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Projektdokumentation

In der Projektdokumentation findet sich eine Vielzahl ausgewählter Projekte der internationalen Jugendarbeit. Die Beispiele sollen Anregungen, konkrete Hinweise und direkte Kontakte geben. Nachahmen erwünscht!

Kinder machen Demokratie - Internationales Kinderdorf

Kontakt

Bildungswerk BLITZ e.V. -
Jugendbildungsstätte Hütten „Bildungswerk BLITZ“
Ansprechpartner: Karin Schreibeis
Krölpa / OT Hütten
Fon: 03647 414771
huetten(at)bildungswerk-blitz.de
http://www.bildungswerk-blitz.de

Projektart

Kinderbegegnung

Projektzeitraum

22.07.2006 - 30.07.2006

Projektort

Hütten

Länder

Belgien, Deutschland

Ebene

binational

Teilnehmerprofil

40 Kinder, Alter 8-12 Jahre


Kurzbeschreibung

Oberste Zielsetzungen des Projekts waren eine frühe Demokratieerziehung und die Entwicklung von Entscheidungskompetenzen beziehungsweise der Fähigkeit zu selbst bestimmtem und eigenverantwortlichem Handeln. Das Projekt zielte darauf ab, den Kindern auf spielerische Weise Prozesse und Verfahren einer demokratischen Gesellschaft nahe zu bringen und die Übernahme von Verantwortung in einem Gemeinwesen zu erproben.

Darüber hinaus sollte die internationale Zusammensetzung dazu beitragen, die Offenheit und Toleranz der Kinder untereinander zu fördern sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrzunehmen, anzuerkennen, zu reflektieren und andere Sichtweisen kennen zu lernen.

Methoden

Die Kinder hatten die Möglichkeit, durch die aktive Schaffung und Gestaltung ihrer eigenen Kinder-Dorfgemeinschaft sowie durch ihre Beteiligung an allen dazu erforderlichen Aktivitäten spielerisch die Herausforderungen, Möglichkeiten und Grenzen gemeinsamer Entscheidungsprozesse und ihnen zugrunde liegender Diskussionen, Verhandlungen und Kompromisse kennen zu lernen.

Nach dem Zufallsprinzip wurden sechs Kinderdorf-Familien gebildet und jede dieser „Familien“ bestimmte einen Repräsentanten/Delegierten als Mitglied des einzurichtenden Dorfrats. Die Aufgabe der Repräsentanten war es, die Interessen der „Familie“ im obersten Dorfgremium zu vertreten. Die Kinder haben während der Begegnung eine dorfähnliche Gemeinschaft mit Familienstrukturen aufgebaut, an der alle Kinder beteiligt waren. Dabei übernahmen sie unterschiedliche Rollen in der Dorfgemeinschaft, übten Berufe und Tätigkeiten (Arbeitsbereiche) aus, verdienten ein Art Hüttengeld und investierten dies in verschiedenen Alltagsnotwendigkeiten und Aktivitäten innerhalb der Dorfgemeinschaft. Die Kinder stellten für alle Dorfmitglieder gleichermaßen geltende Verhaltensregeln auf und achteten auf die Einhaltung der Regeln. Sie konnten auf der Grundlage politischer Entscheidungsprozesse ihr Dorf nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten.

Die Kinder veranstalteten eine Bürgermeisterwahl, bei dem ein Junge und ein Mädchen gleichberechtigt von den Dorfmitgliedern gewählt wurden. Die internationale Kinderbegegnung endete mit einem durch die Kinder selbst vorbereiteten und organisierten Dorffest, das Gelegenheit zur öffentlichen Präsentation der von den Kindern erstellten Werke gab. Dazu wurden die Eltern der Kinder sowie die Bewohnerinnen und Bewohner des nahe gelegenen wirklichen Dorfes eingeladen.

Rahmenbedingungen: Die Kinder lebten während der Begegnung in der Jugendbildungsstätte Hütten nach „ihren selbstgesetzten Regeln“ und Strukturen und verpflegten sich auch selbstständig. Jede Kinder-Familie wurde von zwei pädagogischen Teamer(inne)n begleitet und betreut. Deren Aufgabe und Ziel war es, den eigenständigen und demokratischen Prozess der Bildung einer Dorfgemeinschaft durch die Kinder zu unterstützen, aber nicht vorzustrukturieren.  Da die belgischen Kinder aus einer deutschsprachigen Region stammten, erfolgte die Verständigung unter den deutschen und belgischen Teilnehmenden in deutscher Sprache. 

Vor- und Nachbereitung

Sowohl die deutschen als auch die belgischen Kindern wurden bereits im Frühjahr in ihrer jeweiligen Heimat mit mehreren Treffen auf die internationale Begegnung im Rahmen des neuntägigen „Partizipationsprojekts“ vorbereitet. Dabei fanden mehrere Exkursionen statt, zum Beispiel die Besichtigung eines Bauernhofs und eines Sportplatzes, die den Kindern Einblicke in verschiedene gesellschaftliche Lebensformen, Lebensräume und Arbeitsbereiche aus der Erwachsenenwelt ermöglichten. Außerdem wurden bei den Vortreffen nach den Interessen der Kinder die Arbeitsbereiche ausgewählt und gemeinsam ausgearbeitet, die einzelne Aufgaben und Rollen besprochen und aufgeteilt sowie die Beteiligungsstrukturen eingeführt. Nach der Begegnung wurde ein Nachtreffen in den jeweiligen Ländern für die Kinder veranstaltet, bei dem die Kinder einen Film über das Kinderdorf und Fotos anschauten. 

Die Auswertung des Projektes erfolgte durch die Kinder im Rahmen einer kindergerechten, spielerischen Bewertung beziehungsweise Einschätzung der Begegnung anhand von Skalen mit Klebepunkten. Darüber hinaus wurde das Projekt nach verschiedenen Kriterien wie dem Erreichen der Ziele, der Organisation und den Rahmenbedingungen auch im Team ausgewertet.

Finanzierung

Eigenmittel der beteiligten Träger, Europäische Mittel, Programm des Bundes, Teilnahmebeiträge

EU-Programm Active Citizenship; Bundesprogramm Civitas

Kooperationspartner

„Paritätisch in Thüringen“ - Dachverband

Ergebnisse und Dokumentation

Sachbericht, Erfahrungsberichte, Zeitungsartikel, Filmdokumentation vorhanden.