird strafrechtlich nicht verfolgt. Neu festgelegt ist jetzt, was genau der Begriff „kleine Menge“ bedeutet: maximal 15 Gramm Cannabis, vier Ecstasy-Tabletten oder ein Gramm Kokain.

Die Präventionsmaßnahmen, die sich an Jugendliche richten, werden vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (Ministerstvo školství, mládeže a t?lovýchovy - MŠMT) koordiniert und hauptsächlich von Schulen und Nichtregierungsorganisationen umgesetzt. Seit 2007 ist das Thema fest in den Lehrplänen verankert. Richtlinien des Ministeriums definieren unter anderem Standards für Präventionsprogramme und empfehlen spezifische Maßnahmen zur Präventionsarbeit in Schulen und anderen Einrichtungen.

Quellen:

nach oben

Sport

Sport wird in der Tschechischen Republik groß geschrieben, sowohl in der aktiven Ausübung als auch beim eher passiven Zuschauen. Eishockey gilt als Nationalsport. Daneben wirken auch Fußball, Tennis, Volleyball, Fußballtennis und neuerdings auch Baseball als Zuschauermagneten. Aber auch Leichtathletik, Ski- und Schwimmwettkämpfe stoßen auf größeres Interesse.

Ein in der Tschechischen Republik beliebter Breitensport ist das Wandern, auf Tschechisch turistika genannt, zu Fuß, mit dem Boot, im Winter auf Skiern. Deshalb durchzieht ein Netz von markierten Wanderwegen (im Gebirge auch Skiwanderwege und Loipen) alle interessanten Erholungsgebiete. An solchen Stellen finden sich oft auch Naturlehrpfade, die die Besucher/-innen über typische oder seltene Pflanzen, Geländeformationen oder geologische Besonderheiten informieren. Im Zuge der Mountain- und Trekkingbike-Welle werden auch immer mehr fahrradgeeignete Wege gekennzeichnet. 

Besonders unter den jungen Leuten ist tramping sehr beliebt. Dabei handelt es sich um eine tschechische Tradition, bei der eine Gruppe mehrere Tage durch die Natur wandert und nachts unter freiem Himmel schläft. Alle Ausrüstungsgegenstände werden in Rucksäcken transportiert. Viele junge Menschen verbringen mit „tramping“ nicht nur während der Sommerferien mehrere Tage in der Natur.

Die beliebtesten Sportarten von Jungen sind Fußball, Basketball, Rad fahren, Inline skaten, Tischtennis und Volleyball. Mädchen geben hingegen Rad fahren, Aerobic, Volleyball und Reiten als Lieblingssportarten an. 25 % der Kinder und Jugendlichen sind Mitglieder in Sportvereinen, Jungen häufiger als Mädchen.

Der größte und beliebteste Sportverband in der Tschechischen Republik ist FALKE (SOKOL). Die historischen Wurzeln des Verbandes gehen auf die Turnbewegung im 19. Jahrhundert zurück. Heute zählt der Verband rund 190 000 Mitglieder, die sich einer Vielzahl von Sportarten, aber auch Bewegungsaktivitäten und kulturellen Tätigkeiten (zum Beispiel Folklore) widmen. Der Verband bietet auch ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche.

Der Verband der Schulsportklubs ASSK (Asociace Školních Sportovních Klub? ?eské republiky) ist eine Sportorganisation, die in allen Bezirken der Tschechien Republik existiert. Insgesamt hat der Verband 250 000 junge Mitglieder. Sein Angebot umfasst eine Vielzahl an Sportarten und Freizeitaktivitäten, die den Lebensstil der Kinder und Jugendlichen positiv beeinflussen und ihnen eine interessante Alternative für die Freizeitgestaltung bieten sollen. Darüber hinaus organisiert der Verband Schulwettkämpfe.

Weitere große Sportverbände in Tschechien:

  • Tschechischer Verband für körperliche Erziehung und Sport (?eský svaz telesné výchovy a sportu - ?STV), www.cstv.cz (auf Tschechisch)
  • Tschechischer Verband Sport für alle (?eská asociace sport pro všechny - ?SAPV), www.caspv.cz (auf Tschechisch)
  • Verband für Sportvereine (Sdružení sportovních svaz? ?eské republiky), www.sporty-cz.cz (auf Tschechisch)

Quelle: European Non-Governmental Sports Organisation Youth (ENGSO Youth)

Link
www.nadacedks.cz - Website der Stiftung Kinder-Kultur-Sport (Nadace D?ti-Kultura-Sport)

nach oben