Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Die bestehenden Infrastrukturen im Bereich der Kinder- und Jugendsozialarbeit aus sowjetischen Zeiten werden weiterhin genutzt. Hier besteht ein gut entwickeltes Netzwerk von Einrichtungen und Organisationen. Die Einrichtungen umfassen vor allem Kinderheime, spezielle Bildungs- und Fürsorgeeinrichtungen für Kinder, Einrichtungen der Familienfürsorge, städtische Kinderbetreuungsgruppen und -zentren. So genannte Integrationsmaßnahmen für gefährdete Jugendliche, wie Drogen- oder Alkoholabhängige, greifen nur langsam. Kinder- und Jugendsozialarbeit wird vor allem von Nichtregierungsorganisationen und kirchlichen Gruppen und Vereinigungen wie Salesianer, Caritas, Malteserjugend oder Kolping geleistet, die auch teilweise eigene Einrichtungen aufgebaut haben, um auch Kinder und Jugendliche zu betreuen.

Psychologische Betreuung für junge Leute erfolgt unter anderem auch per Telefon. Hier besteht bereits ein gut funktionierendes Netzwerk telefonischer Dienste, die von Organisationen für die Rehabilitation Drogenabhängiger sowie zur Wiedereingliederung und Integration junger straffällig gewordener Menschen in die Gesellschaft dient, wie zum Beispiel die Youth Line in Vilnius.

Das Ziel der Regierung ist, soziale Betreuung möglichst nah am Lebensumfeld der Betroffenen zu leisten und setzt verstärkt auf Tagesbetreuung oder Betreuung zu Hause. Hier wird auch mehr Eigeninitiative von den Kommunen erwartet.

Der Beruf eines Sozialarbeiters und somit auch die Ausbildung in diesem Beruf sind in Litauen relativ neu. Dabei können sich die angehenden Berufseinsteiger spezialisieren. Jugendsozialarbeit fällt unter den Bereich der Sozialarbeit mit Kindern, Familien und Waisen. An den Universitäten gibt es bereits Studiengänge für den Bereich Sozialarbeit. An der Vytautas-Magnus-Universität in Vilnius beispielsweise haben im Verlauf von 1996 bis 2001 122 Studierende einen Studienabschluss im Bereich Sozialarbeit erlangt.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002; www.vdu.lt)

Litauen ist Mitglied des European Network of Ombudsmen for Children (ENOC). In diesem Netzwerk sind unabhängige Büros für Kinder in europäischen Ländern zusammengeschlossen, die sich für die Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention einsetzen. Sie unterstützen eine gemeinsame Lobbyarbeit für die Kinderrechte, tauschen Informationen und politische Strategien aus und werben für die Entwicklung effektiver unabhängiger Kinderbüros. - Informationen zum litauischen Büro gibt es unter http://www3.lrs.lt/pls/inter/vaikai?kalbId=2