Kinder- und jugendpolitische Strukturen
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Bis August 2006 war der Staatliche Jugendrat bei der Regierung der Republik Litauen die für Jugendfragen zuständige Einrichtung. Seitdem gibt es eine Jugendabteilung (Jaunimo reikalų departamentas prie Socialinės apsaugos ir darbo ministerijos), die beim Ministerium für Soziale Sicherheit und Arbeit angesiedelt ist. Beim litauischen Parlament gibt es eine Kommission für Jugend- und Sportfragen. Sie diskutiert die Umsetzung der Ziele der staatlichen Jugendpolitik, macht Vorschläge für deren Umsetzung und kontrolliert die Umsetzung der Ziele.
Das Ministerium für Soziale Sicherheit und Arbeit (Socialines Apsaugos ir Darbo Ministerija) ist für die Kinder und Jugendliche betreffenden sozialen Bereiche zuständig. Arbeitsbereiche sind: die Verbesserung der Wohnsituation junger Familien durch die Bereitstellung günstiger Baukredite, die Senkung der Anzahl der obdachlosen Personen beziehungsweise derer ohne festen Wohnsitz, Förder- und soziale Integrationsprogramme für Waisen und Kinder in Fürsorge, Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt und Ausbeutung von Kindern, Drogenmissbrauch, Kinderprostitution und Verbrechen. Außerdem setzt sich das Ministerium durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden für die Stärkung eines Netzwerkes der Institutionen ein, die für die Rechte von Kindern eintreten.
Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (Švietimo ir Mokslo Ministerija) betreut alle Angelegenheiten, die für Kinder und Jugendliche im Bildungsbereich relevant sind. Dazu gehören unter anderem die Sicherung der staatlichen Finanzierung für die höhere Bildung für junge Leute, die Durchführung des Programms zur Sozialisation von Kindern und Jugendlichen und der Vorbeugung von Verbrechen, Maßnahmen für begabte Kinder, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen Jugendrat und Jugendorganisationen, die Förderung des Zugangs zum Computer an Schulen (ein Computer auf 10 Schüler/-innen). Im Rahmen des Ende Sommer 2002 verabschiedeten Programms zur Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen arbeitet das Ministerium für Bildung und Wissenschaft mit den Ministerien für Inneres, Gesundheit, Soziales und Arbeit, Sicherheit und Justiz zusammen.
(Quelle: Regierungsprogramm Litauens 2001-2004)
Dem Bildungsministerium ist das Litauische Jugendzentrum, die größte Kinder- und Jugendorganisation im Bereich der Freizeit und außerschulischen Bildung, unterstellt.
Das Verteidigungsministerium (Krašto Apsaugos Ministerija) ist auch im Kinder- und Jugendbereich aktiv und dort zuständig für die Organisation und Durchführung von Sommercamps sowie Gewaltpräventionsprogrammen für Kinder und Jugendliche.
Angelegenheiten des Kinder- und Jugendschutzes fallen unter die Zuständigkeit des Zivilgerichts. Dort gibt es bereits ausgebildete Richter und Staatsanwälte für den Bereich der Jugendkriminalität.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)
Die kommunale Jugendpolitik wird von den kommunalen Institutionen umgesetzt. In ihrer Arbeit werden sie von so genannten kommunalen Koordinatoren für Jugendangelegenheiten unterstützt. Auf Entscheidung des Kommunalrates kann ein ständiger oder ein vorläufiger kommunaler Jugendrat gebildet werden. Der kommunale Jugendrat setzt sich paritätisch aus Vertretern der kommunalen Institutionen und Behörden sowie der Jugendorganisationen zusammen.
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Der nationale Jugendrat Litauens heißt Lietuvos Jaunimo Organizacijų Taryba (LiJOT). Der litauische Jugendrat als größte Dachorganisation für litauische nationale und regionale Jugendorganisationen wurde 1992 gegründet und hatte im Oktober 2011 63 Mitgliedsorganisationen mit rund 200 000 Mitgliedern. Der LiJOT ist Mitglied im Europäischen Jugendforum (EYF).
Die regionalen Jugendräte in Litauen haben die Aufgabe, die auf kommunaler Ebene tätigen Jugendorganisationen zu vereinigen und zu vertreten.
Der Nationale Jugendrat und die regionalen Jugendräte koordinieren die Arbeit der Jugendorganisationen, um die Kräfte für die Zusammenarbeit, den Informationsaustausch, die Stärkung der Organisationen und für die Entwicklung des gesellschaftlichen Engagements der jungen Menschen zu bündeln. Die gemeinsamen Ziele sind:
- die Förderung von Jugendinitiativen,
- die Förderung der Verständigung und Zusammenarbeit der jungen Menschen,
- die Förderung der dem Staat und der Gesellschaft nützlichen Tätigkeit der Jugendlichen,
- die Anregung und Förderung der aktiven Beteiligung junger Menschen am gesellschaftlichen und bürgerlichen Leben,
- die Vertretung der Interessen der Jugend auf der kommunalen und staatlichen Ebene sowie im Kontakt mit anderen natürlichen und juristischen Personen.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Jugendpolitische Einrichtungen auf regionaler und lokaler Ebene befinden sich weiterhin im Aufbau. Litauen hat mit der Schaffung von Jugendberatungsinstitutionen begonnen.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
2004 wurde das Rahmengesetz für Jugendpolitik der Republik Litauen verabschiedet. In diesem Gesetz heißt es zur Begriffsstimmung von Jugendpolitik: „Jugendpolitik ist eine zielgerechte Tätigkeit zur Lösung von Jugendproblemen und zur Schaffung von günstigen Bedingungen für die Bildung der Persönlichkeit des jungen Menschen und für die Integration in das gesellschaftliche Leben, sowie die Tätigkeit, womit das Verständnis sowie die Toleranz der Öffentlichkeit und ihren einzelnen Gruppen gegenüber jungen Menschen angestrebt wird.“
Kinder- und Jugendpolitik wird in Litauen dezentral umgesetzt, das heißt, dass jede Gemeinde ihre eigenen Entscheidungen unter Zugrundelegung der allgemeinen Richtlinien der staatlichen Jugendpolitik trifft. Informationen zur Entwicklung der Jugendpolitik in den Gemeinden 2007 - 2009 hier ...
Für den Zeitraum 2011-2019 hat die litauische Regierung eine Langzeitjugendstrategie aufgelegt. Die Schwerpunkte sind:
- Förderung der Jugendbeteiligung und Verbesserung der Jugendbeschäftigung.
- Entwicklung einer integrativen Jugendpolitik auf allen Ebenen; Förderung des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit der Institutionen und Organisationen, die im Bereich Jugend tätig sind; Absicherung eines systematischen Monitoring der Lage der Jugend.
- Schaffung günstiger Bedingungen für die Qualitätssicherung und Entwicklung der Aktivitäten und Maßnahmen von Jugendorganisationen und Einrichtungen, die mit Jugendlichen arbeiten; Weitere Umsetzung von Jugendprogrammen, die die Arbeit der freien Träger im Jugendbereich stärken.
Weitere Informationen zur Langzeitjugendstrategie, nationalen Programmen für die Jugend und Schwerpunkten der Jugendpolitik erhalten Sie hier: http://www.socmin.lt/index.php?-460861425
Litauen nimmt am Programm der Europäischen Kommission JUGEND IN AKTION teil. Die zuständige Nationalagentur ist die Agency of International Youth Cooperation.


