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Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Aufgrund ihrer geografischen und strategischen Lage ist die Türkei seit jeher immer wieder letzte Station großer Einwanderungsbewegungen und Flüchtlingszahlen und beherbergte Millionen von Migrat(inn)en.

Die Türkei ist eines der Länder, das die Auswirkungen des Krieges in Syrien am meisten spürt. Das Land hat die höchste Anzahl an syrischen Flüchtlingen aufgenommen. Über die Hälfte der Syrer/-innen, die in Lagern leben, sind Kinder.
Nach einem Bericht von UNICEF aus dem Jahr 2015 stieg die Zahl der registrierten Syrer/-innen in der Türkei auf 1 938 999 Personen, 1 047 000 davon sind Kinder.

Die Migrationsbehörde führt die Anerkennung von Ausländer(inne)n in der Türkei, Unterkunft und Abschiebung in eigenen Zentren durch, die laut einem Protokoll der Generaldirektion für Migration des Innenministeriums dem Roten Halbmond unterstehen.

Links
http://www.goc.gov.tr/icerik/goc-tarihi_363_380
- Generaldirektion der Migrationsverwaltung des Innenministerium der Republik Türkei

www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/57911/tuerkei - Dossier 'Migration' Türkei der Bundeszentrale für politische Bildung
www.e-politik.de/wissenswerte/migration/ - WissensWerte – Infografiken 'Migration'

Inklusion

Mittels Regelungen aus dem Jahre 2005 ist man bemüht, gleiche Bildungsmöglichkeiten für behinderte und nichtbehinderte Kindern im Rahmen eines integrativen Systems zu schaffen. Jedoch sind bei der gemeinsamen Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung die Maßnahmen für behinderte Kinder noch unzureichend. Muss die Erziehung behinderter Kinder nach Einschätzung einer Kommission in besonderen Bildungs- und Rehabilitationszentren stattfinden, dann übernimmt das Erziehungsministerium die Kosten.

Ende 2008 ratifizierte die Türkei die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Das Gesetz Nr. 5378 von 2005 über Menschen mit Behinderungen ist das erste umfassende Gesetz, das Bereiche wie Bildung, Berufsausbildung, Beschäftigung, Diskriminierungsverbot, vernünftige Unterbringung in einen Zusammenhang mit dem Thema Behinderung setzt. An der praktischen Umsetzung fehlt es an vielen Orten noch. Siehe auch den Beitrag von Nejat Taştan unter 'Links'.

Die koordinierende Einrichtung für die Belange von Menschen mit Behinderungen auf nationaler Ebene ist das 2011 geschaffene Generaldirektorat für die Belange von Menschen mit Behinderungen und Senioren im Ministerium für Familie und Sozialpolitik der Türkei.

Als nationale Vertretung der Interessen von Menschen mit Behinderungen gilt der 1986 gegründete Dachverband der Menschen mit Behinderungen (Türkiye Sakatlar Konfederasyonu). Hier haben sich Organisationen zusammengeschlossen, die die Interessen von Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen vertreten.
(Quelle: http://www.disability-europe.net/content/law-and-policy-10)

Die Koordinationszentren für Menschen mit Behinderung, die von den Kommunen gegründet wurden, haben die Aufgaben, die Teilnahme von Behinderten an sozialen Aktivitäten zu ermöglichen und zu fördern, ihnen Hilfestellung bei der Erlangung von beruflichen Qualifikationen zu geben und ihre Lebensqualität zu steigern. Außerdem soll ein gesellschaftliches Bewusstsein für die Rechte behinderter Menschen geschaffen und die Kommunikation zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen gestärkt werden.

Zum Thema soziale Eingliederung führen auch Nichtregierungsorganisationen verschiedenste Aktivitäten unter Beteiligung behinderter Kinder und Jugendlicher durch und übernehmen Lobbyarbeiten. Für Studierende mit Behinderung wurden Komitees gegründet, die notwendige Maßnahmen treffen, um deren Studium und gesellschaftliche Partizipation zu erleichtern.

Auch im Bereich der Zivilgesellschaft sind viele Organisationen zu diesem Thema tätig, wie zum Beispiel: Türkischer Dachverband der Menschen mit Behinderung (Türkiye Sakatlar Konfederasyonu), Nationaler Verband der Hörgeschädigten Türkei (Türkiye Işitme Engelliler Milli Federasyonu), Stiftung für Geistig Behinderte Kinder (Zihinsel Yetersiz Çocuklari Yetiştirme ve Koruma Vakfi ZIÇEV), Dachverband der Behindertenvereine (Engelli Dernekleri Federasyonu), Türkischer Dachverband für Blinde (Türkiye Körler Federasyonu), Tohum – Stiftung für Erziehung und Früherkennung von Autismus Türkei (Tohum Türkiye Otizm Erken Tani ve Eğitim Vakfi), Türkische Sportföderation der Körperbehinderten (Türkiye Bedensel Engelliler Spor Federasyonu), Türkische Sportföderation für Besondere Sportler (Türkiye Özel Sporcular Spor Federasyonu), Türkische Sportföderation für Hörgeschädigte (Türkiye Işitme Engelliler Spor Federasyonu), Türkische Sportföderation für Sehbehinderte (Türkiye Görme Engelliler Spor Federasyonu) und der Türkische Dachverband für Orthopädisch-Behinderte (Türkiye Ortopedik Özürlüler Federasyonu).

Links
http://www.disability-europe.net/content/law-and-policy-10http://www.eyh.gov.tr/tr/26626/Kanunlar - Informationen zur gesetzlichen Lage für Menschen mit Behinderungen.
www.disability-europe.net/countries/turkey- Website des Academic Network of European Disability experts (ANED) mit weiterführenden Informationen zur Situation von Menschen mit Behinderungen in der Türkei.
www.kas.de/upload/dokumente/verlagspublikationen/Inklusion/Inklusion_tuerkei.pdf- Beitrag von Nejat Taştan zu 'Türkei. Keine Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung über UN-BRK'.

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Jugendsozialarbeit ist kein verbreiteter Fachbegriff in der Türkei. Das Ministerium für Familien- und Sozialpolitik ist hauptsächlich für Bereiche zuständig, die unter den Bereich Erziehungshilfen fallen, und vertritt insbesondere die Interessen von Kindern bis 12 Jahre, die der Pflege bedürfen, Waisen sind oder aus anderen Gründen nicht bei ihren Familien leben können.

Die Zentren für Soziale Dienste des Ministeriums für Familie und Sozialpolitik leisten Sozialarbeit für Kinder und Jugendliche. Die dort arbeitenden Fachkräfte wollen insbesondere Kinder und Jugendliche, die dem Blick der Gesellschaft entschwunden sind, wieder in das gesellschaftliche Leben integrieren. Auch Streetwork ist Teil der Arbeit dieser Zentren.

Ebenso gründeten die Abteilungen für Soziale Dienste, die auf der Ebene der Regionalverwaltungen tätig sind, Zentren für Kinder, die auf der Straße arbeiten. Aufgabe dieser Zentren ist es, die Probleme dieser Kinder mit ihren Eltern zu lösen und bei Schulproblemen zu helfen. Auch die Prävention von Vernachlässigung und Kindesmissbrauch gehört zu den Arbeitsbereichen der Abteilungen für Soziale Dienste. Es ist den Kommunen freigestellt, in diesen Bereichen mit Nichtregierungsorganisationen gemeinsame Projekte durchzuführen.

Aufgrund einer Vereinbarung mit dem Ministerium für Kultur und Tourismus haben Kinder, die unter die Zuständigkeit des Ministeriums für Familien- und Sozialpolitik fallen, freien Eintritt in Museen, Ausgrabungsstätten, staatlichen Theatern und andere historische Stätten. Ebenso dürfen sie, gemäß einem Protokoll mit dem Jugend- und Sportministerium, kostenfrei die Sportstätten in den Städten nutzen.

Um obdachlose Kinder und Jugendliche kümmert sich auch die halbstaatliche Institution für Kinderschutz (Türkiye Cocuk Esirgeme Kurumu).