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Schottland: Eine aktive Jugend engagiert sich (06.05.2016)

Schottland Flagge. Bildquelle: misterfarmer / pixabay.de

Während viele EU-Länder mit einer sinkenden Wahlbeteiligung junger Menschen kämpfen, geht der Trend in Schottland in die andere Richtung: Hier hat sich eine regelrechte Politik-Kultur der Jugend etabliert.

Als kleines Land mit 5,2 Millionen Einwohnern rückte Schottland im September 2014 mit einem Unabhängigkeitsreferendum in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Nach Monaten intensiver Kampagnen und Debatten, ob das Land im Vereinigten Königreich verbleiben solle oder nicht, siegten schließlich die "Nein" Befürworter – Schottland blieb Teil des britischen Königreiches.

Die mit 84,6 % sehr hohe Wahlbeteiligung war aber auch deshalb so interessant, da zum ersten Mal auch 16- und 17-Jährige teilnehmen konnten. Gerade die Begeisterung der jüngsten Wähler/-innen an der Wahl hat das Vorurteil einer angeblich politikverdrossenen Generation zumindest infrage gestellt.

Politik fasziniert viele junge Schotten

In diesem Sinne war das Referendum auch ein lebendiger Beweis der Anziehungskraft und Faszination von Politik, solange das Thema oder die Fragestellung als für das eigene Leben relevant angesehen wird. Am Ende stimmten 62 Prozent der jungen Schott(inn)en (16 bis 19 Jahre) für die Unabhängigkeit, ein Umstand, der ihnen nun den Spitznamen "Generation Ja" eingebracht hat. Hier tat sich auch ein regelrechter Generationengraben auf, da ältere Schotten die Unabhänigkeit überwiegend ablehnten und so am Ende die Entscheidung herbeiführten.

Während das Referendum ein Fest der Demokratie, der öffentlichen Debatten und Diskussion war, so sind gerade die Auswirkungen auf die junge Generation noch heute spürbar. Der Prozess, die Entscheidungsfindung, das öffentliche Stellungnehmen – all das inspirierte junge Schott(inn)en, über ihr eigenes Leben im Bezug auf andere nachzudenken und ihre Rolle als Bürger/-innen und Mitbürger/-innen neu zu definieren. Dieser Anschub zeigt sich auch in etablierten Parteistrukturen.  Ein Viertel der jungen Schott(inn)en ist seit dem Referendum einer politischen Partei beigetreten.

Wählen ab 16 und Begeisterung für Europa

Während sich in Schottland das Wahlrecht ab 16 Jahren seit 2014 teilweise durchgesetzt hat, gilt es nicht für die Wahlen in Großbritannien. Das bedeutet auch, dass junge Schott(inn)en nicht im anstehenden EU-Unabhängigkeitsreferendum Großbritanniens an die Urnen dürfen. Hier bahnt sich die nächste Debatte an.

Die jungen Menschen möchten mitbestimmen

Für junge Menschen spielen lokale und nationale Referenden nach wie vor eine große Rolle. Aber auch internationale Fragen sind für sie interessant, solange sie das Gefühl haben, wirklich Einfluss ausüben zu können. Schottlands Unabhängigkeitsreferendum ermöglichte jungen Menschen, eine Vision für die Zukunft des Landes zu wählen. Daher konnten sie sich leichter als Teil der Gesellschaft sehen, in der gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet wird.

Eine ausführliche Version dieses Artikels von Zara Kitson finden Sie auf www.heute.de

Quelle: heute.de