Jugendinformation
Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendmedien
Internationale Kooperationen
Informations- und Beratungszentren für Kinder und Jugendliche
Jugendinformationszentren in der Russischen Föderation gibt es auf regionaler (rund 62) und lokaler Ebene (mehr als 100). Die Informationszentren decken oft ein viel größeres Spektrum an Themen und Angeboten ab als zum Beispiel die Jugendinformationszentren für Jugendliche in Deutschland. Wie aus der nachfolgenden Karte ersichtlich wird, befinden sich die meisten davon im zentralen beziehungsweise westlichen Teil des Landes. Die Verteilung entspricht in etwa der Konzentration der wichtigsten Wissenschafts- und Informationszentren des Landes.
Rund 16 gesetzliche Grundlagen definieren die Informationsarbeit, unter anderem das Föderale Gesetz über Information, Informatisierung und Schutz der Information vom 25. Januar 1995, verschiedene Erlasse des Präsidenten, das Föderale Programm „Elektronisches Russland 2002-2010“ sowie weitere Dokumente.
Das Departament für staatliche Jugendpolitik in Moskau betont in seinem Papier zu Lage und Perspektiven der Informationspolitik für Jugendliche (2005) die Schaffung von Informationsressourcen wie zum Beispiel einen Jugendkanal im Fernsehen, ein interaktives Jugendportal im Internet sowie Printmedien, die sich an ein jugendliches Publikum beziehungsweise an Jugendarbeiter/-innen richten. Dabei setzt das Departament auf zwei Schwerpunkte:
- Informationen zu den Hauptausrichtungen der staatlichen Jugendpolitik, Erziehung und dem sozialen Schutz von Kindern, die sich an ein breites, insbesondere jugendliches, Publikum richten.
- Informationen über die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, die sich an die Vertreter/-innen der administrativen Ebene und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe richten (statistische Daten, Beiträge aus der Jugendforschung, staatliche Vorträge über die Lage der Jugend und die Umsetzung der Jugendpolitik etc.).
Ein nationales, von der Regierung oder dem Nationalen Jugendverband initiiertes Jugendportal gibt es bisher nicht. Es gibt sehr viele internetbasierte Jugendinformationsangebote. Siehe dazu auch die nachfolgende Auswahl von Links:
www.youthcentre.ru - Website des Jugendinformationszentrum MIZ in St. Petersburg
www.pushkinlib.spb.ru/center.html - Informationszentrum für Menschenrechte in der Zentralen Städtischen Puschkin-Kinderbibliothekhttp://www.infoaktiv.ru/http://www.spbmic.ru/
www.ynpress.ru - Portal Junge Press (JUNPRESS)
www.molod.net - Jugendportal der Stadt Kemerovo
www.mykotlas.ru - Jugendportal der Stadt Kotlas
www.molsm.ru - Jugendportal „Das jugendliche Smolensk“
http://molarh.ru/ - Jugendinformationsportal der Region Archangelsk
http://vsesvoi.ru/ - Jugendinformationsportal der Region Perm
www.timolod.ru/ - Jugendinformationsportal der Stadt Nowosibirsk
http://moi-portal.ru/- Jugendinformationsportal der Stadt und der Region Tjumen
www.forma01.ru/ - Jugendinformationsportal der Republik Adygeja (Nordkaukasus)
http://www.zakoluchinsk.ru/
Kinder- und Jugendmedien
Die Jugendmedien in Russland sind im doppelten Sinne junge Medien: zum einen richten sie sich an Jugendliche, zum anderen gibt es sie in der bestehenden Form erst seit weniger als zehn Jahren. Bis zur Perestroika Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre unterstanden noch alle Jugendmedien, wie die gesamte Jugendarbeit, dem Komsomol, dem kommunistischen Jugendverband. Die Medienlandschaft bestand aus nur zwei überregionalen (zum Beispiel Komsomolskaya Pravda) - und einigen lokalen Jugendzeitungen in größeren Städten (zum Beispiel Smena aus Leningrad).
Schon seit Ende der Achtzigerjahre wurden die Jugendzeitungen zunehmend kritischer und strebten nach redaktioneller und finanzieller Unabhängigkeit. Während der Perestroika verhielten sie sich oppositionell, erlangten dann die gewünschte Unabhängigkeit, kamen aber dann schließlich mit den neuen Bedingungen nicht gut zurecht: Aufgrund der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Situation konnten sich die Leute nicht mehr so viele Zeitungen leisten wie früher. Der Konkurrenzkampf war und ist groß, und die Einnahmen deckten die Ausgaben nicht mehr, so dass die Löhne der Redakteure nicht mehr rechtzeitig ausgezahlt werden konnten und es vielfach zu internen Streitereien kam.
Aus dem Westen stammende Zeitschriften, die auch in russischer Sprache herausgegeben werden und bei Jugendlichen Anklang finden, sind Bravo, Freundin und Burda. Es gibt aber auch zahlreiche russische Jugendzeitschriften.
Die meisten kommerziellen (finanziell vom Staat unabhängigen) Rundfunksender richten sich an junge Hörer, wobei es Sender gibt, die eher westlich (Europa plus) und andere, die eher russisch (Russisches Radio) orientiert sind.
Während der Perestroika erfuhr auch das Jugendfernsehen einen Aufschwung. Es liegt in der Beliebtheitsskala der Medien bei Jugendlichen immer noch an der Spitze, ebenso Videos. Allerdings findet man heute kaum noch kritische oder ernste Sendungen. Spiele und Wettbewerbe, in denen es um Konsum geht, sind sehr beliebt. Der globale Videosender MTV hat einen russischen, sehr erfolgreichen Ableger. Dieser sendet ein eigenes, komplett russisches Programm mit sehr vielen russischen Interpreten.
Die Themen drehen sich in allen Jugendmedien um Konsum und Unterhaltung: Was kann man wo kaufen? Wie teuer ist das? - das sind die zentralen Fragen, die die Jugendlichen interessieren. Um einer vorschnellen Verurteilung dieser Haltung entgegenzuwirken, sollte man sich die Vergangenheit vor Augen führen. Zu Zeiten des Komsomols waren die Medien rein ideologisch und bevormundend und noch dazu prüde ausgerichtet. Nun ist das Pendel erst einmal ins Gegenteil ausgeschlagen: Jegliche Problematisierung wird als Belehrung empfunden. Da verwundert es kaum, dass bei den Jugendlichen auch wenig politisches Interesse an Europa zu vermelden ist.
Die Medien vermitteln auch das Bild Vom Tellerwäscher zum Millionär, die Idee des starken Mannes, der mit Nichts begonnen hat und nach zwei Jahren ein Vermögen macht. Dass dabei nicht immer legale Mittel zum Tragen kommen, spielt eine untergeordnete Rolle. Eine so genannte kriminelle Ethik hält ihren Einzug in die Jugendkultur.
Auch das Zeitalter des Internets hat Einzug in die Russische Föderation gehalten. Viele Einrichtungen und Organisationen haben eine E-Mail-Adresse oder eine Website. Vor allem in den Zentren nutzen auch immer mehr junge Menschen das Medium zu Hause.
(Quelle: CD-ROM des Jugendpresseclubs e.V.(http://www.jugendpresseclub.de ) "Sehen, Hören, lesen - Jugendmedien in Europa")
Internationale Kooperationen
Das Jugendinformationszentrum in St. Petersburg ist offizieller russischer Partner der Europäischen Jugendinformations- und -beratungsagentur ERYICA.



