Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit

Der Organisiertheitsgrad litauischer junger Menschen zwischen 16 und 29 Jahren ist sehr niedrig. Nur 13% sind in einem Verband organisiert, davon mehr Mädchen als Jungen. Die Altersgruppe der 16- bis 19-Jährigen arbeitet am meisten in Verbänden mit.

Das Alterslimit bei Jugendfunktionären wird in Litauen sehr ernst genommen und liegt bei 29 Jahren. Dies soll einer Überalterung der für Jugendfragen zuständigen Behörden und Einrichtungen vorbeugen.

Tanz am Lagerfeuer (Foto: Katharina Wildermuth, während einer Jugendbegegnung in Litauen 2003)

Im April 2000 waren rund 7 000 Nichtregierungsorganisationen registriert. Ein Fünftel davon ist als Schläfer einzustufen. Die meisten Organisationen und -verbände sind in Vilnius und Kaunas angesiedelt. Rund 2 000 sind große oder kleinere Jugendorganisationen oder -verbände. Ein spezielles Aktionsprogramm des Staatlichen Jugendrates hat im Jahr 2000 das Aktionsprogramm Jugend für die Gemeinschaft initiiert, das seit 2001 den Schwerpunkt auf die Gründung von Jugendorganisationen insbesondere im ländlichen Raum legt.

Neben den Nichtregierungs- und auf freiwilliger Basis agierenden Jugendorganisationen bestehen auch Jugendorganisationen in Schulen, die hauptsächlich von Lehrkräften geleitet werden, wie Schulsportklubs, Musikclubs und andere. Diese Jugendorganisationen werden aber von den freien Trägern nur eingeschränkt anerkannt.

Ein anderer Grund für die mangelnde Organisiertheit junger Leute auf lokaler Ebene sind fehlende Richtlinien und Führungskräfte, die die Bedeutung der Beteiligung junger Menschen an Entscheidungsprozessen erkennen und umsetzen.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

Überregionale Jugendverbände

Viele Jugendverbände in Litauen wurden nach Erlangung der Unabhängigkeit neu gegründet. Zu den wichtigsten großen, national agierenden Jugendverbänden neben dem Nationalen Jugendrat LiJOT gehören die Scouts, AIESEC, YMCA/YWCA, das litauische Jugendrotkreuz und die Jugendverbände der politischen Bildung.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)