Kinder- und jugendpolitische Strukturen
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Die Zuständigkeit für die Umsetzung der im August 2003 verabschiedeten Strategie des Staates für die Jugend für 2003 - 2012 liegt beim Ministerium für Nationale Bildung (Ministerstwo Edukacji Narodowej). Seine Aufgaben sind unter anderem:
- die ressortübergreifende Koordinierung der gesamten Strategie,
- die Ausbildung der Jugend sowie der Lehrkräfte und deren Weiterbildung,
- die dauerhafte Bildung,
- die Jugendarbeit im außerschulischen Bildungsbereich und in den nichtstaatlichen Organisationen,
- die Vergabe von Stipendien,
- die Erholung, Sport und die Touristik,
- die internationale Zusammenarbeit und der Jugendaustausch,
- die freiwillige Arbeit der Jugend.
Fragen der allgemeinen deutsch-polnischen Kooperation behandelt im Ministerium die Abteilung für internationale Zusammenarbeit (Departament Współpracy Międzynarodowej, DWM). Für die konkrete Zusammenarbeit im Jugendaustausch gibt es im Bildungsministerium das Büro für Jugendangelegenheiten (Biuro do Spraw Młodzieży). Dem Ministerium zugeordnet ist das Büro für akademische Anerkennung und internationalen Austausch (Biuro Uznawalności Wykształcenia i Wymiany Międzynarodowej), das Fragen zum Bildungssystem, zum Studium in Polen und zur Anerkennung konkreter Zertifikate beantwortet.
In der Präsidentenkanzlei (Kancelaria Prezydenta RP) ist momentan eine Unterstaatssekretärin für soziale Angelegenheiten verantwortlich, unter anderem für Jugendfragen.
Weitere Ministerien, in deren Zuständigkeit Aufgaben aus der Strategie für die Jugend fallen, sind:
- Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Sozialpolitik – Bereich der Beschäftigung und Sozialhilfe für die Jugend,
- Justizministerium, Ministerium des Innern und der Verwaltung – Hilfen in Krisensituationen, Bildungsaufgaben,
- Gesundheitsministerium – Gesundheitsschutz und die gesundheitliche Aufklärung,
- Ministerium für Kultur – künstlerische Bildung der Jugend.
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Die Gründungsversammlung des Nationalen Polnischen Jugendrats (Polska Rada Organizacji Młodzieżowych, PROM) fand am 4. April 2011 nach einem Jahr intensiver Arbeit statt und der Nationale Jugendrat Polens nahm offiziell seine Arbeit auf. Auf der Sitzung wurde der Vorstand gewählt. Der PROM hat 18 Gründungsmitglieder und soll den Jugendinteressen, der Jugendpolitik und der Unterstützung des Engagements von jungen Menschen im gesellschaftlichen Leben dienen. Der Rat ist mit der neuen Satzung ein freier Träger und unabhängig von staatlichen Strukturen und wird nach demokratischen Prinzipien geleitet. Der PROM soll als offenes Forum für verschiedene Jugendgruppen fungieren. Um die Mitgliedschaft können sich landesweite Organisationen mit mindestens 5000 Mitgliedern bewerben.
In manchen Wojewodschaften und Gemeinden gibt es darüber hinaus Jugendräte, die eine beratende und meinungsbildende Funktion ausüben. Unter der Bezeichnung Jugendrat sollte man keine repräsentative Verbands-Struktur erwarten, wie z.B. Stadt- oder Kreisjugendringe; zum Teil handelt es sich dabei auch um eher lockere und informelle Gruppen von Schüler- und Jugendvertretern.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Seit Januar 2000 gibt es in Polen einen Ombudsmann für Kinderrechte (Rzecznik Praw Dziecka), dessen Einberufung in der Polnischen Verfassung verankert ist. Zu seinen Hauptaufgaben gehört die Überwachung der Grundrechte und der Schutz der Kinder: das Recht auf Leben und Gesundheitsversorgung, das Recht auf Aufwachsen in einer Familie, adäquate soziale Bedingungen und das Recht auf Bildung. Der Ombudsmann arbeitet direkt mit den öffentlichen Behörden und Institutionen zusammen. Er ist dem Parlament verpflichtet und liefert jährlich einen Bericht zur Lage der Kinder, der veröffentlicht wird.
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Im August 2003 hat die polnische Regierung die Strategie des Staates für die Jugend für die Jahre 2003 – 2012 verabschiedet. Damit wurde erstmal ein Gesamtdokument vorgelegt, das die Jugendpolitik in Polen und alle Maßnahmen und Programme, die die Jugend für die nächsten Jahre betreffen, regeln soll. Bisher wurden diese durch zahlreiche, verstreute Vorschriften geregelt sowie durch wenig aufeinander abgestimmte Maßnahmen verschiedenster Organisationen.
Polen besitzt eine Nationalagentur zur Koordinierung des europäischen Aktionsprogramms JUGEND IN AKTION, die bei der Foundation for the Development of the Education System (Fundacja Rozwoju Systemu Edukacji Narodowa Agencja) angesiedelt ist. Diese unterhält Anlaufstellen in den regionalen Zentren des ganzen Landes.


