Kinder- und jugendpolitische Strukturen
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Das für Jugendfragen zuständige Ministerium ist seit Mai 2008 das Ministerium für Sport, Tourismus und Jugendpolitik (Министерство спорта, туризма и молодежной политики Российской Федерации). Die im Ministerium ansässige Abteilung für Jugendpolitik und Öffentlichkeitsarbeit ist zuständig für die strategische Planung, Analyse und Festlegung der Prioritäten der Jugendpolitik in Russland. Im Bereich der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit trägt das Ministerium die Verantwortung für die Vorbereitung und Unterzeichnung von Regierungsabkommen. Minister: Vitali L. Mutko
Dem Ministerium nachgeordnet ist die Föderale Agentur für Jugend (Федеральное агентство по делам молодежи, Росмолодежь). Dieser sind die Abteilungen für Jugendfragen sowie für die internationale Zusammenarbeit unterstellt sind. Die Agentur ist für die Umsetzung der Jugendpolitik in Russland zuständig. Im Bereich der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit trägt die Agentur die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung regelmäßiger Fachprogramme und Veranstaltung zur Umsetzung von Abkommen und Vereinbarungen.
In der Russischen Föderation gibt es Komitees für Jugendfragen auf der Ebene der Republiken, der Regionen und Gebiete, der Bezirke sowie auf der Ebene der Stadt- und Kreiskomitees für Jugendfragen. Bei den Stadtkomitees handelt es sich um Komitees der Exekutive. In allen Fällen gibt es Abteilungen für Kinder- und Jugendpolitik in den Stadt- und Bezirksverwaltungen.
Weitere Einrichtungen, die sich mit Kinder- und Jugendfragen beschäftigen, sind:
- Ministerium für Gesundheitswesen und soziale Entwicklung, unter anderem der Föderale Dienst für Arbeit und Beschäftigung,
- Ministerium für Kultur,
- Ministerium für Notfallsituationen.
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Der 1992 gegründete Russische Nationale Jugendrat koordiniert als Dachverband die Aktivitäten der Kinder- und Jugendorganisationen Russlands. Ende 2002 umfasste er 72 Mitgliedsorganisationen. Dabei handelt es sich um föderale Organisationen und regionale Koordinierungszentren. Jede Organisation ist mit einer Stimme vertreten. Der Nationale Jugendrat ist Mitglied im Europäischen Jugendforum.
Der Russische Jugendverband als Nachfolgeverband des Komsomol unterstützt den Nationalen Jugendrat durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und die Nutzung von Telefon und Fax. Der Mitgliedsbeitrag der Mitgliedsorganisationen des Nationalen Jugendrates liegt bei 100 US-Dollar pro Jahr; was für viele nicht wenig ist.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Der 1992 gegründete Russische Nationale Jugendrat (siehe Nationale und regionale Jugendräte) entspricht in seinem Status etwa dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR).
2000 wurde zur besseren Koordination der Jugendpolitik eine Regierungskommission für Jugendfragen gebildet, der Vertreter betroffener Ministerien und föderaler Kommissionen, Abgeordnete der Duma und der russischen Regionen sowie Mitarbeiter von gesellschaftlichen Jugendvereinigungen angehören.
Zu weiteren Einrichtungen siehe Kinder- und Jugendhilfe in der Praxis.
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme
Im Juni 1993 wurde der Beschluss zu den Hauptrichtlinien der staatlichen Jugendpolitik in der Russischen Föderation ratifiziert. Diese sind:
- die Rechte der jungen Leute zu sichern,
- jungen Leuten Garantien im Arbeits- und Beschäftigungsbereich zu geben,
- unternehmerische und landwirtschaftliche Aktivitäten von jungen Leuten zu unterstützen,
- jungen Familien staatliche Unterstützung zu gewähren,
- talentierte junge Leute zu unterstützen,
- Bedingungen für die physische und geistige Entwicklung junger Leute zu schaffen,
- die Arbeit von Kinder- und Jugendverbänden zu unterstützen,
- internationalen Austausch zu entwickeln.
Die für den Zeitraum 2008-2012 gesetzten Prioritäten der russischen Regierung liegen auf folgenden Bereichen:
- die Gewinnung Jugendlicher für gesellschaftliches Engagement
- die Entwicklung von Unterstützungssystemen für Jugendinitiativen und begabte Jugendliche
- die Gewährleistung wirksamer Sozialisierungsmaßnahmen für Jugendliche in prekären Lebenslagen
Ende 2006 wurde die Strategie der staatlichen Jugendpolitik in der Russischen Föderation verabschiedet. Sie wird bis 2016 gelten und bestimmt den Umfang der vorrangigen Maßnahmen im Jugendbereich, die vor allem auf die Zielgruppe der 14- bis 30-Jährigen ausgerichtet sind. Dazu gehören auch Jugendliche in schwierigen Lebenslagen und junge Familien.
Das Programm "Die Jugend Russlands" 2011-2015 zur Umsetzung einzelner in dieser Strategie benannten Projekte, wurde bisher nicht bewilligt. Das Komitee für Jugendfragen in der Staatsduma hat den Entwurf aufgrund unzureichender inhaltlicher Darstellung sowie nicht ausreichend veranschlagter Mittel zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen abgelehnt. (Quelle: http://www.molurist.ru/molros20112015)
Im Oktober 2010 hat die russische Regierung das staatliche Programm zur patriotischen Erziehung der Bürger/-innen Russlands für den Zeitraum 2011 bis 2015 verabschiedet. Es ist die Fortsetzung seiner Vorgängerprogramme von 2001-2005 und 2006-2010.
Eine Übersicht der für 2012 auf förderaler und regionaler sowie mit internationaler Beteiligung geplanten Maßnahmen im Jugendbereich hier ...


