Kultur und Lebensformen

Laut Jugendbericht 2011 schätzen sich die polnischen Jugendlichen selbst als ehrlich, respektvoll gegenüber anderen, familienverbunden, bescheiden, feinfühlig in Bezug auf aktuelle Ereignisse und bei Problemen anderer ein. Sie unterstreichen ihre Sparsamkeit und ihr Normalsein.

Jugendliche aus privilegierten Familien setzen noch mehr auf intellektuelle Werte und eine aktive Lebensgestaltung und unterliegen weniger dem Gruppenzwang als Jugendliche aus weniger betuchten Verhältnissen. Diese sehen die Welt viel emotionaler und ahmen häufiger nach. Moralische Werte wie Familie, Religiösität und Patriotismus haben bei diesen Jugendlichen einen höheren Stellenwert.

Sentimentale "Minimalist(inn)en" ohne hohe Ansprüche an das Leben sind jedoch in der Minderzahl bei den polnischen Jugendlichen (5 % der jungen Erwachsenen und 11,5 % der Jugendlichen). "Träumer/-innen" - Jugendliche, die viel erwarten, aber wenig Hoffnung auf Erfolg haben - machen 20 % der Jugendlichen aus. Zusammen mit den Minimalis(inn)en bildet diese Gruppe eine Minderheit. Die meisten Jugendlichen sind eher ehrgeizig und aktiv veranlagt. Die älteren Jugendlichen orientieren sich dabei stärker an der Mittelklasse und Statussymbolen, während die jüngeren Jugendlichen Spaß haben wollen, unkonventionelle Wege bei der Jobsuche beschreiten und sehr konsumfreudig sind.

(Quelle: Jugendbericht 2011 der polnischen Regierung, Seiten 43-45)

Nach oben

Beschäftigung und Arbeitslosigkeit

Die Erwartungen polnischer Jugendlicher an ihren ersten Job gelten zuallererst einer guten Bezahlung, gefolgt von guten Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit im Job. Aber auch Punkte wie Jobsicherheit, gute Anbindung der Arbeitsstelle, Tätigkeit entsprechend der Qualifizierung und freundliche Atmosphäre spielen für die Jugendlichen eine Rolle. In Polen begannen Jugendliche zwischen 2000 und 2007 durchschnittlich mit 22 zu arbeiten.

Im 3. Quartal 2011 waren bei den arbeitsfähigen Jugendlichen unter 24 Jahren 401 500 arbeitslos gemeldet (21,6 % der arbeitslosen Bevölkerung), bei den 25- bis 34-Jährigen 548 200 (29,4 % der arbeitslosen Bevölkerung).

Perspektiven gibt es für diejenigen, die in die vier Metropolen Warschau/Warszawa, Posen/Poznan, Breslau/Wroclaw und Krakau/Kraków ziehen. In einer Gegenüberstellung der Wojewodschaften ergibt sich bezüglich der regionalen Unterschiede folgendes Bild:

Arbeitslosigkeit nach Wojewodschaften und Altersgruppen
(Angabe in 1000, Stand 3. Quartal 2011)

Wojewodschaftgesamtunter 24 Jahren25 - 34 Jahre 
Dolnośląskie  136,823,838,7
Kujawsko-pomorskie130,429,738,4
Lubelskie113,427,0 38,0
Lubuskie54,711,016,1
Łódzkie131,325,036,3
Małopolskie135,236,339,8
Mazowieckie236,746,268,4
Opolskie45,29,312,5
Podkarpackie136,4 33,342,4
Podlaskie62,1 14,5 17,8
Pomorskie99,522,3 28,4
Śląskie176,7 33,8 52,3
Świętokrzyskie78,317,824,3
Warmińsko-mazurskie98,3 21,9 28,3
Wielkopolskie125,8 31,237,8
Zachodniopomorskie100,8 18,5 28,6

Insbesondere in den Wojewodschaften Lubelskie, Podlaskie, Podkarpackie und Warmińsko-Mazurskie ist die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch.

(Quelle: Zentrales Statistisches Büro GUS)

Informationen zum Zugang Jugendlicher zum Arbeitsmarkt in Polen hier ...

Drogen

2009 hat das Nationale Büro für Drogenprävention Fördermittel für peer-education-Programme an 12 Nicht-Regierungsorganisationen vergeben. Ziel war die Umsetzung von lokal angesiedelten beziehungsweise peer-to-peer-angelegten Programmen zur Drogenprävention und Gesundheitsförderung bei jungen Leute.

Laut Gesetz zum Umgang mit Drogensucht vom Juli 2005 sind die lokalen Regierungen (auf Provinz- und kommunaler Ebene) verpflichtet, eigene Programme zur Bekämpfung von Drogensucht zu entwickeln und umzusetzen. Im Rahmen dieser Programme können die lokalen Regierungen lokale und regionale Initiativen unterstützen, die zum Beispiel in Schulen angesiedelt sind, Eltern mit einbeziehen, der Fortbildung der Programmreferent(inn)en dienen, sich an gefährdete Jugendliche und deren Familien richten. Ein besondere Zielgruppe der Drogenprävention sind Jugendliche an Gymnasien, da sie als besonders gefährdet eingestuft werden.

Ergebnisse der Befragung zu "Wurden im letzten Jahr Drogen konsumiert?" (Antworten aus 2009, 2007, 2005 and 2003, Angaben in %)

Alter / Jahr2009200720052003
unter 243,753,673,833,91

25 - 34 Jahre

2,141,542,451,31

Die am meisten gefährdete Gruppe sind männliche Jugendliche unter 24 Jahre.
(Quelle: EMCDDA-National report 2010: Poland)

Link
www.narkomania.gov.pl - Website des Nationalen Büros für Drogenprävention (Krajowe Biuro Do Spraw Przeciwdziałania Narkomanii)