Staatliche nationale Förderung
Ein Kinder- und Jugendplan, der wie in der Bundesrepublik Deutschland die Förderung der Jugendarbeit regelt, existiert in der Russischen Föderation nicht. Bisher war das Departement für Jugendpolitik im Bildungsministerium (jetzt: Ministerium für Bildung und Wissenschaft) der Russischen Föderation für die staatliche Jugendförderung zuständig. Im Staatsbudget nahmen die Ausgaben für Kinder- und Jugendprogramme bisher einen verschwindend geringen Platz ein. Gemäß dem Gesetz über die Staatliche Unterstützung von nichtstaatlichen Kinder- und Jugendorganisationen wurde 2003 ein Föderationsregister eingerichtet, wo sich nichtstaatliche Kinder- und Jugendorganisationen, die einen Anspruch auf staatliche Förderung haben, registrieren können.
Die allgemeine schwierige wirtschaftliche Lage in der Russischen Föderation erlaubte es dem Departement für Jugendpolitik nicht, seinen Aufgaben in jeder Hinsicht nachzugehen. Es konnte nur punktuell fördern. Meist waren es Projekte, die eine föderale Wirkung haben. Die Aufgabe der Förderung wurde weitgehend an die Regionen abgegeben. 99% der regionalen Förderung kommen aus dem Haushalt der Regionen. Regionen, denen es wirtschaftlich gut geht (Nizhnij Novgorod, Tjumen, Jakutsker Gebiet), stellen weit mehr Geld für die Jugendförderung zur Verfügung als wirtschaftlich schwächere Regionen.
Private und sonstige Finanzierungsquellen
In der Russischen Föderation gibt es keine relevanten privaten russischen Stiftungen. Wichtige Stiftungen, die die Bereitstellung von Geldern im Bereich der Jugendförderung in der Russischen Föderation übernehmen, sind US-amerikanische oder westeuropäische Stiftungen, zum Beispiel das Open Society Institute and Soros Foundations Network, die Ford-Stiftung, Eurasia Foundation, die Charles Stuart Mott Foundation, Xerox Foundation About Xerox/The Xerox Foundation, AT&T Foundation, World Learning, Samuel Rubin Foundation, Counterpart Foundation, Foundation Center. Weitere wichtige Adressen unter www.austausch.org/links/index.shtml (Internationale Organisationen/Stiftungen).
Eine andere Geldquelle für Kinder- und Jugendarbeit ist die Bereitstellung von Finanzmitteln durch Geschäftsleute, die damit ihr Ansehen im Bereich der Wohlfahrt erhöhen wollen, deren Interessen aber meist nur von kurzfristiger Dauer sind, weil sie etwa ein bestimmtes Projekt interessiert und sie es deshalb unterstützen. Steuervorteile spielen hier für die Geschäftsleute auch eine bedeutende Rolle. Ebenso werden ausländische Unternehmen, die in der Russischen Föderation angesiedelt sind, als Geldgeber in Betracht gezogen. Die Möglichkeiten in diesem Bereich schöpfen die russischen Kinder- und Jugendorganisationen und -verbände aber bisher nicht voll aus.


