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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Die Zuständigkeit für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe liegt in der Kompetenz des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (Ministerstvo školství, mládeže a t?lovýchovy - MŠMT).

Das Ministerium befasst sich mit Fragen der jungen Generation im Vorschul- und Schulalter im Rahmen von Erziehung, Bildung und Freizeitgestaltung. Neben der Leitung der staatlichen Institutionen arbeitet es auch mit nichtstaatlichen Organisationen zusammen, die in hohem Maße das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche gewährleisten - sowohl im Sportbereich als auch in anderen Feldern der Kinder- und Jugendarbeit. Die Abteilung für Jugendfragen des Ministeriums ist unter anderem für die Vergabe von Fördermitteln, die internationalen Beziehungen im Jugendbereich und für Wettbewerbe zuständig. Zuständiger Minister: Ing. Robert Plaga, Ph.D.

Auf regionaler Ebene sind die Abteilungen für Jugend und Sport bei den entsprechenden Behörden angesiedelt und in der Regel den Abteilungen für das Bildungswesen untergeordnet. Struktur und Zuständigkeiten variieren von Region zu Region.

Weitere Ministerien, die sich mit kinder- und jugendrelevanten Bereichen befassen:

  • Ministerium für Arbeit und soziale Fragen (Ministerstvo práce a sociálních v?cí), das unter anderem für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die soziale Unterstützung von Familien zuständig ist;
  • Innenministerium (Ministerstvo vnitra), das unter anderem für die Registrierung von Organisationen und Verbänden der Jugendarbeit sowie für die Bekämpfung der Jugendkriminalität zuständig ist;
  • Justizministerium (Ministerstvo spravedlnosti), das unter anderem für das System der Jugendgerichtsbarkeit/Jugendstrafrecht zuständig ist.

Weitere Informationen zur Kompetenzverteilung im Bereich der Jugendpolitik im Youth Wiki der Europäischen Kommission.

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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Die Kinder- und Jugendpolitik der tschechischen Regierung beruht auf zwei Grundlagen:

  • der Verantwortung für die Gestaltung der Entwicklungsbedingungen für die junge Generation und
  • der Anerkennung und Unterstützung von Familien und Individuen, damit diese für sich selbst Verantwortung übernehmen können.

Dabei stehen dem Staat zwei Handlungsformen zur Verfügung:

  • Unterstützung (zum Beispiel Förderung der gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, Förderung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen, Hilfen für Kinder, Förderung gemeinnütziger Organisationen),
  • Schutz.

Die kinder- und jugendpolitischen Schwerpunkte und die damit verbundenen Umsetzungsmaßnahmen werden von der tschechischen Regierung für einen Zeitraum von vier bis sechs Jahren in dem Konzept für die staatliche Kinder- und Jugendpolitik (Koncepce státní politiky pro oblast d?tí a mládeže na období) festgelegt.

Das aktuelle Konzept gilt für den Zeitraum 2014 bis 2020 und orientiert sich an der Europäischen Jugendstrategie. Es spiegelt die Bedürfnisse der Jugendlichen wider, vor allem in den Bereichen non-formale Bildung, Beschäftigung, Kultur und Kreativität, Partizipation, Gesundheit und gesunde Lebensweise, Soziale Eingliederung und Freiwilligenarbeit. Ebenfalls befasst sich die neue Strategie mit globalen Umwelt- und Entwicklungsfragen sowie dem Zugang junger Menschen zu Recht und Information.

Die Jugendstrategie ist auf junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren ausgerichtet. Sie basiert auf drei Säulen:

  • die Förderung der jungen Menschen auf ihrem Weg zur Entwicklung einer individuellen Persönlichkeit, die für ihr Leben, ihre Familien, ihren Platz in der Gemeinschaft und der Gesellschaft verantwortlich ist,
  • die Orientierung an den tatsächlichen Bedürfnissen der und Chancen für junge Menschen,
  • die Förderung des Potenzials junger Menschen für die Entwicklung der Gemeinschaft.

Die horizontalen Schwerpunkte der Jugendstrategie sind:

  • Chancengleichheit,
  • interministerieller und sektorübergreifender Ansatz,
  • die Förderung der nichtformalen Bildung und der Qualität der Jugendarbeit,
  • die Beteiligung Jugendlicher an Entscheidungsprozessen,
  • Intergenerationelle Solidarität.

Die Jugendstrategie umfasst 13 strategische Ziele, die jeweils konkrete Maßnahmen und Aktionen beinhalten. Der Hauptkoordinator für die Umsetzung der Jugendstrategie ist das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Mehr Informationen dazu und die Jugendstrategie zum Nachlesen auf der Website des tschechischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (auf Tschechisch).

In den Strategiedokumenten zur Jugendpolitik ist nicht explizit geregelt, dass die Kommunen eine eigene Jugendpolitik umsetzen sollen. Die nationale Regierung versucht, die Kommunen zu motivieren und zu unterstützen, damit diese im Sinne der nationalen und europäischen Jugendpolitik arbeiten. [Quellen: Becker, H. im Auftrag von JUGEND für Europa (2012). "Wir werden feststellen, dass wir alle voneinander gelernt haben." (verfügbar unter www.jugendpolitikineuropa.de/, letzter Zugriff am 23.02.18); JUGEND für Europa (2013). Geballte Erfahrung: Peer Learning in Sachen Jugendpolitik. (verfügbar unter www.jugendpolitikineuropa.de/, letzter Zugriff am 23.02.18)].

Als Mitglied der Europäischen Union ist Tschechien am EU-Programm Erasmus+ beteiligt. Verantwortlich für die Umsetzung des Programms Erasmus+ in Tschechien ist die zuständige Nationalagentur.

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das ehemalige Nationale Kinder- und Jugendinstitut (Národní institut d?tí a mládeže - NIDM) entstand 2005 durch eine Zusammenführung des Kinder- und Jugendinstituts, des Instituts des Ministeriums für außerschulische Bildung (IZV) und des Zentrums für Bildung, Information und Dienstleistungen (SVIS). Es ist zum 1. Januar 2014 mit dem Nationalen Institut für Weiterbildung (Národního institut pro další vzd?lávání - NIDV) fusioniert.

Der ehemalige Bereich Informelle Bildung bei NIDM ist nun der Abteilung Bildung und Betreuung bei NIDV zugeordnet. Er unterstützt weiterhin die Umsetzung verschiedener vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport initiierter Programme. Dazu zählen beispielsweise Programme und Projekte für talentierte Schülerinnen und Schüler, die Organisation von Festivals für verbandlich nicht organisierte Kinder und Jugendliche sowie Aktivitäten im Bereich der Jugendinformation. Im internationalen Bereich ist die Abteilung Konzepte und Internationale Zusammenarbeit für die europäische Zusammenarbeit zuständig, fördert den Jugendaustausch und unterstützt Studienaufenthalte von Multiplikator(inn)en.

Darüber hinaus hat das ehemalige Institut NIDM die Datenbank zur Nationalen Kinder- und Jugendforschung (Národní registr výzkum? o d?tech a mládeži) aufgebaut, in der Studien zur Jugendforschung online in tschechischer und englischer Sprache abgefragt werden können.

Aufgabe der Jugendkammer des tschechischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (Komora mládeže Ministerstva školství, mládeže a t?lovýchovy) ist es, das Ministerium in Fragen des Schutzes und der Förderung von Kindern und Jugendlichen zu beraten sowie Gesetzesvorschläge und andere Dokumente zu begutachten. Die Jugendkammer setzt sich unter anderem aus Vertreter(inne)n gemeinnütziger Jugendorganisationen, schulischer Einrichtungen für Freizeitaktivitäten und Expert(inn)en der Jugendarbeit zusammen.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der Kinder- und Jugendrat der Tschechischen Republik (?eská rada d?tí a mládeže - ?RDM) wurde 1998 von damals acht Kinder- und Jugendorganisationen gegründet. Aktuell (Februar 2018) hat er 99 Mitglieder. Das sind nicht-staatliche Kinder- und Jugendorganisationen, die insgesamt mehr als 200 000 Kinder und Jugendliche vertreten.

Die Mitglieder des ?RDM sind kleine und große Jugendorganisationen, zum Beispiel freizeitorientierte, ökologische, kulturelle sowie parteipolitische Kinder- und Jugendverbände. Dazu gehören auch neun regionale Jugendräte:

  1. Kinder- und Jugendrat der Region Südmähren (Jihomoravská rada d?tí a mládeže, JRDM),
  2. Regionaler Kinder- und Jugendrat der Region Karlsbad (Krajská rada d?tí a mládeže Karlovarského kraje, KRDMK),
  3. Regionalrat der Kinder und Jugendlichen Pilsen (Plze?ská krajská rada d?tí a mládeže, PKRDM),
  4. RADAMBUK – Kinder- und Jugendrat der Region Südböhmen (Rada d?tí a mládeže Jiho?eského kraje), 
  5. RADAMOK – Kinder und Jugendrat der Region Mähren-Schlesien (Rada d?tí a mládeže Moravskoslezského kraje),
  6. Kinder- und Jugendrat der Hauptstadtregion Prag (Rada d?tí a mládeže hl. m. Prahy),
  7. Kinder- und Jugendrat der Region Hochland (Rada d?tí a mládeže kraje Vyso?ina, RDMKV),
  8. SPEKTRUM – Rat der Kinder und Jugendlichen der Region Zlín (Krajská rada d?tí a mládeže Zlínského kraje),
  9. Kinder- und Jugendrat Mittelböhmen (St?edo?eská rada pro d?ti a mládež, SRDM).

Der ?RDM setzt sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen und die allgemeine Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein. Er fördert die non-formale Bildung und die Aktivitäten seiner Mitgliedsorganisationen, indem er sich für die Schaffung entsprechender (gesetzlicher, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller) Rahmenbedingungen einsetzt. Darüber hinaus vertritt der ?RDM die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der tschechischen Regierung, dem tschechischen Parlament und den nationalen Behörden sowie gegenüber internationalen Organisationen und Institutionen.

Eine der wichtigsten Aktivitäten des ?RDM war von 1998 bis 2016 die jährlich stattfindende Bambiriáda, eine mehrtägige Aktion, bei der in der gesamten Tschechischen Republik Kinder- und Jugendaktivitäten präsentiert werden. Ziel war es, öffentlich auf die Bedeutung der non-formalen Bildung und der Kinder- und Jugendarbeit aufmerksam zu machen.

Des Weiteren bringt der ?RDM achtmal jährlich das Magazin „Archa” heraus. Es beschäftigt sich mit Bildungsthemen und der Freizeitgestaltung von Kindern- und Jugendlichen. Darüber hinaus unterhält der Kinder- und Jugendrat das Informationsportal adam.cz. Dort präsentieren sich die tschechischen Kinder- und Jugendverbände mit ihren Themen und Aktivitäten der Öffentlichkeit. 

Seit Ende November 2012 ist der ?RDM Vollmitglied im Europäischen Jugendforum, der Dachorganisation von nationalen Jugendräten und internationalen Jugendorganisationen in Europa.

Informationen zum nationalen Kinder- und Jugendrat und regionalen Jugendräten sind auch im Youth Wiki der Europäischen Kommission zu finden.

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